GoPro Hero3+ Black Edition im Test

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gopro-hero3plus-logoNicht mehr ganz taufrisch und auch der Nachfolger dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen - dennoch ist die GoPro Hero3+ in der Black Edition die aktuell beliebteste Outdoor-Kamera und kaum ein Extremsport-Event kommt ohne aus. Egal ob zu Land, Wasser oder in der Luft, GoPro hat aus einem Nischenmarkt ein massentaugliches Produkt gemacht und dafür gesorgt, dass auch Amateure ihre mehr oder minder spektakulären Aufnahmen mit sich, den Freunden und aller Welt teilen können. Dabei werden an eine Outdoor-Kamera besondere Anforderungen gestellt, die man über inzwischen vier Geräte-Generationen weiter angepasst und optimiert haben will. Wir haben uns die aktuelle Ausführung der GoPro Hero3+ in der Black Edition einmal genauer angeschaut.

Aktuell bietet GoPro drei Kameras in verschiedenen Ausführungen und mit unterschiedlichem Funktionsumfang an. Die GoPro Hero3 White Edition bildet mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 249 Euro den Einstieg. Mit einem Preis von 349 Euro in der Mittelklasse angesiedelt ist die Hero3+ Silver Edition. Spitzenmodell und mit allen Funktionen gespickt ist die Hero3+ Black Edition. Die Unterschiede der einzelnen Modelle haben wir in untenstehender Tabelle zusammengefasst.

GoPro-Modellreihe
KameramodellHero3 White EditionHero3+ Silver EditionHero3+ Black Edition
Preis 249 Euro (UVP) 349 Euro (UVP) 449 Euro (UVP)
Videoauflösung 1080p @ 30FPS
720p @ 60 FPS
1080p @ 60 FPS
720p @ 120 FPS
4K @ 12,5 FPS
2,7K @ 30 FPS
1080p @ 60 FPS
720p @ 120 FPS
Fotoaufnahmen 5 MP / 3-FPS-Serie 10 MP / 10-FPS-Serie  12 MP / 30-FPS-Serie 
WLAN Ja Ja Ja (Fernbedienung im Lieferumfang)
SuperView-Modus Nein Nein Ja
Auto-Low-Light-Modus Nein Nein Ja

Während die White Edition noch auf der Hero3 beruht, verwenden die Silver und Black Edition bereits das neue Hero3+-Gehäuse. Die Hero3+ ist 20 Prozent kleiner und etwas leichter als die Hero3. Außerdem soll der Akku bis zu 30 Prozent länger halten und das WLAN deutlich schneller sein, was qualitativ hochwertigere Aufnahmen über die per WLAN angebundene App ermöglichen soll. Optimiert hat GoPro auch die Optik, die einen weiteren Blickwinkel ermöglichen soll, bei gleichzeitig weniger Verzerrungen. Auf den Sensor angewendet sollen Funktionen wie SuperView und ein neuer Auto-Low-Light-Modus für bessere Videoergebnisse sorgen. Auf die einzelnen Details gehen wir später noch genauer ein.

Uns stand das Topmodell, die GoPro Hero3+ Black Edition zur Verfügung. Diese wird mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 449 Euro angegeben, ist im Handel allerdings bereits ab 360 Euro zu haben. In den vergangenen Wochen tauchten immer wieder Gerüchte zu einer baldigen Aktualisierung auf. Bislang aber wurde diese noch nicht vorgestellt und somit verbleibt die Hero3+ Black Edition die aktuell "beste" GoPro Outdoor-Kamera.

GoPro Hero3+ Black Edition
Straßenpreis ab 360 Euro
Homepage de.gopro.com
Technische Daten
Gewicht ohne Gehäuse 74 g
Gewicht mit Gehäuse 136 g
Speicherkarte MicroSD mit bis zu 64 GB
Anschlüsse Micro-HDMI und Mini-USB
Akku Lithium-Ionen-Akku (1.180 mAh, 3,7 V, 4.366 mWh)
Video-Aufnahmen
Mögliche Auflösungen 4K (12,5 FPS)
4K 17:9 (12 FPS)
2,7K (25 FPS)
2,7K 17:9 (24 FPS)
1440p (24, 25 und 48 FPS)
1080p (24, 25, 48 und 50 FPS)
960p (48, 50 und 100 FPS)
720p (50 und 100 FPS)
WVGA (240 FPS)
Videoformat H.264 Codec im MP4-Container
ISO-Einstellungen ISO400, ISO1600 und ISO6400
Weißabgleich RAW, 3000K, 5500K und 6500K
Foto-Aufnahmen
Auflösungen 12, 7 und 5 Megapixel
Serienbilder

