Test: TT eSports Shock Spin Headset

Veröffentlicht am: von

Tt eSports Shock Spin HeadsetMit dem Brand TT eSports hat der US-amerikanische Hersteller Thermaltake seit einiger Zeit eine Marke mit dem Fokus auf Gaming-Equipment im Programm. Mit Mäusen, Tastaturen aber auch Headsets möchte man im hart umkämpften Markt Fuß fassen und sich gegen die Konkurrenz behaupten. Auf der diesjährigen CeBIT der Öffentlichkeit gezeigt, hat nun das TT eSports Shock Spin Headset als neuer Ableger der Serie seinen Weg in unser Testlabor gefunden und muss sich einer umfassenden Leibesvisitation unterziehen.

Für knapp über 40 Euro ist der Preis im niedrigen Bereich angesiedelt, an der Ausstattung soll hingegen nicht gespart worden sein. So wirbt man auf der Verpackung unter Anderem mit 50 mm großen Neodym-Basstreibern. Neodym wird vorwiegend zur Herstellung starker Magnete verwendet, wie sie bei Lautsprechermembranen in Kombination mit einem Elektromagneten als Treiber fungieren. Ob dies auch tatsächlich eine Klangverbesserung mit sich bringt, wird sich noch zeigen.

An dieser Stelle ein Blick auf die technischen Daten.

Hersteller und Bezeichnung Tt eSports Shock Spin
Straßenpreis 40 Euro - Stand 15.06.2011 -
Homepage ttesports.de
Technische Daten Kopfhörer Lavalier
Typ dynamisch omnidirektional, kugelcharakteristik
Bauart offen und ohrumschließend Ansteckmikrofon, Lavalier
Übertragungsbereich 15 bis 20,000 Hertz
100 bis 10,000 Hertz
Nennimpedanz 32 Ohm
Schalldruckpegel 95 +/- 3 Dezibel
Rauschabstand
Gewicht 300 Gramm 10 Gramm
Anschluss 90 Zentimeter Kabel mit Polyester-Verkleidung (mit Verlängerung 290 Zentimeter), 3,5 Millimeter vergoldeter Stereo-Klinkenanschluss 320 Zentimeter Kabel mit Polyester-Verkleidung, 3,5 Millimeter vergoldeter Stereo-Klinkenanschluss
Material Kunststoff, Metall und Gummi Kunststoff

Wir bedanken uns bei Caseking für die Bereitstellung des Headsets.


tte_shockspin_04

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Das Tt eSports Shock Spin kommt in einer schwarz-roten Verpackung daher. Im Inneren befinden sich zum einen der Kopfhörer, das Lavalier-Mikrofon, eine Einheit zur Regelung der Lautstärke und die Gebrauchsanleitung und der Bescheid für die zweijährige Garantie.

tte_shockspin_05

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Der Kopfhörer besteht überwiegend aus weißem Plastik und einigen schwarzen Elementen wie den Ohrpolstern oder dem aufliegenden Kopfbügel, das Kabel ist mit weißem Gewebestoff umgeben und der Klinkenanschluss vergoldet. Über ein verstellbares System kann der Kopfhörer einen ausreichenden Anpressdruck aufbauen. Mitunter ist die Konstruktion aber auch aufgrund der verwendeten Plastikteile etwas instabil und bei schnelleren Bewegungen merkt man ein nicht unerhebliches Maß an Spiel zu den Seiten. Der Kopfhörer rutscht leicht hin und her und fühlt sich daher "schwammig" an, außerdem knarzt er dabei. Das Kopfband ist - trotz der Ummantelung aus Gummi - außerdem etwas hart geraten und kann nach längerer Zeit unangenehm drücken, die Ohrpolster fühlen sich partiell etwas kratzig an.

tte_shockspin_06

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Aufgrund der ohrumschließenden aber offenen Bauweise wird man nicht gänzlich von den Umgebungsgeräuschen isoliert und erhält noch genügend Feedback, was um einen herum passiert. Außerdem ist dank der Verwendung von Stoff statt Leder für die Ohrpolster ein Luftaustausch möglich, schwitzende Ohren gehören damit nicht "zum Lieferumfang".


tte_shockspin_09

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Die mitgelieferte Einheit zur Lautstärkeregelung wird in der Audiokette zwischen Kopfhörer und Soundkarte angeschlossen. Das analoge Signal wird aber nicht verstärkt, sondern lediglich leiser. Außerdem fungiert sie als Verlängerung für das mit 90 Zentimetern recht knapp bemessene Kopfhörerkabel, sodass dieses insgesamt 290 Zentimeter lang ist.

tte_shockspin_08

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Im Gegensatz zu herkömmlichen Headsets, deren Bügelmikrofone nur wenige Zentimeter vom Mund entfernt sind, ist das Mikrofon beim Tt eSports Shock Spin als externes Lavalier ausgeführt. Das ansteckbare Mikrofon ist ebenfalls in Weiß gehalten, verfügt über ein mit Gewebestoff geschütztes Kabel und die 3,5-Zoll große Klinke ist vergoldet. Mit einem kleinen am Kabel angebrachten Klettverschluss können die Kabel des Kopfhörers respektive des Mikrofons miteinander verbunden werden und schlackern nicht wild durch die Gegend.

