Neues Sticky "Read This First für "Homeserver-Beratung""?

besterino

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Moin,

erfreulicherweise finden ja doch immer wieder recht viele den Weg in dieses (Unter)Forum und fragen sich (und uns), wie / mit was sie ihren Homeserver bauen sollen. Die üblichen Fragen / Vorüberlegungen / Informationen für eine normale "PC-Hardware-Beratung" passen m.E. auch nicht so ganz für einen (Home-)Server bzw. treffen einfach nicht den Kern.

Ich fänd' dazu ein eigenes Sticky ganz hübsch, um vielleicht den ein oder anderen direkt etwas in die richtige Richtung bzw. zu den Grundfragen zu leiten, die sich eben von denen bei der Anschaffung eines office- oder Gaming-PCs durchaus unterscheiden (können).

Was meint Ihr?

Das könnte dann ein Sticky zum Beispiel wie folgt aussehen. Wenn Ihr Verbesserungs-/Ergänzungsvorschläge, Kritik oder Korrekturen habt, passe ich das gerne an.

_________________________________

Du willst Dir einen Homeserver anschaffen? Supi! Hier bist Du richtig! :d

Wie bei einem normalen PC auch stellt sich dabei vor allem die Frage, was der Homeserver "können" soll. Während das bei einem Office-PC (soll vernünftig Internet-Browsing, Email, Word/Excel/Powerpoint & Co. können) oder Gaming PC (soll Spiele XYZ in Auflösung 123 mit möglichst vielen FPS / wenigen Rucklern können) tendenziell recht einfach zu definieren ist (Sonderlocken wie Streaming, Video-Bearbeitung usw. mal außen vor), gibt es bei einem Server einfach aufgrund der Vielfalt der Einsatz- und Umsetzungsmöglichkeiten ein paar Dinge mehr zu beachten.

Nachfolgend findest Du eine erste Liste mit den Fragen, die Du Dir stellen kannst bzw. solltest und einigen weiterführenden Links, falls Du schon mit der Frage nicht so viel anfangen kannst. Keine Sorge, das macht nichts, hier hilft man Dir gern. Generell wirst Du Dich aber im Zweifel mit Themen auseinandersetzen müssen, mit denen Du Dich evtl. bisher noch gar nicht beschäftigt hast, insbesondere rund um die Themen Datensicherheit & Datenintegrität, Redundanz, Backup, Container und/oder Virtualisierung.

Der Einstieg ist vielleicht nicht ganz trivial, aber es lohnt sich und dümmer wird man definitiv nicht. Allerdings ist etwas Geduld und Eigeninitiative gefordert, denn "DIE" perfekte Empfehlung für Dich wird es im Zweifel nicht geben. Nur Du wirst am Ende für Dich ganz persönlich abwägen können, was Dir wie wichtig und wie viel "wert" ist. Am Ende wird es nämlich fast immer auf einen Kompromiss herauslaufen, den Du für Dich selbst wirst definieren müssen.

Die wichtigsten Vorüberlegungen sind hier einmal zusammengefasst und solltest Du - wenn möglich - bei einer Frage nach einer Kaufempfehlung oder Hilfestellung zu einem Serverchen für die heimischen 4 Wände beantworten/angeben.

Eins noch: wenn Du den Server "professionell", z.B. für ein Geschäft oder sonst beruflich nutzen willst, bist Du hier im Zweifel falsch. Der Rat wird dann in aller Regel lauten: geh' zu einem Systemhaus und hol' Dir was Gescheites/Passendes mit entsprechendem Support. :d

0. Einführung: Warum unterscheiden sich die Fragen hier von anderen Kaufberatungen? Was ist so anders im Vergleich zu einem "normalen" PC?
(Vor allem das Betriebssystem!)

Anders als bei einem normalen PC (für Gaming, Office, Surfen usw.) stellt sich bei einem Server (auch) die Frage nach dem Betriebssystem (bzw. sogar den Betriebssystemen - Plural!). Während das bei einem Desktop, Laptop in der Regel mit Windows "gesetzt" ist (wer über Alternativen, insb. Linux, nachdenkt, weiß in der Regel warum und was es ggf. zu beachten gilt) verkompliziert sich diese Frage bei einem Server. Wenn Virtualisierung ins Spiel kommt, wird es noch "schlimmer", denn dann muss man sich einmal über das OS für den "Host" (Hypervisor) Gedanken machen und dann theoretisch noch einmal für jeden Dienst und jede "Anwendung" separat (wobei hier dann natürlich einiges in einer einzelnen VM zusammengefasst werden kann - aber nicht muss). Je nach Wünschen und Anforderungen hat dann die Entscheidung für ein Betriebssystem (oder mehrere) auch wieder Auswirkungen auf spezifische Hardware-Empfehlungen (z.B. zu Chipsätzen/Onboard-Komponenten für Netzwerkkarten, Storage-Controller usw.)...

Im Zweifel können Anfragen zu Hardware-Zusammenstellungen daher auch schnell (zumindest vorübergehend) in Software-Diskussionen abgleiten, da es eben hier weniger als beim Desktop selbstverständlich ist, dass die Software auch wirklich mit der Hardware so funktioniert wie gewünscht/angedacht.

Das nur vorausgeschickt, um die etwaige Erwartung zu dämpfen, dass man nach ein oder zwei Postings mit einer "passt so"-Einkaufsliste herauskommt. Auch hier wieder: Kann sein, muss aber nicht. ;)

Kommen wir jetzt also zunächst zu ein paar grundsätzlichen Fragen, die für die Hardwareauswahl von besonderer Bedeutung sind:

1. Wie viel Speicherplatz?
1.1 Wie viele Datenträger von welchem TYP (HDD/SSD), mit welchem Formfaktor (3,5", 2,5", m.2...?) und Übertragungstechnik (SATA, SAS, NVME...) sind gewünscht?

1.1a wenn man zu 1.1 unsicher ist: wofür soll der Speicherplatz dienen, also z.B. Ablage Fotos/Videos/Dokumente, Speicherplatz für virtuelle Festplatten (insb. für virtuelle Maschinen), (Zwischen)speicher für Foto-/Videobearbeitung...

1.2 Soll der Austausch von Datenträgern einfach (ohne Öffnung des Gehäuses) und/oder im laufenden Betrieb möglich sein?

Warum fragen wir das: Das hier ist meistens der Dreh- und Angelpunkt für alle Homeserver. Mit dem Gedanken an eine "zentrale Dateiablage für alle & alles" fangen oft die Überlegungen überhaupt erst an. Je nach Antwort auf diese Fragen kommen nur noch bestimmte Gehäuse und/oder Mainboards in Betracht, macht eine bunte Mischung verschiedener Datenträger Sinn und/oder sind zusätzliche Controller-Karten, Kabel etc. erforderlich. U.a. auch für Kühlung/Lüftung und Stromversorgung (einschließlich zu erwartende Geräuschkulisse) nicht ganz irrelevant.

2. Lieber selber bauen vs. fertig kaufen?
Wer einen normalen PC bauen kann, kann auch einen Server bauen. Frage ist halt, ob Du das willst. Statt Selbstbau kann man natürlich auch was Fertiges kaufen - je nach den weiteren Anforderungen entweder aus dem Regal der klassischen NAS-Systeme (Synology, Qnap & Co.) oder eben der großen Server-Anbieter (Dell, HP, Lenovo, Fujitsu usw.). Oder auch beide Welten kombinieren...

3. (Fern)Steuerung gewünscht (ja/nein)?
Hier geht es nur um einen Remote-Zugriff auf Fundamental-Funktionen, so dass man bequem vom Wohnzimmer / Arbeitsplatz auf den Server zugreifen kann, als stünde man direkt davor mit physischem Zugriff auf Maus/Keyboard/Monitor. Mit entsprechender Hardware kann man damit z.B. bequem ins BIOS, oder - wie mit den entsprechenden Knöpfen - die Kiste an-/-ausschalten, resetten, Sensoren kontrollieren, die Bildschirmausgabe anzeigen lassen etc.), und zwar quasi "bevor" / unabhängig davon ob das eigentliche Betriebssystem gestartet ist.

Warum fragen wir das: Je nach Antwort kommt nur noch bestimmte Hardware in Betracht (vor allem Mainboards, CPUs bzw. Fertigsysteme der üblichen Verdächtigen wie Dell, HP, Lenovo, Fujitsu usw.)

4. ECC-RAM Funktionalität gewünscht (ja/nein)?
Must-have / nice-to-have / entbehrlich
Hintergrund zum Einlesen: hier

Warum fragen wir das: Je nach Antwort scheiden ganze Prozessor- und Mainboardfamilien aus, insbesondere aus dem "Consumer-Regal". Exkurs: Eine gewisse Sonderrolle hat(te) da z.B. AMD mit den Ryzens und Chipsätzen (die grds. ECC können, wo es dann aber sehr auf das konkrete Mainboard ankommt, ob ECC auch WIRKLICH funktioniert - siehe beispielhaft hier und den darauf nachfolgenden Postings).

5. Dein Use-Case (oder auch: was willste mit der / soll die Kiste denn nu genau machen)?
Welche Funktionalitäten soll der Server INSGESAMT abbilden, z.B.

5.1 wie / womit soll ganz grundsätzlich auf die Daten zugegriffen werden?
Beispiele: Windows (SMB), Linux (NFS), Smart-TV, Smartphone/App, Server/blockbasiert (iSCSI)...

5.2 Soll der Server über die reine Datenbereitstellung hinaus weitere Aufgaben im Heimnetzwerk übernehmen bzw. welche Anwendungen auf anderen PCs/Geräten im Haus sollen die auf dem Server liegenden Daten nutzen?
Beispiele: VPN/Firewall/Routing, Game-Server, Foto-Bearbeitung, Video-Streaming (Auflösung? Transcoding?) oder gar weitere Server?

5.3 Optional/Sonderthema: Virtualisierung
gewünscht? Wenn ja:

5.3.1 Schon überlegt ob es als Host-OS ein "reiner Hypervisor" (insb. Hyper-V, ESXi - können im Prinzip nix außer virtuelle Maschinen bereitstellen) oder eher ein Multi-Purpose OS (Linux allgemein und typische NAS-"Distributionen") werden soll?

5.3.2 Schon überlegt, welche Gast-Betriebssysteme (Linuxe, Windows, Solaris, BSD...?) in den VMs laufen sollen?

5.3.3 Gibt es bestimmte virtuelle Maschinen mit besonderen Hardware-Anforderungen (Stichwort: PCIE-Passthrough)?

5.4 Grafische Oberfläche gewünscht oder reicht die gute alte Konsole/SSH (für die Konfiguration und Administration des Ganzen)?

5.5 Gibt es sonstige - auch subjektive - "harte Anforderungen" bei der Umsetzung?
Beispiel: "ZFS ist Pflicht".

Warum fragen wir das: Hier spielt die Musik vor allem für die Entscheidung(en) auf Software-Ebene. Je nach Antworten kann das dann wieder Rückwirkungen auf Hardware-Empfehlungen haben - vor allem wenn Sonderwünsche (insb. 5.3 oder 5.5) zu berücksichtigen sind.

6. Optional: Allgemeine Grundüberlegungen zur Dimensionierung
Kannst Du bereits abschätzen, welche Last die Dienste (s. Nr. 5) voraussichtlich erzeugen werden, insbesondere Bedarf Rechenkapazität (CPU Takt & Kerne) und RAM?
Hilfreich: ist evtl. bisher eingesetzte Hardware nicht mehr leistungsfähig genug & ist der Flaschenhals evtl. bereits bekannt?
Oder: wie viele Personen werden wohl den Server bzw. einzelne Dienste wirklich gleichzeitig nutzen? (Beispiel: Streaming für 3 Personen gleichzeitig; Minecraft-Server für bis zu 8 Spieler...)
Und/oder: weisst Du evtl. schon, welche (PCIE-)Steckkarten Du im Server unterbringen willst? Wenn ja, welche?

Exkurs Virtualisierung: Solltest Du ernsthaft(er) über Virtualisierung nachdenken, wirst Du im Zweifel in deinem Server etwas mehr "bumms" brauchen als wenn du das Gleiche ohne VMs realisierst. Hintergrund ist, dass eben jede VM ihr eigenes Betriebssystem hat mit allem was dazu gehört. Das frisst eben auch Ressourcen (vor allem RAM). Den Hypervisor selbst kann man bei den Überlegungen an dieser Stelle aber fast vernachlässigen: wenn man nur den Hypervisor mit einer einzigen VM (für alles) hätte, könnte man vielleicht mit ~2GB RAM zusätzlich im Vergleich zu einer Installation "direkt auf's Blech" kalkulieren.

Mal nur als erster Anhaltspunkt: nach meiner (unqualifizierten) Meinung sollten es eher nicht weniger als 4/8 Cores/Threads sein. 8/16 Cores/Threads dürfte hingegen für alles reichen, was man @home so braucht - es sei denn man hat wirklich rechenintensive Anwendungen, die auch 24/7 laufen (müssen).

Bei Virtualisierung (bzw. Servern allgemein) verschiebt sich auch ein wenig der Blick auf die Performance-Welt: tendenziell ist VIEL RAM wichtiger als alles andere. Mehr selbst langsame(re) Kerne sind meist auch besser als wenige(r) schnelle. Details hängen aber eben an Deinen Antworten zu Nr. 5 oben.

Warum fragen wir das: Speziell Antworten zum Bedarf bei RAM, CPU-Kernen und PCIe-Steckkarten spielen eine besondere Rolle bei der CPU-/Plattformwahl, je nach Antwort reichen eben die "kleinen" Plattformen nicht mehr und es kann (deutlich) teu(r)er werden.

7. Stabilität, Zuverlässigkeit, Sicherheit
Wie WICHTIG sind die Daten/VMs (eher "weg ist weg, who cares?" oder "weg=existenzvernichtender Weltuntergang")?
Welche Bedeutung hat die Wiederherstellungszeit nach Hardwareausfall (gibt es bereits konkrete Redundanz-Erwägungen, z.B. Ausfall x Datenträger soll abgepuffert sein, Ausfall sonstige Komponenten egal (Netzteil, Mainboard, RAM, CPU etc.)?
Backup-Konzept vorhanden (kein Backup, kein Mitleid)?
Auch dazu nochmal der Link zum Einlesen zu Raid, ECC, Backup & Co.

8. Bereits vorhandene / angedachte konkrete Hardware
Was hast Du schon?

9. Budget
Wohl Selbsterklärend.

10. Sonstiges
Z.B. bisherige Überlegungen, Wünsche, Ziele, besondere Anforderungen (z.B. zur Verfügung stehender Platz, steht im Dachgeschoss mit Temperaturen zwischen -20 und +60°C oder oder oder) ;)

11. Persönliche Prioritäten
Wie wichtig sind dir die verschiedenen Aspekte auf einer Skala von 1 bis 10 (1=völlig egal, 10=wichtiger geht nicht)?

11.1 Stabilität, Zuverlässigkeit, Sicherheit
11.2 Performance
11.3 GUI / einfach zu handhaben
11.4 Fernwartung (s. oben Punkt 3)
11.5 Effizienz / Energieverbrauch
11.6 Lautstärke
11.7 Budget / Anschaffungskosten

Warum fragen wir das: Bei der Abwägung der unendlichen Möglichkeiten hilft es, die einzelnen Positionen auf der Wunschliste etwas besser einsortieren und gewichten zu können. Die Gleichung ist einfach: je mehr wichtig, desto teuer. :d

Letzte Worte

Eine kleine Vorwarnung: du bist hier in einem "Server"-Unterforum und nicht bei "was kann man mit einem 08/15-PC alles machen". Soll heißen, auch wenn es hier um Homeserver geht, tummeln sich hier eher Leute, bei denen Stabilität, Datenintegrität und Zuverlässigkeit sehr weit oben auf der Prioritätenliste steht und das wird bei den meisten Empfehlungen regelmäßig im Hinterkopf mitschwingen im Sinne von "also ich selbst würde...". Natürlich kann man auch mit ganz normaler Consumer-Hardware einen Homeserver bauen und betreiben und vielleicht geht auch über die Zeit alles gut. Aber wenn Du das vor hast, bist Du hier eher falsch bzw. wirst mit den Rückfragen / Empfehlungen hier nicht glücklich.

Your mileage may vary.