30 Fotos in einer Sekunde
30 Foots in zwei Sekunden
30 Fotos in drei Sekunden
10 Fotos in einer Sekunde
10 Fotos in zwei Sekunden
5 Fotos in einer Sekunde
3 Fotos in einer Sekunde

3 Fotos pro Sekunde für maximal 30 Sekunden
5 Fotos pro Sekunde für maximal 30 Sekunden
10 Fotos pro Sekunde für maximal 30 Sekunden

Zeitraffer 0,5, 1, 2, 5, 10, 30 und 60 Sekundenintervalle

Wir lassen den Überblick in der Form zunächst einmal so stehen. In der Folge werden wir die einzelnen Features genauer beleuchten und auf die Möglichkeiten der Video- und Fotoaufnahmen eingehen. Ein paar Worte noch zum Lieferumfang. Neben der Kamera selbst befinden sich im Lieferumfang noch:

Ohnehin ist das Zubehör ein entscheidender Punkt bei den GoPro-Kameras, denn im eigenen Shop, dem Online-Handel oder im Fachgeschäft finden sich unzählige unterschiedliche Klemmen, Gurte, Halterungen und Bänder, um die GoPro-Kameras in den unterschiedlichsten und fast allen denkbaren Positionen zu halten. Natürlich aber sind die zahlreichen Befestigungsmöglichkeiten auch ein weiterer Kostenpunkt, denn will man sich hier eine ordentliche Basis anschaffen, kommt zum Kaufpreis der Kamera noch eine nicht unerhebliche Investition hinzu.

GoPro Hero3+ Black Edition
GoPro Hero3+ Black Edition

Neben der möglichst guten Bildqualität ist vor allem eines für eine Outdoor-Kamera wichtig - Größe und Gewicht. Die GoPro Hero3+ Black Edition wiegt ohne Gehäuse 74 g und kommt mit Schutzgehäuse auf 136 g. Damit ist sie nur an exponierten Stellen angebracht für den Träger spürbar. Das Gewicht spielt auch eine Rolle, wenn bei schnellen Bewegungen bzw. Schlägen auch eine gewisse Trägheit der Masse auf die Kamera wirkt, der nur mit einer guten Befestigung gegengesteuert werden kann. Mit 59 x 41 x 21 mm ist die GoPro Hero3+ Black Edition zudem sehr kompakt und kann fast überall angebracht und für den Transport schnell untergebracht werden.

GoPro Hero3+ Black Edition
GoPro Hero3+ Black Edition

Die Bedienung erfolgt ohne installiertes Display über die beiden Tasten auf der Oberseite sowie der Front der Kamera. Über das Display werden die jeweils gewählten Optionen bzw. Informationen zur Video- oder Fotoaufnahme angezeigt. An der linken sowie oberen Seite sind zudem die Mikrofone zu sehen, welche die Geräuschkulisse mit aufzeichnen. Da alle drei aktuellen GoPro-Modelle auch über eine WLAN-Anbindung verfügen, befindet sich an der hier linken Seite auch der dazugehörige Knopf, um diese zu ein- bzw. auszuschalten. Über eine rote und blaue LED an der Front werden die Aktivität des WLANs bzw. die laufende Videoaufnahme angezeigt.

GoPro Hero3+ Black Edition
GoPro Hero3+ Black Edition

Von der Rückseite betrachtet ebenfalls links zu finden sind die Anschlüsse sowie der MicroSD-Speicherkarten-Einschub. Darin finden MicroSD-Speicherkarten mit einer Kapazität von bis zu 128 GB Platz. Wer die Videos direkt auf den Rechner kopieren möchte, ohne die Speicherkarte zu entfernen, kann die Kamera über den Mini-USB-Anschluss verbinden. Über diese Verbindung wird auch der Akku in der Kamera geladen. Wer die Videos direkt auf einem Fernseher ausgeben möchte, kann die GoPro Hero3+ Black Edition per Micro-HDMI an einen solchen anschließen.

Auf der Rückseite zu sehen ist ein Dock-Anschluss für das optionale Display. Da die Kamera selbst über kein Display verfügt, kann der gewollte Bildausschnitt im Vorfeld nur geschätzt werden. Eine Kontrolle ist erst möglich, nachdem die Aufnahme beendet ist. Mit dem optionalen Display, das auf die Rückseite geklemmt wird und mit zusätzlichen 99 Euro zu Buche schlägt, kann eine Vorschau des Videos bzw. Fotos direkt vor Ort geschehen. Außerdem ist es darüber möglich die gemachten Aufnahmen direkt zu betrachten. An denselben Anschluss kann auch das Battery BackPack geklemmt werden, welches die Akkulaufzeit verdoppelt.

