Test: HTC Legend - Durchschnitt oder doch legendär?

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htc_legend_teaser Durch die ständige Synchronisation aller Daten zwischen Notebook und Desktop-Computer kommt man heute kaum noch um ein Smartphone herum, das ebenso alle Daten unterwegs bereithält. Termine, Telefonnummern, E-Mails und vieles mehr sind dank mobiler Datendienste immer aktuell und pünktlich auf die Minute auf dem Handy und werden bei der geringsten Änderung mit den restlichen Geräten  abgeglichen - einen entsprechenden Tarif vorausgesetzt. Das veranlasst auch uns  - mit dem Hang zu aktueller und exklusiver Hardware - dazu, einen Blick auf den aktuell recht schnell expandierenden Markt zu werfen. Mit dem HTC Legend läuten wir deshalb heute unsere neue Riege der Mobiltelefonreviews ein.

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Mit dem Legend präsentiert der taiwanesische Hersteller HTC (High Tech Computer) ein Android-Mobiltelefon, das mit einigen Finessen aufwarten kann. So setzt man auf Design: Das Unibody-Gehäuse besteht aus Aluminium und wird mit einigen schwarzen Akzenten aufgefrischt - es erinnert etwas an Apple-Hardware, Ähnlichkeit zum iPhone ist jedoch nicht festzustellen. Zudem besitzt es den "Android-Knick" im unteren Bedienfeld und kann mit einem AMOLED-Display aufwarten. Was das Handy alles zu bieten hat und womit man als potentieller Käufer des Legends rechnen muss, wollen wir im folgenden Review klären.

Auf der nächsten Seite finden sich jedoch zunächst die Spezifikationen des Handys.


Aktuelle Handys haben einiges zu bieten. Um einen schnellen Überblick zu bekommen, wollen wir im Folgenden die Features des HTC Legend einmal auflisten:

Hersteller und
Bezeichnung
HTC
Legend

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Straßenpreis 396 € (ohne Branding)
342 € (mit Branding)
Homepage www.htc.com/de
Technische Daten
Prozessor 600 MHz (Qualcomm MSM7227)
Arbeitsspeicher 384 MB
Interner Speicher 512 MB
Speichererweiterung microSD-Speicherkarte mit bis zu 32-GB
Anschlüsse 3,5-mm-Klinke
Micro-USB-Anschluss (Datenübertragung, Ladefunktion)
Maße (LxBxH)
112 x 56,3 x 11,5 mm
Gewicht 126 g (inkl. Akku)
Display
Typ kapazitiver Touchscreen / AMOLED
Diagonale 8,1 cm (3,2-Zoll)
Auflösung 320 x 480 Pixel (HVGA)
Akku
Typ Lithium-Ionen-Akku
Kapazität 1300 mAh
Gesprächszeit
(Herstellerangaben)
WCDMA: bis zu 440 Minuten
GSM: bis zu 490 Minuten
Standbyzeit
(Herstellerangaben)
WCDMA: bis zu 560 Stunden
GSM: bis zu 440 Stunden
Ausstattung
Betriebssystem Android 2.1 (Éclair)
Mobile Datendienste HSPA/ WCDMA (3G, EDGE, GRPS)
Bluetooth 2.1 EDR
WLAN 802.11 b/g
GPS Assisted-GPS (durch Funkzellenlokalisation)
Kamera 5-Megapixel (Autofokus, Blitz, Geotagging, Videofunktion)
Sensoren G-Sensor
Digitaler Kompass
Näherungssensor
Umgebungslichtsensor

Besonderheiten Software-Erweiterung: HTC Sense (inkl. HTC-Applikationen und -Widgets)
Unibody-Gehäuse aus Aluminium
FM-Radio
Lieferumfang HTC Legend
USB-Ladegerät und -Verbindungskabel
8-GB MicroSD-Karte (darauf befindlich: PC-Synchronisationssoftware und Handbuch)
Kurzanleitung

Nicht aufgeführt sind die multimedialen Fähigkeiten des Telefons, da wir im Laufe des Tests noch einen genaueren Blick auf eben diese werfen werden. Doch nach dieser eher theoretischen Betrachtung folgen nun zunächst einige Impressionen.


Optik und Haptik sind maßgebende Faktoren für ein Mobiltelefon - fühlt es sich billig an oder klappert es schon bei der ersten Berührung, wird das Gerät automatisch mit Skepsis betrachtet. Doch diese braucht man beim HTC Legend nicht zu haben - fast makellos fügen sich Buttons und Display in das Unibody-Gehäuse aus Aluminium. Angenehm kühl, dient dieses bei längerer Benutzung als überdimensionale Kühlfläche. Die Haptik ist hier sehr gut - dank hochwertiger Materialien braucht sich das Legend nicht zu verstecken. Die Plastikabdeckungen für den Akku sowie rund um die Kamera schützen den Rücken vor Kratzern, wenn das Mobiltelefon auf einer Oberfläche abgelegt wird.

Die vier Tasten unterhalb des Displays schicken den Nutzer direkt zum Homescreen, ins Menü, zur zuletzt aufgerufenen Aktion oder aber ins Suchmenü. Von hinten beleuchtet, fügen sich die Tasten nahtlos ins Gesamtbild des Telefons ein. Einzig der optische Trackball, der mittig in der Aluschale sitzt, ist nicht perfekt zentriert. Dieses Problem scheinen laut Nutzerberichten aber viele der HTC-Handys zu haben. So steht manchmal eine Kante leicht hervor, was sich bei der Bedienung leider auch negativ bemerkbar macht.