Ursprünglicher Text (vor allem für das Verständnis der nachfolgenden Postings) im
Du willst Dir einen Homeserver anschaffen? Supi! Hier bist Du richtig! :d

Wie bei einem normalen PC auch stellt sich dabei vor allem die Frage, was der Homeserver "können" soll. Während das bei einem Office-PC (soll vernünftig Internet-Browsing, Email, Word/Excel/Powerpoint & Co. können) oder Gaming PC (soll Spiele XYZ in Auflösung 123 mit möglichst vielen FPS / wenigen Rucklern können) tendenziell recht einfach zu definieren ist (Sonderlocken wie Streaming, Video-Bearbeitung usw. mal außen vor), gibt es bei einem Server einfach aufgrund der Vielfalt der Einsatz- und Umsetzungsmöglichkeiten ein paar Dinge mehr zu beachten.

Nachfolgend findest Du eine erste Liste mit den Fragen, die Du Dir stellen kannst bzw. solltest und einigen weiterführenden Links, falls Du schon mit der Frage nicht so viel anfangen kannst. Keine Sorge, das macht nichts, hier hilft man Dir gern. Generell wirst Du Dich aber im Zweifel mit Themen auseinandersetzen müssen, mit denen Du Dich evtl. bisher noch gar nicht beschäftigt hast, insbesondere rund um die Themen Datensicherheit & Datenintegrität, Redundanz, Backup, Container und/oder Virtualisierung.

Der Einstieg ist vielleicht nicht ganz trivial, aber es lohnt sich und dümmer wird man definitiv nicht. Allerdings ist etwas Geduld und Eigeninitiative gefordert, denn "DIE" perfekte Empfehlung für Dich wird es im Zweifel nicht geben. Nur Du wirst am Ende für Dich ganz persönlich abwägen können, was Dir wie wichtig und wie viel "wert" ist. Am Ende wird es nämlich fast immer auf einen Kompromiss herauslaufen, den Du für Dich selbst wirst definieren müssen.

Die wichtigsten Vorüberlegungen sind hier einmal zusammengefasst und solltest Du - wenn möglich - bei einer Frage nach einer Kaufempfehlung oder Hilfestellung zu einem Serverchen für die heimischen 4 Wände beantworten/angeben.

Eins noch: wenn Du den Server "professionell", z.B. für ein Geschäft oder sonst beruflich nutzen willst, bist Du hier im Zweifel falsch. Der Rat wird dann in aller Regel lauten: geh' zu einem Systemhaus und hol' Dir was Gescheites/Passendes mit entsprechendem Support. :d

1. Zugriff
Remote-Fernsteuerung auch für Fundamental-Funktionen (auf "BIOS-Ebene", Power-on/off, Reset etc.) ein Muss (z.B. IPMI) oder reicht am Server direkt angeschlossen lokal Monitor/Keyboard/Maus?

2. ECC-RAM Funktionalität?
Must-have / nice-to-have / entbehrlich
Hintergrund zum Einlesen: hier

3. Dienste
Welche Kernfunktionalitäten soll der Server INSGESAMT abbilden, z.B.
- Datenspeicher & -bereitstellung? (z.B. wie viele Festplatten/Gesamtkapazität (ggf. abgeschichtet nach SSDs und HDDs), welche fundamentalen Storage-bezogenen "Bereitstellungsdienste" wie SMB, NFS, iSCSI etc.)?
- Netzwerk: 1gbit / 10gbit & beyond? Wie viele Ports?
- Weitere Dienste? (z.B. Virtualisierung allgemein (s. 4), Medien-Streaming (z.B. DLNA, Plex), Firewall/Routing/VPN, Game-Server, sonstige Datenbanken/Applikationen)
- Fundamentale Sonderwünsche? (z.B. zum Betriebs- oder Dateisystem - Stichwort "ZFS")

4. Optional: Virtualisierung
Wenn gewünscht:
Schon überlegt ob Hypervisor Typ 1 (insb. Hyper-V, ESXi) oder Typ 2 (insb. TrueNAS, Proxmox (generell Linux-basierte Distributionen) usw.)?
Gibt es bestimmte virtuelle Maschinen mit besonderen Anforderungen (Stichwort: PCIE-Passthrough)?

5. Hardware-Hunger, Performance, Effizienz
Welche Last werden die Dienste unter 3 voraussichtlich erzeugen, insbesondere Bedarf Rechenkapazität (CPU Takt & Kerne) und RAM; darf es z.B. auch zugunsten eines insg. niedrigeren Verbrauchs zwischendurch auch mal länger dauern / zäher laufen?
Hilfreich: ist bisherige Hardware nicht mehr leistungsfähig genug & ist der Flaschenhals evtl. bereits bekannt?

6. Sonstiges zu Stabilität und Sicherheit
Wie WICHTIG sind die Daten/VMs (auf einer Skala von 1 "weg ist weg, who cares?" bis 10 "existenzvernichtender Weltuntergang")?
Welche Bedeutung hat die Wiederherstellungszeit nach Hardwareausfall (gibt es bereits konkrete Redundanz-Erwägungen, z.B. Ausfall x Datenträger soll abgepuffert sein, Ausfall sonstige Komponenten egal (Netzteil, Mainboard, RAM, CPU etc.)?
Backup-Konzept vorhanden (kein Backup, kein Mitleid)?
Auch dazu nochmal der Link zum Einlesen zu Raid, ECC, Backup & Co.

7. Lieber selber bauen vs. fertig kaufen?

8. Bereits vorhandene / angedachte konkrete Hardware

9. Budget

10. Sonstiges
Z.B. bisherige Überlegungen, Wünsche, Ziele, besondere Anforderungen (z.B. steht im Dachgeschoss mit Temperaturen zwischen -20 und +60°C) ;)
 
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danielmayer

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Ja, so ein allgemeiner Einführungs-Thread mit den immer wieder gleichen Fragen macht Sinn.
Ich würde ihn anders strukturieren:
1) Hardwareanforderungen:
- wie viel Speicherplatz für wichtige / unwichtige Daten, Geschwindigkeitsanforderungen
- Fernsteuerung ab "BIOS" oder reicht ab System-Login
- RAM: wie von Dir oben
- Netzwerk soll > 100MB/s liefern können? Notwendig?
- CPU wollen wir eigentlich nicht wissen, da sich das aus 2) mehr oder minder gut ergibt, oder?
- vorhandene Hardware, die weiter genutzt werden soll?

2) Use-case- Anforderungen:
- Windows/Linuxe/BSD/Solaris
- Welche konkreten Programme / Serverdienste sollen laufen?
- welche Dienste sollen laufen, aber k.A. mit welcher Software bzw. Keine Präferenz
- mehrere Serverdienste mit speziellen Hardware-Anforderungen (z.B. plex, virtualisierter Fileserver)?
- soll im Sinne "AiO" auch eine Firewall und / oder ein Main-Desktop laufen?

3) wie viel darf es kosten und wo liegt eine Schmerzgrenze bzw ab wann winkt die Scheidung?

my few cents
 

Firebl

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@fdsonne hat 2009 mal eine Einleitung geschrieben. Dein Vorschlag wäre doch ein schönes Update?
 

besterino

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Ich guck morgen mal was ich mit den Anmerkungen von @danielmayer mach. Die Kunst ist irgendwie, einerseits die wesentlichen Themen zu adressieren und gleichwohl einen Einsteiger nicht zu überfordern. Alles kann man eh nicht direkt abfragen, die Lösung findet man wohl meist nur über einen iterativen Prozess mit mehreren Frage- und Antwortrunden.

Ich kam halt eher von der Richtung, insbesondere die großen Themen abzufrühstücken, die eben ggf bestimmte Hardware-Konsequenzen haben (IPMI, ECC usw.) und dann die Auswahl entsprechend kategorisch einengen.

Ein ganz anderer Ansatz wäre vielleicht auch ein „was wäre Dir wichtiger…?“ Fragespiel zu bestimmten Punkten: Stabilität vor Performance. Leistungsreserven vor Effizienz. Effizienz vor Anschaffungspreis. Grafische UI vor Datenintegrität usw.

Wie gesagt: Mal schauen.
 
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p4n0

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@besterino Kannst du versuchen den Punkt zu verdeutlichen, dass man fuer nen 08/15 Homeserver keine 16-Core CPU braucht, sondern auch etwas kleines - sparsames voellig i.O. ist?
Gerade beim Thema CPU faellt mir immer wieder auf, dass unnoetigerweise gerne mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird.
 

besterino

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@ebniv bei KVM scheiden sich etwas die Geister. Für die reine Hardware-Virtualisierung im Kernel ist KVM in der Tat eher Typ 1. Bei KVM laufen neben den VMs und den dafür unbedingt nötigen „Services“ (insb. Netzwerk-Stack) aber noch weitere Dienste auf gleicher Ebene wie die bzw. neben den VMs - das OS ist tatsächlich voll funktional und das auf „unterster“ Ebene und gerade nicht in einem virtual Layer, so dass konzeptionell KVM insoweit eher Typ 2 ähnelt.

Das ist bei den „echten“ Typ 1 Hypervisoren wie ESXi, Hyper-V & Co. halt grundlegend anders.

In meinen Augen ist das tatsächlich besser, weil man bei seinen Überlegungen rund um Backup und Services den Host / das Hypervisor-OS ausblenden kann. Man benötigt zur Not halt im Zweifel nur eine VM mehr, die sich um das kümmert, was man als Standard(Linux)Dienste haben will. Bei Neuinstallation / Hardware-Wechsel setzt man halt nur den Hypervisor neu auf, das ist eine Sache von 10-20 Minuten. Dann schnell VMs importieren und alle Dienste (inkl. User, Berechtigungen usw.) sind wieder genauso da, als wäre nix gewesen.
Beitrag automatisch zusammengeführt:

@p4n0 mach ich gerne. Für die Dimensionierung der CPU selbst hab ich aber auch nur die Daumenregel, dass man tendenziell zu der gleichen CPU greifen kann, die man auch ohne Virtualisierung genommen hätte und der Fokus grds. auf mehr RAM liegen sollte.

Ich werde das aber oben noch umformulieren und vielleicht eher differenzieren zwischen „reinen“ Hypervisoren und „Multi-purpose“ Betriebssystemen.

Meine (unqualifizierte) Meinung/Daumenregel: weniger als 4/8 C/T sollten es eher nicht sein und 8/16 C/T reicht für alles, was man @home so braucht, solange man nicht rechenintensive Anwendungen 24/7 laufen lassen will oder Serverdienste hat, die unter Windows als Gast-OS laufen. Für solche Spezialfälle benötigte Kerne sollte man halt bei der Planung gedanklich ausklammern bzw. „On top“ zu allem anderen kalkulieren).
Beitrag automatisch zusammengeführt:

@Firebl meinst Du das Sticky „Thema dieses Forums“ von fdsonne? Das geht ja in eine andere Richtung, beschreibt den Sinn und Zweck dieses Unterforums insgesamt, ist also nicht auf Kaufberatung / Zusammenstellung beschränkt. Dieses Unterforum ist ja (zum Glück) viel mehr als nur das, so dass das andere Sticky m.E. daneben nichts an seiner Daseinsberechtigung einbüßt.
 
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danielmayer

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Naja, die NAS-Sticky behandeln immer wieder diese Fragen, so dass dort recht viel guter Inhalt - für den Geduldigen - zu finden ist.
Meine Liste zielt eben eher auf das Gewünschte in Richtung 2) = Dienste ab, da ich hier häufig Fragensteller erlebe, die sich weiß-gott-was für Gedanken über "3070Ti im Server"-ähnliche Dinge gemacht haben, aber fürchterlich schwimmen, wenn man (=wir) die konkreten use-cases wissen wollen. Daher sollte man im Sticky m.E. eher "scharfe" Fragen nach den Nutzungszwecken stellen, die ein Neuling dann idealerweise vorbereitet haben sollte.
Bei CPU bin ich völlig bei Dir, >8C (selbst ohne SMT) ist eine Nieschenangelegenheit, die "Neulinge" nicht brauchen sollten.
Kurzum: "was will ich eigentlich" ist als Sticky sehr sinnvoll, sollte sich aber weniger um Hardware drehen in der Vorbereitung. Wenn hier jemand eine klare Vorstellung formuliert, was die Kiste leisten soll, wird es auch ganz flott passende Bauvorschläge von uns allen geben. Egal ob um eine Anfrage "Server-Bauvorschlag" oder eine Software-Struktur geht.
 

pumuckel

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laut meiner Erfahrungen der letzten Jahrzehnte kann man 75% der Fragen beantworten durch ein "installier deinen gewünschten "server" in einer VM/auf einem 0815 Gebrauchtsystem" .... meist klärt das schonmal viel.

danach muss man Leuten klar machen das 7/24 und Dinge wie "Windows VM zum rumspielen" eigentlich seltsam sind

dann kommt man Fix (nachdem man den Zahn zieht von "ich will meine 300 TB Bluerays "sicherungskopien" 24/7 haben) zu einem ... eigentlich brauch ich 24/7 kaum was und könnte das auch einfach bei Bedarf einschalten

Letztlich bleibt meist ein kleines 24/7 System mit meist 2 SSds und 2 HDDs jeweils im Mirror was dann auch wenig Strom braucht *grins*
.... ecc und Server Hardware sind dann auch meist nebensache wenn man das richtige FS wählt , da man eh Backups macht (hoffentlich), drum sind die Intel Nucs / Mini PC´s oder consumer NAS ja auch so verbreitet
 
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besterino

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So, hab den Startpost mal grundlegend überarbeitet. Feuer frei! :d

@danielmayer jo, finden könnte man die Antworten/Informationen durchaus - viele stellen sich halt die Fragen schon gar nicht. "Scharfe Fragen" setzen halt für die Beantwortung schon einiges an Vorwissen voraus. Bringt ja wenig, konkret zum Durchreichen einer GPU per PCIE-Passthrough zu fragen, wenn der Server-Bauende gedanklich als Lösung im Kopf hat, einen 08/15 win10-PC einfach 24/7 durchlaufen zu lassen... mag ja sogar am Ende die richtige Lösung sein. ;)

@pumuckel Stimmt schon. Die meisten speziell im Sub-Forum hier sind da aber wohl grundsätzlich anders unterwegs. Hab dazu noch ein paar "letzte Worte" Richtung "expectation management" vorgesehen. ;)
 
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pumuckel

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So, hab den Startpost mal grundlegend überarbeitet. Feuer frei! :d

@danielmayer jo, finden könnte man die Antworten/Informationen durchaus - viele stellen sich halt die Fragen schon gar nicht. "Scharfe Fragen" setzen halt für die Beantwortung schon einiges an Vorwissen voraus. Bringt ja wenig, konkret zum Durchreichen einer GPU per PCIE-Passthrough zu fragen, wenn der Server-Bauende gedanklich als Lösung im Kopf hat, einen 08/15 win10-PC einfach 24/7 durchlaufen zu lassen... mag ja sogar am Ende die richtige Lösung sein. ;)

@pumuckel Stimmt schon. Die meisten speziell im Sub-Forum hier sind da aber wohl grundsätzlich anders unterwegs. Hab dazu noch ein paar "letzte Worte" Richtung "expectation management" vorgesehen. ;)
... dann MUSS aber jeder Homeserver auch ein Dateisystem mit Prüfsummen haben, was bedeutet alle Anfragen zu "ESXi,OMV, Xpenology, Unraid etc" wären laut deiner definition schon hinfällig mit dem Satz: "Soll heißen, auch wenn es hier um Homeserver geht, tummeln sich hier eher Leute, bei denen Stabilität, Datenintegrität und Zuverlässigkeit sehr weit oben auf der Prioritätenliste steht" (und btw ZFS Prüfsummen funtionieren auch ohne ECC sehr gut )

:)

... mein Z87E-ITX mit 4690 und non ecc beweist das seit Jahren *grins*
 
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danielmayer

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Jaein: ob er/sie ein GPU-PT über Vt-d oder vtgpu oder nicht braucht, weiß er oder sie ja in der Regel nicht. Daher ja auch eher: will er/sie z.B. die angesprochenen 300TB UHD-Videos unterwegs im Zug auf einem Pixel6 sehen? Oder nur "im Haus" bereitstellen? Nur zu ersterem wäre die Nachfrage, wie viele User gleichzeitig?
Das ist das Fragenniveau, was ich mir vorstelle. Denn durch uns ist die Antwort dann schnell gegeben.
Aber wie Du auch schon geschrieben hast: Auf die Gedanken müssen die Anfragenden erst gebracht werden.
Und ja: ein 24/7-Desktop mit virtualisierten Serverdiensten wird viel zu selten vorgeschlagen :)
 
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