Worauf achten bei Selektion von RAM für OC?

ebniv

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Ich habe hier ein bisschen Ram, um mich mal in OC zu ertüchtigen.

Gibt es Erfahrungswerte, nach denen man den Ram selektieren kann oder kommt man nicht darum herum jeden Riegel einzeln mit unterschiedlichen Settings auszuprobieren?
Wenn ich mehrere zur Zeit teste lässt sich sicherlich nicht sagen welcher der der Riegel für einen Ram Fehler verantwortlich war, oder?

Praktisch an den Riegeln: Sie haben alle einen auslesbaren Temperatursensor.

Ich hätte ein generelles hohes Setting (möglichst hoher Takt, niedrige Timings) ausgewählt und einen Lasttest gemacht. Anhand der Temperatur hätte ich dann entschieden mit welchen Riegeln ich weiter ins spzieller OC gehe. Ist das vorgehen sinnvoll oder eher nicht und würdet ihr etwas anderes empfehlen?

Was sagen die Erfahrungswerte, welchen Einfluss das Produktionsdatum bzw. die Charge haben? Vermutlich ist es sinnvoll immer möglichst eine Charge, zumindest im Channel, zu haben?
Mir ist aufgefallen, dass besonders alte Riegel einer Modelnummer (M391A2K43BB1-CPB) mit 40°C deutlich niedrigere Temperaturen als eine neuere Charge (~50°C) unter Last aufweisen.

Ich bin noch neu im Thema und möchte eigentlich möglichst wenig Zeit mit der Selektion verbringen, um mich dann ausführlicher dem tatsächlichen OC zu widmen. In den Guides konnte ich leider nichts zur Selektion finden, sondern nur Ausführliches zum OC.


Hintergrundinformation:
Asus B550 Creator, Ryzen 5750G, ECC-Ram je Riegel 16GB (will mal schauen was aus dem alten Kram noch rauszukitzeln ist, vor allem da Retail ECC Ram auch keine so tollen Spezifikationen aufweist)
 
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Kenaz

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Ist es überhaupt sinnvoll ECC Speicher zu übertakten?
Wie will man da überhaupt gescheit auf Stabilität testen, ECC korrigiert doch Speicherfehler.
 

ebniv

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Ist es überhaupt sinnvoll ECC Speicher zu übertakten?
Da scheiden sich die Geister.
Wie will man da überhaupt gescheit auf Stabilität testen, ECC korrigiert doch Speicherfehler.
Das ist eben ein Argument gerade dafür, ECC RAM zum übertakten zu nutzen. Man ist nicht nur auf Anzeichen eines instabilen Systems oder gar Abstürze angewiesen, sondern bekommt durch das Auftreten von ECC-Fehlermeldungen bereits vorher mit, dass man eine OC Grenze erreicht hat.
 

emissary42

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Nehr'esham
oder kommt man nicht darum herum jeden Riegel einzeln mit unterschiedlichen Settings auszuprobieren?
Nein, an den Einzeltests führt kein Weg vorbei (wenn man es richtig machen will).

Allgemein empfiehlt es sich für die Selektierung wenigstens zwei oder besser drei Settings (Messpunkte) zu verwenden. Je mehr Daten man hat, desto genauer lassen sich die Module vergleichen und desto eher kann man Schwächen identifizieren. Den Aufwand sollte man sich natürlich nur dann machen, wenn nicht von vornherein fest steht, welcher Takt und welche Timings das Ziel sind.

Abgesehen davon sind S8B OEM Module relativ grottig. Ich würde bei ECC Modulen eher zu H8D, M8E oder M16B raten, zumindest wenn wie für Cezanne hoher Speichertakt gefragt ist.
 

ebniv

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Nein, an den Einzeltests führt kein Weg vorbei (wenn man es richtig machen will).

Allgemein empfiehlt es sich für die Selektierung wenigstens zwei oder besser drei Settings (Messpunkte) zu verwenden.
Ok, als Hauptparameter erscheinen mir Takt, Spannung und die Haupttimings. Als zusätzliche Messgröße könnte ich die Temperatur nutzen.
Welcher dieser drei Parameter sollte man für die Selektion variieren?
Die Spannung (1.2V, 1.35V, 1,45V)?
In dem Fall wäre meine Idee einen geschätzten Maximaltakt (entsprechend der Spannung vorher an einem Modul ausgelotet), welcher überall laufen sollte, mit auto Timings nutzen und dann die Temperatur als Indikator für weiteres OC Potenzial der Module verwenden.


Abgesehen davon sind S8B OEM Module relativ grottig. Ich würde bei ECC Modulen eher zu H8D, M8E oder M16B raten
Vielen Dank, dass du das nochmal klargestellt hast! S8B wird auch nur genutzt, weil vorhanden bzw. sehr günstig bezogen und ich aktuell keine mehre Hundert Euro für neuen Ram ausgeben möchte. Daher schaue ich erstmal wie weit ich mit den alten Dingern komme. Jetzt als Neuware für 100€/16GB Riegel sollte man sich das sicher nicht mehr zulegen! Ich werde die anderen Chips für die Zukunft auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.

Cezanne hoher Speichertakt
Heißt in diesem Fall ist der der Takt wichtiger als Timings? War mir nicht so bewusst, da muss ich mal weiteres Test durchlesen oder sonst selbst ausloten.
 

emissary42

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Nehr'esham
Welcher dieser drei Parameter sollte man für die Selektion variieren? Die Spannung (1.2V, 1.35V, 1,45V)?
Es gibt verschiedene Herangehensweisen, die abhängig vom Zweck der Selektierung sind. Man kann Module, neben dem maximalen Speichertakt oder der Skalierung einzelner Timings nach Spannung, durchaus nach ganz anderen Kriterien selektieren, darunter zum Beispiel die Temperaturtoleranz bei bestimmten Einstellungen (wenn direkte Kühlung nicht möglich/problematisch ist, wie in einem ITX System).

Für Retail S8B könnte man zum Beispiel die benötigte Spannung für einen bestimmten Benchmark mit DDR4-3600/3800/4000 CL14, unter Berücksichtigung der minimalen tRCD, ermitteln.

Modul 1
3600 CL14-13 - 1.39V
3800 CL14-13 - 1.44V
4000 CL14-13 - 1.49V
Modul 2
3600 CL14-13 - 1.40V
3800 CL14-14 - 1.45V
4000 CL14-15 - 1.52V (tRCD 14 - 1.54V)
Modul 3
3600 CL14-14 - 1.40V
3800 CL14-14 - 1.45V
4000 CL14-15 - 1.51V (tRCD 14 - 1.53V)
Modul 4
3600 CL14-13 - 1.40V
3800 CL14-14 - 1.45V
4000 CL14-14 - 1.51V (tRCD 13 - 1.53V)

Obwohl alle Module bei DDR4-3600 sehr nach beieinander liegen, ergibt sich daraus: Modul 1 > Modul 4 > Modul...

Heißt in diesem Fall ist der der Takt wichtiger als Timings?
Das ist die Regel, innerhalb gewisser Grenzen. Schau mal im Cezanne Benchmarkthread vorbei:

 

Mr.Mito

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Ist es überhaupt sinnvoll ECC Speicher zu übertakten?
Wie will man da überhaupt gescheit auf Stabilität testen, ECC korrigiert doch Speicherfehler.
Das geht mit ECC Speicher, sofern dieser die Fehler ans OS durchmeldet (Stichwort PFEH bei Ryzen ...), sogar "leichter" und besser, als mit normalem Speicher. :) Zudem kann man ECC fürs grobe vortesten auch einfach abschalten.
Ohne PFEH ist ECC in meinen Augen in einer Ryzen Workstation so oder so kompletter Mist, denn was bringt mir ECC, wenn ich ggf. auftretende Fehler nicht gemeldet bekomme?


@ebniv:

Ich habe deine PM gesehen und wollte gestern eigentlich noch auf deinen anderen (nun leider gelöschten) Post antworten. Ging dann irgendwie unter.
Entscheidend sind vor allem die verbauten ICs. Auf die gemeldeten Temperaturen würde ich nichts geben. Das ist ein kleiner Temp IC auf dem PCB. Ich wüsste wirklich nicht, wieso gleiche Riegel, bei gleicher Spannung 10°C Differenz haben sollten. Wenn es wirklich die gleichen DRAM ICs sind, würde ich mal schauen ob Samsung zwischenzeitlich den Temp IC wechselte oder mit IR Thermometer selbst nachmessen. :fresse:

Bezüglich Selektion habe ich das bei meinen S8B ECC recht pragmatisch gehalten. Ich habe mit einem Einzelstick grob den Sweetspot bei ~1,35V mit "scharfen" Timings ausgelotet, der einige Zeit (100%) fehlerfrei durch HCI lief. (C14 ging da schon nicht mehr)
Dann einfach Stick für Stick rein in die Kiste und HCI angeworfen. Gabs schnell Fehler, Vdimm hoch, gabs bis 20% keine, Vdimm runter bis halt welche kamen.
Gabs trotz mehr Vdimm Fehler (S8B skaliert ja normal mit Spannung) bei den problematischen Subtimings geschaut oder aber den Stick gleich "verworfen", wenn er zu schlecht war.
Was sagen die Erfahrungswerte, welchen Einfluss das Produktionsdatum bzw. die Charge haben? Vermutlich ist es sinnvoll immer möglichst eine Charge, zumindest im Channel, zu haben?
Dazu kann ich nicht wirklich etwas sagen, da ich dafür zu wenige Sticks hatte, aber ich hatte 4 aus gleicher Charge und davon war einer besser, als die restlichen 3.
Ausreißer gibt es also auch innerhalb der gleichen Charge/Kalenderwoche.

Wenn beim testn mal ein Riegel dabei sein sollte, der auch mit sehr wenig Spannung noch fehlerfrei bei den "Testwerten" laufen sollte, lohnt es sich durchaus dort auch mal C14 mit mehr Vdimm zu testen. Es ist halt Glücksspiel. und selbst grobes vorselektieren frisst daher einiges an Zeit. Meine besseren S8B ECC wurden im Luxx verkauft, da PFEH mit Zen3 zu dem Zeitpunkt bei mir nicht ging und ECC somit für mich keinen Sinn machte.
Der Abstand zwischen S8B ECC OEM und S8B "retail" mit gutem bin ist aber sehr, sehr groß. Keiner meiner OEM Sticks schaffte "richtig gute" Werte, also im Vergleich zu guten OC-Kits. S8B wird wirklich sehr heftig vorselektiert.
3200/C16 schafften aber alle. Gute mit ~1,25-1,30V. Schlechte brauchten da schon 1,40V oder gar etwas mehr.

PS:
PFEH = Platform first error handling. Mit Zen3 war es bei mir per default an und zudem mit Standard BIOS nicht abschaltbar. Mit aktiviertem PFEH handelt der Ryzen selbstständig ECC Fehler und meldet diese nicht mehr an das OS. Ohne PFEH würde ich OC mit ECC einfach vergessen, ganz ehrlich.
PFEH mag bei EPYC Sinn machen, aufgrund anderer Möglichkeiten, bei Ryzen ist es einfach bescheuert seitens AMD es per default zu setzen.

Ist zumindest meine Meinung.

EDIT:
Hier noch meine alten Werte vom groben antesten. Vielleicht hilfts dir ja:

zwischenablage02-jpg.689773


Es kann im Übrigen durchaus sein, dass du für den IMC bei gleichem Takt mehr Spannung brauchst, als mit non-ECC Modulen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Mr.Mito

Admiral, Altweintrinker
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Ach, ganz vergessen, auch wenns eigentlich klar sein sollte. Für die HCI Tests musste natürlich ECC abschalten. Oder mit ECC an eben bei deaktiviertem PFEH im Ereignislog nach Fehlern schauen.

Mit Zen1 hab ich fürs OC testen ECC abgeschaltet, mit dann stabilen Werten ECC eben angeschaltet und PFEH deaktiviert. Man kann sich für ECC Fehler im Ereignislog z.B. einfach ein Popupskript schreiben o.Ä. und bekommt dann ECC Fehler sofort gemeldet. Wer gründlich vortestet, sollte aber im Betrieb eigentlich keine bekommen. (Finale HCI Runs sind bei mir ~20h - da hat aber jeder seine eigene Vorgehensweise bei Speicher-OC. Es macht immer Sinn nicht nur mit einem Tool zu testen, sondern z.B. noch mit Karhu oder TM5 und dem extrem Profil gegen zu prüfen. )

Frage am Rande - bietet dein Asus B550 Creator mit dem 5750G PFEH im BIOS als Option an? Ist i.d.R. im AMD CBS zu finden.
 
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