Insgesamt sind Tragekomfort und Verarbeitung vielleicht nicht gerade referenzwürdig, für den Preis von 40 Euro aber verschmerzbar und im Rahmen. Wer hingegen regelmäßig an längeren Gaming-Sessions teilnimmt, kann sich nach besser verarbeiteten und vor allem bequemeren Alternative umsehen.


Für Audio-Reviews haben wir einen eigenständigen Testparcours zusammengestellt. Auch wenn das Testsystem für den Audioeindruck eine eher untergeordnete Rolle spielt, geben wir es der Vollständigkeit halber mit an.

Testsystem
Prozessor Intel Xeon W5590 3,33 GHz
Mainboard Asus P6X58D Premium
Arbeitsspeicher 3x 2GB Kingston ValueRAM DDR3-1333
Grafikkarte XFX Radeon HD 6870 1GB
Festplatte Super Talent Teradrive CT 120GB
Netzteil Corsair TX650
Gehäuse Lancool PC-K62 Dragonlord
Betriebssystem Windows 7 Ultimate 64bit

Natürlich benötigt man für die teils hochwertigen Kopfhörer auch eine entsprechend gute Audiokette, was nützt der beste Kopfhörer, wenn der Zuspieler eine mindere Qualität liefert? Um möglichst viele Einsatzszenarien abdecken zu können, setzten wir auf insgesamt drei vollkommen unterschiedlich abgestimmte Zuspieler beziehungsweise Audioketten.

M-Audio 2496

Bei der M-Audio 2496 handelt es sich um eine Soundkarte, die speziell für digitales Recording am PC entwickelt wurde. Charakteristisch ist die sehr lineare Wiedergabequalität, die nur von ungemein teureren HiFi-Soundkarten getoppt werden kann. Ihre stets neutrale und verzerrungsfreie Codierung ermöglicht die genaue Analyse des individuellen Klangbildes und verfälscht dieses nicht. Da die M-Audio nicht über einen integrierten Kopfhörerverstärker verfügt, müssen wir hier auf eine Adapterlösung zurückgreifen (Y-Kabel, Cinch auf 3,5 Millimeter Klinke). Für sehr hochohmige Kopfhörer ist die Soundkarte demnach nicht geeignet, da der maximale Lautstärkepegel zu gering ausfällt.

beyerdynamic_12_990_Pro

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Auzentech X-Fi Bravura 7.1

Diese Soundkarte von Auzentech konnte bereits in der Redaktion überzeugen und räumte den begehrten Excellent-Hardware-Award ab (zum Test). Besonderes Kennzeichen ist die sehr dynamische und direkte Wiedergabeart, das differenzierte Herauslösen einzelner Passagen besonders im Hochtonbereich und der tiefe wie präsente Bassbereich.

beyerdynamic_13_990_Pro

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Kenwood KR-720 Röhrenverstärker

Bei diesem Verstärker handelt es sich um ein Modell, das, statt mit Transistoren oder reiner Digitaltechnik, noch mit Elektronenröhren arbeitet. Unter HiFi-Puristen gilt diese Verstärkerart nach wie vor als Referenz im Bereich Akustik, da solche, entsprechende Lautsprecher oder Kopfhörer vorausgesetzt, ein zumeist harmonischeres Klangbild erzeugen können. Charakteristisch ist die relativ warme und gefühlvolle Wiedergabe. Als Zuspieler für das analoge Signal dient die M-Audio 2496 Soundkarte, die per Cinchkabel (Oehlbach Beat!) angeschlossen wird. Ihre lineare Abstimmung garantiert, dass das Klangbild nicht durch andere Faktoren verfälscht wird.

beyerdynamic_14_990_Pro

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Nach einer anfänglichen Einspielzeit werden die Kopfhörer an der M-Audio 2496 getestet, um den reinen und unverfälschten Klangcharakter analysieren zu können. Danach folgt ein Test an der X-Fi Bravura 7.1 und dem Kenwood KR-772. Als Audiomaterial kommen 192 kbit/s WMA-Files, CD-Aufnahmen und 320 kbit/s MP3-Dateien zum Einsatz, außerdem testen wir optional verschiedene "in-Game-Situationen". Zusätzlich testen wir den Klang auch mit dem integrierten Realtek ALC889 Audiodecoder des Mainboards.

Anmerkung: Die folgenden Analysen und geschilderten Klangeindrücke sind rein subjektiv und unterliegen keiner qualitativ repräsentativen Messung. Sämtliche digitalen wie analogen Verfahren zur vermeintlichen Soundaufbesserung sind während des Tests deaktiviert, außer dies ist gesondert angegeben.


Ob sich die Kombination aus Kopfhörer und Lavalier letztendlich auch in der Praxis bewähren kann und wie es um die Audioqualität des Tt eSports Shock Spin bestellt ist, wird sich jetzt zeigen. 

tte_shockspin_07

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht.

Klangcheck an der M-Audio 2496

An der linear agierenden Recording-Soundkarte zeigt der Tt eSports Shock Spin in Sachen Wiedergabequalität eher eine recht nüchterne Abstimmung, mitunter ist der Klang recht hohl und blechern. Außerdem ist kein wirklicher Tiefbass auszumachen, dafür wurde aber auch nicht versucht, diesen Umstand mit einer Anhebung des Kickbasses zu kaschieren. In Sachen Dynamik ist aufgrund der Abstimmung eher wenig zu vermelden, insbesondere Stimmen verlieren an Natürlichkeit und man vermisst die Wärme. Das Auflösungsvermögen ist für die Preisklasse recht gut, insgesamt aber recht konservativ.

Klangcheck an der Auzentech X-Fi Bravura 7.1  

Im Zusammenspiel mit der recht dynamisch abgestimmten Auzentech sind die unteren Frequenzen schon etwas präsenter und der Klang allgemein etwas wärmer, dafür fehlt es etwas an Feinzeichnung. Auch hier macht sich der hohle Klang recht schnell bemerkbar, insbesondere bei in-Game typischen Explosionen bleibt der Überraschungseffekt aus und der Knall wird nur recht gedämpft wiedergegeben.

Klangcheck am Kenwood KR-720 Röhrenverstärker

Am Röhrenverstärker fällt die Dynamik naturgemäß durch die recht warme Wiedergabe etwas höher aus und der Kickbass ist etwas präsenter wie insgesamt etwas weniger blechern, an den grundlegenden Charakteristiken ändert sich aber natürlich nichts. Ein ähnliches Verhalten zeigt der Kopfhörer außerdem am Audioausgang des Realtek ALC889 onboard-Sounddecoders.

Klangcheck des Lavalier-Mikrofons

Das Ansteckmikro haben wir in verschiedenen Szenarien näher unter die Lupe genommen, unter anderem im Teamspeak bei einer Runde Battlefield Bad Company 2 aber auch mit dem Windows-Audiorekorder und beim skypen. Dabei ist es von großer Bedeutung, in welcher Entfernung das Mikrofon zum Mund angebracht wird. Ist die Entfernung zu groß, wirkt die eigene Stimme recht hohl, dünn und etwas blechern. Man wird verstanden, mehr aber auch nicht. Auf kürzere Distanz ist der Sound hingegen wesentlich klarer und verständlicher, insgesamt wirkt alles etwas bassdominanter und damit wärmer. Bisweilen agiert das Mikro am Realtec ALC889 aber recht leise, hier empfiehlt sich gegebenenfalls eine nachträgliche Verstärkung um +10 oder +20 Dezibel mittels des Audiotreibers, im Zusammenspiel mit der Auzentech X-Fi Bravura 7.1 war das Lautstärkelevel durchweg ok.


Ist das TT eSports Shock Spin eine Empfehlung wert? Das klären wir jetzt im Fazit.

tte_shockspin_02

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Angefangen beim Lieferumfang vermisst man nichts, der mitgelieferte Lautstärkeregler erweist sich durchaus als nützlich und durch das damit (teil-) modulare Kabel kann die Länge recht gut an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Bei der Verarbeitung hätte Thermaltake hingegen gerne eine Schippe draufpacken können. Insbesondere das doch recht störende Knarzen wie auch der eher suboptimale Tragekomfort lassen bei langen Zockernächten nicht unbedingt Freude aufkommen.

In Sachen Klangqualität kann der Kopfhörer keine neuen Rekorde aufstellen, versucht dies aber auch nicht mit einem überzeichneten Kickbass oder nervigen Höhen zu übertönen und klingt nicht anstrengend. Das Mikrofon ist soweit in Ordnung, allerdings muss sehr auf die exakte Positionierung geachtet werden. 

Positive Aspekte des TT eSports Shock Spin

Negative Aspekte des TT eSports Shock Spin

Insgesamt macht man zu einem Preis von gegenwärtig 40 Euro mit der Kombination aus Lavalier und Kopfhörer nicht viel falsch. Allerdings sollte man sich überlegen, ob es nicht der ein oder andere Euro mehr sein könnte, um in Sachen Klangqualität und Tragekomfort eine Klasse aufzusteigen.

Weiterführende Links: