Logitech UE Roll und UE Megaboom im Test

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ue megaboom roll teaser kleinDer Sommer nähert sich seinem diesjährigen Finale und so mancher Gartenparty droht damit eine feuchte Überraschung. Wer dabei dennoch nicht auf Musik verzichten will, sollte über die Anschaffung eines robusten Bluetooth-Lautsprechers nachdenken. Mit den Modellen Roll und Megaboom hat Logitech mit seiner Tochter Ultimate Ears gleich zwei Vertreter im Angebot, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine Hörprobe.

Dass beide Lautsprecher auf einem sehr ähnlichen Konzept basieren, erschließt sich beim ersten Kontakt nicht. Sowohl UE Megaboom als auch UE Roll sind gemäß IPX7 gegen das Eindringen von Wasser – bis zu 30 Minuten bei einer Tiefe von bis zu einem Meter – geschützt und sollen so nicht nur Regenschauern trotzen. Mit der Audio-Quelle verbunden werden beide Modelle entweder per Bluetooth – das A2DP-Protokoll wird unterstützt – oder per Kabel mit 3,5-mm-Stecker.

  UE Megaboom UE Roll
Maße 226 x 83 mm 135 x 40 mm
Gewicht 877 g 330 g
Schnittstellen Micro-USB, Audio (3,5 mm), Bluetooth, NFC Micro-USB, Audio (3,5 mm), Bluetooth
Lautsprecher 2x 2 Zoll Breitband, 2x 2 x 4 Zoll Spulen 1x 2 Zoll Breitband, 2x 3/4 Zoll Hochtöner
Frequenzbereich 65 Hz - 20 kHz 108 Hz - 20 kHz
Produktseite www.ultimateears.com www.ultimateears.com

Und zu guter Letzt: Der volle Funktionsumfang der Lautsprecher kann nur dann abgerufen werden, wenn auf Smartphone oder Tablet die jeweils passende Applikation, die es für Android und iOS gibt, installiert ist. Lediglich ein Unterschied ist sofort erkennbar: Der Preis. Denn mit etwa 129 Euro ist die UE Roll deutlich günstiger als die UE Megaboom. Letztere schlägt mit circa 299 Euro zu Buche.

UE Roll

Das neuere der beiden Modelle ist die UE Roll. Optisch präsentiert sich der kreisrunde Lautsprecher wie ein leicht unförmiges Frisbee. Mit 135 mm im Durchmesser und einer Höhe von 40 mm nimmt er nur wenig Platz ein, mit 330 g fällt er zudem nicht zu schwer aus. Die Anschlüsse und Tasten sind auf der Ober- und Unterseite platziert und auf ersterer Teil des Designs. Denn das markante „+“und „-“ – in allen Farbvarianten in einem Kontrastton gehalten – dient zur Regulierung der Lautstärke. Die Tasten zum Ein- und Ausschalten sowie zur Einleitung der Bluetooth-Kopplung sind hingegen eher schlicht gehalten, integrierte LEDs informieren über den jeweiligen Status. Durch eine Gummiklappe geschützt sind der Micro-USB-Port sowie die Audio-Buchse. Beim Material setzt man auf einen Mix aus Kunststoff und Gummi, die Haptik ist in beiden Fällen überzeugend. Gleiches gilt für die Verarbeitung, die keinerlei Anlass für Kritik bietet.

Auffallend: Die Lautstärke-Tasten sind Bestandteil des Designs
Auffallend: Die Lautstärke-Tasten sind Bestandteil des Designs

Die Logitech-Tochter selbst bezeichnet die UE Roll als Begleiter für alle Lebenslagen. Sowohl im Garten als auch im Strand, Schwimmbad oder beim Klettern soll der Lautsprecher für musikalische Unterhaltung sorgen. Wie robust das Gehäuse tatsächlich ist, bleibt mangels entsprechender technischer Daten unklar, mehr aushalten als die meisten Konkurrenten dürfte es jedoch auf alle Fälle. Als praktisch erweist sich das fest mit dem Gerät verbundene Gummiband, mit dessen Hilfe sich die UE Roll mit den verschiedensten Gegenständen verbinden lässt – beim Wandern beispielsweise am Rucksack oder Gürtel, beim Camping beispielsweise an der Zeltschnur.

