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[User-Review] Seagate Iron Wolf (SSD/HDD) im QNAP TS351 - #2

scars

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Hallo zusammen,

Hier folgt der zweite Teile meine Reviews.
Teil 1 findet ihr hier.:

Benchmark SSDs + HDDs

Da das NAS der Leistung der Laufwerke von Seagate nicht gerecht wird, habe ich im PC noch ein Benchmark erstellt.
HDD hab ich per Sata 6G an meinem ASRock X99 angeschlossen, die SSD im M2 Slot.

Ironwolf SSD
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Ironwolf HDD
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Zusätzlich hab ich über 4 Stunden einfach mal munter Dateien drauf kopiert. (VHD Images unter verschiedenen Namen)
Sieht sehr gut aus und die Transferrate bricht auch nach 3,x TB nicht ein...
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Was bewirkt die SSD? Test mit und ohne SSD

Ich habe verschiedene Szenarien durchprobiert, den SSD Cache hab ich wie folgt konfiguriert:
  • Raid 1 & Raid 0
  • Puffern aller Lese und Schreibzugriffe
  • Alle E/As werden gepuffert
Zuerst hab ich wieder VHD Imagedateien (60GB) zwischen NAS und meinem PC umkopiert, anschließend auch noch vom iMac meiner besseren Hälfte.
Getestet habe ich es per FTP ,Samba Protokoll und ISCSI Laufwerk unter Windows, die Zeiten waren bis auf ein paar Sekunden identisch - dass seh3 ich unter Messtoleranz.
Hier bringt der SSD Cache also leider nichts.

Anschließend habe ich kleine Dateien erzeugt: 512KB - 5MB. Insgesamt 1536 Dateien mit einer Gesamtgröße von 4,5GB.
Wieder alles per FTP & Samba durchs Netzwerk geschoben und die Zeit in Sekunden dokumentiert.

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Es zeigt sich, dass der Unterschied marginal ist.

Eins der wenigen Dinge die wirklich vom Cache profitieren können, ist der SQL Server...
Ich habe den SQL Server in Betrieb genommen eine größeres Datenbankbackup (3,5GB) einer Webseite, die ich mitbetreue auf das NAS gespielt (ca. 100 Tabellen).
Mit ein paar Joins durch diverse Tabellen konnte ich das NAS Auslasten, allerdings bremste nicht der Cache sondern die CPU verharrte bei 100 % Last - auch mein Vorteil durch die SSDs...
Es ist aber ein sehr fiktives Szenario, ich würde sowas niemals guten Gewissens auf einem NAS laufen lassen...

Im QNAP TS351 ist die Investition in einer SSD "Wasser ins Meer getragen", entweder ist die CPU Leistung oder das 1GB Ethernet der Flaschenhals.
Invest und Leistungsgewinn stehen in keinem Verhältnis. Kopiere ich einzelne Dateien hoch, spielt der Cache keine Rolle, kopiere ich mehrere Ordner mit vielen kleinen Dateien hoch kann das NAS sie mit SSD schneller verarbeiten. Aber wer schaut beim hochkopieren schon auf den Balken, das läuft in der Regel im Hintergrund...

NAS im Wohnzimmer - Was bietet der HDMI Ausgang?

Das NAS bietet die Möglichkeit es im Wohnzimmer als HTPC aufzustellen.
Auf der Startseite sieht man bereits diverse vorinstallierte Anwendungen, u.a.:
  • Webbrowser (Chrome, Firefox)
  • LibreOffice
  • Facebook
  • Videoüberwachung (Surveilance Station und QVR Pro Client)
  • Spotify
  • Video Wiedergabe (Video Station & HD Player)

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Die Idee finde ich wirklich gut, aber die Umsetzung - sehr durchwachsen...
Ich hab dazu ein Video gemacht, dass die Oberfläche zeigt.:
(Ich hab versucht meinen Dialekt so gut wie möglich zu verbergen 😆 )


Zusammengefasst:
Das TS351 ist leider überfordert, die Systemleistung reicht nicht für ein flüssiges Bedienen / Abspielen von Videos.
Hinzu kommt dann wieder, dass DTS nicht abgespielt wird und erst in ein anderes Format umgewandelt werden muss.
Zudem sind die 16TB Festplatten zu laut, als dass ich sie im Wohnzimmer haben möchte.

Kann es sich beim Streaming mit Dreambox und Apple TV messen?

Nein, ich denke mehr gibts dazu auch nicht zu sagen.

USB Schnittstellen - Was kann man anbinden?

Drucker & Laufwerke können per USB angeschlossen werden.
(Genial wär natürlich noch eine Remote USB Funktion um Geräte die dort angeschlossen sind am PC zu nutzen)

Zum Testen hab ich unseren Epson WP4535 angeschlossen. Nach Freigabe erscheint der Drucker auch schon im Netzwerk.
Windows verbindet den Drucker unter manueller Angabe der Treiber und schon gehts los.
Drucken und Scannen funktioniert einwandfrei.

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Anders sah es beim Dokumentscanner, den ich nutze aus. Ein Fujitsu ScanSnap ix500, das QNAP erkannte zwar das etwas angeschlossen ist aber konnte nichts damit anfangen.
Alles andere hätte mich auch gewundert und so ging es weiter mit Speichermedien.:
  • Externe SSD (300GB) extFat
  • Externe HDD (4TB) extFat
  • USB Stick (16GB (USB2.0) und 128GB(USB3.0)) NTFS
  • SD Kartenleser (32GB SD Karte) FAT32
USB Stick und SD Karte wurden sofort erkannt und eingebunden, ließen sich über die Weboberfläche sofort ansprechen und über Samba nach Freigabe.

Bei der SSD & HDD bekam ich folgende Meldung.:

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exFAT kostet extra. Die SSD hab ich platt gemacht und zum testen als ext4 bzw. NTFS formatiert. Die HDD fiel allerdings raus, da das meine Sicherungs HDD ist.
Bei der Surveillance Station sehe ich es ein, dass 2 Kameras dabei sind und man weitere extra Lizenzieren muss, aber das Lesen von verschiedenen Dateisystemen empfinde ich als Grundfunktion und echt frech, dafür nochmal ein paar € aufzurufen. Wo führt das bitte hin?

Die SSD wurde trotzdem erkannt, lies sich per Weboberfläche formatieren und beschreiben.
Beim Kopieren vom NAS auf externe Datenträger und umgekehrt erreichte ich ca 120-160 MByte/Sek mit SSD sowie USB Stick.

Zusätzlich bietet das QNAP die Möglichkeit WLAN und Bluetooth USB Sticks anzuschließen.
Lange Rede - Kurzer Sinn: TP Link WDN4200 (WLAN) und Targus ACB10US1 (Bluetooth) sind laut QNAP Kompatibel, wurden aber auch nach Reboot nicht erkannt.
Da ich beides aber auch für sinnlos halte, hab ich nicht weiter damit herumprobiert.

QVPN & myQNAPCloud

Das NAS bietet mit QVPN einen VPN Server der die gängigen Protokolle unterstützt (OpenVPN, L2TP/IPSec), beides sehr einfach einzurichten und die Verbindung übers Internet (Mobilfunk) hat 1A funktioniert.
Mit myQNAPCloud lässt sich das NAS im Internet erreichen und verschiedene Dienste freigeben.
SSL Zertifikat von Lets Encrypt oder alternativ auch andere Dienstleister können genutzt werden.

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Datensicherungsjobs - Welche Möglichkeiten gibts?