GoPro Hero3+ Black Edition
GoPro Hero3+ Black Edition

GoPro gibt sehr unterschiedliche Akkulaufzeiten für die Hero3+ Black Edition an. Diese ist natürlich abhängig vom gewählten Aufnahmemodus sowie der Tatsache, ob eine WLAN-Verbindung genutzt wird oder nicht. Zwischen einer und zwei Stunden gibt GoPro an, in der Praxis kamen wir aber meist auf deutlich geringere Werte. Das optionale Battery BackPack bzw. weitere Ersatzakkus sind auf längeren Touren also Pflicht.

GoPro Hero3+ Black Edition
GoPro Hero3+ Black Edition

Die WLAN-Verbindung der GoPro-Kamera kann für zwei Anwendungszwecke verwendet werden. Zum einen wird bei der Black Edition eine Fernbedienung mitgeliefert, welche eine Fernsteuerung der GoPro Hero3+ Black Edition ermöglicht. Die Kamera lässt sich auf diesem Wege vollständig bedienen, wie es über die beiden Tasten am Gehäuse selbst möglich ist. Es lassen sich also nicht nur die Aufnahme steuern, sondern auch die Einstellungen ändern. Dies ist vor allem dann von Vorteil, wenn die Kamera an exponierten Stellen angebracht ist, an die man nicht so ohne weiteren herankommt.

Zum zweiten kann die WLAN-Verbindung verwendet werden, um die Kamera mit der dazugehörigen App auf dem Smartphone oder Tablet zu verbinden. Diese ist kostenlos für Android (Google-Play-Store-Link) und iOS (App-Store-Link) erhältlich und ermöglicht die Steuerung der Kamera sowie das direkte Aufzeichnen der Fotos und Videos. Natürlich reicht die Qualität der Fotos und Videos nicht an das heran, was direkt auf der Speicherkarte aufgezeichnet wird. Dafür aber sind die Aufnahmen direkt auf dem Smartphone verfügbar und können dort auch bearbeitet werden.

GoPro Hero3+ Black Edition
GoPro Hero3+ Black Edition

Vieles fällt und steht bei der GoPro Hero3+ Black Edition, wie auch bei anderen solchen Outdoor-Kamera-Systemen, mit der weiteren Ausstattung. GoPro liefert in der Black Edition bereits einiges Zubehör mit. Dazu gehört auch das wasserdichte Gehäuse, welches bis in eine Wassertiefe von 40 m mitgenommen werden kann. Auch einige Klebehalterungen und Arme sind dabei, sodass ersten Versuchen einiger Aufnahmen nichts im Wege steht. Geht es aber an das eigentliche Sportgerät, muss die Zubehörabteilung meist noch einmal nicht unerheblich bemüht werden. Wie gesagt, schnell ist hier noch einmal ein dreistelliger Betrag ausgegeben, um die Kamera am Fahrradlenker, dem Helm oder anderen Positionen des Mountainbikes zu befestigen. Gurte für die Brust, den Kopf, verschiedene starke Rohrklemmen etc. pp. kommen schnell hinzu. Hier kann man sich genüsslich austoben.

Weiter geht es mit Zubehör, dass die Funktionalität erweitert. Display, Zusatzakku, Battery BackPack und verschiedene Gehäuse können schnell einen ganzen Rucksack füllen und kosten auch noch einmal einen nicht unerheblichen Betrag. Aus dem Alltag eines sportlich aktiven Redakteurs können wir verraten, dass beim Neukauf einer GoPro Hero3+ Black Edition kurz nach Erscheinen und der Anschaffung weiteren Zubehörs inzwischen eine Gesamtsumme von gut 650 Euro zusammengekommen ist.


Seitenlang könnte man sich nun über die Qualität der Fotos und Videos der GoPro Hero3+ Black Edition unterhalten. Doch gleich zu Beginn muss festgehalten werden, dass diese je nach Aufnahmesituation höchst unterschiedlich ausfallen. Von den Image-Videos der GoPro-Marketing-Abteilung ist man meist etwas weg - aber das gilt wohl für viele Produkte im Unterhaltungsbereich. Wir haben einmal ein paar Beispiels Videos und einige Fotos gemacht und stellen diese zur Verfügung, so dass man vielleicht einen Eindruck gewinnen kann.

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Da die Bildergalerie die Qualität deutlich herunterrechnet, haben wir die Beispielbilder noch in ihrer vollen Auflösung als Zip-Archiv hochgeladen.

Schnell wird deutlich, dass gutes Licht eine Grundvoraussetzung für gute Aufnahmen ist. Im Vergleich zur GoPro Hero3 Black Edition, also dem direkten Vorgänger können wir aber bereits eine leichte Verbesserung durch den Auto-Low-Light-Modus feststellen. Am besten schaut man sich weitere Nutzer-Videos an, die sich zahlreich bei Youtube finden. Herstellermaterial sollte nicht als Maßstab genommen werden. Allerdings bietet GoPro über seinen Youtube-Tutorial-Channel auch Videos und Anleitungen, um das bestmögliche Ergebnisse zu erreichen.


Nicht immer sind die schwere videofähige DSLR, Bridge-Cam oder aber das Smartphone die richtige Kamera für Videoaufnahmen. Wenn es nass, staubig, dreckig und wild wird, finden Outdoor-Kameras ihre Lücke und genau hier platziert sich GoPro seit einigen Jahren mit seinen Hero-Kameras. Dabei müssen einige Kompromisse eingegangen werden, die vor allem das Gewicht und die Abmessungen betreffen, was in der Folge bei der Konstruktion einer solchen Kamera natürlich auch eine Rolle für den Sensor und die Optik spielt. GoPro versucht dem mit automatischen Systemen für die richtige Lichtstärke entgegenzuwirken - gegen die physikalischen Gesetze hingegen kann man wenig tun. Bei ausreichend Licht bietet die GoPro Hero3+ Black Edition aber eine sehr gute Videoqualität in 1.080p und kann zudem bei niedrigeren Auflösungen auch mit netten Slow-Motion-Aufnahmen mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde aufwarten. Aufnahmen in 4K-Auflösung sind aktuell nur mit 12,5 FPS möglich, was für flüssige Videos natürlich viel zu wenig ist. Hier müssen wir wohl auf die nächste Generation warten.

Zur Outdoor-Fähigkeit können wir sagen, dass die Hero3+ Black Edition mitsamt Schutzgehäuse sowohl im Wasser, zu Land und auch in der Luft jederzeit robust geschützt ist und man um die Hardware keine Angst haben muss. Natürlich muss darauf geachtet werden, dass im Wasser auch der entsprechende Verschluss verwendet wird. Auch die dazugehörigen Audioaufnahmen sind durchaus brauchbar - eine Alternative zu den Onboard-Mikrofonen gibt es meist ohnehin nicht. Die Bedienung über die beiden Knöpfe mitsamt Fernbedienung ist im freien Feld mit den richtigen Voreinstellungen einfach möglich. Will man sich aber durch das komplette Menü quälen, sollte dies in alle Ruhe zu Hause geschehen. Noch etwas mehr erhofft hatten wir uns von der Akkulaufzeit. Uns ist aber auch durchaus bewusst, dass ein derart kleiner Akku in einer kompakten Kamera nicht stundenlang ein Video aufnehmen kann. Allerdings ist bei sportlicher Aktivität mit einer Länge von mehr als 30 bis 45 Minuten die Mitnahme mindestens eines weiteren Akkus Pflicht.

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Auch nachträglich lässt sich aus den gemachten Aufnahmen per Video-Schnitt noch einige herausholen. Langweilige Fahrten auf dem Bike, Quad oder Longboard können mit schnellen Schnitten gleich ganz anders aussehen. Auch die sogenannten Hyperlapse, also stabilisierte Zeitrafferaufnahmen, werden in Zukunft sicher eine immer wichtigere Rolle spielen.

Das zunehmende Aufkommen von Outdoor-Kameras ist überall zu sehen. Gefühlt hat inzwischen selbst jeder 3. Motorradfahrer eine solche auf dem Helm. Gleiches gilt für Bike- und Skateparks, Surfer, Segler und viele andere Aktivitäten. Doch auch die beste Kamera benötigt die entsprechend spektakulären Motive. Denn auch ein Kamera-Equipment für mehrere hundert Euro kann aus langweiligen Kamerafahrten keinen Aktion-Streifen machen. Die GoPro Hero3+ Black Edition eröffnet in technischer Hinsicht zumindest alle erdenklichen Möglichkeiten und ist dabei auch nicht nur auf sportliche Aktivitäten beschränkt. Weitere Anwendungsgebiete sind Musikkonzerte, die ersten Schritte des Kindes am Laufgestell oder schicke Zeitrafferaufnahmen in der freien Natur.

Positive Aspekte der GoPro Hero3+ Black Edition:

Negative Aspekte der GoPro Hero3+ Black Edition: