Apple Time Capsule - bequeme Backups

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logoVon den meisten Benutzern sehr stiefmütterlich behandelt wird das Thema "Backup". Das oft leidige Thema wird so lange vor sich her geschoben, bis der tragische Fall eintritt, dass ein Backup benötigt würde, aber nicht vorhanden ist. Apple will diesem Umstand mit der Time Capsule entgegenwirken. Diese wurde bereits Anfang 2008 vorgestellt, vor einigen Wochen aber sowohl in Größe als auch Geschwindigkeit optimiert. Wir haben uns das aktuelle Modell etwas genauer angeschaut und wollen neben den üblichen Messwerten auch etwas auf die Einrichtung sowie den weiteren Funktionsumfang eingehen.

Vielen Dank an dieser Stelle an das Team von Apple, das uns eine Time Capsule zur Verfügung stellte.

Apple Time Capsule
Preis 269 Euro / 449 Euro
Kapazität 1 TB / 2 TB
Funkprotokolle IEEE 802.11a/b/g/n
Frequenzbänder 2,4 GHz und 5 GHz gleichzeitig
Sicherheit WEB/WPA/WPA2
Schnittstellen 1x Gigabit-Ethernet-WAN
3x Gigabit-Ethernet-LAN
1x USB-Anschluss für Drucker oder externe USB-Festplatte

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Die Time Capsule erlaubt eine drahtlose sowie kabelgebundene Datensicherung von allen Mac-OS-X-Leopard- oder Snow-Leopard-Systemen mithilfe der Time Machine. Nebenher ist sie auch ein WLAN-Access-Point sowie ein Internet-Router. Mit den Maßen von 197 mm in der Länge, 197 mm Breite und einer Höhe von 36,3 mm ist sie in etwa so groß wie ein Mac mini, aber nur halb so hoch. Sie steht auf einer Gummi-Matte, welche die Vibrationen der Festplatte minimieren soll. Das Gewicht liegt bei gut 1,5 kg. Die interne 3,5-Zoll-Festplatte dient entweder ausschließlich zur Datensicherung, kann aber auch als Netzwerklaufwerk verwendet werden. Mit einer 1 TB großen Festplatte kostet die Time Capsule 269 Euro. Für die doppelte Kapazität von 2 TB werden 449 Euro fällig. Beide Varianten sind über den Apple-Store zu beziehen.


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Auf der Front befindet sich nur eine LED, die mithilfe der Farben grün und orange den Betriebszustand der Time Capsule angibt. Die grüne LED steht dabei für den fehlerlosen Betrieb, während eine orange LED auf einen Fehler hinweist. Verschiedene Blink-Codes geben dabei noch weitere Details preis.

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Auf der Rückseite sind alle wichtigen Anschlüsse zu finden. Dies wären von links nach rechts: Stromversorgung, USB, 4x RJ45 sowie ein Kensington-Lock. Am USB-Anschluss kann entweder ein Drucker angeschlossen werden, der dann ebenso über das Netzwerk zur Verfügung steht wie die andere Alternative, ein USB-Laufwerk, auf welches zusätzlich per MobileMe-Anbindung auch noch von außerhalb zugegriffen werden kann.

Der erste RJ45-Anschluss auf der linken Seite dient primär als WAN-Anschluss, um die Internet-Verbindung im Netzwerk zu verteilen. Die weiteren drei Ethernet-Ports können dann von Endgeräten verwendet werden. Alle sind natürlich Gigabit-Ethernet-kompatibel.

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Hier noch eine Detailaufnahme der rückwärtigen Anschlüsse. An den RJ-45-Anschlüssen zeigt eine kleine grüne LED den korrekten Verbindungsstatus des Ethernet-Kabels an.


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Die überarbeitete Time Capsule wird vom Airport-Dienstprogramm, wie es in Mac OS X 10.6.1 enthalten ist, nicht erkannt. Auf der beiliegenden CD befindet es sich in Version 5.5. Weder über die Software-Aktualisierung, noch in den Support-Downloads ist die Version zu beziehen. Warum Apple das Airport-Dienstprogramm in der Version 5.5 nicht als Download anbietet, ist uns nicht ganz klar, zumal das Hantieren mit CDs und DVDs bei solch kleiner Software mehr als umständlich ist. Wir sind gespannt ob Apple mit Mac OS X 10.6.2 auf die Version 5.5 umsteigt oder weiter den umständlichen Weg wählt.

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Auf der Übersichts-Seite sind alle wichtigen Informationen zusammengefasst. Hier kann der Anwender direkt einsehen, ob es Probleme im Betrieb der Time Capsule gibt und welche Einstellungen er gewählt hat.

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Um die Time Capsule vor unberechtigten Zugriffen zu schützen, kann und sollte sie mit einem Passwort belegt werden. Zudem kann sie mit einem beliebigen Namen versehen werden. Auch die automatische Synchronisation der Uhrzeit ist hier möglich.

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Da die Time Capsule eine Datensicherung per WLAN erlaubt und daher auch als Wireless-Access-Point dient, stehen auch die entsprechenden Optionen zur Verfügung. Neben der Vergabe der SSID kann hier auch der Betriebsmodus (802.11a, 802.11b und 802.11g und 802.11n) sowie den nötigen Sicherheitseinstellungen gewählt werden. Unterstützt werden Wi-Fi Protected Access (WPA/WPA2) sowie WEP für 40-Bit- und 128-Bit-Verschlüsselung sowie eine MAC-Adressfilterung. Zudem ist es möglich, gewisse Zugriffe zeitbasiert zu steuern.


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Mit der letzten Aktualisierung hinzugekommen ist die Unterstützung für 5-GHz-Netzwerke. Die meisten WLAN-Geräte funken noch im 2,4-GHz-Frequenzband. Es können also parallel zwei WLANs mit einer Time Capsule betrieben werden. So ist es möglich ein internes WLAN zu betreiben und Gästen beispielsweise nur zu erlauben auf die Internet-Verbindung im zweiten WLAN zuzugreifen.

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Ein Mac mit der Fähigkeit auch 5-GHz-Netzwerke zu empfangen zeigt dieses dann auch entsprechend an, wobei er dann auch von der deutlich höhren Datenübertragung profitiert.

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Im Gästenetzwerk sind noch weitere Optionen verfügbar, die es beispielsweise den Rechnern im Gästenetzwerk erlauben gegenseitig aufeinander zuzugreifen, ohne dabei das interne Netzwerk zu weit zu öffnen.

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Natürlich kann die Time Capsule auch eine verfügbare Internet-Verbindung im Netzwerk verteilen. Hierzu dient der Gigabit-Ethernet-WAN-Anschluss, der die Anbindung eines ADSL- oder Kabelmodems unterstützt.


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Am USB-Port kann ein USB-Drucker angeschlossen werden, der dann im gesamten Netzwerk zur Verfügung steht. Alle wichtigen neueren Drucker der größten Hersteller werden unterstützt und funktionieren problemlos.

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Wie obiger Screenshot zeigt, stand uns die 1-TB-Version der Time Capsule zur Verfügung. Die Kapazität kann entweder vollständig für die Datensicherung verwendet werden oder aber steht als Netzlaufwerk zur Dateiablage bereit. Darüber hinaus können an dieser Stelle auch alle Backups gelöscht oder archiviert werden.

An dieser Stelle wollen wir einen kleinen Exkurs in die Funktionsweise von Time Machine machen. So sichert Time Machine stündlich inkrementelle Backups des Systems. Bestimmte Ordner können auch ausgeschlossen werden, sodass nur gewünschte und wichtige Daten gesichert werden. Allerdings hält Time Machine nicht alle stündlichen Updates vor, sondern führt diese nach einiger Zeit zusammen. So sind in der zurückliegenden Woche noch alle stündlichen Updates vorhanden, diese werden dann aber auf tägliche Updates zusammengeführt. Ähnlich verhält es sich nach einigen Monaten mit den täglichen Zusammenführungen. So spart Time Machine Plattenplatz und sorgt dafür, dass auch eine Time Capsule mit einer 1 TB fassenden Festplatte über mehrere Monate und Jahre hinweg Daten vorhalten kann. Ist die Platte voll, beginnt Time Machine damit die ersten Backups wieder zu löschen, informiert den Anwender aber darüber.

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Bei einem eventuell vorhandenen MobileMe-Account kann auf Daten die auf der Time Capsule gespeichert sind auch von außen zugegriffen werden. Dies ist sowohl bei der internen Festplatte wie auch auf ein per USB angeschlossenes Medium möglich.

Die Time Capsule ist auch in der Lage mit einer IPv6-Adressierung umzugehen. Innerhalb des lokalen Netzwerks ist dies auch meist kein Problem. Allerdings bieten die wenigsten Internet-Anbieter eine entsprechende Option, was oftmals zu Problemen führt.


Kommen wir nun zu den wenigen Benchmarks, die wir durchgeführt haben. Im ersten Test ließen wir eine Time Capsule aus dem Jahre 2008 und die neue Version ein vollständiges Backup machen. Dabei handelte es sich um eine Mac OS X 10.6.1 Installation mit 13,32 GB.

