Seite 2: Praxiserfahrungen und Fazit

Praxiserfahrungen

In der Praxis kann sich genau dieser Punkt aber als Nachteil erweisen. Denn in unserem Test mit einem Nexus 4 wurde die Leuchtdiode beim korrekten Platzieren des Smartphones auf dem Elite CE700 verdeckt - das Ablesen des Status ist somit während des Ladevorgangs nicht möglich. Gleichzeitig fiel sehr schnell ein weiteres Problem auf. Ist die Lage der Empfangsspule nicht bekannt oder erkennbar, beispielsweise aufgrund einer nicht entfernbaren Rückseite, ist das richtige Ausrichten des Geräts zumindest in der Anfangszeit eine Geduldsprobe; die LED ist dabei nicht immer eine Hilfe, da Statusveränderungen zeitverzögert signalisiert werden.

Ist das zu ladende Gerät hingegen optimal ausgerichtet, sollte es möglichst nicht genutzt werden. Denn auch geringste Verschiebungen quittiert es mit einer Verringerung des Ladestroms. Abhilfe schafft hier ein Stück weit jedoch die Nutzung des Elite CE700 im Standmodus. Denn dann wirkt ein Gummielement rutschhemmend, liegend dient es als Schutz zwischen Tisch und Ladegerät. Leichte Kritik muss ADATA sich für die Platzierung der Sendespule gefallen lassen. Zwar fällt diese mit einem Durchmesser von 43 mm ausreichend groß aus, die Unterbringung im oberen Drittel des Ladegeräts ist jedoch nicht für alle Smartphones optimal. Ist die Empfangsspule - wie unter anderem im Nexus 4 - in der unteren Hälfte verbaut, wird unnötig Platz verschwendet; zudem ragt es im Standmodus deutlich über das Ladegerät hinaus. An der Platzierung des Micro-USB-Ports gibt es hingegen nichts auszusetzen, dieser ist auf der rechten Seite im unteren Bereich untergebracht.

Status-LED (oben links) und Sendespule (im Bereich des Qi-Logos) sind je nach Smartphone ungünstig platziert
Status-LED (oben links) und Sendespule (im Bereich des Qi-Logos) sind je nach Smartphone ungünstig platziert

Die entscheidende Frage stellt sich aber erst nach Aufbau und Positionierung: Wie schnell lädt das Gerät? Im Test haben wir hierfür einen USB-Adapter mit einer Ausgangsstärke von 2.100 mAh bei einer Spannung von 5 V, eine USB-3.0-Schnittstelle mit 900 mAh sowie ein USB-2.0-Port mit 500 mAh bei 5 V verwendet. Beim Laden per Kabel wurde der Akku dabei mit bis zu etwa 830 und 280 mAh geladen. Dass nicht die volle Stärke erreicht wird, liegt an einer bei vielen Android-Geräten vorhandenen Begrenzung sowie Einschränkungen in Hinblick auf die Verwendung von PC-USB-Anschlüssen.

ladestromstaerken

Deshalb wirbt ADATA nicht ohne Grund damit, dass das Laden per PC und Elite CE700 schneller erfolgen soll. Denn die Begrenzung tritt nur in Kraft, wenn der Akku über die Micro-USB-Schnittstelle geladen wird, nicht jedoch, wenn auf das drahtlose Laden zurückgegriffen wird. In diesem Fall limitiert jedoch die Ladestation mit ihrer Ausgangsstärke von 1.000 mAh. Im Gerät selbst kommt jedoch deutlich weniger an, denn an dieser Stelle tritt der Wirkungsgrad zutage. Fällt dieser bei der Übertragung per Kabel vergleichsweise hoch aus und ist somit im direkten Vergleich zu vernachlässigen, beträgt er beim Elite CE700 etwa 65 bis 70 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss: 30 bis 35 Prozent der Energie gehen „verloren“.

Das Resultat ist aber nicht nur eine längere Ladezeit, sondern auch eine höhere Stromrechnung - auch wenn man hier pro Monat nur von Cent-Beträgen sprechen kann. Konkret bleiben rund 600 mAh übrig - sowohl an USB 3.0 als auch an einem USB-Ladegerät mit 1.000 mAh Ausgangsstärke. Wird die Ladestation hingegen per USB 2.0 mit Strom versorgt, kommen im Smartphone gut 400 mAh an.

Fazit

Die Aussage, per Qi können ein Android-Smartphone am PC schneller geladen werden, stimmt unter bestimmten Voraussetzungen somit. Im Vergleich Laden per Steckdose und Laden per Induktion hat das Elite CE700 aber das Nachsehen. Denn selbst mit Ladestrombegrenzung - die im Übrigen auf verschiedenen Wegen umgangen werden kann - fallen die Ladezeiten im Schnitt ein Drittel kürzer aus. Allerdings gibt es Szenarien, in denen die Zeit, die das Smartphone am Ladegerät verbringt, eher unwichtig sind, beispielsweise in der Nacht. All diese Nachteile sind aber weniger dem ADATA Elite CE700 anzulasten, verantwortlich für diese sind die zugrunde liegende Technik sowie der Qi-Standard. Einzig die Wahl der Ausgangsstärke kann dem Hersteller angelastet werden, mit 1.000 mAh bewegt sich das Elite CE700 aber immerhin im Mittelfeld - nur wenige Modelle bieten hier mehr.

Abseits davon gibt es nur wenig zu kritisieren. Negativ aufgefallen sind lediglich die ungünstig platzierte Status-LED sowie Lage der Sendespule. Gut gefallen haben hingegen Verarbeitung und Materialwahl sowie die Möglichkeit, Smartphones sowohl stehend als auch liegend laden zu können.

ADATA Elite CE700: Gut, aber nicht für jeden zu empfehlen
ADATA Elite CE700: Gut, aber nicht für jeden zu empfehlen

Angesichts des Preises - die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei knapp 39 Euro und somit im mittleren Bereich, deutsche Händler listen das Modell noch nicht - sollte das Elite CE700 berücksichtigt werden, wenn der Kauf eines Qi-Ladegeräts ansteht. Uneingeschränkt empfohlen werden kann die Ladestation aufgrund der technischen Grundlagen jedoch nicht.

Positive Aspekte des ADATA Elite CE700:

  • stehend und liegend verwendbar
  • unter Umständen schnelleres Laden am PC

Negative Aspekte des ADATA Elite CE700:

  • technikbedingt langsameres Laden als per Kabel und Steckdose
  • Status-LED je nach Smartphone ungünstig platziert
  • Sendespule je nach Smartphone ungünstig platziert
  • Laden per Qi teuer als per Kabel