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Am oberen Ende finden sich der Lautsprecher, ein Power-Schalter sowie ein 3,5-Millimeter-Klinke-Adapter für das mitgelieferte Headset oder aber die eigenen Kopfhörer. Unter der Hörmuschel prangt in silbernen Lettern das HTC-Logo - präsent, aber dennoch wenig aufdringlich. Auch hier ist die nahtlose Verarbeitung sehr gut zu erkennen, wobei sich zwischen den Rahmen und das Display gerne etwas Schmutz setzt. Am Ohr fühlt sich das Telefon leider nicht so angenehm an, was wohl an dem recht kantigen Äußeren liegt. Doch ist dies zum einen natürlich Geschmackssache und zum anderen für Wenigtelefonierer irrelevant.

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Wie von den meisten Handys gewohnt, findet sich im oberen Drittel der linken Seite eine Lautstärkewippe, die sowohl die Klingeltonlautstärke als auch - beim Abspielen von Medien - die Medienlautstärke regelt. Letztere wird demnach unabhängig von der Lautstärke des Telefonlautsprechers geregelt. Sämtliche Tasten sind sehr gut erreichbar und sinnvoll positioniert. Ebenso sind auch hier keine Verarbeitungsmängel erkenntlich.

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Die Unterseite hingegen bietet wenig Spannendes - lediglich ein Mikrofon und der Micro-USB-Anschluss finden hier Platz, in dem Akkudeckel ist zudem die Mobilfunkantenne untergebracht. Über diesen kann das Telefon sowohl über den mitgelieferten USB-Poweradapter als auch über den PC geladen werden. Dank des freien Betriebssystems sind auch der volle Zugriff auf die SD-Karte sowie Tethering per USB problemlos möglich.

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"Ein hübscher Rücken kann auch entzücken", so oder so ähnlich wird HTC gedacht haben, als man die Rückseite des HTC Legend entworfen hat. Die Kamera ist samt LED-Blitz mittig positioniert, das Akkufach inklusive SD- sowie SIM-Einschub über die schwarze Abdeckung am unteren Rand zu erreichen. Ein Manko: die SD-Karte kann ohne Entnahme des Akkus leider nicht getauscht werden. Dies sollte durch die Erweiterung auf bis zu 32-GB und den direkten Zugriff über das mitgelieferte USB-Kabel aber das kleinere Übel sein.

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Der erste Eindruck ist durchweg positiv - es gibt nur wenige Punkte, an denen man Kritik üben kann. Einzig die etwas unergonomische Ohrmuschelform könnte Vieltelefonierern zum Verhängnis werden. Auf der nächsten Seite wagen wir einen Blick auf die Features und das mitgelieferte Zubehör.

Neben dem Handy werden eine Kurzanleitung, ein USB-Kabel mit Ladegerät, ein Headset mit Fernbedienung sowie eine 8-GB-SD-Karte mitgeliefert. Damit bleiben fast keine Wünsche mehr offen. Zum Preis von mindestens 340 Euro hätte man jedoch noch eine Tasche oder zumindest ein Mikrofasertuch zur Reinigung des Handys beilegen können. Das Headset ist durchschnittlich, sollte man hier höhere Erwartungen haben, wird man leider enttäuscht. Dafür bietet es eine Kabelfernbedienung mit Medienkontrolle.

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Zuerst fällt natürlich das Display ins Auge - es spielt zwar mit einer Größe von 3,2-Zoll nicht in der Spitzenliga, kann dafür aber durch die AMOLED-Technologie mit satten Farben überzeugen. Der Touchscreen ist sehr akkurat und gibt - auf Wunsch - haptisches Feedback in Form von Vibration bei erfolgreicher Eingabe über die Bildschirmtastatur. Diese ist übrigens ausreichend dimensioniert und lässt sich auch mit größeren Fingern gut bedienen. Für Sonderzeichen verweilt man einfach auf einem Buchstaben und bekommt dann eine Reihe akzentuierter Buchstaben oder eben ein entsprechendes Sonderzeichen, ohne erst in ein anderes Tastaturmenü wechseln zu müssen.

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Das Handy strotzt nur so vor Funktionen: HSPA, WLAN, GPS, Bluetooth und verschiedenste Sensoren lassen das Handy zu einem Multitalent werden, wobei das WLAN in unserem Test des Öfteren mit Empfangsproblemen zu kämpfen hatte. Internetberichte bestätigen diese Probleme, ob ein Softwareupdate Abhilfe schafft, ist nicht bekannt. Dank der Anpassbarkeit des Betriebssystem (Android 2.1) lässt sich über die Aktivität der Funktionen frei und einfach entscheiden. Für ein noch besseres Erlebnis bringt HTC die Sense-Oberfläche, den Nachfolger des TouchFLO aus Windows-Mobile, auf die Android-Plattform. Wird sie in Fachkreisen oft als beste Android-Oberfläche gelobt, behalten wir uns vor, dem Nutzer einen eigenen Einblick zu ermöglichen. Im späteren Verlauf werden wir ein Video des Handys in Aktion zeigen. Weiterhin bietet das Handy eine 5-Megapixel-Kamera, die neben Fotos auch Videos aufnehmen kann.

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Um diese Featurevielfalt zu stemmen setzt der Hersteller auf einen 600-MHz-Qualcomm-Prozessor sowie 384-MB Arbeitsspeicher. Android-Kenner werden merken, dass dies relativ geringe Spezifikationen für ein solches Handy sind. Man könnte befürchten, dass das Handy Probleme mit der flüssigen Darstellung von Animationen und z.B. Videos hat. Dass dem nicht so ist, wird im späteren Verlauf geklärt.

Auf den nachfolgenden Seiten werden wir sämtliche Features näher betrachten. Zudem werfen wir einen Blick auf das Android-Betriebssystem in Kombination mit der HTC-Oberfläche.


Android hat seit der Veröffentlichung Anfang 2009 viele Versionen hervorgebracht, wobei vor wenigen Tagen die Version 2.2 freigegeben worden ist. Auf HTCs Legend war bis zum Redaktionsschluss jedoch noch die Version 2.1 vorinstalliert, auf Basis derer sämtliche Tests durchgeführt wurden. Die Updates werden Over-the-Air (OTA) direkt vom Handy heruntergeladen und können danach installiert werden. Dabei kann man entscheiden, ob der Downloadvorgang nur per WLAN oder ebenso per UMTS möglich sein soll. Das Handy benachrichtigt den Nutzer dann über die etwaige Fertigstellung des Downloads. Nutzt man ein gebrandetes Handy (z.B. Vodafone, T-Mobile o.ä.), muss man auf die Aktualisierung seitens des Mobilfunkproviders warten, wenn man die OTA-Funktion nutzen will.

Dass man mit der Version 2.1 (Codename "Éclair") noch immer gut fährt, zeigen die Neuerungen der Version 2.2 (Codename "Froyo"). Im Wesentlichen hat man einen neuen Kernel eingesetzt, der weniger Arbeitsspeicher verbrauchen soll. Die Geschwindigkeit wurde auf vielen Geräten drastisch erhöht. Weiterhin kommen die Unterstützung für Flash 10.1, das Abspeichern von Apps auf der SD-Karte sowie Tethering per WLAN hinzu. Da man noch 2010 von einem Systemupdate für das Legend ausgehen kann und die Arbeitsgeschwindigkeit mit Android 2.1 definitiv ausreichend ist, sollte man sich hier eher entspannt zurücklehnen und die Zeit nutzen, um sich mit dem System vertraut zu machen. Standardaktionen wie z.B. Copy und Paste werden von Haus aus unterstützt.

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Android ist Homescreen-basiert, bietet dem Nutzer also mehrere Desktops auf denen er Applikationen ablegen kann. Anders als bei Konkurrent Apple unterstützt man schon jetzt die Kategorisierung in Ordner und Hintergrundbilder, die je nach Handytyp sogar beweglich sein können. Ebenso können verschiedenste Widgets auf den Screens abgelegt werden, die Aktienkurse, Termine, das Wetter oder neue E-Mail-Nachrichten anzeigen. Android liefert schon einige Widgets mit, HTC stockt diese aber bei den eigenen Geräten durch weitere kleine Helfer auf. Wem das nicht reicht, der kann über den Marketplace immer neue Widgets laden und diese auf den Screens positionieren.

Die Positionierung erfolgt denkbar einfach per Drag-and-Drop, muss aber für jede Aktion neu aktiviert werden - unserer Meinung nach ein etwas lästiges Prozedere. Hat man die Wunschkonfiguration gefunden, lässt sich diese als "Szene" abspeichern, sodass man gefahrlos Bilder und Positionierungen ändern kann und mit einem Tastendruck wieder bei seiner alten Konfiguration landet.

Hinter den Homescreens befindet sich ein Menü, in dem sämtliche Applikationen alphabetisch aufgelistet sind. Unter anderem finden sich dort auch die Einstellungen, die - wie in der Galerie zu sehen ist - tiefgreifende Änderungen und Anpassungen ermöglichen. So wird dem Nutzer nicht vorgeschrieben, welche Klingel- oder SMS-Töne er nutzen darf. Ebenso lassen sich z.B. neue Bildschirmtastaturen installieren. Das freie System ist vollkommen anpassbar - ein Eldorado für Bastler und Tüftler. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist trotz des durchschnittlichen Prozessors sehr hoch, Applikationen öffnen schnell und das Multitasking durch einen langen Druck auf den Homebutton funktioniert ohne Probleme. Ein Doppelklick auf diese Taste beschert die Übersicht aller Homescreens und damit die äußerst schnelle Navigation zwischen diesen.

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Der Erfolg des Systems ist nicht zuletzt dem Android-Market zu verdanken. Dieser bietet laut "Androidlib.com" rund 70.000 Applikationen, wobei 14.000 davon alleine im letzten Monat hinzugekommen sind und 60 Prozent kostenlos angeboten werden. Das System wächst rasant, es wurde aber angekündigt, die Updateintervalle des Systems etwas zu drosseln. In rund 1,5 Jahren sind sechs Versionen herausgekommen - rund 50 Prozent der Nutzer hängen noch auf den Versionen 1.5 bzw 1.6. Dies soll durch ein jährliches, großes Update behoben werden, so Entwickler-Chef Andy Rubin.

