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[User-Review] QNAP TS-251B mit zwei Western Digital Red 10TB - Das Beste für den Heimgebrauch?

TjArden

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Hallo zusammen und willkommen bei meinem User-Review.
Getestet wurden innerhalb dieses Reviews ein QNAP TS-251B mit zwei Western Digital Red 10TB Festplatten. Diese Ausstattung stellt grade jeweils eine sehr gehobene Ausstattung für den Heimgebrauch dar. Der Test soll zeigen, was mit dem NAS alles von Haus aus möglich ist, welche laufenden Kosten entstehen und welche Erweiterungsmöglichkeiten geboten werden.
Bedanken möchte ich mich hier im Vorfeld bei Hardwareluxx, Western Digital und QNAP für die Bereitstellung der Testkonfiguration. Die Ausschreibung ist HIER zu finden, während Ihr HIER meine Bewerbung einsehen könnt.
Die Bilder gibt es in voller Auflösung HIER, auch wenn sie es am Ende nicht in diesen Post geschafft haben.
Ohne große weitere Vorrede soll es auch gleich losgehen:

Inhaltsverzeichnis
  1. Vorstellung NAS und Festplatten
    • NAS
    • Festplatten
  2. Inbetriebnahme
    • Lieferumfang
    • Verarbeitungsqualität
    • Zusammenbau
  3. Erster Start und Einrichtung
  4. Alltagsnutzung
    • Leistung im Netzwerk
    • Fernzugriff
    • Temperaturen / Lautstärke
    • Stromverbrauch
    • Wartung / Aufrüstbarkeit
  5. Containter- und VM-Station
  6. Fazit
    • Eigene Meinung
    • Preis/Leistungsverhältnis zum aktuellen Markt
  7. Offene Projekte


Vorstellung NAS und Festplatten

NAS

Bei dem NAS handelt es sich um das Modell TS-251B der Marke QNAP. Es stellt mit zwei Festplattenschächten einen üblichen Vertreter für den Heimgebrauch dar, trumpft allerdings mit einer PCIe Schnittstelle zur Erweiterung auf. Beispiele wären hier eine 10Gbit Netzwerkkarte zur Nutzung statt der 1Gbit Schnittstelle, eine WLAN Karte oder eine M.2 Adapterkarte samt SSD für Caching. Auch Kombinationen dieser Varianten sind erhältlich.
Ansonsten hebt sich das NAS durch die x86 Plattform mit dem Intel Prozessor von den günstigeren Geräten hervor. Dies ermöglicht unter anderem auch die Virtualisierung verschiedener Betriebssysteme, wenn hier nicht vorher der für diesen Zweck knappe Arbeitsspeicher von 2GB (oder 4GB) limitiert.
Nachfolgend das genaue Datenblatt für die getestete Variante mit 2GB Ram laut Hersteller:


CPUIntel Celeron J3355 Dual-Core 2,0 GHz Prozessor (Turbo bis zu 2,5 GHz)
CPU Architektur64-Bit x86
GrafikprozessorIntel HD Graphics 500
Verschlüsselungsengine(AES-NI)
Hardwarebeschleunigte TranskodierungJa
Systemspeicher2 GB SO-DIMM DDR3L (1 x 2 GB)
Maximaler Speicher8 GB (2 x 4 GB)
Speichersteckplatz2 x SO-DIMM DDR3L
Flash-Speicher4GB (Dual Boot OS Schutz)
Laufwerksschacht2 x 2,5-Zoll- oder 3,5-Zoll SATA 6Gb/s, 3Gb/s
Laufwerkskompatibilität3,5-Zoll SATA Festplattenlaufwerke
2,5-Zoll SATA Festplattenlaufwerke
2,5-Zoll SATA SSDs
Hot-swappableJa
M.2 SSD-SteckplatzOptional über einen PCIe-Adapter
Gigabit Ethernet Port (RJ45)1
10 Gigabit Ethernet PortOptional über PCIe-Erweiterungskarte
PCIe-Steckplatz1 x PCIe Gen 2 (x2)
USB 2.0 Port3
USB 3.0 Port2
USB 3.1 Gen 2 (10 Gbit/s) PortOptional über PCIe-Erweiterungskarte
IR-Sensor(RM-IR004)
HDMI-Ausgang1, HDMI 1.4b (bis zu 3840 x 2160 @ 30Hz)
Audioeingang2 x 3,5mm Mikrofonbuchsen (nur dynamische Mikrofone)
AudioausgangLautsprecher, 3,5mm Line-Ausgangsbuchse (für Verstärker oder Kopfhörerverstärker)
LED-AnzeigenBetrieb/Status, LAN, USB, HDD1-2
TastenEin/Aus, USB-Kopie, Reset
Abmessungen (HxBxT)168 × 105 × 226 mm
Gewicht (netto)1,53 kg
Gewicht (brutto)2,63 kg
Betriebstemperatur0 - 40 °C (32°F - 104°F)
Relative Luftfeuchtigkeit5 – 95 % relative Luftfeuchtigkeit / nicht kondensierend, Feuchtkugeltemperatur: 27˚C (80,6˚F)
NetzteilExternes Netzteil, 65W, 100 – 240 V
Stromverbrauch: Festplattenruhezustand8,08 W
Stromverbrauch: Betriebsmodus, typisch15,25 W
Lüfter1 x 70 mm
Geräuschpegel16,7 db(A)
Kensington-SicherheitsschlossJa

Festplatten

Bei den beiden Festplatten handelt es sich um zwei baugleiche Exemplare der Bezeichnung WD100EFAX des Herstellers Western Digital. Laut diesem wird auf eben jenen Festplatten der Red Serie eine spezielle Firmware genutzt, die besonders in NAS Anwendungen ihre Stärken ausspielen soll.
Und auch hier das genaue Datenblatt für die getestete Variante mit 10TB laut Hersteller:


SchnittstelleSATA 6 Gbit/s
Formatierte Kapazität10 TB
Formfaktor3,5 Zoll
ModelnummerWD100EFAX
Lesegeschwindigkeit210 MB/s
Cache256 MB
Umdrehungen5400 U/min
Lade-/Entladezyklen600.000
MTBF1.000.000 Stunden
Workload Rate180 TB / Jahr
Garantie3 Jahre
FirmwareNASware 3.0
Leitungsbedarf (Betrieb/Leerlauf/Ruhemodus)5,7 W / 2,8 W / 0,5 W
Umgebungstemperatur (Betrieb/Nichtbetrieb)0 bis 65°C / -40 bis 70°C
Erschütterungsfestigkeit (Schreiben/Lesen/Ruhemodus)30 G / 65 G / 250 G
Geräuschentwicklung (Betrieb/Leerlauf)29 dBA / 25 dBA
Maße26,1 x 147 x 101,6 mm
Gewicht650 gr.

Inbetriebnahme

Lieferumfang
Fangen Wir mit dem Lieferumfang der Festplatten an. Da wäre in der Verpackung neben der Schutz gegen mechanische und elektrische Einwirkungen in Form von Polstern und der antistatischen Hülle nur noch die Festplatte. Kein Firlefanz, einfach nur die Festplatte. Und das ist meiner Meinung nach für eine Festplatte auch gut so. Schließlich sind potentielle Sata Kabel beim Mainboard dabei oder werden bei diesem NAS gar nicht benötigt.

Geht es also weiter mit dem Lieferumfang des QNAP TS-251B. Auch dieses wird mit einer anständigen Polsterung versendet. Innerhalb befindet sich das NAS selber. Bereits verbaut sind die Laufwerksschlitten. Noch verbaut werden müssen die dazugehörigen Schrauben. Hier werden verschiedene für 2,5“ und 3,5“ Laufwerke mitgeliefert. Weiter unten in dem Karton befinden sich die obligatorischen Beipackzettel zum Thema Inbetriebnahme und Garantie. Sie sind leicht verständlich und weisen gut darauf hin, was wie zu erledigen ist. Zu guter Letzt befinden sich ein LAN-Kabel sowie das Netzteil mit passendem Kaltgerätekabel in der Verpackung. Alles zu Betrieb ist als dabei, wenn auch ein HDMI Kabel für die Multimediafunktion fehlen würde. Kein Beinbruch, aber so beworben wäre es auch nicht verkehrt, wenn es beiliegt.



Verarbeitungsqualität
Die Verarbeitungsqualität der Festplatten lässt sich relativ einfach beschreiben: Sie fühlen sich einfach wertig an und sehen es auch aus. Viel mehr wüsste ich dort auch gar nicht zu beschreiben. Die Sata Anschlüsse sind naturgemäß das fragilste Element. Das ist aber auch das Einzige wirklich „auffallende“ Merkmal.
Auch beim QNAP TS-251B kann ich von der Verarbeitungsqualität nichts Negatives berichten. Die Spaltmäße passen, nichts quietscht oder knarzt. Werder beim Anheben, noch bei Vibration durch die Festplatte. Diese dringt leider bis nach außen durch, sodass an das Kunststoffgehäuse angrenzende (Holz-)Teile als Resonanzkörper wirken. Ein kleiner Luftspalt verhindert das aber bereit. Ansonsten sind alle getesteten Anschlüsse stabil. Ebenso die Laufwerkseinschübe. Besonders den Deckel möchte ich hier hervorheben, der mit großer Genugtuung magnetisch an seinen Platz rutscht und sich zusätzlich mechanisch arretieren lässt.

Zusammenbau
Der Zusammenbau der einzelnen Komponenten gestaltet sich als sehr einfach. Alle Schutzfolien abziehen (hhnnnnngh) bildet den ersten Schritt. Danach wird die Klappe entriegelt und zur Seite geschoben. Die Entnahme der Laufwerksschlitten kann einhändig erfolgen. Dann folgt das Verschrauben der Festplatte daran. Genutzt werden dabei die Gewinde auf der Unterseite der Festplatten. Bei Einschieben merkt man einen kleinen Wiederstand gegen Ende, wenn die Sata Anschlüsse ineinandergreifen. Ansonsten ein sehr einfacher und relativ Idiotensicherer Vorgang. Das soll allerdings keine Herausforderung an euch sein ��.



Das Schwerste am restlichen Aufbau ist dann auch schon das Finden einer Steckdose. Wenn die gefunden und das LAN-Kabel verbunden ist, kann es losgehen. Ich habe allerdings um zu sehen, was passiert direkt ein HDMI Monitor mit anschlossen. Dies ist aber optional.

Erster Start und Einrichtung
Weiter geht es nach der guten Verarbeitungsqualität der der Hardware nun mit softwareseitig nun hoffentlich ähnlich weiter. Die Festplatten sind eingebaut. Strom- und LAN-Kabel sind angeschlossen. HDMI Kabel zu einem Monitor sicherheitshalber auch. Schalten wir das Ding also das erste Mal an. Der Monitor zeigt nach kurzer Zeit folgenden Bildschirm an. Der Rest scheint also am PC abzulaufen, an dem die restlichen Screenshots erstellt wurden.
Dort wird nach Eingabe der IP Adresse auch schon der Einrichtungsassistent vorgeschlagen. Dieser bringt einen Schritt für Schritt und ohne komplizierte Einstellungen soweit, dass das NAS als Netzlaufwerk eingebunden werden kann.


Bei der weiteren Anmeldung erscheint der Startbildschirm, an dem sich der „Admin“, sowie alle anderen Benutzer anmelden können. Die Startseite eines jeden Benutzer ist dann wie ein mobiles System mit Apps auf dem Startbildschirm und einer Statusleiste aufgebaut. Nach der Aktualisierung der Firmware und allen Apps können tiefgreifendere Einstellungen getroffen werden oder neue Apps heruntergeladen werden.



Statusupdates hierzu werden in nachfolgenden Posts je nach Projekt vorgestellt und nachgereicht


Alltagsnutzung

Leistung im Netzwerk
Ich muss gestehen, dass der Plan dieses Kapitels nicht so recht aufgehen will. Dies liegt unter anderem daran, dass ich den Zeitaufwand zum Initialisieren eines RAIDs unterschätzt habe. Bei erstmaliger Einrichtung habe ich die Festplatten im RAID 1 (gespiegelt) konfiguriert. Die Einrichtung konnte ich weiterhin vornehmen, jedoch haben die Festplatten anständig gerödelt. Ein kurzer Blick auf die Statusmeldungen zeigt „Raid initialisieren – 0,02% - 26 Std. verbleibend“…
Nagut. Raid 1 ist die Variante, die ich nach Abschluss des Reviews eh benutzen wollte und zeigt denke ich ganz gut die potenzielle Performance des NAS. Sowohl schreiben auf eine Festplatte als auch Lesen von zwei Festplatten aus halte ich für die sinnvollsten Tests, da viele Anwendungsfälle damit abgedeckt sind.
Doch auch damit wollte mein ursprünglicher Plan nicht funktionieren: Das QNAP TS-251B ist mit den beiden WD Red 10TB einfach zu schnell für seine und meine Infrastruktur. Lesend bin ich konsequent an die Grenzen der 1Gbit Leitung gestoßen. Welch ein unnötiges Problem! Sollte langsamer sein. Schäm dich, QNAP! Schäm dich, Western Digital! Schreibend bin ich übrigens je nach Workload ebenfalls auf 110Mb/s beim ausgestatteten NAS gekommen und schiebe das ebenfalls auf die zu langsame Netzwerkverbindung.

Vorher habe ich zudem die Leistung der Festplatte am Sata Anschluss meines PCs aufgenommen. Dazu wurden der ATTO Benchmark sowie der Crystaldiskmark genutzt. Die Herstellerangabe von 210 MB/s wird auf jeden Fall erreicht.



Weitere Tests, wie die Auslagerung der lokalen Steam Bibliothek auf das NAS oder die Netzwerkleistung bei gleichzeitiger Nutzung von VMs erfolgen, sobald eben jene erstellt worden sind. Auch Projekte, wie ein piHole oder ein TVServer steht auf der Erweiterungsliste.

Fernzugriff
Der Fernzugriff lässt sich über den Hauseigenen QNAP Service einrichten. Dieser erinnert mich sehr an die Funktion des Fernzugriffes einer Fritzbox. Nach der Einrichtung erhält man eine „eigeneadresse.qnap.com“, unter welcher man per Browser auf das NAS zugreifen kann, als wäre es per LAN angeschlossen.
Der Zugriff via der iOS-App „QFile“, welche ein einfacher Dateibrowser, aber auch Medienplayer ist, erfolgt zunächst im lokalen Netzwerk. Ab dann ist auch der Zugriff ohne direkte Verbindung möglich. Ebenso funktioniert auch der „QManager“ per iPhone zur Überwachung der Vitalfunktionen des QNAPs.
Für PCs und das Handy habe ich mich letztendlich für einen VPN Server entschieden, der auf dem QNAP läuft. Die Konfigurationsmöglichkeiten reichen hier sehr weit. Entschieden wurde sich für ein OpenVPN Server, der einfach als App auf das NAS geladen werden kann. Mit der automatisch erzeugten Konfigurationsdatei kann sich dann jeder freigeschaltete Benutzer mit seinen Zugangsdaten anmelden und landet im lokalen Netzwerk. Eine meiner Meinung nach sehr einfache und schnelle Möglichkeit für den Zugriff als Netzlaufwerk.

Temperaturen / Lautstärke
Die Temperaturen wurden nach ein paar Tagen der Nutzung einfach während des Betriebs aus dem im Betriebssystem integrierten Kontrollcenter ausgelesen. Das NAS wurde dabei regelmäßig benutzt. Die Raumtemperatur lag bei 20°C.

System34°C
Datenträger 146°C
Datenträger 247°C

Vergleicht man das mit den Herstellervorgaben zur Temperatur, besteht kein Grund zur Beunruhigung.
Die Geschwindigkeit des Lüfters liegt dabei bei 1058 U/min. Meiner Meinung nach ist dieser kaum zu hören. Das lauteste an der Konfiguration sind tatsächlich die Festplatten im Betrieb, deren typisches unregelmäßiges „Klicken“ bei einer ruhigen Umgebung zu hören ist. Leider muss ich hier auch sagen, dass mich das beispielsweise bei einem Film stören würde. Dementsprechend wird das QNAP NAS nicht neben meinen Fernseher als die angeworbene Multimediazentrale Einzug halten. Im Schlafzimmer kann ich den Betrieb ebenso wenig empfehlen. Natürlich ist das meckern auf hohem Niveau, allerdings würde ich mir da in einem gehobenen Preissegment eine Art Vibrations- oder Schalldämpfung im Gerät wünschen.

Stromverbrauch
Zum Testen des Stromverbrauches habe ich eine Methode gesucht, die Festplatten und das NAS getrennt voneinander zu betrachten. Zu diesem Zweck wurde ein SATA-Molex Adapter getrennt und mit Messpunkten versehen. Anhand dieser wurden mittels Multimeter während der Nutzung an einem PC die Stromstärken auf der 5V und der 12V Leitung aufgenommen. Die jeweils höchsten Werte während einer 15-minütigen Leerlaufphase und eines Benchmarks werden in der nachfolgenden Tabelle dargestellt und die Leitungsaufnahme berechnet. Anhand der Anlaufleistung wird auch klar, warum das Netzteil für 60 Watt ausgelegt ist. Gegenüber den Herstellerangeben mit 5,7 W bei Zugriff und 2,8 W im Idle liegen meine ermittelten Werte etwas höher.
Western Digital Red 10.0TB WD100EFAX-68LHPN0
Messmittel: Hyelec MS8233D

Spannungen [V]Strom Anfahren [A]Strom Idle [A]Strom Zugriff [A]
12,11,50,30,4
5,020,30,20,5
LeitungLeistung Anfahren [W]Leistung Idle [W]Leistung Zugriff [W]
12V17,83,74,3
5V1,70,82,5
Gesamt19,54,56,8

Des Weiteren wurde der Gesamtaufbau des NAS mit den beiden Festplatten über ein Steckdosenmessgerät überwacht. Die einzelnen Werte sind in der nachfolgenden Tabelle eingetragen. Und auch, wenn dies ein unrealistischer Fall ist, ließe sich auch der Stromverbrauch für das NAS um den Verbrauch der Festplatten bereinigen.
QNAP TS-251B inkl. 2 Festplatten
Messmittel: Logilight EM0001

Raid initialisieren [W]Idle [W]Zugriff [W]
22,518,524

Nehmen wir hier einfach mal einen Durchschnittsverbrauch von 20 Watt an, so würde bei einem Preis von 25ct/kWh der Betrieb des NAS 3,60€ im Monat kosten. Meiner Meinung nach ein angemessener Wert, da Cloud-Dienste für weniger Speicher ähnlich viel Verlangen und die Daten in den eigenen 4 Wänden bleiben.

Wartung

Nach einigen Tagen der Benutzung (hauptsächlich weil die Virtualisation Station minimum 4GB Ram verlangt) habe ich mich dazu entschlossen, dem Inneren des NAS auf den Grund zu gehen.
Erfreulicherweise kommt man da auch ganz gut ran. Es müssen nur die beiden Schrauben auf der Rückseite gelöst werden, welche das weiße Gehäuse halten. anschließend lässt sich letzteres über nach hinten ziehen und zur Seite wegnehmen.


Zum Vorschein kommt ein einfacher Aufbau, der es zulässt, an alle relevanten Komponenten zu kommen.

Oben ist der PCIe Steckplatz, hinten der Lüfter. Dieser hat einen einfachen 4Pin Anschluss und könnte sehr einfach ausgetauscht werden. Mir ist er allerdings im Betrieb noch nicht negativ aufgefallen, weshalb er drin bleibt.
Seitlich hinter den Festplatten befinden sich die RAM-Steckplätze. Verbaut ist ein SoDimm DDR3 2GB 1899Mhz CL13 1,35V Modul von Adata. Ersetzt habe ich dieses durch 2*4GB CL11 Gskill Ram mit den ansonsten identischen Eigenschaften (Geizhals)

Der nächste Start wird mit einem kurzen "PIEP" quittiert. Ein kurzer Schreckmoment. Allerdings fährt das QNAP dann ganz normal hoch und zeigt direkt 8GB RAM an. Plug and Play sozusagen.
Aus meiner Erfahrung gibt es also für die Aufrüstbarkeit und die Wartungsmöglichkeiten eine glatte 1. Mehr kann man einfach nicht erwarten.

Container- und VM-Station

Als nächstes geht es um Die Virtualisierungsmöglichkeiten der QNAP TS-251B.
Zuallererst sei gesagt: Die Virtualisation-Station lässt sich nur mit 4GB RAM oder mehr starten. Das vorher durchgeführte RAM-Upgrade war also notwendig.
Ab dann allerdings ist es ähnlich selbsterklärend, wie jede andere Virtualisierungssoftware.


Beim erstellen werden die gewünschten Hardwareressourcen, der Speicherort der Virtuellen Festplatte und die Einbindung ans virtuelle Netzwerk angegeben.
Sogar das Durchschleifen von (USB-)Geräten an die virtuelle Maschine ist einfach möglich. Nach der Installation eines Betriebssystems kann die Videoausgabe ganz einfach im Browser eines anderen Rechners aufgerufen werden. Manche Tastenkombinationen müssen über eine Kontextmenu an die VM gegeben werden, ansonsten ist "Mouse-Over" inkl Tastatur aktiviert.
Zur Performance lässt sich eines sagen: Es ist halt ein Celeron Dualcore. Ein Windows 10 lief entsprechend langsam und hat wenig Spaß gemacht. für ein zwei Headless Server Aufgaben reicht es aber.

Zum Thema der Virtualisierung über Container kann ich nur sagen, dass es einfacher kaum geht.
Zunächst wird über die Suche das geünschte Docker-Image gefunden oder von PC ans NAS geladen.
Ein zwei Einstellungen bezüglich des Netzwerkes und schon kann das Image gestartet werden.
Bezüglich PiHole hat das sofort geklappt.




Vom Netzwerk aus lassen sich sowohl Container als auch Virtuelle Maschinen wie "externe" und eigenständige Geräte ansprechen.
Dies ist mit Sicherheit eine Sache der Konfiguration und standardmäßig über die Netzwerkeinstellungen aktiviert.
Weiter einrichten konnte ich in diesen Fall das PiHole also genauso wie in gängigen Anleitungen über die IP Adresse und einen Browser.
Natürlich mit der Werbung von Hardwareluxx auf der Whitelist ;)

Alles in Allem ist der Virtualisierung eine gute Umsetzung in der Software zugekommen, die allerdings für anspruchsvolle VMs eindeutig mehr Rohleistung vertragen kann.

Fazit

Eigene Meinung
Meine eigene Meinung zu einem NAS ist relativ eindeutig: Cloud-Dienste sind anwendungsfreundlicher, weil die Administration von anderer Seite erfolgt. Allerdings ist das auch ein bedenklicher Punkt, da von anderer Seite ebenfalls Zugriff auf die daten besteht. Ein eigener Server scheint hier sie bessere Wahl. Die Zusammenstellung eines eigenen Servers erfordert Recherche über Hardware, Zusammenbau sowie Auswahl und Konfiguration der Software. Der Kauf eines NAS eines renommierten Herstellers, wie QNAP, erleichtert mehrere dieser Punkte. Vieles ist softwareseitig vorkonfiguriert an Hardware muss auch kaum ausgewählt werden.
Das QNAP TS-251B meistert meiner Meinung nach die Aufgabe der Datenverwaltung im privaten Haushalt mit Bravour. Der Stromverbrauch hält sich in Grenzen, die Installation ist einfach und die Software ist einfach betriebsbereit, enthält allerdings auch viele Möglichkeiten für versierte Anwender. Ich freue mich jedenfalls, das Produkt bei mir stehen zu haben.
Ebenso die Festplatten von Western Digital. Ich weiß nicht wirklich was über sie zu erzählen. Und das ist was Gutes, denn sie sind mir nicht wirklich negativ aufgefallen. Einzig die Lautstärke einer typischen Festplatte liegt in SSD-verwöhnten Ohren über dem Ruhebefinden. Da kann Western Digital allerdings wenig für :d

Preis/Leistungsverhältnis zum aktuellen Markt
Das hier ist jetzt ein schwieriger Punkt. Das QNAP TS-251B kostet momentan (05.2019) 250€. Dafür kann kein komplett ausgestatteter PC zusammengestellt werden, allerdings gibt es günstigere NAS mit ARM Hardware. Ich persönlich würde jedoch den teureren Weg gehen, um die Virtualisierungsfunktion nicht zu missen.
Bei den Festplatten bin ich eigentlich immer nach dem Sweetspot von €/TB gegangen. Oder auch nach Budget, falls dieser Sweetspot bei zu großen Festplatten war. Der aktuelle Preis von 310€ für die Western Digital Red 10TB ergibt hier für den Vergleich einen Wert von 31€/TB. Im Preisvergleich liegt die dahingehend günstigste NAS Festplatte bei 24€/TB. Diese hat allerdings nur eine Gesamtkapazität von 3TB. Die erste 10TB Festplatte hat einen Wert von 27€/TB. Ich denke, auch wenn die WD damit nicht zum günstigsten Vertreter gehört, ist sie auch nicht hoffnungslos überteuert. Ich würde sie weiterempfehlen.

Offene Projekte
Steam Bibliothek auf NAS schieben (Ladezeiten testen)

Weitere Ideen und Vorschläge aus der Community können gerne diskutiert werden ;)
 
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TjArden

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Gerne, Dafür ist so ein Test ja gemacht :)

Ein kleines Update gab es derweil schon:
Das Kapitel Wartung / Aufrüstung ist dazugekommen ;)
 

Knuprecht

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Würdest du die nachgerüsteten RAM Riegel der Vollständigkeit halber noch verlinken?
 

TjArden

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Guter Tipp, vielen Dank :)
Ist ergänzt.
 

TjArden

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Ein kleines Kapitel zu VM-Station und Container-Station ist dazugekommen.

Bei Detailfragen oder Wünschen zum Ausprobieren von Images usw. gerne hier melden :)
 

Ceiber3

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Schön das du diesen Test gemacht hast, ich persönlich finde die Virtual Station um welten besser als das was Synology ein bietet, auch vom aufbau und der Unterstützung her. Was aber auch klar ist, mit dem kleinen Nas ist das halt alles nicht noch schnell wie mit den größeren Qnap Nas. Aber von der Software her ist das echt Top und wenn man eine mit schnellen Prozessor und Ram und SSD hat sowieso. Vielen Dank für dein Test, eine Frage habe ich aber noch. Warum hast du die Festplatten verschraubt ? Ich habe die einfach mit den Plastikschienen eingeklipst, die werden ja dadurch vibrationsgedämpft. Wenn du die wieder fest verschraubst mit der Rückseite bringen doch die Dämpfer an der Seite nichts mehr.
 
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