Auf dem QNAP ist die Backup Station vorinstalliert.
Dort lassen sich diverse Sicherungs Jobs anlegen, getestet habe ich RSync zu meinem Synology NAS, Snap Shots und die USB One Touch Kopie.
Funktioniert alles Einwandfrei, ich hab mehrere Synchronisationen durchgeführt und immer wieder Dateien geändert.

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Cloud Backup wird standardmäßig nur Amazon S3 angeboten. Auf der QNAP Seite wird für andere Cloud Anbieter (Ich nutze Dropbox und HiDrive) auf die Anwendung "Cloud Drive Sync" verwiesen, blöd das diese vor kurzem abgeschafft wurde (Könnte man in der Anleitung vielleicht erwähnen und ggf. gleich auf den Nachfolger HBS3 verweisen)

Nach der Installation von HBS3 lassen sich diverse Anbieter einfach einbinden und schon läuft die Synchronisation.

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Erweiterungen - was bietet QNAP für zusätzliche Software?

QNAP nutzt wie bereits in vielen anderen Umgebungen auch im Einsatz einen eigene Anwendung, das APPCenter.
Von eMule Client (kennen vermutlich nur die älteren) über Joomla (CMS System), nodeJS (javascript Entwicklungsumgebund) , QVPN (VPN Server) finden sich sehr viele Erweiterung.
Zusätzlich lassen sich eigene Erweiterungen manuell installiern.

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Scripte ausführen

Bei Synology nutze ich die Aufgabenplanung um Skripte Zeitgesteuert auszuführen.
Ich schiebe z.B. Datensicherungen von Anwendungen, Datenbanken oder ganzen Servern in ein Verzeichnis auf dem NAS, auf das nur der Root User Zugriff hat und Benenne die Dateien entsprechend dem Datum um oder ergänze den Namen um weitere Infos. (Als Teil eines Emotetsicheren Backups, ich komme von Außen mit keinem Protokoll an diesen Zielpfad)

Leider gibts keine UI, aber ich hab ein Shell Script erstellt, per SSH übertragen und bei den Cronjobs eingetragen, läuft.

Fazit

IronWolf NAS 16TB
Speicherplatz fast ohne Ende, 3 Jahre Garantie und Schreib und Lesegeschwindigkeiten von mehr als 220 MByte/s auch über Stunden machen das Laufwerk sehr attraktiv...
Das einzig negative sind die Schreib/Lesegeräusche, im Wohnzimmer oder im PC möchte ich das nicht haben. Im NAS das im Keller im Serverschrank steht, fällts nicht ins Gewicht.

IronWolf 510 960GB
1 Drive Write per Day gibt Seagate als Spezifikation mit, also innerhalb der 5 Jahren Garantie schreibt die SSD mindestens 1,752 PB. Hinzu kommen bis zu 3,15GByte/s Lesen und bis zu 1GByte/s Schreibgeschwindigkeit. Sofern das NAS die SSD bedienen kann, macht man damit jedem System ordentlich Feuer.

QNAP TS-351
Licht und Schatten wechseln sich bei dem System ab. Die Grundfunktionen, also eigentlich Speicherplatz im Netzwerk zur Verfügung zu stellen leistet das Gerät ohne Fragen. Allerdings ist die Hardware für die Möglichkeiten die das NAS bietet zu schwach ausgelegt. Gerade das System mit M2 SSDs zu Beschleunigen ist ein Netter Gimmick, aber praktisch nutzlos da es entweder am Netzwerk (1GBit) oder am zu schwachen Prozessor (Dual Core Celeron J1800) scheitert. Hinzu kommen dann Kleinigkeiten, wie das extFAT extra kosten soll oder dass DTS Ton aufgrund Fehlender Lizenz nicht wiedergegebenen/kodiert wird. Die Einrichtung, Konfiguration und auch die Erweiterungsmöglichkeiten sind zweifellos sehr gut. Aber es bleibt noch Luft nach oben...

Vielen Dank auch hier nochmal an HWLuxx für das NAS und die Festplatten.

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