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[User-Review] Lesertest zur Fritz!Box 6660 Cable von AVM

TheUltimateT

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28.07.2020
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In diesem Lesertest wird die Fritz!Box 6660 Cable von AVM genauer unter die Lupe genommen. Vorneweg: Ich habe zwar keine Geräte, die die neuen Funktionen der Fritz!Box, wie WiFi 6 oder 2.5GbE unterstützen, möchte aber gerade deshalb testen, ob sich die Fritz!Box lohnt, wenn man noch keine Geräte besitzt, die die neuen Standards unterstützen.

Ich teste hier die Netzwerkabdeckung, sowie Geschwindigkeiten und die allgemeine Stabilität des Netzwerks im Vergleich zur Vodafone Station, die vom Provider gestellt wurde.

1. Ursprüngliche Netzwerksituation

Geräte

Die am meisten verwendeten Geräte sind alle per Kabel an einem Switch oder direkt am Router angeschlossen.
Im WLAN befinden sich im Regelfall 2-3 Smartphones und 5 Google Home Minis, sowie ein Laptop, die um die verfügbare Bandbreite kämpfen.

Vertrag
Ich habe den Vertrag Vodafone CableMax 1000, als ehemaliger Unitymedia-Kunde. Dies wird bei der Einrichtung noch relevant.

Es kommen die versprochenen 1000MBit/s Download und 50MBit/s Upload in unserer Wohnung die meiste Zeit auch an. Bisher haben wir die Vodafone Station als Router/Modem verwendet. Diese hat zwar mit DOCSIS 3.1 die Geschwindigkeiten des Vertrags geliefert, allerdings waren der Funktionsumfang und die Benutzererfahrung nur mäßig gut und mit vielen Problemen behaftet.

Probleme
Das größte Problem war die Unzuverlässigkeit der Verbindung. Nach spätestens 48 Stunden ist die Vodafone Station komplett abgestürzt, als wäre ein Puffer übergelaufen. Erst nach 10 Minuten Wartezeit waren das Netzwerk und das Internet wieder verfügbar.

Dazu kommen dann die vielen Einschränkungen bei der Provider-Hardware:
  • Die Firewall war nicht konfigurierbar, außer Ein/Aus
  • Insbesondere “Port Forwarding” also Freigaben in der Firewall für IPv6-Adressen waren nicht möglich
  • Es war kein alternativer DNS konfigurierbar
  • Beim DHCP können zwar die Adressbereiche teilweise konfiguriert werden, aber Detaileinstellungen waren nicht möglich. Die DHCP-Server konnten auch nicht deaktiviert werden, sodass ein alternativer Server hätte eingesetzt werden können. Der DHCPv6 konnte überhaupt nicht konfiguriert werden
  • UPnP kann nicht auf einzelne Geräte beschränkt werden. Ich wollte damit die Dienste meines NAS auf einfache Weise freigeben, jedoch haben sich direkt alle möglichen Geräte im Netz Ports freigegeben, was nicht im Sinne der Netzwerksicherheit sein kann
Und dazu gesellen sich dann noch einige Bugs, die die Netzwerkverwaltung zu einem frustrierenden Erlebnis gemacht haben:
  • Jede Änderung der Einstellungen wird von einer Minute Wartezeit begleitet, bis diese übernommen sind
  • Die LEDs lassen sich nicht ausschalten, da die Einstellung sich von alleine zurücksetzt
  • DynDNS ist vorhanden, funktioniert aber nicht
  • Band Steering könnte zwar konfiguriert werden, um einzelne Geräte einem bestimmten Band zuzuweisen. Allerdings vergisst die Vodafone Station die Einstellungen nach dem Anwenden
2. Unboxing und Lieferumfang

Nachdem der Ausgangszustand gezeigt ist, widmen wir uns nun dem Gerät, um das es hier eigentlich geht: Die Fritz!Box 6660 Cable.

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Bei der Verpackung gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Die Fritz!Box kommt in einem AVM-typischen Karton mit Anleitung und Zubehör gut verpackt und ohne viel verschwendeten Platz.
Der Lieferumfang ist, wie zu erwarten, unspektakulär. Das wichtigste ist enthalten. Mehr braucht es meiner Meinung nach auch nicht. Neben Router mit Netzteil sind noch ein Koaxial-Kabel und ein Patch-Kabel enthalten, die in meinem Fall keine Verwendung finden, da bereits alle wichtigen Kabel verlegt sind.

Ich war überrascht von der kompakten Anleitung, die alles ausführlich für die verschiedenen Provider erklärt und die Einrichtung mit Bildern zeigt, ohne dabei zu viel Papier zu verwenden.
Das schlichte weiße Design mit roten Akzenten finde ich persönlich sehr gut. Ein Router sollte meiner Meinung nach durch seine Leistung überzeugen und dabei am Besten gar nicht optisch auffallen.

3. Einrichtung und neue Features

Kommen wir nun zur Einrichtung der Fritz!Box. Zunächst als Vergleich, wie der alte Router platziert war. Ich habe meine Router bisher immer möglichst hoch platziert, da ich damit bei der Reichweite die besten Erfahrungen gemacht habe.

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An die Stelle der Vodafone Station kommt nun die Fritz!Box. Ich habe die Fritz!Box mit ihrem Netzteil unterlegt, weswegen sie etwas schräg steht. Dies entspricht wahrscheinlich nicht dem üblichen Aufbau, aber beim Verlegen der Kabel war ich wohl damals zu geizig und nur so reichen manche LAN-Kabel bis zur Fritz!Box. 😅

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Nach dem Einstecken der Fritz!Box hatte ich direkt rudimentäres Internet, gedrosselt auf 1 MBit/s.
Bei Vodafone wäre die Freischaltung der vollen Bandbreite und des Telefons wahrscheinlich einfacher über die Website möglich gewesen. Bei Unitymedia musste die Hotline kontaktiert werden.

Das es allerdings so viel komplizierter wird, hätte ich nicht erwartet. Es hat insgesamt 3 Anrufe an 3 verschiedenen Tagen benötigt, um die Freischaltung durchführen zu können. Nachdem ich 2 mal vertröstet wurde, konnte beim dritten Mal ein Techniker gefragt werden, der berichtete, dass das System für die Provisionierung umgestellt wird (Wahrscheinlich wegen der Fusion mit Vodafone). Der Techniker hat dann vermutlich auch direkt die Freischaltung händisch angestoßen, sodass es dann nach weiteren 2 Minuten schon funktionierte.

Das Internet konnte sich komplett selbständig konfigurieren. Die Telefonie-Daten müssen noch händisch eingetragen werden.
Im Kundencenter werden bei mir die SIP-Daten für die Telefonie, wie in der Anleitung angegeben, nicht angezeigt. Diese kommen noch ganz altmodisch per Post. Ich musste allerdings nicht die komplette Woche auf den Brief warten, da dieser bereits als PDF im Kundenkonto hinterlegt war.

Diese Probleme haben zwar nichts mit der Fritz!Box zu tun, ich wollte allerdings auch nicht unerwähnt lassen, wie kompliziert die Routerfreiheit ausfallen kann. Es ist zwar teilweise nicht ganz einfach, lohnt sich aber, wenn man dann nicht mehr von der Provider-Hardware abhängig ist.

Neben der üblichen Einstellung des IP-Adressbereichs und der WLAN-Daten waren die meisten Einstellungen ab Werk schon für meine Zwecke geeignet.
Wie zuvor bei der Vodafone Station, habe ich hier auch das Gastnetz aktiviert, da ich dieses des Öfteren benötige. Mein Ziel ist, eine reale Umgebung bei möglichst vielen verwendeten Features zu schaffen, um im Ergebnis zu sehen, ob sich die Fritz!Box auch im Alltag gut schlägt und nicht nur unter Laborbedingungen. Aus diesem Grund bleiben auch alle Geräte während den Tests weiterhin im WLAN verbunden.

Standardmäßig sind zwei Ports freigegeben, wenn noch keine Telefonie eingerichtet ist:
  • 8089 TCP, IPv4 Anbieter-Dienste (TR069): Für die Einstellung vom Provider. Durch diesen Port hat die Einrichtung des Internets automatisch funktioniert. Dies kann deaktiviert werden, wird aber nicht empfohlen. Der Provider kann darüber auch Updates einspielen. Diese Funktion kann aber einzeln unterbunden werden
  • 48395 TCP, IPv4 Diagnose und Wartung: Dieser wird von AVM genutzt, wenn Diagnose und Wartung bei der Einrichtung gewählt wird
UPnP lässt sich hier für jedes Gerät separat aktivieren und ist standardmäßig bei neuen Geräten deaktiviert. So öffnet sich das Netzwerk nicht automatisch nach außen für mögliche Angreifer, aber einzelne Geräte, wie z.B. ein NAS können einfach konfiguriert werden.

Um mein NAS auch aus dem internen Netz über den Hostnamen erreichen zu können, war noch ein Eintrag im DNS-Rebind-Schutz als Ausnahme nötig. Solche Sicherheits-Features war ich bisher nicht von der Vodafone Station gewohnt und ich bin positiv überrascht, wie viele der Einstellungen und Funktionen standardmäßig für eine hohe Sicherheit vorhanden und dementsprechend ab Werk konfiguriert sind.

Features

Die Fritz!Box macht bei den Einstellungen, Features und der Nutzererfahrung alles richtig, was bei der Vodafone Station zu Wünschen übrig gelassen hat und liefert sogar noch mehr.

Die für mich wichtigsten Punkte:
  • Nahezu jede Einstellung ist binnen Sekunden übernommen. Die Navigation der Nutzeroberfläche geht dabei schnell und man kann innerhalb kürzester Zeit alles Wichtige konfigurieren
  • Es lässt sich alles in einem höheren Detailgrad, als bei der Vodafone Station konfigurieren und jede der Funktionen hat auch ordnungsgemäß funktioniert
  • Die Port-Freigaben sind transparent gestaltet. Jede Freigabe, auch die von AVM und für die Provider-Kommunikation werden exakt wiedergegeben
  • Freigaben sind auch mit IPv6 möglich
Aber neben den, mit der Fritz!Box nicht mehr vorhandenen Bugs und den unzähligen Funktionen, die damit nun zusätzlich möglich sind, ist das wichtigste, dass ich im gesamten Testzeitraum nicht einen Ausfall der Internetverbindung hatte, ausgenommen einer allgemeinen Störung bei Vodafone. Die Fritz!Box läuft nun seit Wochen, ohne einmal abgestürzt zu sein. Und selbst wenn Vodafone Probleme hat oder eine neue IP zugewiesen wird, bleibt das Heimnetz wenigstens bestehen, anstatt dass der Router direkt abstürzt.

Eine solch stabile Internetverbindung hatte ich schon lange nicht mehr bei Unitymedia. Ich bin von der Zuverlässigkeit und dem Feature-Set der Fritz!Box definitiv schon einmal überzeugt.

4. WLAN-Tests

Als nächstes soll noch die WLAN-Verbindung und Geschwindigkeit getestet werden.

Für die folgenden Tests konzentriere ich mich auf das 5GHz Band, damit sie nicht zu umfangreich werden. Zudem ist die Reichweite von 5GHz potenziell am schlechtesten und die Geschwindigkeit am höchsten, was diese Tests am interessantesten macht. Wenn 5GHz in der gesamten Wohnung mit guter Geschwindigkeit verfügbar ist, dann gilt eine vergleichbare Abdeckung logischerweise auch für 2,4GHz, da das Signal nicht so stark durch Wände abgeschwächt wird.

Ich habe insgesamt 3 Testläufe durchgeführt:
  • Vodafone Station (Version: 01.02.037.03.13.EURO.SIP) als Vergleich
  • Fritz!Box 6660 Cable (Version: 07.14), da mit der alten Version viel Kritik an der Box geäußert wurde
  • Fritz!Box 6660 Cable (Version: 07.21), um zu testen, was mit dem neuesten Update verbessert wurde
Mit jeder Version habe ich jeweils 2 Tests durchgeführt:
  • Zum einen habe ich zum Test der WLAN Abdeckung mit der Android App WiFi Heatmap eine Heatmap der Wohnung erstellt
  • Zum anderen habe ich an relevanten Punkten in der Wohnung Geschwindigkeiten gemessen
Darüber hinaus habe ich jede Version der Fritz!Box eine Woche beobachtet, um einen Eindruck über die Stabilität zu erhalten und mögliche Ausfälle zu notieren. Falls in der nächsten Zeit noch etwas auffällt, werde ich es als Kommentar ergänzen.

Hier sind nun die Heatmaps für die Vodafone Station, die Fritz!Box mit der Version 07.14 und die Fritz!Box mit der Version 07.21:
Heatmap Vodafone StationHeatmap Fritz!Box 07.14Heatmap Fritz!Box 07.21
Heatmap Vodafone Station
Heatmap Fritz!Box 07.14
Heatmap Fritz!Box 07.21

Betrachten wir zunächst einmal die Heatmaps. Der Router ist mit rotem Punkt als “R” markiert. Die dicken schwarzen Wände sind Außenwände. Der obere Teil der Wohnung ist somit ein Anbau. Bei der Messung habe ich versucht, das Smartphone immer in der gleichen Höhe parallel zum Boden in Richtung Router zu halten, da eine Drehung des Geräts bereits 20dBm in der Messung ausmachen kann. Gerade bei der Fritz!Box scheint eine Drehung mehr auszumachen, vielleicht aufgrund der geringen Anzahl der Antennen.

Die Übergänge zwischen den Farben sind in dieser Darstellung nicht fließend. Das bedeutet, dass eine kleine Änderung am Randbereich direkt die Änderung zu einer anderen Farbe bewirkt.
Alles was Orange oder Rot ist, wird vom Smartphone mit vollem Ausschlag als “Ausgezeichnet” bewertet. Erst in den blauen Bereichen nimmt der Balken ab und wechselt zu “Gut”. Danach nimmt die Signalqualität rapide ab. Im dunkelblauen Bereich ist die Verbindung bereits so schlecht, dass sie teilweise abreißt.

Der größte Unterschied zwischen Vodafone Station und Fritz!Box fällt direkt in der Mitte der Heatmap auf. Die Vodafone Station kann ein größeres Gebiet mit stärkerem Signal abdecken. Allerdings werden dafür die Randbereiche der Wohnung bei der Vodafone Station wesentlich schlechter ausgeleuchtet. Die Fritz!Box hat in der Wohnungsmitte ein leicht schwächeres Signal (meist an der Grenze zum roten Bereich). Dafür deckt sie insgesamt die Wohnung gleichmäßiger ab.
In der unteren rechten Ecke schwächelt sie allerdings wieder etwas, da der Empfang dort schlechter ist.

Manche Bereiche sind somit besser ausgeleuchtet, andere dafür etwas schlechter. Insgesamt gleichen sich die Veränderungen soweit aus, dass der durchschnittliche Wert bei allen 3 Messungen identisch ausfällt.
Der Unterschied zwischen den beiden Versionen der Fritz!Box ist, wie zu erwarten, nur noch marginal. Die Veränderungen zwischen den Messungen sind so gering, dass sie als Messfehler betrachtet werden können.

Der Punkt “B”, an dem bei allen Versionen Signalprobleme auftreten, ist der Eingangsbereich, in dem man sich in der Regel nicht lange aufhält. Wenn jedoch jemand eine vergleichbare Wohnung mit einem häufiger genutzten Raum an der Stelle hat, könnte es zu Problemen beim Empfang führen.

In den äußersten Ecken der Wohnung kam es mit der Vodafone Station häufig zu Verbindungsabbrüchen. Gerade auch, wenn die Türen der Zimmer geschlossen wurden.
Mein Eindruck in der relativ kurzen Testzeit im Vergleich zur Vodafone Station ist, dass mit der Fritz!Box diese Abbrüche seltener auftreten und wenn, dann verbindet sich das Gerät auch schneller wieder.

Mit der Version 07.14 gab es allerdings immer mal wieder Verbindungsabbrüche unabhängig von der Position in der Wohnung. Diese waren nicht länger als eine Sekunde, bevor die Verbindung wieder hergestellt wurde. Dieses Verhalten wurde unabhängig ebenfalls von meinem Bruder festgestellt. Eventuell gab es einen relativ aggressiven Hand-Off zwischen 5GHz und 2,4GHz. Dies konnte ich nicht mehr prüfen.

Mit dem neuesten Update 07.21 bleibt das Smartphone tendenziell eher im 5GHz Band und wechselt nicht mehr so schnell. Auch die kurzen Verbindungsabbrüche konnte ich nicht mehr feststellen. Die Abbrüche in den Ecken sind wie schon in der vorherigen Version immer noch vorhanden, aber fast nicht bemerkbar, da das Gerät sehr schnell das Band wechselt, wenn die Verbindung nicht mehr ausreicht.
Somit ist, auch wenn der Empfangsbereich bei Punkt “F” um 1-2 Meter kleiner ist, die Verbindung insgesamt dennoch stabiler, sodass nicht mehr so oft auf Mobilfunk gewechselt wird.

Was die Veränderungen in der Empfangsstärke für die Geschwindigkeit der Übertragung bedeutet, habe ich an den Punkten A-F mit den verschiedenen Versionen getestet. Ich habe dazu die Geschwindigkeiten mit dem Speedtest von Ookla und dem Tool iperf gemessen. Der Speedtest bei Ookla war immer bei dem selben Server und für iperf habe ich jeweils 10 parallele Verbindungen mit einer TCP Window Size von 512 kBits zu einem Desktop-PC mit Gigabit Anbindung aufgebaut.

Zunächst einmal als Vergleich die Geschwindigkeiten im LAN:

SpeedtestSpeedtestiperfiperf
DownUpDownUp
Vodafone Station458,7152,47941947
Fritz!OS 07.14945,3952,30937947
Fritz!OS 07.21944,0352,34936947

Die niedrige Geschwindigkeit der Vodafone Station kann von der Auslastung des Netzes an diesem Tag abhängig sein. Es kam schon häufiger vor, dass die Geschwindigkeiten des Vertrags nicht voll erreicht wurden. Die Messungen einer Version wurden jeweils am selben Tag durchgeführt, damit die Geschwindigkeiten im WLAN im Vergleich zum LAN bewertet werden können. Zwischen den Versionen liegen jeweils mehrere Tag Pause.

Nun zu den Messungen im WLAN. Ich habe jeweils mit meinem Laptop und meinem Smartphone einen Speedtest mit Ookla durchgeführt. Anschließend habe ich dann kurz darauf mit iperf die Messung an der selben Stelle wiederholt. Für jedes Gerät sind jeweils alle 3 getesteten Versionen dargestellt.

A​
B​
C​
D​
E​
F​
DownUpDownUpDownUpDownUpDownUpDownUp
LaptopVodafone Station190,1648,6926,929,26347,2452,2137951,9235,9552,42128,7642,34
Fritz!OS 07.14155,9852,3447,8528,42264,9152,48240,6752,43207,2852,47104,2452,20
Fritz!OS 07.2115352,4947,0121,84375,4652,42323,4852,44267,0152,40107,4252,30
SmartphoneVodafone Station18851,936,829,622852305,3552,042882618618,2
Fritz!OS 07.1483,745,820,131,738252,231751,997,851,940,244,9
Fritz!OS 07.2117752,190,719,354451,94215323952,496,349,8
iperf (Laptop)Vodafone Station22193,725,418530355460299427276209141
Fritz!OS 07.1428321221,830,5556456409304447349170129
Fritz!OS 07.2127619431,321,959548953841633329712274,2

Wie zu erwarten, deckt sich die gemessene Geschwindigkeit mit der Heatmap von zuvor. Je weiter ich mich in einen blauen Bereich bewege, desto langsamer wird die Verbindung.

Beim Umstieg auf die Fritz!Box mit Version 07.14 fällt direkt auf, dass die Geschwindigkeit an den meisten Punkten zur Vodafone Station abnimmt. Bei Punkt “B” hingegen, in dessen Bereich der Empfang bei der Vodafone Station wesentlich schlechter war, kann die Fritz!Box mit einer besseren Geschwindigkeit in der äußersten Ecke der Wohnung punkten.

Die theoretisch mögliche Geschwindigkeit mit iperf ist bei dieser Version jedoch meist gleich gut oder sogar höher als bei der Vodafone Station. Insbesondere der Upload hat sich mit der Fritz!box bei iperf an einigen Stellen wesentlich verbessert. Mit dem Update auf die Version 07.21 gleicht sich die Messung bei Ookla der theoretisch möglichen Messung von iperf wieder mehr an. Damit können vergleichbare oder sogar signifikant höhere Geschwindigkeiten, gerade auch mit dem Smartphone erreicht werden.

Insbesondere bei Punkt “B” ist mit der neuesten Version eine stark erhöhte Geschwindigkeit mit dem Smartphone messbar, da in dieser Ecke nun auch 5GHz ohne einen sofortigen Abbruch empfangen werden kann. Ich habe in dieser Version auch den DVB-C Empfang aktiviert. Diese Funktion scheint keine Auswirkung auf die Geschwindigkeit zu haben.

Somit ist es nachvollziehbar, diesen Lesertest mit dem neuen Update der Fritz!Box 6660 Cable auf die Version 07.21 zu verbinden. Durch die Verbesserungen erreicht sie ähnliche Geschwindigkeiten wie die Vodafone Station bei einer besseren Abdeckung der Wohnung. Wie sie sich im Vergleich zu anderer Hardware schlägt, kann ich an dieser Stelle nicht bewerten. Dazu gibt es allerdings ein paar andere Tests meiner Mit-Tester, die einen solchen Vergleich eventuell durchführen. Aber als ein Upgrade von der Vodafone Hardware kann man die Fritz!Box definitiv in Betracht ziehen.

5. Fritz!Apps und Kabel TV

Zum Schluss habe ich mir noch ein paar der Fritz!Apps angeschaut und möchte meine Erfahrung damit teilen.

Die Fritz!App Fon ist an sich eine gute Idee, um das Festnetz Telefon abzulösen, allerdings ist die App schon etwas in die Jahre gekommen und ich werde sie wahrscheinlich nicht verwenden.

Aber die MyFritz!App in Kombination mit dem dazugehörigen Konto macht es einfach, immer über den aktuellen Zustand informiert zu sein und einfach auf die verschiedenen Funktionen der Fritz!Box zugreifen zu können. Diese App finde ich gut gemacht und sie liefert einige praktische Funktionen.

Von dem mit der Version 7.21 hinzugekommenen DVB-C-Empfang über das Netzwerk bin ich sehr positiv überrascht. Es gibt ab und zu ein paar Artefakte im Stream, aber es ist viel bequemer am Handy zu schauen, was im TV läuft. Man muss nur kurz die App öffnen und ein paar Sekunden später hat man den TV Stream auf dem Gerät.
Was ich besonders toll finde, ist der geringe Verwaltungsaufwand. Man startet den Sendersuchlauf und schon werden in der App alle Sender mit Logo aufgelistet und für jeden Sender gibt es auch noch Infos zum Programm und den kompletten TV-Guide am Handy.

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Am PC läuft es standardmäßig über den VLC-Media-Player. Es wird eine Playlist vom Router erstellt und erklärt, wie man diese im VLC-Media-Player einbindet. Vermutlich wären auch andere Player möglich, dieser wird jedoch von AVM an der Stelle empfohlen.

Der Router enthält 4 DVB-C Tuner. Somit können 4 TV-Streams parallel gestreamt werden.

6. Fazit

Die Fritz!Box 6660 Cable bietet ein durchschnittliches WLAN, das gut nutzbar ist und für viele einfache Haushalte ausreicht. Ich hatte persönlich keine Probleme mit Streaming im WLAN. Die beworbenen Geschwindigkeiten im 5GHz Band von 2,4 Gbit/s Brutto (ich würde schätzen ca. 1 Gbit/s Netto) werden bei mir nicht annähernd erreicht. Dies könnte auch an meinen Endgeräten liegen.

Für mich reicht die tatsächliche Geschwindigkeit völlig aus. Wer mehr benötigt, seien es höhere Geschwindigkeiten oder mehr parallel genutzte Geräte, der ist vermutlich mit einem anderen WLAN-Router besser bedient.

Wer jedoch eine ähnliche Wohnungsgröße hat und die Geschwindigkeiten ausreichend sind, für den ist diese Fritz!Box meiner Meinung nach eine gute Wahl. Durch die vielen Zusatzfunktionen, die verbesserte Stabilität, die nutzerfreundliche Bedienung und die besseren Sicherheitsfeatures ist es auf jeden Fall ein gutes Upgrade von der Standard Provider-Hardware.

Wie gut die Fritz!Box mit Geräten bei 2.5GbE und WiFi 6 abschneidet kann ich nicht sagen, aber es kann bestimmt nicht schaden, gerade auch mit dem 2.5GbE Anschluss für meinen NAS Future-Proof ausgestattet zu sein.

Preislich liegt die Fritz!Box 6660 Cable in einem ähnlichen Bereich wie vergleichbare Modelle, was vermutlich zu einem großen Teil an dem DOCSIS 3.1 Modem liegt. Mit aktuell 189€ ist sie allerdings wesentlich günstiger als die Fritz!Box 6591 Cable, die oft als Alternative herangezogen wird und auch bei Vodafone für den Vertrag gemietet werden konnte.

Aus meiner Sicht lohnt sich dieser Preis definitiv, wenn man keine allzu hohen Anforderungen hat und keine Wunder erwartet. Man bekommt nach meiner Recherche eigentlich kein günstigeres oder ähnlich teures DOCSIS 3.1 System, das besser abschneidet als die Fritz!Box.

Damit kann ich, wenn die Anforderungen stimmen, die Fritz!Box 6660 Cable definitiv empfehlen.

Abschließend bedanke ich mich bei HardwareLuxx und AVM für das Vertrauen und die Bereitstellung des Testgeräts.

Es hat viel Spaß gemacht, die Fritz!Box zu testen und ich freue mich schon, auch in der Zukunft damit ein stabiles Netzwerk mit größerem Funktionsumfang betreiben zu können.

Ich hoffe ich war nicht zu ausführlich, so dass sich der Test noch gut an einem Stück lesen lässt. 😁 Für Fragen bin ich natürlich gerne offen.​
 
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