Doch die flache Box soll nicht nur vielseitig nutzbar sein, sondern auch klanglich überzeugen. Dafür stehen ein 2-Zoll-Breitbänder sowie zwei Hochtöner mit 0,7 Zoll bereit, die insgesamt einen Frequenzbereich von 108 Hz bis 20 kHz abdecken, einen maximalen Schalldruckpegel von 85 dB(A) erreichen und – falls flach auf der Rückseite liegend – 360 ° abstrahlen sollen; im Test wurden rund 90 dB(A) bei einer Entfernung von einem Meter gemessen.

Das Gummiband ermöglicht zahlreiche Arten der Befestigung
Das Gummiband ermöglicht zahlreiche Arten der Befestigung

Rein subjektiv produziert die UE Roll einen angesichts der Größe guten Klang. Hohe, mittlere und tiefe Frequenzen sind gut unterscheidbar, auch wenn letztere zu kurz kommen. Mit Einbußen muss man leben, wenn die Lautstärke auf mehr als 50 % erhöht wird. Denn dann nehmen nicht nur vor allem die Bässe ab, es kommt außerdem zu nicht überhörbaren Verzerrungen, die mit zunehmender Lautstärke immer präsenter werden. Allerdings wird bereits bei mittlerer Einstellung ein Pegel erreicht, bei dem selbst größere Gärten voll beschallt werden.

Dabei dürfte dem Lautsprecher aber auch denn nicht die Energie ausgehen, wenn die Party etwas länger dauert. Versprochen wird eine Laufzeit von neun Stunden bei mittlerer Lautstärke, im Test konnten mit einer Ladung rund acht Stunden erreicht werden. Zur genauen Kapazität des Akkus gibt es keine Daten, im Zweifelsfall lässt sich die Box aber auch mit angeschlossenem Ladegerät betreiben. Dann geht jedoch der Schutz vor Wasser verloren.

Blick in die App, die unter anderem einen Wecker und einen Equalizer bietet
Blick in die App, die unter anderem einen Wecker und einen Equalizer bietet

Die Bedienung des Lautsprechers gibt keine Rätsel auf: Einschalten, bei Bedarf mit Smartphone, Tablet oder anderer Bluetooth-Quelle paaren und die Musik starten. Die Lautstärke wird entweder an der Box oder der Quelle justiert, das Stoppen der Wiedergabe sowie das Vor- und Zurückspringen ist hingegen nur an letzterer möglich; entsprechende Tasten bietet die UE Roll nicht.

Wer die passende Applikation installiert, kann auf weitere Funktionen des Lautsprechers zurückgreifen. Dazu gehören eine Weckfunktion, die zur gewählten Uhrzeit mit dem gewählten Musikstück startet, ein rudimentärer Equalizer sowie die Möglichkeit, zwei UE-Lautsprecher gleichzeitig zu betreiben. Leider verschweigt die Software, dass hierfür nicht zwingend zwei identische Modelle benötigt werden – UE Roll und UE Megaboom arbeiteten ebenfalls problemlos zusammen. Kommen hingegen zwei gleiche Lautsprecher zum Einsatz, können der linke und rechte Stereo-Kanal je einer Box zugewiesen werden. Beherrscht das Smartphone oder Tablet Bluetooth Smart, kann die UE Roll per App auch ein- und ausgeschaltet werden.

Zu guter Letzt wird die Software für Updates zwingend vorausgesetzt. Von dieser Möglichkeit soll in Zukunft Gebrauch gemacht werden, um weitere Funktionen nachzurüsten.


