Seite 10: Fazit

Aluminium-Gehäuse, abgestimmtes Tastatur-Dock, Anschlussvielfalt, helles Super IPS+ Panel, Android 4.0 - das Transformer Prime ließ Anfang des Jahres kaum Wünsche offen. Mit dem Transformer Pad Infinity hat ASUS die letzten Schwachstellen in Angriff genommen. Ein Kunststoffstreifen löst die Empfangsprobleme, ein Full HD-Display ist die Antwort auf das Retina-Display im aktuellen iPad. Beide Maßnahmen sind gelungen. Empfangsprobleme konnten wir keine bemerken und das neue Display ist mit 1920 x 1080 Bildpunkten erkennbar schärfer.

Allerdings muss dieser Auflösungssprung durchaus kritisch hinterfragt werden. Ist es wirklich sinnvoll, auf einem 10,1-Zoll-Gerät die Auflösung darzustellen, die ansonsten auf großen TFT-Monitoren oder TV-Geräten genutzt wird - zumal damit mehr Rechenleistung benötigt wird und von einem steigenden Stromverbrauch auszugehen ist? Natürlich wird ein Tablet aus einem geringeren Abstand betrachtet als ein PC-Bildschirm oder gar ein Fernseher. Der direkte Vergleich mit einem Gerät, das "nur" 1280 x 800 Bildpunkte bietet, zeigt aber, dass diese klassische Tablet-Auflösung in aller Regel durchaus ausreichend ist. Auf den ersten Blick wird mancher die deutlich höhere Auflösung des Transformer Pad Infinity nur minimal bemerken. Vorteile sind am ehesten bei der gestochen scharfen Darstellung von Texten zu erkennen. 

Die von uns getestete Variante TF700KL hat neben dem hochauflösenden Display noch ein weiteres technisches Highlight an Bord. Dank LTE-Unterstützung kann man auch unterwegs mit hoher Datenrate auf das Internet zugreifen. Die Auswahl an verfügbaren LTE-Geräten ist immer noch sehr überschaubar. In unserem Preisvergleich werden praktisch nur zwei LTE-Tablets gelistet, das aktuelle iPad und das Transformer Pad TF300TL. Mit dem iPad kann LTE nur in den USA und nicht in Deutschland genutzt werden - es arbeitet dafür im falschen Frequenzbereich. Damit hat ASUS in Deutschland praktisch eine Monopolstellung. Wer ein LTE-Tablet will, muss entweder zum günstigeren TF300TL (ab 529 Euro ohne Tastaturdock) oder zum fast 300 Euro teurerem Flaggschiff TF700KL greifen. Zusätzlich zum hohen Tablet-Preis muss dann auch noch ein LTE-Tarif finanziert werden. Unter Umständen wird man leicht vor diesen Investitionen bewahrt, wenn man sich nach der Verfügbarkeit von LTE am eigenen Wohnort erkundigt -  die Netzabdeckung ist noch immer lückenhaft.

Anders als beim Transformer Prime ist ASUS beim Infinity nicht ganz so flink mit dem Update auf die jüngste Android-Version. Das Prime war eines der ersten ICS-Geräte, das Infinity muss noch auf Jelly Bean (Android 4.1) warten. Dabei würden wir uns vom Update erhoffen, dass es die gelegentlich auftauchenden Stotterer des Tablets behebt. Denn dieses sporadische Ruckeln ist der einzige gravierende Kritikpunkt, den wir feststellen mussten.

Mit der LTE-Variante des Transformer Pad Infinity lotet ASUS die Grenzen des technisch Möglichen aus. Sowohl mit dem Display als auch mit der LTE-Unterstützung kann sich das TF700KL vom typischen Android-Tablet absetzen. Dazu kommen die Pluspunkte, die wir auch schon beim Transformer Prime auflisten konnten. Insgesamt zeigt sich das ASUS Transformer Pad Infinity (TF700KL) als ein luxuriöses High-End-Tablet mit einer Ausstattung, die kaum Wünsche offen lässt - allerdings ist auch der Preis auf absolutem Luxus-Niveau. Wir haben schon dem Transformer Prime unseren Excellent-Hardware-Award verliehen und kommen nicht umhin, auch das ASUS Transformer Pad Infinity (TF700KL) auszuzeichnen.

alles

Positive Aspekte des Asus Transformer Pad Infinity (TF700KL):

  • schlankes und elegantes 10,1-Zoll-Tablet im edlen Aluminium-Gehäuse
  • abgestimmtes Tastatur-Dock verfügbar
  • Full-HD-Display, Super IPS+ Panel mit Gorilla Glas 2
  • micro-HDMI, Kartenleser (sowohl im Tablet als auch im Dock)
  • drahtlose Konnektivität mit LTE, WLAN (802.11 a/b/g/n) und Bluetooth
  • für Tablet-Verhältnisse sehr gute Kamera

Negative Aspekte des Asus Transformer Pad Infinity (TF700KL):

  • nur 16 GB Flash-Speicher, Qualcomm-Prozessor liefert etwas durchwachsene Benchmark-Ergebnisse
  • Update auf Android 4.1 steht noch aus
  • bauartbedingte Abstriche bei der Tastatur, weniger handschmeichelnd als mancher Konkurrent