Apple iPhone 3GS im Maxi-Test

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iphoneApple gelang mit dem iPhone ein großer Wurf, dies belegen fast 30 Millionen verkaufte iPhones der ersten, zweiten und nun auch dritten Generation. Um weiter neue Akzente zu setzen und um die aufkommende Konkurrenz, bestehend aus Geräten mit Windows Mobile und Google Android, weiter in Schach zu halten, hat Apple zur WWDC nun das iPhone 3GS vorgestellt. Das "S" im Produktnamen soll dabei für "Speed" stehen. Auf den ersten Blick hat sich nicht viel getan - weiterhin ist das iPhone in Weiß und Schwarz verfügbar. Die Kapazität ist zwischen 16 und 32 GB wählbar. Eine 3,2 Megapixel Kamera soll für verbesserte Foto- und gute Video-Aufnahmen sorgen.

Widmen wir uns erst einmal der Namensgebung. Das iPhone der ersten Generation kam dabei schlicht und ergreifend mit einem "iPhone" aus. Aufgrund der Unterstützung für das Mobilfunknetz der dritten Generation, welches hierzulande als UMTS, in den USA aber als 3G bekannt ist, entschied sich Apple beim zweiten Mobiltelefon für "iPhone 3G". 2009 wurde es dann Zeit das iPhone 3G im Kern zu verbessern, was vor allem die Geschwindigkeit der Hardware selbst, als auch die unterstützten Mobilfunkstandards betrifft. So hat sich Apple für "iPhone 3GS" entschieden.

Wie Apple im Namensschema zukünftig verfahren wird, bleibt spannend. Die vierte Generation der Mobilfunknetze steht bereits in den Startlöchern, LTE (Long Term Evolution). In den kommenden 1-2 Jahren sollen erste Versuchsnetze aufgebaut werden. Von einer großflächigen Abdeckung wird aber erst in 4-5 Jahren ausgegangen und zumindest so lange wird auch unklar sein, wie Apples nächstes iPhone heißen wird.

Einleitung

Neben der eigentlichen Betrachtung des iPhone 3GS im Vergleich zu seinem direkten Vorgänger wollen wir in diesem Artikel auch die iPhone-Firmware 3.0 genauer unter die Lupe nehmen.


Apple bewirbt das iPhone 3GS als das schnellste und leistungsstärkste iPhone aller Zeiten. Doch auch wenn sich äußerlich nichts getan hat, wollen wir uns das iPhone 3GS einmal genauer anschauen.

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Auf der Vorderseite des neuen iPhone 3GS sind keinerlei Unterschiede zum 3G zu erkennen. Trotz zahlreicher Mutmaßungen hat Apple auf eine Kamera auf der Front verzichtet. Dem schnell zerkratzenden Chromrahmen ist Apple allerdings treu geblieben.

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Einziges Unterscheidungsmerkmal auf der Rückseite des neuen iPhone 3GS ist die Beschriftung. Auch wenn es sich nun um eine 3,2 Megapixel starke Kamera mit Autofokus handelt, ist diese von Außen nicht zu erkennen. Genau wie beim iPhone 3G auch, scheiden sich die Geister am Plastikrückteil. Während Apple diesen Schritt mit einer verbesserten Empfangsqualität gegenüber dem Rückteil aus Aluminium des iPhones der ersten Generation begründet, halten sich Meldungen über Haarrisse, vor allem beim weißen iPhone.

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Bei der Beschriftung des iPhone 3GS hat sich Apple für eine glänzende Schrift entschieden. Beim 3G war diese noch matt. Hier zu erkennen ist die Kapazität von 32 GB sowie die Modell-Nummer, über die sich das iPhone 3GS mitsamt der Kapazität ebenfalls entschlüsseln lässt.

Trivia: Vor der WWDC tauchten Bilder eines iPhone-3G-Nachfolgers mit matter Rückseite und leuchtendem Apfel auf. Auf diesen Bildern entsprach die Endung der FCC ID (Federal Communications Commission, die Zulassungsbehörde für Kommunikationsgeräte in den USA) dem aktuellen iPhone 3GS. Es kann also davon ausgegangen werden, dass Apple wirklich ein iPhone mit matter Rückseite und einem leuchtenden Apfel in Planung hatte, sich dann aber doch anders entschieden hat.

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Eines der wenigen äußerlichen Merkmalen beim neuen iPhone 3GS ist eine Fett abweisende Beschichtung des Displays. Anfangs waren wir sehr skeptisch, ob dies überhaupt einen Effekt haben wird. Der direkte Vergleich eines gleich genutzten iPhones zeigt einen deutlichen Unterschied. Links zu sehen ist ein iPhone 3G. Rechts das iPhone 3GS mit sichtbar weniger Fingerabdrücken und Schlieren. Natürlich können diese nicht vollständig verhindert werden, gerade an warmen Tagen mit schwitzigen Händen ist eine Übertragung auf das Display praktisch nicht zu verhindern.


Kommen wir nun zu den technischen Details des neuen iPhone 3GS:

Wie bereits erwähnt, betrifft dies unter anderem die Kamera, die nun mit 3,2 Megapixeln auflöst und einen Autofokus besitzt. Im Vergleich zum 3G und iPhone der ersten Generation ist die Bildqualität deutlich verbessert worden. Mittels einiger Vergleichsbilder werden wir dies noch genauer darlegen.

Ein weiterer Punkt ist die Verwendung eines Magnetometer. Anhand der magnetischen Flussdichte kann das iPhone 3GS die Himmelsrichtung bestimmen. Auch hierzu später mehr.

Beim WLAN-Chip hat es Apple beim 802.11b/g-Standard belassen, verbessert wurde allerdings die Mobilfunkgeschwindigkeit. Das iPhone 3GS unterstützt nun HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) mit einem Downstream von bis zu 7,2 MBit pro Sekunde. Beim 3G waren nur 3,6 MBit pro Sekunde möglich. Leider verzichtet Apple auf HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) und so bleibt der Upload auf maximal 384 KBit pro Sekunde beschränkt. In den USA stellt dies keinen Nachteil dar, da das Mobilfunknetz hier kein HSUPA unterstützt. In Europa hingegen sind die Netze besser ausgebaut.

arm_cortexa8

Wohl mit die wichtigste Verbesserung aber ist der neue ARM-Prozessor.

iPhone 3G (ARM11) iPhone 3GS (ARM Cortex A8)
Fertigungsprozess 90 nm 65 nm
Pipeline-Tiefe 8 Stages 13 Stages
Chiptakt 412 MHz 600 MHz
L1-Cache 16 kB I-Cache + 16 kB D-Cache 32 kB I-Cache + 32 kB D-Cache
L2-Cache - 256 kB
RAM-Größe 128 MB 256 MB

Der neue ARM Cortex A8 wird in 65 nm gefertigt und kann damit höher getaktet werden als der ARM11 des iPhone 3G. Die kleinere Struktur lässt außerdem einen Betrieb bei einer niedrigeren Spannung zu, was sich positiv auf die Akkulaufzeit auswirkt. Einen weiteren positiven Effekt auf die Performance hat der ARM Cortex A8 durch die Tatsache, dass es sich im Grunde um einen Dual-Core-Prozessor handelt, vergleichbar mit Intels Hyper-Threading-Technologie. Auch die Länge der Pipelines wurde vergrößert, sodass pro Takt mehr Befehle und Rechenschritte durchgeführt werden können.

Doch nicht nur eine neue CPU hat Apple dem iPhone 3GS verpasst, im Zuge der 3D-Beschleunigung von Spielen und weiteren Anwendungen hat sich Apple dazu entschlossen, auch eine GPU in sein neues iPhone zu verbauen. Der Name PowerVR dürfte einigen PC-Usern noch bekannt sein. So waren Grafikkarten von STMicro mit der PowerVR-Technologie lange Zeit sehr beliebte und leistungsstarke Desktop-Grafikkarten.

Der im iPhone 3GS verbaute PowerVR-SGX-Prozessor baut auf der alten Technologie auf, verbesserte diesen aber auch in den Bereichen, die für mobile Geräte eine große Rolle spielen. Grundsätzlich arbeitet der SGX so, dass er nur die Rechenarbeit übernimmt, die auch gemacht werden muss. So werden nur Objekte gerendert und Daten verarbeitet, die auch wirklich auf dem Display erscheinen. Moderne Grafikkarten berechnen weit mehr einer Szene, als letztendlich auf dem Display sichtbar ist. Auf mobilen Geräten spielt aber jede Rechenoperation und jeder Rechenschritt eine entscheidende Rolle, wenn es um den Stromverbrauch geht.

STMicro bietet mehrere Designs des PowerVR-SGX-Prozessors an und noch ist nicht ganz klar, welcher nun genau verwendet wird. Aufgrund der verfügbaren technischen Daten sowie den Leistungsvergleichen, zu denen wir später auch kommen werden, lässt sich aber vermutlich folgende Vergleichstabelle erstellen:

PowerVR MBX-Lite PowerVR SGX 520 PowerVR SGX 535
Fertigungsprozess 90 nm 65 nm 65 nm
Takt 60 MHz 200 MHz > 200 MHz
Polygone/Sek. 1 Millionen 7 Millionen 28 Millionen
Pixel/Sek. 100 Millionen 250 Millionen 1000 Millionen

Noch ist, wie gesagt, nicht geklärt auf welchen PowerVR-SGX-Prozessor das neue iPhone 3GS setzt, die Wahrheit liegt irgendwo zwischen dem SGX 520 und 535. Klar ist jedoch, dass Apple gegenüber dem iPhone 3G und dem PowerVR MBX-Lite deutlich an der 3D-Leistung geschraubt hat.


Auf den folgenden Seiten wollen wir uns die wichtigsten Features des iPhone 3GS und der iPhone Firmware 3.0 genauer anschauen.

Ein großes Manko des iPhone 3G ist die integrierte Kamera mit einer Auflösung von 1,92 Megapixeln. Dabei ist weniger die Auflösung das Problem, als vielmehr die Tatsache, dass sie keinen Autofokus besitzt und daher mit einem Fokusbereich von 20-30 cm bis hin zum Unendlichen arbeiten muss. Das neue iPhone 3GS verfügt über eine 3,145 Megapixel Kamera, die zusätzlich auch noch auf einen Autofokus, automatischen Weißabgleich und eine Makro-Funktion zurückgreifen kann.

Fotoaufnahme

Auf diesem Bild zu erkennen ist die Foto- und Video-Applikation des iPhone 3GS. Links unten ist die Vorschau des zuletzt geschossenen Bildes zu sehen. Der mittlere Button dient zur Auslösung. Der rechte Schieberegler lässt die Auswahl zwischen Foto- und Videoaufnahmen zu. Ein blaues Quadrat zeigt den gewählten Fokuspunkt an. Durch tippen auf das Display kann dieser auch manuell ausgewählt werden.

Videoaufnahme_1 Videoaufnahme_2

Das linke Bild zeigt das iPhone während der Aufnahme eines Videos. Der rechte Schieberegler ist daher auf die Video-Funktion gestellt. Über den mittleren Button lässt sich die Aufnahme starten und stoppen. Rechts oben wird die Dauer der aktuellen Aufnahme angezeigt. In der Praxis zeigten sich keinerlei Einschränkungen der Aufnahmelänge. Allerdings werden die Videos nicht in voller Auflösung aufgezeichnet, sondern in VGA, also 640x480. Als Dateiformat wird ein MPEG-4-Container mit H.264- Video- und AAC-Audio-Kodierung verwendet. 25 Sekunden Film entsprechen in etwa 10 MB an Videodaten. Da Apple offenbar keinerlei zeitliche Einschränkungen eingebaut hat, sind bei einem 32 GB iPhone 3GS fast 80 Stunden Videoaufnahme möglich.

Auf dem rechten Bild zu sehen, ist die Verarbeitung eines Videos. Über die Timeline, über dem eigentlichen Video, lässt sich im Video eine beliebige Position auswählen. Zusätzlich können Anfang und Ende des gelben Rahmens verschoben werden, um ungewollte Szenen am Anfang und Ende des Films abzuschneiden. Über den "Trimmen"-Button wird der Film dann auf die gewünschte Größe zusammengeschnitten. In den ersten Beta-Versionen der iPhone-Firmware 3.1 ist es nun möglich Filme nicht nur getrimmt zu speichern, sondern auch das Original.

Einige Aufnahmen die mit dem iPhone 3GS aufgenommen wurden:

Die mit dem iPhone aufgenommenen Videos lassen sich per iTunes bzw. iPhoto auf den heimischen Rechner übertragen. Des Weiteren lassen sich die Videos per E-Mail versenden, auf den MobileMe-Account übertragen, per MMS versenden oder aber direkt auf YouTube hochladen.


Kompass

Als neue Hardware kommt beim iPhone 3GS das Magnetometer hinzu. Dieses kann anhand der magnetischen Flussdichte die Himmelsrichtung anzeigen. Was sich auf den ersten Blick vielleicht nicht ganz so sinnvoll anhört, wird bei der Verwendung der Google-Maps-Applikation zu einem netten Feature. Nun weiß man sofort, in welche Richtung man sich bewegen muss, wenn man beispielsweise aus einer U-Bahn kommt, und muss sich nicht mehr an den Straßennamen der Kreuzung orientieren.

Allerdings funktioniert der Kompass nicht überall. So stören kleinste Magnetfelder die Funktion. Über das Bewegen des iPhones in Acht-Form soll der Kompass kalibriert werden. Ungeachtet dessen kann es auch danach noch zu falschen Anzeigen kommen. Große Hoffnungen wurden in den Kompass gesetzt, um diesen bei der Turn-by-Turn-Navigation im Auto einzusetzen. Im Auto aber sind derart viele und starke Störquellen vorhanden, dass eine sinnvolle Nutzung momentan nicht möglich ist.

googlemaps_kompass

Zur besseren Orientierung kann nun auch die Karten-Applikation den Kompass nutzen und zeigt die Himmelsrichtung an. Die Karte dreht sich in die entsprechende Position, jedoch können dies die Straßennamen leider nicht, sodass man diese teilweise auf dem Kopf lesen muss.


Sprachmemos

Neu in der iPhone-Firmware 3.0 sind die Sprachmemos. Diese Applikation ist für alle iPhones vorhanden und nicht auf das iPhone 3GS beschränkt. Aufnahmen des Mikrofons können gespeichert und dann über iTunes synchronisiert werden. Sprachmemos werden auch im Hintergrund aufgezeichnet, ohne dass die Applikation dabei geöffnet ist. Die Anzeige erfolgt über den roten Balken, ähnlich, wie dies bei noch laufenden Telefonaten mit dem grünen Balken gelöst ist. Die Qualität ist zur kurzen Aufzeichnung von Notizen oder eines Interviews brauchbar, aber nicht überragend. Störgeräusche, die am iPhone entstehen, beispielsweise wenn man es berührt und über den Tisch bewegt, übertragen sich direkt auf das Mikrofon und stören dann die Verständlichkeit der Aufnahme.


Sprachsteuerung

Über ein längeres Drücken der Home-Taste öffnet sich die Sprachsteuerung. Über diese können einige wichtige Funktionen des iPhone 3GS per Spracheingabe gesteuert werden. Die Sprachsteuerung bleibt dem iPhone 3GS vorbehalten. Apple begründet dies mit der größeren Leistung des neuen iPhones gegenüber den Vorgängern. Ob deren Leistung wirklich nicht ausreicht oder aber ob Apple hier für eine weitere Abgrenzung sorgt, ist unklar.

Auf dem Bild im Hintergrund zu sehen sind einige Sprachbefehle, die das iPhone versteht. Dazu gehören das Anrufen eines Kontaktes sowie die Steuerung des iPods. Hier stehen neben "Start" und "Stopp" auch weitere Befehle zur Auswahl. So lässt sich ein komplettes Album nennen oder aber ein einzelnes Musikstück. Wenn das aktuell laufende Musikstück unbekannt ist, kann dieses erfragt werden und mittels der aus dem letzten iPod Shuffle bekannten Voiceover-Funktion wird der Musiktitel anschließend vorgelesen.


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Für Apple auch immer wieder eine wichtige Rolle spielen die Bedienungshilfen. Auf VoiceOver und den Zoom gehen wir später ein. Für sehbehinderte Anwender hat Apple eine Invertierung der Farben eingebaut. Ähnliches eines Negativs wirkt das Bild kontrastreicher und kann von Menschen mit einer Sehschwäche besser abgelesen werden. Für Hörgeschädigte bietet Apple Mono-Audio an. Wer nicht gleich gut auf beiden Ohren hört oder gar auf einem Ohr gar nichts mehr wahrnehmen kann, der kann ein Stereo-Signal zu einer Mono-Wiedergabe zwingen und verbessert so sein Hörempfinden.

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VoiceOver richtet sich, genau wie die "Weiß auf Schwarz"-Option, an sehbehinderte oder sehgeschwächte Menschen. Bei Aktivierung wird der mit dem Finger ausgewählte Bereich des Displays vorgelesen sowie mögliche Auswahlmöglichkeiten genannt. Über das Zoomen lassen sich Bereiche des Displays vergrößern. Dies geschieht mit einem Doppeltipp von drei Fingern, was in der Praxis aber alles andere als einfach ist.


Von vielen Usern herbeigesehnt, von anderen wiederum nicht vermisst, wurde Cut, Copy & Paste. Bisher bestand, bis auf eine Jailbreak-Lösung, keine Möglichkeit Text auf dem iPhone zu kopieren, um ihn woanders wieder einzusetzen.

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Möglich ist Cut, Copy & Paste in allen nativen iPhone-Applikationen und auch in der Software von Drittherstellern, wenn diese die Funktion wünschen. Zugriff bekommt der Anwender durch einen längeren Klick auf die gewünschte Textpassage auf dem Display. Zuerst erscheint die Text-Lupe, lässt man den Finger nun los öffnet sich die Cut-Copy-Paste-Funktionalität. Über die beiden blauen Pins wird der gewünschte Anfangs- und Endpunkt ausgewählt. Genau wie bei der Erkennung des passenden Zooms wählt das iPhone auch komplette Absätze selbstständig aus.

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Sind die gewünschten Anfangs- und Endpunkte gesetzt, öffnet sich die Auswahl zu Cut, Copy & Paste. Text kann einfach nur kopiert werden, falls gewünscht, ist aber auch ein Ausschneiden möglich. Das Ausschneiden kann durch ein einfaches "shake to undo" wieder rückgängig gemacht werden, sorgt in aller Öffentlichkeit aber für unverständliche Blicke.

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Soll der Text eingesetzt werden genügt wieder ein Klick auf die gewünschte Stelle.


Die iPhone Firmware 3.0 brachte zahlreiche weitere, kleinerer Neuerungen mit sich, die auf allen drei iPhone-Generationen verfügbar sind.

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Neu hinzugekommen ist die Synchronisation von Notizen. Dies geschieht entweder direkt über iTunes oder aber über den eventuell vorhandenen MobileMe-Account.

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Um auch sensible Daten sicher in den Back-Ups des iPhones hinterlegen zu können, bietet Apple mit iTunes 8.2 auch die Verschlüsselung eben dieser an.

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Der MobileSafari lässt unter 3.0 eine Positionsbestimmung per GPS oder Erkennung durch das Datennetz zu. Flickr machte vor wenigen Wochen den Anfang, Google zog nun nach. Allerdings ist dies noch nicht in Deutschland der Fall und so beschränkt sich die Erkennung auf die USA und Großbritannien.

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Besonders praktisch ist die Google-Suche mit Positionsbestimmung im Zusammenhang mit der Suche nach einem guten Restaurant oder aber nach einem Museum in einer bestimmten Stadt. Zahlreiche weitere Anwendungsgebiete lassen sich schnell finden und so ist es nur eine Frage der Zeit bis auch weitere Webdienste Zugriff auf die Positionsbestimmung nehmen.

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Auch im iPod finden sich einige Neuerungen in allen drei iPhone-Generationen. So ist es nun möglich einen Podcast mit 1,5-facher oder 2-facher Geschwindigkeit laufen zu lassen. Zudem kann ganz einfach um 30 Sekunden zurückgespult werden wenn ein wichtiger Satz nicht richtig verstanden wurde.

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Um die richtige Stelle wiederzufinden, hat sich Apple auch etwas einfallen lassen. Mit dem Finger wird wie üblich der Punkt auf der Zeitleiste angeklickt. Dann kann der Finger nach unten gezogen werden, um die Scrubbing-Geschwindigkeit genauer zu wählen. Durch das bekannte bewegen nach rechts und links wird in der Zeit gespult, nun aber eben in weitaus feineren Zeitschritten.



Eine weitere kleinere Neuerung der Firmware 3.0 ist die Tatsache, dass nun alle Applikationen die Tastatur auch im Breitbild-Modus unterstützten. Dies ist natürlich nicht nur dem iPhone 3GS vorbehalten, sondern funktioniert auf allen Generationen.

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Ebenfalls allen iPhone-Generationen gemein ist die Unterstützung für den Push-Dienst. Diesen hat Apple eingeführt, um die Notwendigkeit von Hintergrund-Prozessen größtenteils zu umgehen. Zwar sind einige native iPhone-Applikationen, wie beispielsweise die Sprachmemos, das Telefon oder aber MobileSafari in der Lage im Hintergrund zu laufen, Drittherstellern aber traut Apple nicht zu dies ressourcenschonend zu realisieren. Beim nun verwendeten Push-Dienst muss der Anbieter der Software auf einem Server einen Benachrichtigungsdienst laufen lassen, durch welchen der Anwender dann auf dem iPhone über ein Ereignis informiert wird.

iphone_push

Über die Notwendigkeit des direkten Empfangs kann sicher gestritten werden. Für Instant-Messenger oder sonstige Nachrichtendienste ist die Funktionalität aber durchaus sinnvoll.

Eine weitere Neuerung der iPhone-Firmware 3.0 ist die Unterstützung von MMS. Möglich ist dies mit den beiden aktuellen iPhones, das Modell der ersten Generation muss auf MMS verzichten. Dass Apple jetzt noch eine MMS-Funktion einführt, ist wohl dem Verlangen der Mobilfunkanbieter zu verdanken. Diese sehen in den MMS noch immer den Nachfolger der SMS. Mit dem iPhone ist die Verwendung von E-Mails allerdings deutlich sinnvoller. Natürlich nur, wenn der Gegenüber auch über die Möglichkeit des E-Mail-Empfangs verfügt.


Im Folgenden wollen wir ein paar Fotoaufnahmen der letzten beiden iPhone-Generationen miteinander vergleichen. Dabei haben wir versucht die gewählten Motive aus möglichst gleicher Position und unter gleichen Bedingungen zu fotografieren.

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iPhone 3G                                   iPhone 3GS

Hier ist bereits der bessere Weißabgleich des iPhone 3GS zu sehen. Die Farben wirken satter und das Bild ist auch deutlicher schärfer abgebildet.

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iPhone 3G                                   iPhone 3GS

Besonders deutlich wird die bessere Fotoqualität bei einer Makroaufnahme. Während wir uns beim iPhone 3G bereits ausserhalb des Fokusbereichs befinden, kann das 3GS das Motiv noch scharf darstellen.

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iPhone 3G                                   iPhone 3GS

Hier wieder ein Beispiel für die schärfere Darstellung sowie die bessere Farbdarstellung des iPhone 3GS.

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iPhone 3G                                   iPhone 3GS

Deutlich mit einem Grauschleier überzogen ist das Bild des iPhone 3G. Der Weißabgleich sowie der bessere Farbraum sorgen auch hier wieder für ein deutlich natürlicheres Bild des 3GS.

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iPhone 3G                                   iPhone 3GS

Bis auf die Tatsache des erwähnten Grauschleiers zeigt dieses Motiv keine größeren Unterschiede. Das iPhone 3G und auch das 3GS sind kein Ersatz für eine gute kompakte Digitalkamera. Für Schnappschüsse aber reichen beide aus.

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iPhone 3G                                   iPhone 3GS

Auf dem Bild des iPhone 3GS sind die Details deutlicher besser sichtbar als beim 3G. Hier spielt nicht nur die Auflösung eine Rolle, sondern auch die Auswahl eines bestimmten Fokuspunktes.

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iPhone 3G                                   iPhone 3GS

Ein weiteres Beispiel für die verbesserte Detaildarstellung ist dieser Blick über Trier und die Mosel. Wenngleich das Bild des iPhone 3GS dunkler ist, so wirkt es dennoch natürlicher.

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iPhone 3G                                   iPhone 3GS

Bei diesem Vergleichsbild sollte das Hauptaugenmerk auf die Häuser rechts unten sowie das Schiff auf dem Fluss liegen. Details, die beim iPhone 3G nur verschwommen dargestellt werden, sind beim 3GS deutlich erkennbar.


Ebenfalls neu in der iPhone Firmware 3.0 ist die Tethering-Funktion. Theoretisch verfügbar ist diese bei allen iPhones mit UMTS-Unterstützung. Das iPhone der ersten Generation bietet diese nicht, also auch kein Tethering. Tethering beschreibt die Funktion, die Internetverbindung des iPhones an einen Computer via Bluetooth oder USB-Kabel weiterzugeben. Dabei geht Apple aber einen etwas anderen Weg als dies die meisten Mobiltelefon-Hersteller tun. Anstatt eines Modem-Interface setzt Apple auf ein PAN (Personal Area Network) und umgeht damit einige umständliche Protokollschichten.

Ist das iPhone per USB-Kabel verbunden oder via Bluetooth gekoppelt, wird eine eigene Netzwerk-Verbindung eingerichtet. Das iPhone fungiert dabei als Router und leitet die Daten einfach nur weiter. Die Verbindung mit dem USB-Kabel hat den Vorteil einer stabilen Verbindung sowie der Tatsache, dass der Akku gleichzeitig auch geladen wird. Wer auf das Kabel verzichten möchte, der nutzt Tethering einfach über die Bluetooth-Verbindung. Dabei sorgt die bestehende Bluetooth-Verbindung sowie der Datenverkehr über das Datennetz für einen erhöhten Stromverbrauch. Apple hat dennoch versucht, diese Funktion so stromsparend wie nur möglich zu implementieren, was auch gelungen ist. Tethering funktioniert auch wenn das iPhone-Display ausgeschaltet ist und läuft ebenso als Hintergrund-Prozess. Eine Zugfahrt von sechs Stunden überstand der iPhone-Akku bei aktiviertem Bluetooth-Tethering ohne Probleme, danach sollte das iPhone aber geladen werden.

Das iPhone 3GS unterstützt HSDPA mit bis zu 7,2 MBit pro Sekunde und kann diese theoretische Geschwindigkeit auch per Tethering weitergeben. Mit 3,6 MBit pro Sekunde hingegen arbeitet das iPhone 3G, was sich in einem gut ausgebauten Mobilfunknetz auch deutlich bemerkbar macht. Großes Manko der beiden Geräte ist die Tatsache, dass kein HSUPA unterstützt wird und so der Upload der eigentlich begrenzende Faktor der Datenverbindung ist. Wer also die volle Geschwindigkeit ausnutzen möchte, der sollte weiterhin auf einen UMTS-USB-Stick zurückgreifen, der sowohl HSDPA und HSUPA mit voller Übertragungsrate unterstützt.

tethering1

Doch um Tethering nutzen zu können, muss erst ein IPCC-Profil eingespielt werden. Momentan ist dies noch mittels iTunes oder dem Zusenden eben dieser Datei per E-Mail möglich. In Deutschland aber verbietet T-Mobile derzeit die Nutzung von Tethering und will im September einen entsprechenden Tarif anbieten. Der von T-Mobile eingerichteten Einschränkung sowie den Zusatzkosten haben wir bereits einen eigenen Artikel gewidmet.


Akku

Dem iPhone 3GS vorbehalten bleibt die Akkuanzeige in Prozent. Zwar wäre sicherlich auch das iPhone 3G in der Lage diese Option zu bieten, Apple brauchte aber sicher noch das ein oder andere Unterscheidungsmerkmal für das neue iPhone 3GS. Per Jailbreak und Installation einer entsprechenden Software stellt dies aber auch bei den alten iPhones kein Problem dar.

Nun wollen wir die Akkulaufzeiten mit denen von Apple sowie zwischen dem iPhone 3G und 3GS vergleichen.

Sprechdauer_2G

Apple gibt eine Sprechdauer von 12 Stunden für das iPhone 3GS unter 2G bzw. EDGE an. In der Praxis lag dieser Wert etwas darunter, bei 10 Stunden und 38 Minuten. Das iPhone 3G liegt mit 9 Stunden und 12 Minuten nochmals darunter.

Sprechdauer_3G

Bei der Telefonie im UMTS-Netz sieht das Bild ähnlich aus, die absoluten Zahlen unterscheiden sich aber deutlich. 5 Stunden gibt Apple an, wir erreichten 4 Stunden und 41 Minuten für das iPhone 3GS. Der Vorgänger kommt auf 4 Stunden und 15 Minuten.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Akkulaufzeiten stark von der Empfangsstärke des Netzes abhängig ist. Bei schlechtem Empfang wird die Signalstärke durch eine höhere Sende- und Empfangsleistung verbessert, was sich negativ auf die Akkulaufzeit auswirkt. Wir testeten hier bei angezeigtem optimalen Empfang.

Internetnutzung_3G

Das iPhone soll das Internet auch unterwegs, immer und überall, zur Verfügung stellen. Apple gibt für die Nutzung des iPhone 3GS im UMTS-Netz eine Nutzungsdauer von 5 Stunden an. Wir kamen diesem Wert sehr nahe und erreichten 4 Stunden und 27 Minuten. Das iPhone 3G erreichte hier knapp über 4 Stunden.

Internetnutzung_WLAN

Wer den Akku etwas schonen möchte, der verwendet, falls verfügbar, ein WLAN. Die Werksangaben liegen hier bei 9 Stunden Nutzung. In unserem Test erreichten wir 8 Stunden und 39 Minuten mit dem iPhone 3GS. Der Vorgänger schaffte nicht ganz 8 Stunden.

Audiowiedergabe

Die Tatsache, dass dem iPhone auch der iPod integriert wurde, ist sicher ein großer Pluspunkt. Dies stimmt jedoch auch nur dann, wenn die Wiedergabe über mehrere Stunden möglich ist. Apple gibt eine mögliche Wiedergabe von 30 Stunden an. Wir erreichten einen Wert von 28 Stunden und 31 Minuten. Nur geringfügig dahinter liegt das iPhone 3G.

videowiedergabe

Wenngleich nur für die Betrachtung eines kurzen Videos wirklich brauchbar, so spielt auch die Wiedergabe von Video-Material eine wichtige Rolle. Apple gibt hier an, dass mit dem iPhone 3GS bis zu 10 Stunden Videowiedergabe möglich sind. In der Praxis erreichten wir 8 Stunden und 53 Minuten. Das iPhone 3G kommt hier auf nur 4 Stunden und 25 Minuten.

Das iPhone ist eine beliebte Gaming-Plattform geworden und kämpft auch gegen den Nintendo DS und die Sony PSP. Größter Vorteil des iPhones ist die Tatsache, dass man es ohnehin meistens dabei hat. Hinzu kommt durch das Touch-Display eine vom Nintendo DS bekannte, intuitive Steuerung. Doch wichtig ist auch die Akkulaufzeit bei aufwendigen 3D-Spielen. Wir entschieden uns hier für iGolf und verglichen die beiden iPhones miteinander.

akku_3d

Aufgrund der höheren Leistung ist der Akku des iPhone 3GS schneller leer als der des 3G. Allerdings läuft das Spiel beim neuen 3GS auch deutlich flüssiger. Letztendlich ist die Akkulaufzeit natürlich nicht sonderlich gut, es bleibt allerdings auch zu beachten, dass das iPhone ohnehin kein Laufzeitwunder ist.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Apple beim iPhone 3GS gegenüber dem 3G leicht an der Akkulaufzeit gearbeitet hat. Dies ist aber wohl nicht einem verbesserten Akku zu verdanken, als vielmehr der Tatsache, dass die ARM-Cortex-CPU und PowerVR-GPU weniger Strom verbrauchen und das bei gleicher bzw. besserer Leistung. In der Praxis lassen sich die von Apple angegebenen Werte in etwa reproduzieren. Bei der praktischen Verwendung des iPhone 3G hielt der Akku zwischen 12 und 18 Stunden. Das iPhone wurde also abends ins Dock gesteckt, somit geladen und morgens wieder von eben diesem genommen. Das neue iPhone 3GS verlangt eine ähnliche Handhabung. Zwar werden manches mal auch 24 Stunden bei "normaler" Nutzung erreicht, dennoch wird man um einen Ladevorgang in den nächtlichen Stunden nicht herumkommen.


Wie bereits erwähnt, ist für Apple besonders die Geschwindigkeit des iPhone OS 3.0 von besonderer Wichtigkeit. Die Software-Version 3.0 ist für alle iPhones gleich und so spielt der Prozessor eine entscheidende Rolle. Wir haben die Geschwindigkeit des iPhone OS auf dem 3GS und 3G miteinander verglichen.

Boot-Time

Bereits der Boot-Vorgang zeigt die Leistung des iPhone 3GS sehr deutlich. In noch nicht einmal 20 Sekunden ist das 3GS fertig, das 3G benötigt mehr als doppelt so lange.

Tweetie

Auch das Starten von Anwendungen läuft schneller ab. Tweetie, ein Twitter-Client, zeigt dabei ebenfalls die bessere Performance des 3GS, wenngleich der Abstand nur sehr gering ist.

Peggle

Wirklich beeindruckend ist die Leistung des iPhone 3GS bei Peggle. Fast viermal so schnell ist das neue iPhone gegenüber dem 3G. Ob nun 10 Sekunden oder fast 40 gewartet werden muss, macht in der Praxis schon einen deutlichen Unterschied.

Zum Abschluss haben wir noch ein Video zur CPU/GPU-Performance des iPhone 3GS im Vergleich zum 3G.


Auch bei der Benutzung des MobileSafari soll sich die CPU-Performance positiv bemerkbar machen. Wir schauten uns dies in einem WLAN an, um eine Begrenzung durch das Netzwerk zu verhindern. Beide iPhones verfügen über den gleichen WLAN-Standard, die direkte Vergleichsbasis ist also gegeben.

Surfen_Apple

Die Seite von Apple.de ist beim neuen iPhone 3GS fast doppelt so schnell geladen.

Surfen_Hardwareluxx

Bei unserer eigenen Homepage ist der Unterschied nicht mehr ganz so groß, aber immer noch vorhanden.

surfen_spiegel

Wieder deutlich schneller ist das iPhone 3GS beim Aufruf von Spiegel.de.

surfen_bitsundso

Fast dreimal so schnell läuft der Aufruf von bitsundso.de ab.

surfen_akamai

Den Abschluss bildet das iPhone 3.0 Video Showcase iphone.akamai.com. Diese Seite wurde von Apple und dem Hoster Akamai eingerichtet, um das HTML-Streaming zu präsentieren. Zukünftig sollen mehr und mehr Seiten diesen Standard unterstützten, um Streaming-Inhalte auch ohne die Verwendung von Flash auf dem iPhone darstellen zu können.

In einem Video haben wir die hier gezeigten Werte auch einmal visuell dargestellt.


In Zusammenarbeit mit dem Apple-Bezahldienst MobileMe ergeben sich weitere Möglichkeiten mit dem iPhone OS 3.0 bzw. dem iPhone 3GS. Loggt sich der Anwender in seinen MobileMe-Account ein, steht ihm die "Mein iPhone suchen"-Funktion zur Verfügung. Über diese lässt sich das iPhone orten. iPhone 3GS und 3G verfügen über ein GPS-Modul und so lässt sich bei entsprechendem GPS-Empfang die Position sehr genau bestimmen. Ist das iPhone in ein Datennetz, ob WLAN oder Mobilfunk, eingebucht, wird die Position über dieses bestimmt. Natürlich muss das iPhone zu diesem Zweck eingeschaltet sein, ansonsten wird die letzte bekannte Position angezeigt. Zudem muss in den Einstellungen der Ortungsdienst aktiviert sein.

Zusätzlich lässt sich noch eine Nachricht an das iPhone verschicken. Diese wird dann mit einer Verzögerung von nur wenigen Sekunden auf dem iPhone angezeigt und muss bestätigt werden. Um besser auf sich aufmerksam zu machen, kann zudem noch ein Alarmton wiedergegeben werden.

Wessen iPhone sich dann aber immer noch nicht wiederfindet und wer es aus Gründen des Datenschutz unbrauchbar machen will, der kann alle Medien und Daten auf seinem iPhone dauerhaft löschen sowie das iPhone auf die Werkseinstellungen zurücksetzen. Nach dem Fernlöschen kann das iPhone weder Nachrichten anzeigen noch geortet werden. Auf dem iPhone der ersten Generation und dem 3G benötigt der Lösch-Vorgang einige Zeit. Beim iPhone 3GS wird die Löschung innerhalb weniger Sekunden vollzogen. Begründet wird dies von Apple wieder mit der höheren Performance des 3GS.


Noch ist man als potenzieller Käufer eines iPhone 3GS in Deutschland an T-Mobile gebunden. Natürlich besteht auch die Möglichkeit sich ein iPhone aus Ländern zu besorgen, in denen es frei verkauft werden kann, wie beispielsweise Italien. Wir wollen uns aber an die deutschen Tarife halten und diese genauer betrachten.

Complete XS Complete S Complete M Complete L Complete 60 Complete 120 Complete 240 Complete 1200
monatliche Grundgebühr 24,95 Euro 44,95 Euro 59,95 Euro 119,95 Euro 29,95 Euro 49,95 Euro 69,95 Euro 89,95 Euro
Telefonie
ins deutsche Festnetz 0,29 Euro 0,29 Euro/inkl. inkl. inkl. 60 120 240 1200
zu T-Mobile 0,29 Euro inkl./0,29 Euro inkl. inkl.
zu anderen Mobilnetzen 0,29 Euro 0,29 Euro 0,29 Euro inkl.
Weekend Flatrate inkl. inkl. - - inkl. inkl. inkl. inkl.
Messaging
SMS zu T-Mobile 0,19 Euro inkl. inkl. 3000 SMS - 40 150 300
SMS andere Mobilfunknetzen 0,19 Euro 0,19 Euro 0,19 Euro 3000 SMS
MMS zu T-Mobile 0,39 Euro 5 MMS inkl. 100 MMS - 5 15 30
MMS zu anderen Mobilfunknetzen 0,39 Euro 0,39 Euro 0,39 Euro 100 MMS
Internetnutzung
HSDPA-Nutzung 200 MB Flatrate Flatrate Flatrate 200 MB Flatrate Flatrate Flatrate
Drosselung ab
- 300 MB 1 GB 5 GB - 300 MB 1 GB 5 GB
WLAN-Flatrate - inkl. inkl. inkl. - inkl. inkl. inkl.
Hardware
iPhone 3GS 16 GB (weiß/schwarz) 129,95 Euro 99,95 Euro 39,95 Euro 1 Euro 129,95 Euro 89,95 Euro 1 Euro 1 Euro
iPhone 3GS 32 GB (weiß/schwarz) 249,95 Euro 219,95 Euro 159,95 Euro 1 Euro 249,95 Euro 179,95 Euro 69,95 Euro 49,95 Euro
iPhone 3G 8 GB (schwarz) 59,95 Euro 1 Euro 1 Euro 1 Euro 1 Euro 1 Euro 1 Euro 1 Euro

Auf den ersten Blick sehen die von T-Mobile angebotenen Tarife überaus teuer aus. Im Vergleich zu vielen anderen Ländern, wie beispielsweise Österreich oder der Schweiz, zeigt sich dann auch, dass Apple und T-Mobile hierzulande einen kräftigen Aufschlag verlangen. Der Grund ist recht schnell gefunden - T-Mobile kann das iPhone in Deutschland exklusiv vertreiben und hat keinen Konkurrenten. Ob und wann sich dies ändert, ist unklar.

Die Beurteilung der Tarife ist nicht ganz einfach. Jeder potenzielle Kunde muss sein eigenes Telefonier-, Messaging- und Internet-Verhalten analysieren und sich den passenden Tarif selbst suchen.

Bereits angesprochen haben wir die Möglichkeit, sich ein iPhone 3GS im Ausland zu besorgen. An dieser Stelle wollen wir diese Option exemplarisch durchrechnen:

Dabei gilt zu beachten, dass jeder Tarif individuelle Bedingungen hat. Dies betrifft die Anzahl der Inklusivminuten, SMS, MMS und den Zeitpunkt der Drosselung. Es gilt also immer abzuwägen, ob sich eine Auslands-Shopping-Tour auch wirklich lohnt. Hinzu kommt noch, dass bei Apple die Garantie bei mobilen Geräten nur in dem Land gilt, in dem es auch gekauft wurde. Im ungünstigsten Fall muss das iPhone also zur Abwicklung der Garantie wieder zurück nach Italien.


Kommen wir nun zum Fazit des iPhone 3GS:

Wer noch kein iPhone besitzt, derzeit aber auf der Suche nach eben einem solchen ist, der sollte beim iPhone 3GS zugreifen. Echte Konkurrenz ist nicht vorhanden. Geräte von HTC oder Samsung bauen auf ähnlichen Bedienkonzepten auf, können aber im Bereich der Bedienung dem iPhone 3GS nicht das Wasser reichen. Auch in allen weiteren Punkten ist das iPhone diesen Geräten überlegen. Einzig die Kameras einiger Samsung und SonyEricsson-Geräte sind besser, was aber an sich kein Argument für oder gegen das jeweilige Mobiltelefon sein kann. Handys mit Googles Android Software sind noch kaum auf dem Markt vorhanden. Das T-Mobile G1 powered by Google krankt an der schlechten Hardware und Verarbeitung, ein Nachfolger ist zwar schon angekündigt, aber noch nicht erhältlich. Wohl als stärkste Konkurrenz wurde der Palm Pre gesehen. Dieser startete in den USA in etwa zeitgleich mit dem iPhone 3GS. Palm wollte damit aggressiv gegen die Konkurrenz vorgehen, ob der Zeitraum rund um den erwarteten Launch des neuen iPhones glücklich gewählt wurde, ist fraglich. Im Herbst diesen Jahres will O2 den Palm Pre auch in Deutschland auf den Markt bringen. Erst dann werden wir uns hier ein Bild des möglichen iPhone-Konkurrenten machen können.

Wer bereits ein iPhone 3G besitzt, der kann sich bei der Entscheidung auf einige wichtige Punkte konzentrieren:

  1. die Geschwindigkeit der Software, Applikationen und damit auch des MobileSafari
  2. die verbesserte Kamera mit Videofunktion
  3. das Magnetometer, welches vor allem in der Karten-Applikation nützlich erscheint
  4. geringfügig verbesserte Akkuleistung
  5. im Falle des 32 GB iPhone 3GS die größere Kapazität

Sind hier einige Punkte vorhanden die ein Upgrade rechtfertigen würden, dann kann zugeschlagen werden. Wer allerdings auf einem gerade erst einmal 12 Monaten alten Vertrag sitzt, der muss für jeden noch laufenden Monat 25 Euro Strafgebühr zahlen um an ein neues iPhone 3GS zu kommen.

Der Wechsel von einem iPhone der ersten Generation fällt dagegen sehr leicht. Die höhere Geschwindigkeit des Mobilfunknetzes spielt hier zusätzlich eine wesentliche Rolle.

 

Einleitung

Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Ein großer Kritikpunkt des iPhone 3G war die geringe Akkulaufzeit. Beim neuen iPhone 3GS hat sich diese leicht verbessert, bei umfangreicher Nutzung von E-Mail, den Push-Funktionen, GPS, Social-Network-Clients und einigen Spielen ist an eine längere Nutzung als ein üblicher Arbeitstag aber nicht zu denken. Den Akku sobald als möglich wieder zu laden, ist also noch immer oberste Pflicht.

Ein weiterer negativer Punkt ist die in Deutschland vorhandene exklusive Bindung an T-Mobile. Diese Bindung sorgt für Einschränkungen, des mobilen Geräts, welches das Internet derart repräsentieren möchte, die nicht hinnehmbar sind. Dies reicht von Extrakosten für das Tethering und VoIP, bis hin zum Angebot einer Flatrate, die keine wirkliche ist.

Positive Aspekte des iPhone 3GS:

Negative Aspekte des iPhone 3GS:

Aufgrund der vielen positiven Aspekte des iPhone 3GS bleibt uns nichts anderes als den Excellent-Hardware-Award zu vergeben:

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