FullBackupEthernet

Über das Gigabit-Ethernet schaffte die neue Time Capsule das Backup in etwas über 34 Minuten. Dies entspricht einer durchschnittlich Übertragung von 6,5 MB in der Sekunde. Der Vorgänger brauchte gute 45 Minuten, was in etwa 4,9 MB in der Sekunde entspricht.

FullBackupWLAN

Für die Sicherung der Daten eines MacBooks wird das WLAN verwendet. Bei gleicher Größe des Backups brauchte die neue Time Capsule fast 57 Minuten. Somit wurden im Schnitt 3,9 MB in der Sekunde übertragen. Die 2008er-Version benötigte 145 Minuten, was in einer Übertragung von 1,5 MB in der Sekunde resultiert.

Gerade bei der Datensicherung über das WLAN zeigt sich also eine deutliche Verbesserung der neuen Time Capsule.

Datenrate

Gerade bei der Verwendung des schnelleren 5-GHz-Frequenzbandes kann die neue Time Capsule mit einer sehr guten Übertragungsrate glänzen. 14,7 MB in der Sekunde bei einem Abstand von 2 Meter können sich sehen lassen. Im freien Raum waren auch über eine Strecke von 5m noch 10-12 MB in der Sekunde möglich.


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Neben der reinen Bandbreite der Übertragung spielt aber auch die Reichweite eine entscheidende Rolle. Für die obigen Messungen wählten wir die "Received Signal Strength Indication" (RSSI), welche Mac OS X anbietet. Dies ist ein Indikator für die Empfangsfeldstärke des drahtlosen Netzwerks. Der RSSI-Wert kann Werte von 0 bis 255 annehmen, je höher, umso besser die Signalstärke.

Obiges Bild stellt den Grundriss einer Wohnung dar, in der wir die Funkleistung in verschiedenen Räumen und mit unterschiedlichem Abstand zur Time Capsule gemessen haben. So ist auch zu erkennen, wie viele Wände zwischen Sender und Empfänger vorhanden sind.


Das Einsatzgebiet der Time Capsule schränkt ich im Grunde auf eine bestehende oder geplante Mac-Infrastruktur ein. Zwar ist es auch unter Windows möglich auf die Time Capsule zuzugreifen, allerdings kann sie hier lediglich als Netzlaufwerk verwendet werden. Ein Backup über Time Machine funktioniert nur unter Mac OS X. Da die Sicherung entweder per WLAN oder aber über das Ethernet-Netzwerk erfolgt, reicht die Geschwindigkeit nicht an die Sicherung über eine angeschlossene USB- oder FireWire-Festplatte heran. Unsere ermittelten Messwerte beziehen sich auf ein vollständiges Backup, welches nur einmalig ausgeführt werden muss. In der Folge sind nur noch inkrementelle Backups notwendig, die deutlich weniger Zeit benötigen.

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Besonders interessant wird die Time Capsule, da sie mehrere Geräte ersetzen kann. So ist sie Backup-System, Router, Access-Point, Gigabit-Switch und Netzlaufwerk in einem. Befinden sich mehrere Macs im Netzwerk, kann das Backup zentral verwaltet werden und das auch drahtlos ohne das MacBook an eine kabelgebundene Festplatte anzuschließen.

Im Vergleich zur "alten" Time Capsule bleibt folgendes festzuhalten: Die Datensicherung per WLAN und Ethernet wurde beschleunigt. Besonders bemerkbar macht sich dies bei Verwendung der drahtlosen Verbindung. Maßgeblich dafür verantwortlich dürfte die deutlich höhere Übertragungsrate im neuen 5-GHz-Netzwerk sein. Ebenfalls reduziert wurde die Geräuschentwicklung. Während des 2008er-Modell noch durch ein Brummen auf sich aufmerksam machte, surrt das 2009er-Modell nur noch leise vor sich hin. Zudem sind auch bei der Reichweite Verbesserungen messbar.

Wo die Einschränkung bei der Datensicherung auf Mac-OS-X-Systeme noch hinnehmbar und eigentlich logisch erscheint, so tut es der Preis nicht. 269 Euro für die 1-TB-Version sind eine Stange Geld. Die 469 Euro für 2 TB wirken utopisch in Anbetracht dessen, dass ein Mac mini nur 549 Euro kostet. Natürlich sind beide Geräte nicht miteinander vergleichbar, aber so wird das Preisniveau deutlich, auf dem wir uns bewegen.

Positive Aspekte der Time Capsule:

Negative Aspekte der Time Capsule:

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