Insgesamt gefällt uns das Android-System recht gut. Zwar ist es nicht "Out-of-the-Box" so gestriegelt wie Apples iOS, bietet dem gewillten Nutzer dafür aber fast alles, was man sich vorstellen kann. Besitzt man dann noch Programmierkenntnisse, sind den eigenen Wünschen eigentlich keine Grenzen mehr gesetzt. Das SDK ist frei erhältlich.


Im folgenden Abschnitt wollen wir auf die Konnektivität des Handys eingehen. So sind die verschiedenen Schnittstellen zur Außenwelt durch das mobile Internet deutlich erweitert worden. Doch was kann das HTC Legend uns in diesem Fall bieten? Wir wollen die Bereiche "Schnittstellen", "Browsing", "Syncing" und "Messaging" einmal näher betrachten.

Schnittstellen:

Neben dem Micro-USB-Stecker und der 3,5-mm-Klinke-Buchse bietet das Handy noch weitere Schnittstellen in Form der drahtlosen Übertragung. So ist durch HSPA-Anbindung ein Down- und Upstream von 7,2 bzw. 2 MBit/s möglich, das volle HSUPA kommt hier nicht zum Einsatz. Einen entsprechenden Mobilfunkvertrag vorausgesetzt, lässt sich mit dem Handy per USB auch tethern und somit theoretisch eine DSL-Geschwindigkeit in Parks und Zügen erreichen. In der Realität sieht die Netzabdeckung natürlich anders aus und bietet oftmals einen kompletten Ausbau nur in Ballungsgebieten. Doch dank verbautem WLAN in b/g-Standard lassen sich z.B. Hotspots oder das heimische WLAN zum gemütlichen Surfen nutzen.

Bluetooth 2.1-EDR verbindet das Handy mit weiteren Geräten und bietet unter anderem Profile für A2DP und Object Push. Durch Assisted-GPS lassen sich Geocaching, Navigation und sonstige Dienste, die eine Ortsbestimmung benötigen, realisieren. Für das Wetterwidget reicht aber meist auch die Ortung per Mobilfunkmasten aus. Somit bietet das Smartphone alles, was man von einem aktuellen Telefon erwartet - erfahrungsgemäß ist die gleichzeitige Nutzung aller Dienste aber auch ein Akkukiller - dazu im späteren Verlauf mehr.

Browsing:

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Durch Touchscreens und große Bildschirme wird das mobile Browsen immer beliebter. Techniken wie Pinch-to-Zoom oder die verbauten Lagesensoren lassen das Surferlebnis aufleben. So lässt es sich mit dem mitgelieferten Android-Browser problemlos im Netz surfen, die automatische Anpassung des Textes bei nahem Heranzoomen funktioniert zuverlässig und mehrere Tabs bleiben auch während des Multitaskings geöffnet und geladen. Um zu den Tabs zu gelangen muss man sich bedauerlicherweise erst umständlich durch die Menüs hangeln, eine passende Geste gibt es dafür leider nicht. Trotzdem stellt der Browser dank seiner hohen Geschwindigkeit und der guten Anzeige von Texten ein passables Tor in das World-Wide-Web dar - Nutzern, denen das nicht ausreicht, finden eine große Auswahl an Alternativen im Market vor.

Syncing:

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Syncing ist eines der großen Themen des HTC Legend. Hier hat sich der Hersteller besonders viel Mühe gegeben. Die Synchronisation zwischen einem Googlemail-Account und Android-Handys ist ja schon seit den ersten Generationen möglich. HTC erweitert dies durch die Sense-Oberfläche um Synchronisationsmöglichkeiten mit Twitter, Flickr und Facebook. Es wird sogar angeboten, das Adressbuch von Facebook mit dem eigenen zu verbinden und bei der Auswahl einer Person immer auf dem aktuellsten Stand zu sein. In einem gesonderten Unterpunkt werden dann Twitter- und Flickr-Neuigkeiten angezeigt.

Die eigens hinzugefügten Applikationen funktionieren sehr gut. "FriendStream" fügt die Informationen aller Dienste in einem Widget zusammen, sodass man auf keinen Fall irgendwelche Neuerungen verpasst. Diese nahtlose Integration ist sicher für Nutzer der Dienste äußerst interessant, möchte man dies nicht, bemerkt man auch nur recht wenig von der Integration (außer leere Seiten). Weiterhin lässt sich das Handy auch gänzlich ohne Google per HTC Software z.B. mit Outlook synchronisieren.

Messaging:

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Nicht nur SMS und MMS beherrscht das Handy, auch E-Mails können jederzeit versendet werden. Das integrierte E-Mail-Programm ist okay, für mehrere Posteingänge jedoch etwas unübersichtlich. Ebenso unübersichtlich wird es, wenn man eine Ordnerstruktur hat. Benutzt man aber hauptsächlich den Posteingang, ist diese Applikation mehr als ausreichend. Ein passendes Widget zeigt auf dem Homescreen neue E-Mails und auch die Benachrichtigungsleiste am oberen Rand des Handys informiert über neu eingegangene E-Mails. Die Suchfunktion ist zuverlässig und findet meistens, wonach man sucht. Auch in diesem Bereich gibt es natürlich im Market genug Applikationen, die die Aufgabe mit noch mehr Funktionen und vielleicht auch einem für den Anwender angenehmeren Layout verbindet. Alle mitgelieferten Messaging-Apps bieten die Möglichkeit, eine Quertastatur zum beidhändigen Schreiben zu nutzen.

Auf der nächsten Seite wollen wir uns auf das "neue Standbein" der Mobiltelefone konzentrieren. Apps und Multimedia folgen nun.


Apps werden immer wichtiger in der Smartphone-Welt - sie verbessern nicht nur das Erlebnis mit dem Smartphone sondern bringen oftmals auch neue, praktische Funktionen auf das Telefon. Gerade die Android-basierten Smartphones profitieren durch Modifikationen am System von neuen, sich in das System integrierenden Features. Aber auch der Multimediapart wird immer wichtiger. Fotos, Videos, Musik - alles überall und immer mit dabei.

Applikationen:

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"Apps" - dieser Begriff wurde durch Apple und das iPhone geprägt und findet sich nun im Smartphonesektor an fast jeder Ecke wieder. Neben den Standard-Android-Applikationen hat HTC einige eigene Programme auf das Handy aufgespielt. Neben einer Twitter- und Facebook-Anbindung verknüpft "FriendStream" alle angemeldeten sozialen Netzwerke und zeigt so an einem zentralen Ort die neuesten Infos von Freunden und Kollegen. Um den Funktionsumfang zu erweitern, kommt auch Android mit einem Store - hier Market genannt.

Rund 70.000 Applikationen finden sich dort, 60 % sind aktuell kostenlos - die Anzahl ist stetig steigend. Viele Seiten im Internet bieten eine gute Übersicht über aktuelle Apps oder Dauerbrenner. Per QR-Code, der von den entsprechenden Communities exzessiv genutzt wird, lässt sich jede App schnell und unkompliziert auf das Android-Handy holen. Doch damit nicht genug - per SD-Karte oder direktem Download lassen sich auch Applikationen, die nicht im Market erhältlich sind, direkt auf dem Handy installieren. Das ist z.B. der Fall, wenn die Entwickler mit der Bindung an einen Google-Account zur Nutzung des Markets nicht einverstanden sind oder man das Google-Bezahlsystem "Checkout" umgehen will, welches ausschließlich mit Kreditkarten zu nutzen ist.

Multimedia:

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Fangen wir zuerst mit der Kritik an - egal, wie gut die Multimediafunktionen sein mögen. Der verbaute Lautsprecher ist für ein Handy dieser Klasse unter dem üblichen Niveau. Er reicht für die Wiedergabe von Statussounds und Klingeltönen, keineswegs aber für Musik oder gar Videos. Hier sollte HTC dringend nachbessern und sich in der nächsten Generation mehr Mühe geben.

Bei den Audioformaten werden alle wichtigen unterstützt - DRM geschützte Dateien spielt das Handy aber nicht ab. Der mitgelieferte Audio-Player ist gut, aber nicht überragend. Bei den Videoformaten knickt das Gerät jedoch etwas ein - .mp4, .wmv, .3gp und .3g2 sind nicht gerade die gängigsten Videoformate, die sich auf dem PC finden. Umwandeln wird hier wohl an der Tagesordnung sein. Möchte man ein Video abspielen, sucht man die mitgelieferte Video-App vergeblich - im Market wird man dafür aber schnell fündig.

Die Bilderapplikation zeigt sowohl im Hoch- als auch Querformat alle gängigen Bilddateien an. Pinch-to-Zoom und die Funktion, die Bilder auf verschiedenste Social-Networking-Plattformen zu laden, machen diese attraktiv für exzessive Online-Nutzer. Ebenso kann von dort auf Flickr- und Facebook-Galerien bzw. direkt auf die Kamera zugegriffen werden.

Wiedergabeformate:
Audio .aac, .amr, .ogg, .m4a, .mid, .mp3, .wav, .wma
Video .3gp, .3g2, .mp4, .wmv, (H.263)
Foto .jpg, .png, .gif, .bmp

Insgesamt sind die Multimediafunktionen des Handys eher beschränkt - man merkt, sowohl am recht bescheidenen Lautsprecher als auch an minimalistischen Video-Applikation, dass der Schwerpunkt des Handys definitiv nicht auf Multimedia ausgerichtet ist. Die ganzen Social-Networking-Anbindungen sind dagegen sehr gut ausgeführt. Wer also gerne einen Film unterwegs guckt oder viel Musik hört, sollte sich zunächst über Applikationen im Marktplatz informieren.


Die Kamera wird häufig als wichtiges Kriterium angegeben - dass es aber nicht möglich ist, eine extrem hochwertige Kamera zusammen mit allen anderen Features, die ein solches Smartphone bietet, in eine vergleichsweise kleine Hülle zu pressen, entgeht manchen. Um Schnappschüsse zu machen, reichen die meisten Kameras zwar aus, für hochwertige Fotos sind sie aber nicht geeignet. Doch auch bei Handykameras gibt es Gewinner und Verlierer. Die 5-MP-Kamera des Legends ist dank LED-Blitz und Kamerafunktion mit VGA-Auflösung auf dem Papier nicht unbedingt schlecht ausgestattet. Doch wie schlägt sie sich im Alltag? Alle Fotos wurden mit Standardeinstellungen geschossen, um mit anderen Probanden vergleichbar zu sein. Sicherlich lässt sich hier noch mehr rausholen, doch gerade in Schnappschusssituationen will man nicht minutenlang in den Menüs verbringen.

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Die Fotografie im Alltag macht dem Handy wenig Probleme - bei ausreichend Licht werden die Bilder okay. Der Autofokus funktioniert leider nicht immer wie gewünscht, weshalb man öfter einige unscharfe Motive aufnimmt. Insgesamt ist die Kamerafunktion jedoch als durchaus tauglich für Schnappschüsse zu betiteln.

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In der Dunkelheit ist die Kamera recht hilflos - schaltet man auf große Entfernungen den LED-Blitz ein, ist das Bild gänzlich verloren (siehe Originalbilder). Ein hohes Bildrauschen dominiert die Aufnahme - hier sollte Hersteller HTC noch einmal nachbessern, denn zum nachträglichen Ansehen sind diese Bilder teils selbst auf dem Handy nicht zu gebrauchen.

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Textaufnahmen, die unter Kunstlichteinstrahlung aufgenommen wurden, sind durchweg scharf und deutlich zu erkennen, die automatische Fokussierung hilft hier.

 

Das Video ist okay, aber nicht überragend. Um mit den selbst gedrehten Clips in die Geschichte einzugehen, reicht die Funktion definitiv nicht. Die VGA-Auflösung ist allemal für YouTube-Uploads ausreichend, wer hier Großes erwartet, wird leider enttäuscht. Andere Handys mit dem Schwerpunkt Fotografie und Video sind hier deutlich weiter, HD-Aufnahmen sowie akzeptable Nachtaufnahmen sind mit einem Handy möglich - das HTC Legend kann eher weniger überzeugen.

 

Die unangetasteten Bilder sowie das Video sind unter den folgenden Links zu finden:

Kommen wir nun zur Sprachqualität des Telefons.


Wer oft und viel telefoniert, wird sich an die unergonomische Hörmuschel gewöhnen müssen - doch die Sprachqualität ist noch weit wichtiger.

Sprachqualität:

Hier konnte das Handy überzeugen. Selbst bei mittelmäßigem Empfang war die Qualität immer noch mehr als zufriedenstellend. Auch das Gegenüber bestätigte keine Verzerrungen oder unklare Übertragung. Bei optimalem Empfang unter freiem Himmel, war die Sprachqualität sehr klar und deutlich. Noise-Cancelling durch ein zweites Mikrofon bietet das Handy jedoch nicht, sodass bei erhöhtem Lärmpegel die Stimme deutlich angehoben werden muss. Insgesamt ist die Übertragung aber überdurchschnittlich gut, ein zweites Mikrofon hätten wir uns nichtsdestotrotz bei einem Produkt dieser Preisklasse gewünscht. Wie schon im Multimediapart bemängelt, ist auch hier der Lautsprecher, der für die Freisprechfunktion genutzt wird, nicht wirklich zu nutzen. Man versteht das Gegenüber meistens nur, wenn es in der Umgebung ruhig ist.

Vor wenigen Tagen hat Google die Navigationsfunktion für Deutschland freigeschaltet, weshalb wir auf der nächsten Seite einen gesonderten Blick auf die Applikation werfen wollen.


Brandneu im D-A-CH-Gebiet ist die Google-Navigation. Diese erlaubt im Zusammenhang mit GPS eine Navigation auf Basis der Google-Maps-Applikation mit Wegbeschreibung, Sprachausgabe und verschiedenen Layern. Wer die aktuellste Google-Maps-Version auf dem Handy hat, kann automatisch über das Menü auf die Navigationsmöglichkeit zugreifen. Zunächst das Einführungsvideo von Google:

 

 

Hier wird sehr anschaulich gezeigt, zu was die Google-Applikation im Stande ist. Zwar ist der Dienst noch als Beta-Applikation gelistet, kann aber schon mit einigen Funktionen aufwarten. So kann durch ein Addon aus dem Market die Sprachsteuerung aktiviert werden - eine "handless" Navigation ist somit möglich. Die Karten werden direkt aus der Google-Maps-Applikation übernommen, eine Sprachausgabe wird per Computerstimme generiert. Diese ist nicht so natürlich wie bei TomTom oder Navigon, für eine kostenlose Version jedoch durchaus ausreichend und zu verstehen.

Es finden sich weitere Funktionen, die auch in "richtigen" Navis zu finden sind. Die Vermeidung von Autobahnen oder Mautstraßen ist möglich, eine Berechnung einer Alternativroute ebenso. Verschiedene Ansichten (Vogelperspektive, von oben, inklusive Satellitenbildern) sowie die Verkehrsanzeige lassen das Herz höher schlagen. Sobald StreetView in Deutschland offiziell verfügbar ist, wird diese Variante der Ansicht wohl auch hierzulande freigeschaltet. Dennoch fehlen noch Funktionen, wie das Einfügen von Zwischenzielen oder das Vorladen der Karten.

In unserem Test wurde die Navigation insgesamt gut ausgeführt, das GPS-Signal ist unter freiem Himmel in wenigen Sekunden erfolgreich gefunden. Die Sprachausgabe ist okay, die Navigation über rund 150 km fehlerfrei. Insgesamt können sich Android-Nutzer mit Datenflatrate über eine recht gut ausgestattete Navigationssoftware freuen, die keine Mehrkosten verursacht.


Akkulaufzeit:

Die Akkulaufzeit ist heutzutage das A und O. Seitdem Smartphones kleine Alleskönner sind, liegen die Laufzeiten bei rund 1-2 Tagen. Diese Zeit wird auch das Legend nicht übertrumpfen können, die genauen Zeiten sind dem Diagramm zu entnehmen.

akku

Die obige Tabelle spiegelt die vom Hersteller angegebenen Laufzeiten des Handys wieder. Zudem messen wir die typische Akkulaufzeit. Diese setzt sich aus einem simulierten Tag zusammen, wobei die automatische Displayhelligkeitsregelung aktiv ist. Für den Test deaktivieren wir keine mobilen Datendienste, E-Mails werden alle 15 Minuten abgerufen. Der Googlemail-Account, Wetter und Social-Networks belassen auf ihrer Voreinstellung, während GPS-Dienste gänzlich deaktiviert werden, WLAN wird nur bei Gebrauch aktiviert. Der simulierte Tag setzt sich in Folge dieser Ausgangssituation aus folgenden Aktivitäten zusammen:

sodass man auf eine Tagesnutzung von rund 1,5 Stunden kommt. In diesen 1,5 Stunden Aktivität verlor unser Testexemplar rund 25 Prozent der Akkuleistung - an einem gewöhnlichen Tag hat das Mobiltelefon also mehr als genug Reserven um - bei sparsamen Umgang - einen Tag länger durchzuhalten. Dass das Handy hier keine Spitzenleistungen bringt, war bei dem mitgelieferten Akku zu erwarten - es sollte aber hinlänglich bekannt sein, dass aktuelle Smartphones keine grandiosen Akkulaufzeiten mehr haben.

Quadrant-Benchmark:

quadrant

Der Quadrant-Benchmark ist exklusiv auf der Android-Plattform etabliert und misst die Systemperformance in Form von CPU, Speicher, I/O, 2D- und 3D-Grafikperformance. Die Referenzwerte der anderen Telefone dienen zum Vergleich und werden direkt von der Applikation bereitgestellt, eigene Werte werden wir in kommenden Tests nachreichen. Um die Benchmarks vergleichbar zu halten, wird dieser direkt nach einem Neustart des Telefons ausgeführt - im Hintergrund laufen nur die von Android bereitgestellten Prozesse.

Des Legend belegt hier mit 386 Punkten eher einen der hinteren Plätze, was nicht heißt, dass es in der Benutzung langsam ist. Trotz Multitasking und mehrerer offener Applikationen kann noch immer gut mit dem Handy agiert werden, sollten rechenintensive Operationen durchgeführt werden, kann das Handy jedoch schneller an seine Grenzen stoßen, als andere Geräte. Mit dem Release von Android 2.2 für die HTC-Reihe wird es auch für das Legend höchstwahrscheinlich noch einen Performance-Sprung geben.

Performance:

performance

Plattformübergreifend können Apps wie Facebook, YouTube, Google Maps und der Opera-Mini-Browser die Performance anzeigen, unser Diagramm zeigt die Zeit in Sekunden. Natürlich werden die Applikationen auf verschiedenen Plattformen verschieden umgesetzt, trotzdem lässt sich somit die absolute Arbeitsgeschwindigkeit ganz gut wiedergeben. Damit Fehlmessungen ausgeschlossen sind, bilden wir aus fünf Versuchen den geeigneten Mittelwert und beenden das Programm nach jeder Messung komplett.

Natürlich ist das HTC Legend hier deutlich schneller als das iPhone, dank Multitasking bleiben die Programme im Hintergrund geöffnet. Die oben angegebenen Zeiten beziehen sich deshalb bei unserem Testprobanden auf den ersten Start, jeder Versuch danach wird mit einer Zeit von rund einer Sekunde quittiert - das iPhone braucht bei jedem Start einer Applikation die oben angegebene Zeit. Mit Sicherheit werden die Google-Apps auf dem Android-System optimiert sein, dennoch sieht man auch bei Android-fernen Applikationen wie Facebook und Opera-Mini den Geschwindigkeitszuwachs deutlich. Die Multitasking-Funktion macht das Warten beim zweiten Start dann überflüssig.

 

Internetgeschwindigkeit:

internetvgl

Die Tests wurden je fünf Mal wiederholt, um Fehlmessungen und Schwankungen auszuschließen. Nach jedem Test wurde der jeweilige Standard-Browser vollständig geschlossen und Cache, Cookies sowie der Verlauf wurden geleert. Auch hier ist zu sehen, dass das HTC Legend das schon etwas betagte iPhone 3G deutlich abhängt. Während das iPhone 3G bei kleineren Aufrufen noch einigermaßen mithalten kann, muss es sich bei inhaltsstarken Seiten deutlich geschlagen geben. Mit teilweise mehr als doppelt so langen Ladezeiten ist das - natürlich auch aktuellere - HTC hier deutlich auf der Siegerposition. Doch auch im WLAN-Browsing - wo die Bandbreite nicht limitiert - ist noch immer ein Unterschied auszumachen.


Einige Besonderheiten hat jedes Smartphone - Alleinstellungsmerkmale sollen den Kunden zum Kauf bewegen. Oft haben verschiedene Smartphones ähnliche "Alleinstellungsmerkmale". Drei dieser Besonderheiten wollen wir hier einmal näher betrachten:

HTC Sense mit Applikationen und Widgets

Sense ist eine von HTC entwickelte Oberfläche für mobile Betriebssysteme, die das Navigieren noch einfacher machen soll. Sie ist auf HTC-Smartphones vorinstalliert, sodass es keiner weiteren Einrichtung bedarf. Beim Legend fügt sich die HTC-Oberfläche nahtlos ins System ein, sodass man meinem könnte, es müsse so sein. Keinerlei Unstimmigkeiten sind hier zu erkennen - die Darstellung ist flüssig und dank der neu entworfenen Designelemente bekommt das Android-System einen etwas edleren Touch. Auch die dazu mitgelieferten Applikationen und Widgets fügen sich deutlich besser in die Oberfläche ein, als man es von den Android-Widgets gewohnt ist. Die Verknüpfung mit Facebook, Twitter und Flickr ist gut umgesetzt und auch für Nicht-User wenig störend. Gefühlt profitiert man von der neuen Oberfläche, wobei dies natürlich Geschmackssache ist. Bei Nichtgefallen lässt sie sich über den "Anwendungen verwalten"-Eintrag in den Einstellungen der Anwendungen deaktivieren.

In Fachkreisen wird die Sense-Oberfläche oft als "beste" Android-Oberfläche gehandelt - auch wir finden, dass diese Oberfläche dem Handy das gewisse Etwas gibt. Hier hat der Hersteller seine Hausaufgaben gemacht und sinnvolle Erweiterungen angeboten. Wünschenswert wären weitere Widgets im Stil der Mitgelieferten.

Unibody-Gehäuse

Als Apple mit den ersten Unibody-Macbooks auf den Markt kam, herrschte allgemeine Begeisterung. Nun zieht die Technik auch bei anderen Herstellern in die Produkte ein. Das HTC Legend ist eines der ersten Handys des Herstellers, die eine Aluminiumhülle aus einem Stück spendiert bekommen. Definitiv kann man mit diesem Designelement punkten, denn kaum ein anderes Handy aus der HTC-Riege sieht so schick und elegant aus. In unserem Test war die Oberfläche nur schwer zu verschmutzen, dafür umso leichter wieder zu reinigen. Wie sich die Oberfläche hingegen zu Kratzern verhält, konnten wir in der kurzen Zeit der Benutzung nicht feststellen.

AMOLED-Display

AMOLED ist eine von Samsung geprägte Technik, die besonders satte Farben hervorbringen soll. Diese Technik wird mittlerweile viel neuen Handys verbaut und kann auch im Legend überzeugen. Die Weiterentwicklung "Super-AMOLED", die im Samsung S8500 Wave zu finden ist, kann noch bessere Ergebnisse erzielen. Doch auch hier ist das Display - trotz seiner recht geringen Auflösung von 320 x 480 Pixeln - bemerkenswert gut. Einzig kleinere Texte wirken etwas verschwommen, dank der automatischen Textanpassung sollte ein Hineinzoomen aber kein Problem darstellen.

Um einen weiteren Eindruck des Betriebssystems zu bekommen, zeigen wir auf der nächsten Seite ein Video.


Natürlich wollen wir auch darauf achten, dass das Betriebssystem mit allen Features flüssig dargestellt werden kann - um dies nicht nur in Textform zu bestätigen, zeigt das nachfolgende Video einen Rundgang durch die Software:

 

Auf der nächsten Seite wollen wir ein Fazit ziehen.


Insgesamt hat uns das HTC Legend sehr gut gefallen - die Performance war mehr als ausreichend, dürfte mit der Bereitstellung von Android 2.2 aber nochmals deutlich anziehen. Bis dahin macht das Handy dank seiner Größe und den Social-Networking-Plattformen aber noch immer einen sehr guten Job. Die Akkulaufzeit ist bei gehäufter Nutzung auf rund einen Tag abzuschätzen - für aktuelle Smartphones keine Seltenheit, wobei es auch hier Ausnahmen gibt. Gestört haben uns der schwache WLAN-Empfang und der minderwertige Lautsprecher. Überzeugen konnten uns hingegen das Unibody-Gehäuse sowie das AMOLED-Display. Die kostenlose Google Navigation für Android-Handys ist nicht perfekt, bildet aber einen guten Anfang. Mit Software-Branding ist das Handy ab rund 340 Euro erhältlich, der große Bruder - das HTC Desire - geht für rund 60 Euro mehr über den Tisch.

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Dort muss abgewägt werden, ob man für etwas mehr Geld auf ein Unibody-Alu-Gehäuse verzichtet und dafür die potentere Hardware inklusive eines größeren Displays haben möchte oder ob man eher auf Lifestyle und das portablere Handy setzen möchte. Insgesamt ist das HTC Legend jedoch eine Empfehlung wert.

Positive Aspekte des HTC Legend:

  • hochwertige Verarbeitung (Unibody-Gehäuse)
  • handliche Größe
  • AMOLED-Display
  • Android-Betriebssystem (und damit kostenlose Google Navigation)

Negative Aspekte des HTC Legend:

  • mittelmäßiges Headset, minderwertiger Lautsprecher, geringe Multimediafunktionen
  • Kamera nur bei guten Bedingungen zu gebrauchen
  • teils schwacher WLAN-Empfang

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