UE Megaboom

Ein schon rein optisch ganz anderes Kaliber ist die UE Megaboom. Mit 226 mm in der Höhe, einem Durchmesser von 83 mm sowie einem Gewicht von 877 g ist der zylindrisch geformte Lautsprecher alles andere als ein permanenter Begleiter. Was nicht heißen soll, dass man ihn nicht auch mit ins Schwimmbad oder den Wochenendtrip nehmen kann. Denn auch hier wird dank IPX7-Zertifizierung der Schutz vor eindringendem Wasser versprochen, zudem ist das Gehäuse robust gestaltet. Dieses besteht wie auch die flache UE Roll aus Kunststoff und Gummi und auch hier sind die beiden Lautstärketasten Teil des Designs. Die weiteren Bedienelemente in Form von Ein/Ausschalter und Bluetooth-Taste befinden sich am oberen Ende des Zylinders, Micro-USB-Port und Audio-Buchse am unteren. Diese sind wie auch bei der UE Roll durch eine sehr haltbar wirkende Gummiklappe geschützt, die von einer Schraube gesichert wird. Entfernt man diese, kann ein handelsübliches Stativ zum Aufstellen des Lautsprechers genutzt werden.

Auch bei der UE Megaboom werden die bekannten Design-Elemente aufgegriffen
Auch bei der UE Megaboom werden die bekannten Design-Elemente aufgegriffen

Im Inneren kommen zwei 2-Zoll-Breitbandlautsprecher sowie zwei 2 x 4 Zoll große Spulen zur Unterstützung der Bässe zum Einsatz. Abgedeckt werden soll so ein Frequenzbereich von 65 Hz bis 20 kHz, den maximalen Schalldruckpegel gibt man mit 90 dB(A) an; im Test wurden in einer Entfernung von einem Meter rund 93 dB(A) erreicht. Ebenfalls im Gehäuse verbaut sind ein Bluetooth- und NFC-Modul, ein Mikrofon für den Einsatz der UE Megaboom als Freisprecheinrichtung sowie ein Akku mit 3.600 mAh. Die maximale Laufzeit wird mit 20 Stunden angegeben, im Test wurden bei 50 % der maximalen Lautstärke knapp 17 Stunden erreicht. Bei Verwendung des mitgelieferten Ladegeräts (maximal 18 W) soll der Akku nach nur 2,5 Stunden wieder voll geladen sein, benötigt wurden jedoch mitunter eine Stunde länger.

Pro und Contra liegen dicht beieinander: Das Standard-Gewinde gefällt, der tiefe USB-Port hingegen nicht
Pro und Contra liegen dicht beieinander: Das Standard-Gewinde gefällt, der tiefe USB-Port hingegen nicht

Aber auch zweite weitere Punkte fallen diesbezüglich negativ auf. Zum einen sitzt der Micro-USB-Port sehr tief, was die Verwendungen breiterer Stecker erschwert und teilweise auch unmöglich macht. Zum anderen kann der Lautsprecher beim Laden nicht im Stehen betrieben werden. Wer im Übrigen hinter „Akku kann ersetzt werden“ einen problemlosen Wechsel vermutet, liegt falsch. Denn gemeint ist damit lediglich die Möglichkeit, den Energiespeicher gegen Zahlung von knapp 50 Euro direkt beim Hersteller tauschen zu lassen.

Die Tasten für Standby und Bluetooth-Koppelung sind oben platziert, auf Wunsch erleichtert NFC die Einrichtung
Die Tasten für Standby und Bluetooth-Koppelung sind oben platziert, auf Wunsch erleichtert NFC die Einrichtung

Im Vergleich mit der UE Roll kann das größere Modell in puncto Klangqualität mehr Punkte sammeln, das größere Volumen ist ein klarer Vorteil. Dies gilt vor allem für die tiefen Frequenzen, die ausgeprägter sind und auch bei hohen Lautstärken erst spät verloren gehen. Aber auch Mitten und Höhen sind präsenter, zu leichten Verzerrungen kommt es erst spät. Der in der Applikation steuerbare Equalizer erlaubt im Vergleich zur UE Roll mehr Voreinstellungen, der Klang ist somit leichter an die eigenen Vorstellungen anpassbar. In allen anderen Punkten stimmt die Software mit der des flachen Schwestermodells überein. Als Freisprecheinrichtung sollte die UE Megaboom nur in Ausnahmefällen genutzt werden. Denn die Qualität der Gespräche leidet massiv darunter.

Fazit

Wer einen etwas robusteren Bluetooth-Lautsprecher sucht, kann zwischen einer Vielzahl an Modellen zwischen 10 und 1.000 Euro wählen, selbst das Setzen verschiedener Filter sorgt nicht zwangsläufig für ein übersichtlicheres Angebot. Um aus der Masse hervorzustechen, müssen sich die Hersteller also etwas einfallen lassen. In Bezug auf die UE Roll heißen diese Merkmale Design und Einsatzgebiet. Denn statt einfach nur auf Spritzwasserschutz und poppige Farben zu setzen, hat die Logitech-Tochter einen sehr robusten Lautsprecher geschaffen, der sowohl auf der WG-Party in der Küche als auch im Schwimmbad eine gute Figur abgibt. Ein Klangwunder darf man angesichts der Größe nicht erwarten, den Vergleich mit ähnlich dimensionierten Konkurrenten dürfte die Box aber häufig gewinnen. Einen größeren Schönheitsfehler gibt es aber: Es fehlen die Bedienelemente für die rudimentäre Steuerung der Wiedergabe. Positiv zu bewerten ist hingegen die passende Applikation, über die in Zukunft weitere Funktionen nachgereicht werden könnten.

Ungleiches Paar mit vielen Parallelen: Die UE Roll eignet sich für unterwegs, die UE Megaboom für die Gartenparty
Ungleiches Paar mit vielen Parallelen: Die UE Roll eignet sich für unterwegs, die UE Megaboom für die Gartenparty

Die letzten beiden Punkte gelten so uneingeschränkt auch für die UE Megaboom. Der Test zeigt, dass der Name Programm ist. Es wird eine überraschende Maximallautstärke erreicht, das Design ist je nach gewählter Farbvariante schlicht bis poppig und die Audio-Qualität dürfte im Segment der höherpreisigen Boxen mit IP-Zertifizierung mit zu den Besten gehören. Hinzu kommen die überdurchschnittliche Akkulaufzeit sowie die sehr gute Verarbeitung. Das integrierte Mikrofon ist lediglich ein Gimmick, die Berücksichtigung von NFC ein angenehmer Mehrwert bei der Inbetriebnahme.

Die Schwächen und Stärken sind ähnlich, eine Empfehlung verdient sich die größere der beiden Boxen
Die Schwächen und Stärken sind ähnlich, eine Empfehlung verdient sich die größere der beiden Boxen

Dass die jeweiligen Applikationen für die Nutzung aller Funktionen Pflicht sind, kann positiv und negativ bewertet werden. Zwar bleiben hier diejenigen außen vor, die weder Android noch iOS nutzen, allerdings bietet man allen anderen einen gewissen Mehrwert. Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass die Software übersichtlich gestaltet ist. Die Möglichkeit, auf diesem Wege zwei UE-Boxen mit einer Quelle zu bedienen ist praktisch – dürfte im Alltag aber eher die Ausnahme sein.

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Mit Preisen von 129 Euro für die UE Roll und 299 Euro für die UE Megaboom sind beide Bluetooth-Boxen alles andere als ein Schnäppchen. Aufgrund der Audio-Eigenschaften sowie der Nehmerqualität kann das größere der beiden Modelle aber allen, die etwas mehr für eine derartige Box ausgeben wollen, eindeutig empfohlen werden.

Positive Aspekte der UE Roll und UE Megaboom:

Negative Aspekte der UE Roll und UE Megaboom: