Klein, aber oho: Pebble v3 von Creative im Test

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Mit dem neuen Pebble 2.0-Lautsprechersystem präsentiert der Hersteller Creative seine vom japanischen Zen-Steingarten inspirierten USB-C-Speaker in der mittlerweile dritten Generation. Neben der USB-Konnektivität verfügt das System in der aktuellen Version zudem über eine Ansteuerung via Bluetooth 5.0 und einen AUX-In-Anschluss. Gerade aufgrund der Corona-Pandemie und dem Einsatz von zahlreichen Notebooks im Homeoffice sind Nutzer auf der Suche nach kleinen Boxen, die nicht all zu viel Platz auf dem heimischen Schreibtisch einnehmen. Aus diesem Grund hat sich Hardwareluxx den neuen Creative-Lautsprecher mal etwas genauer angesehen und einem Test unterzogen. 

Dank der multiplen Verbindungsarten lassen sich die Pebble v3 nicht nur in Kombination mit einem USB-Gerät nutzen, sondern auch mit einem Smartphone oder einem MP3-Player. Die Stromversorgung erfolgt allerdings ausschließlich über das 1,2 m lange USB-C-Kabel. Creative empfiehlt hier eine USB-Schnittstelle mit 10 W. Die Lautsprecher können mit einem Abstand von bis zu 1,35 m im Raum platziert werden. Dank des mitgelieferten Adapters sind Nutzer ebenfalls in der Lage, die Pebble v3 mit USB-A-Geräten zu betreiben. Auf der Unterseite befindet sich zusätzlich ein High-Gain- / Low-Gain-Schalter. Neben dem bereits genannten USB-C zu USB-A-Konverter sind im Lieferumfang noch die Lautsprecher selbst sowie eine Anleitung enthalten.

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Technische Daten

Lautsprechersystem:2.0
Bluetooth:5.0
Bluetooth-Profil: A2DP
Betriebsfrequenzband:2402 - 2480 MHz
Max. Radiofrequenzleistung:< 4 dBm
Frequenzgang:100 - 17.000 Hz
Größe der einzelnen Boxen:123 mm x 120 mm x 118 mm
Länge der Speakerkabel:1,35 m
Länge Powerkabel:1,2 m
Treiber:Verbesserte 2,25 Zoll Full-Range-Speaker
Total System Power:Bis zu 8W RMS
Peak Power:Bis zu 16W
Accessories:USB-C zu USB-A-Konverter
Betriebstemperatur:0 - 45 °C
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Die Gehäuseform der Pebble v3 wurde laut Aussagen von Creative vom japanischen Zen-Steingarten inspiriert und bietet je einen um 45° nach oben angewinkelte Treiber. Dies sorgt dafür, dass sich das Lautsprechersystem problemlos direkt neben einem Notebook platzieren lässt. Da hier der Abstand zu den Boxen äußerst gering ist, würde bei einer normalen Treiber-Anordnung eine große Menge von Direktschall verloren gehen und beim Hörer käme in erster Linie der sogenannte Reflexionsschall an. Je nach räumlichen Gegebenheiten hätte dies Verzerrungen im Klangbild zur Folge oder würde eine stark wahrnehmbaren Lautstärkereduzierung mit sich bringen. Zumal die Kabellänge die Möglichkeiten einer entfernten Platzierung der Wiedergabequelle stark begrenzt. Dies betrifft sowohl die Stromversorgung als auch den Abstand zwischen den einzelnen Lautsprechern.

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An der Front befindet sich neben einer blauen LED und dem Regler für die Einstellungen der Lautstärke auch der Bluetooth-Schalter. Verwendet das Pebble v3 den High-Gain-Modus, leuchtet die LED blau. Erstrahlt die LED in einer grünen Farbe wird der Low-Gain-Modus genutzt. Im AUX-IN-Modus ist die LED hingegen türkis. Sowohl bei einer reinen Verbindung mit einem Bluetooth-Gerät als auch bei einem Anschluss über ein AUX-Kabel gilt zu beachten, dass die Creative-Lautsprechersysteme über das USB-C-Kabel mit Strom versorgt werden müssen. Andernfalls ist ein Betrieb nicht möglich. Hier kann zum Beispiel ein externes USB-Netzteil mit mindestens 10 W verwendet werden, um auch den High-Gain-Modus nutzen zu können. 

Um eine Verbindung mit einem Bluetooth-Gerät herzustellen, muss der entsprechende Schalter auf der Vorderseite für zwei Sekunden gedrückt werden. Anschließend pulsiert die Leuchtdiode und signalisiert, dass sich das Pebble v3 im Pairing-Mode befindet. Sobald eine Verbindung hergestellt ist, blinkt die Kontrollleuchte. Um zwischen den verschiedenen Verbindungsarten zu wechseln, reicht ein Druck auf die Bluetooth-Taste aus. Um das 2.0-Lautsprechersystem zu reseten, muss die BT-Taster für rund acht Sekunden gedrückt werden.

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Vorab sei gesagt, dass es sich bei der Bewertung des Klangbilds um einen rein subjektiven Eindruck des Redakteurs handelt. Dieser kann sich von Person zu Person unterscheiden. In den Testaufbauten wurden die Creative-Lautsprecher zum einem direkt neben einem Monitor aufgestellt, um den Nahbereich abzudecken, und zum anderen im Wohnzimmer neben einem Fernseher platziert. Ebenfalls hängt das wahrgenommene Sounderlebnis sehr stark von der Beschaffenheit des Raumes ab (Schallreflexionen). Je nach Ausstattung variiert die Schallpegelabnahme. Zudem ist auch die Sitzposition des Hörers ein entscheidender Faktor (Direktschall/Reflexionsschall). 

Um die Audioqualität der Pebble v3 zu beurteilen, wurden neben diversen YouTube-Videos aus dem Hardwareluxx-Kanal auch zahlreiche Audiodateien verwendet. Zudem kamen Dateien, die als Stereo-WAVE-File mit einer Samplingtiefe von 16-Bit und einer Abtastrate von 44,1 kHz (Red-Book-Standard) vorlagen, zum Einsatz sowie MP3-Dateien mit einer Bitrate von 128 kbit/s und 320 kbit/s. Die ausgewählten Titel stammen dabei aus verschiedenen Musiksparten und waren unter anderem die Folgenden: 

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Durch die gewählten Stücke ist es möglich, neben diversen Genre-üblichen Frequenzbereichen auch die Abbildung der Dynamik zu überprüfen. Musikstücke werden in der heutigen Zeit oft als hochwertiger empfunden als frühere Aufnahmen. Dies liegt an der unterschiedlichen Dynamik der Songs. Bei der Dynamik handelt es sich um den Bereich, der sich zwischen dem lautesten und dem leisesten Ton eines Musikstücks befindet. Die Dynamik lässt sich ebenfalls an der Wellenform eines Titels erkennen. Je mehr Wellen sich gleichen, desto geringer ist die Dynamik. Besonders gut kann man dies sehen, wenn man die Wellenformen eines aktuellen Popsongs mit denen eines Songs aus den 70er oder 80er Jahren vergleicht.

Klanglich ordnen sich die Pebble v3 trotz ihres geringen Anschaffungspreises im Mittelfeld ein. Allerdings sollte man hier keine Wunder erwarten. Trotz ihrer geringen Größe ist die maximale Lautstärke im High-Gain-Modus völlig ausreichend. Im hohen Frequenzbereich fehlt es den Lautsprechern an Brillanz. Auch die Mitten könnten etwas knackiger sowie präsenter sein. Aufgrund der Größe des Resonanzgehäuses wirkt der Bass recht flach. Im Vergleich zu anderen Lautsprechersystemen drängen sich die unteren Frequenzbereiche nicht unnötig in den Vordergrund. Somit können auch basslastige Musikstücke mit voller Lautstärke wiedergeben werden. Dies betrifft sowohl unkomprimierte PCM-Dateien (WAVE) als auch MP3s mit niedriger Bitrate.

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Bei der Wiedergabe von YouTube-Videos oder Ähnlichem zeigen die Pebble-Lautsprecher eine ausreichende Klangcharakteristik. Allerdings müssen auch bei der Videowiedergabe bei hohen Frequenzen Abstriche gemacht werden. Da man sich hier eher im mittleren Lautstärkebereich befindet ist dies nicht so präsent wie es beim Abspielen von Musiktiteln der Fall ist. Somit lässt sich das System zwar nicht für den Kinoabend in den eigenen vier Wänden empfehlen, nichtsdestotrotz sind die Lautsprecher vollkommen ausreichend für das Abspielen von zum Beispiel YouTube-Videos auf dem Notebook. Auch für Gelegenheitsgamer, die Simulationen wie Sims oder Planet Zoo auf einem Laptop spielen, eignet sich das Pebble-System. 

Die räumliche Abbildung der Pebble v3 ist zwar vorhanden, jedoch je nach gewähltem Musikstück schwer wahrzunehmen. Die einzelnen Instrumente lassen sich im Mix erkennen, allerdings ist die Tiefenstaffelung sowie die Dynamik verbesserungswürdig. Dies trifft sowohl auf den Nahfeldbereich, wie den Schreibtisch, als auch auf das Wohnzimmer zu.

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Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 40 Euro bietet Creative mit der dritten Generation des Pebble-Lautsprechersystems definitiv ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Zwar müssen bedingt durch die Preisklasse gegenüber teureren Lösungen klangtechnisch Abstriche gemacht werden, das Lautsprechersystem besitzt jedoch eine Vielzahl von Anschlussmöglichkeiten. Zudem verfügen die Boxen über eine Ansteuerung via Bluetooth, die in unserem Test tadellos funktioniert hat. Auch wenn es Verbesserungsmöglichkeiten beim Klangbild gibt, reichen die Lautsprecher für ihren gedachten Einsatzzweck vollkommen aus. 

Die verschiedenen Anschlussmöglichkeiten sorgen dafür, dass sich die Pebble v3 noch für weitere Szenarien verwenden lassen und nicht ausschließlich in Kombination mit einem Notebook oder Computer genutzt werden können. Auch die maximale Ausgangsleistung von 16 W ist völlig ausreichend - zumal die Lautsprecher in der Regel nicht weit vom Nutzer entfernt aufgestellt werden.

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Das optische Feedback durch die LED auf der Vorderseite hat uns ebenfalls gut gefallen. Das Umschalten zwischen den einzelnen Eingängen mit Hilfe des Bluetooth-Buttons ist zwar nicht intuitiv, sobald man dies aber in der Bedienungsanleitung nachgelesen hat, kann problemlos mit einem Druck auf den besagten Schalter zwischen diversen Wiedergabegeräten gewählt werden. Schade ist hingegen, dass die Kabel fest verbaut sind. Zwar lässt sich so die Anschlussbuchse als Schwachstelle vermeiden, jedoch ist der Nutzer aufgrund der Bauart weniger flexibel was die Platzierung der Lautsprecher angeht. 

Wer auf der Suche nach einem kleinen sowie kompakten Lautsprechersystem ist, macht mit der neuen Generation des Pebble von Creative nichts falsch. Gerade im Vergleich zu den integrierten Lautsprechern im Notebook kann das Creative-System auf ganzer Linie überzeugen. Dank der kompakten Bauweise lassen sich die Boxen auch problemlos in der Tasche verstauen beziehungsweise transportieren. 

Positive Aspekte des Pebble v3:

Negative Aspekte der Pebble v3: