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[User-Review] Lesertest: Synology DiskStation DS220j inkl. Seagate IronWolf 10 TB - Das NAS für Einsteiger

gruenerkokiri

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16.12.2012
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Hallo liebe Hardwareluxxer!

Ende April bekam die Hardwareluxx Community wieder die Chance, sich für einen NAS-Lesertest zu bewerben. Diesmal ging es um das Einsteiger-NAS von Synology, die Diskstation DS220j in Verbindung mit zwei Seagate IronWolf 10 TB. Da ich noch nicht sonderlich viel Wissen im Bereich Networkstorage hatte, aber unbedingt gerne mehr Erfahrungen in diesem Bereich sammeln wollte, bewarb ich mich immer wieder bei den Lesertests zu den NAS-Systemen. Als dann schließlich die Nachricht kam, dass es diesmal geklappt hatte, konnte ich mein Glück kaum fassen. Ein paar Tage später stand das Paket dann schon bei mir im Zimmer.


1. Unboxing

Nach dem Öffnen des Pakets kam neben massig Luftpolsterfolie, sowohl der Karton der Diskstation zum Vorschein als auch die zwei IronWolf Festplatten. Dabei fiel sofort auf, dass bei der einen Festplatte die Polsterung bereits geöffnet war und ich mich deshalb etwas sorgte, ob diese den Versand gut überstanden hatte.

LT Unboxing 1.jpg


Nach dem Entfernen der Luftpolsterfolie kamen beide Platten zum Vorschein, diese waren dabei noch in Antistatikfolie eingeschweißt. Der Karton der Diskstation ist sehr clean gestaltet. Lediglich ein kleiner Aufkleber auf der Vorderseite gibt kurz die groben Spezifikationen der DS220j wieder:
  • Platz für zwei 3,5 Zoll SATA3 HDDs
  • Ein 64-bit quad-core Prozessor (Realtek RTD1296)
  • 512 MB DDR4 Arbeitsspeicher
  • Betriebsystem: DiskStation Manager
  • Zudem soll es kompakt, leise und energieeffizient arbeiten
Auf der Rückseite wird noch erwähnt, dass ein Gigabit-Ethernet-Port und zwei USB 3.0 Anschlüsse vorhanden sind. Die schlichte und leicht verständliche Präsentation der Gerätespezifikationen sind meines Erachtens nach so gewählt, dass auch Einsteiger mit den Daten etwas anfangen können. Da ich ja beim Thema NAS quasi Einsteiger bin, wird der Test zeigen, ob sich die Inbetriebnahme und das Einrichten des NAS genauso simpel gestalten lässt.

Beim Öffnen des Kartons fällt einem sofort die Diskstation ins Auge, die in einen dünnen Stoff gehüllt ist, um diese vor Kratzern zu schützen. Im oberen Bereich der Box ist sämtliches Zubehör verstaut, welches zur Inbetriebnahme des NAS benötigt wird.

So befinden sich im Karton neben dem Gehäuse des NAS ein Netzteil, ein Netzkabel, ein Gigabit-Ethernetkabel, 10 Schrauben zur Festplattenbefestigung, ein zusätzlicher Montagewinkel inkl. Schrauben, sowie Schrauben, um das Gehäuse am Ende zu verschließen und eine Kurzanleitung wie alles zusammengebaut und angeschlossen wird.

Unboxing zusammen.jpg



2. Test der Festplatten

Bevor es mit dem Einbau der Festplatten in das NAS losgehen kann, habe ich beide HDDs per SATA3 an meinen Desktop PC angeschlossen, da mir die mysteriöse Verpackung der einen Platte etwas Sorge bereitete. Um sicher zu stellen, dass beide HDDs auch einwandfrei funktionieren, habe ich mir die Analysesoftware SeaTools von der Seagatewebsite heruntergeladen. Die Software wirkt etwas altbacken und es wird nicht näher erläutert, was in den Tests überprüft wird; sie sollte aber ihren Zweck erfüllen.

So habe ich die verschiedenen Tests nacheinander einfach simultan für beide Festplatten ausgeführt. Auslesen der SMART-Werte, kurzer Festplatten-Selbsttest und einfacher Kurztest – alle bestanden. Die Tests dauerten insgesamt auch nur ein paar Minuten. Als letztes führte ich einen einfachen Langzeittest durch, den ich bewusst schon vormittags startete, damit dieser bis abends fertig ist (ich habe nur ein kleines Zimmer im Wohnheim und brauche nachts Ruhe :d). Als die Software nach dem Start dann einfach 19:33 ohne Einheit angab, freute ich mich schon, dass mein Plan aufzugehen scheint, da ich dachte, der Test sei um 19:33 Uhr fertig. Was mir leider erst nach dem Test bewusst wurde: Die Zahl war die Restzeit des Tests in Stunden. Aber immerhin keine Fehler gefunden. Ich realisierte erst jetzt, wie groß 10 TB eigentlich sind.

Um nun noch die Leistung der Platten zu testen, habe ich für jede Platte noch einen Benchmark mit CrystalDiskMark 7.0.0 durchgeführt (siehe Screenshots). Da auch hier die Werte stimmig waren, konnten die HDDs nun mit gutem Gewissen eingebaut werden.

LT Festplattentest 1.png
festplattentest.jpg



3. Einbau der Festplatten in das NAS

Der Einbau der Festplatten in das NAS gestaltete sich sehr simpel. Da das Gehäuse „out of the box“ nicht verschraubt ist, werden beide Gehäusehälften einfach mit etwas Kraft auseinandergezogen. Auch innerhalb des Gehäuses wirkt alles sehr sauber und aufgeräumt; neben dem 92 mm Lüfter kommen nur die zwei Halterahmen für die Festplatten zum Vorschein. Zunächst wird die untere Festplatte in den Rahmen eingeschoben und mit jeweils vier Schrauben befestigt. Danach folgt die obere Festplatte, die ebenfalls mit vier Schrauben montiert wird.

Da die Seagate Festplatten insgesamt 6 Montagebohrungen besitzen, kann hier nun noch zusätzlich ein kleiner Haltewinkel für zusätzliche Stabilität montiert werden. Ist alles eingebaut, können die Gehäusehälften wieder zusammengeschoben werden und mit zwei beiliegenden kleinen Schrauben fixiert werden. Was hier noch positiv zu erwähnen ist: Abgesehen von den großen Schrauben zur Festplattenbefestigung, ist jeweils eine Schraube extra beiliegt, falls eine kleine Schraube einmal verloren gehen sollte.

Ist alles zusammengebaut, muss die Diskstation nur noch per beiliegendem Ethernetkabel mit dem Router verbunden und an den Strom angeschlossen werden. Nach dem Einschalten des NAS durch den Powerknopf an der Frontseite kann das NAS durch den Browser angesteuert werden.

einbau.jpg



4. Einrichten des NAS in DSM

Wird die Diskstation vom Browser gefunden, erscheint ein Willkommen-Bildschirm und man muss lediglich auf „Einrichten“ klicken. Ist der PC mit dem Internet verbunden, kann durch einen Click auf „Jetzt installieren“ der DiskStation Manager automatisch heruntergeladen und installiert werden. Dabei wird man informiert, dass alle Daten, die sich auf den Festplatten der Diskstation befinden, gelöscht werden. Dieser Installationsprozess dauert nun ein paar Minuten und die Diskstation startet anschließend neu. Danach muss ein Administratorkonto angelegt werden. Hierbei muss auch ein Name für das NAS vergeben werden, unter dem es dann im Netzwerk zu finden ist. Im nächsten Fenster wird man gefragt, ob der DiskStation Manager automatisch aktualisiert werden soll und ob regelmäßig SMART-Tests zur Überprüfung der Festplatten durchgeführt werden sollen. Im nächsten Fenster ist es möglich, eine QuickConnect-ID mit einem neuen Synology-Konto zu erstellen, um auch von außerhalb des eigenen Heimnetzwerkes auf die Diskstation zugreifen zu können.

Da ich die Diskstation jedoch erst einmal nur lokal verwenden möchte, habe ich diesen Schritt übersprungen. Sollte ich mich dennoch in Zukunft dafür entscheiden diese Funktion zu nutzen, kann diese auch noch nachträglich aktiviert werden. Abschließend wird empfohlen, einige grundlegende Pakete auf der Diskstation zu installieren, um einen mühelosen Einstieg in den DiskStation Manager zu bekommen. Diese habe ich auch gleich mitinstalliert. Nun öffnet sich die Benutzeroberfläche vom DSM. Auffällig hierbei war, dass das System für ca. 10 min bei 99 % Prozessorauslastung einfror, bevor es weiterging. Meine Vermutung ist, dass währenddessen das Volume, als SHR (SynologyHybridRaid) konfiguriert, erstellt wurde. Hier hätte ich mir gewünscht, dass vielleicht eine Nachricht angezeigt wird, dass es während der Fertigstellung der Einrichtung zu einer solchen Situation kommen kann.

Anschließend ist die Diskstation aber einsatzbereit!

einrichen.jpg



5. Grundlegende Funktionen der Diskstation

Auf der Benutzeroberfläche des Managers sind direkt vier Shortcuts zu wichtigen Applikationen hinterlegt. Angefangen von dem Paketzentrum. Hier können zusätzlich zu den bereits installierten Paketen weitere Pakete installiert werden.

Der zweite Shortcut führt direkt zu der Systemsteuerung. Hier lässt sich faktisch fast alles einstellen. So lassen sich z.B. unter dem Untermenü „gemeinsame Dateien“ gemeinsame Shares anlegen und verwalten, neue Benutzer hinzufügen und Gruppen definieren. Im Untermenü „System“ kann das InfoCenter aufgerufen werden, welches einen groben Überblick über den Allgemeinzustand des NAS, das Netzwerk und den verbauten Speicher bietet.

Ein weiterer interessanter Menüpunkt ist „Hardware und Energie“. Hier kann beispielsweise Wake on Lan aktiviert, zwischen vier verschiedenen Lüftermodi ausgewählt und die Helligkeit der Status-LEDs verändert werden. Des Weiteren kann hier die Zeit eingestellt werden, nach der die Festplatten in den Ruhemodus wechseln.

Der dritte Shortcut führt zur Filestation. Wie der Name schon sagt, können hier die Ordner und Dateien der Shares organisiert und verwaltet werden. Der vierte Shortcut führt zur DSM Hilfe. Diese unterstützt sehr übersichtlich, die verschiedenen Funktionen zu verstehen, welche die Diskstation zu bieten hat. So kann die Hilfe gezielt nach verschieden Begriffen durchsucht werden. Darüber hinaus wird unter kurzen Erklärungen in den Applikationen des NAS häufig der Bereich der DSM Hilfe verlinkt, der dann zusätzliche und genauere Informationen bietet.

funktionen 1.jpg

funktionen 2.jpg



6. Tauschen des Lüfters

Da bereits nach dem Einschalten des NAS dessen Lüfter durch ein zwar leises aber relativ nerviges Rattern auffiel, beschloss ich kurzerhand erst einmal diesen gegen einen Noctua NF-A9 FLX 92 mm zu tauschen. Dieses Vorhaben gestaltete sich etwas schwerer als zunächst vermutet. Um an die unteren Befestigungslöcher zu kommen, muss das metallische Grundgerüst zunächst aus der Gehäuseschale herausgeschraubt werden. Danach kann der installierte Lüfter demontiert werden. Hierbei zeigte sich, dass dieser durch kleine Gummifüße von dem Gehäuse entkoppelt ist und durch eine Art Pushpins des Lüftergitters mit Gummischeiben befestigt wurde.

Nachdem der Lüfter ausgebaut war, konnte dieser einfach durch den Noctualüfter ersetzt werden. Dabei habe ich die brauen Gummientkoppler des Noctua entfernt und die bereits vorher verbauten schwarzen Entkoppler wiederverwendet. Bei der Orientierung des Lüfters ist darauf zu achten, dass der Ausgang des Lüfterkabels Richtung Lüfteranschluss zeigt, da sich sonst die Kabelverlegung schwer realisieren lässt bzw. sich das Gehäuse nicht mehr zuschieben lässt.

Beim Neustart des NAS nach dem Lüfterwechsel fällt sofort auf, dass diese nun viel ruhiger läuft. Im DSM wird kein Lüfterfehler angezeigt und auch nach dem Lüftertausch kann zwischen den vier Betriebsmodi unkompliziert gewechselt werden.

lüfter.jpg



7. Übertragungsgeschwindigkeiten

Wie schon zum Test der einzelnen Festplatten, habe ich auch für den Test der Übertragungsgeschwindigkeiten des NAS den CrystalDiskMark 7.0.0 verwendet. Sowohl mit dem Default-Preset als auch mit der Real Word Performance-Einstellung. Getestet habe ich mit meinem Desktop-PC, in dem eine PCIe 3.0 SSD verbaut ist. Von diesem wurde auf einen freigegebenen unverschlüsselten, sowie auf einen verschlüsselten Ordner des NAS zugegriffen. Die Ergebnisse habe ich euch einfach als Screenshot beigefügt.

Übertragung NAS unverschlüsselt default (links) und real (rechts)

nas unverschlüsselt.jpg



Übertragung NAS verschlüsselt default (links) und real (rechts)


nas verschlüsselt.jpg



Des Weiteren habe ich eine SATA-SSD per USB 3.0 Adapter an der Diskstation angeschlossen, die ich zuvor an meiner Fritzbox 4040 als Netzlaufwerk betrieben hatte. Auf diese habe ich dann ebenfalls über das Netzwerk zugegriffen und die Benchmarks durchgeführt.

Übertragung SSD an NAS default (links) und real (rechts)

ssd an nas.jpg



Während ich die Tests durchgeführt habe, fragte ich mich, welche Performance meine ursprüngliche Konfiguration, also SSD per Adapter direkt an der Fritzbox, wohl haben würde. Ich hatte das ehrlich gesagt noch nie getestet. Also habe ich das als kleinen Vergleich einfach mal mitgetestet.

Übertragung SSD an Fritzbox default (links) und real (rechts)

ssd an fritz.jpg


Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die Leistungswerte für ein Einsteiger-NAS durchaus sehen lassen können. Erfreulich ist außerdem, dass es offensichtlich keine sonderlich große Rolle spielt, ob man die Verschlüsselung aktiviert oder nicht. Der Prozessor scheint also absolut ausreichend zu sein.

Bei dem Vergleich der Performance der SSD am NAS und an der Fritzbox fällt auf, dass am NAS ca. die doppelte Performance gegenüber der Fritzbox abgrufen werden kann. Dennoch muss ich gestehen, dass ich die Performance an der Fritzbox gar nicht mal so schlecht finde. Klar, um viele und große Dateien hin und her zuschieben und auch dauerhaft abzuspeichern, ist sie wahrscheinlich nicht geeignet, aber um schnell mal ein paar Dateien zu übertragen, bestimmt auch nicht so verkehrt.


8. Stromverbrauch

Den Stromverbrauch des NAS habe ich mit einem günstigen Strommessgerät (LIVING INNOVATIONS power METER) für den Hausgebrauch für verschiedene Szenarien gemessen:
  • Einschaltvorgang: max. 29,0 Watt
  • Festplatten im Leerlauf: 14,3 Watt
  • Kopiervorgang: zwischen 19 und 20 Watt
  • Standby, Festplatten aus, Lüfter an: 3,4 Watt
  • Standby, Festplatten aus, Lüfter aus: 2,9 Watt

9. Kurze Vorstellung einiger Programme

Speicher-Manager


Mit diesem Programm kann wie der Name schon sagt, der Speicher des NAS verwaltet, konfiguriert und überwacht werden. So kann hier z.B. der Speicherpool aus beiden Festplatten konfiguriert und neue Volumen angelegt werden. Bei mir wurde allerdings direkt das Synology Hybrid Raid (SHR) installiert, da ich bei der Einrichtung auf „empfohlene Pakete installieren“ gedrückt hatte.

Unter dem Punkt HDD/SSD können die Laufwerke überwacht werden. Hervorzuheben ist hier, dass Synology IronWolf Health unterstützt, welches noch detailliertere Informationen zum Zustand der Festplatte bereitstellt als SMART. Sowohl die IronWolf Health-Tests als auch die SMART-Tests können manuell gestartet oder in einem extra Tab auch geplant werden, um diese selbst regelmäßig durchzuführen.

LT Speicher Manager.png



DS file (Android)

Diese App von Synology kann ganz einfach über den Google-Playstore installiert werden. Nach der Installation wird die Diskstation automatisch erkannt, wenn sich diese im Netzwerk befindet. Danach meldet man sich einfach mit einem Benutzeraccount an und hat praktisch Zugriff auf die Ordner und Dateien, für die man die Berechtigung besitzt.

Ein weiters kleines, aber sehr praktisches Feature der App ist das Photo-Backup. Hier können Photos, die per Smartphone gemacht werden, automatisch direkt in einen frei gewählten Ordner der DiskStation kopiert werden.

ds file.jpg



DS finder (Android)


Der DS finder kann auch einfach aus dem Playstore geladen werden. Über ihn können die wesentlichen Informationen des NAS abgefragt werden und ein paar Einstellungen getätigt werden. Ganz unten befindet sich dann noch ein Link zum DSM mobile, über den dann wesentlich mehr Einstellungen über das Smartphone konfiguriert werden können.

ds finder.jpg



Hyper Backup

Nach dem Start von Hyper Backup öffnet sich der Datensicherungs-Assistent. Hier kann man den Typ des Datensicherungsziels auswählen. So kann zum Beispiel auf externe USB-Speichermedien, auf ein anderes NAS, auf einen Dateiserver oder auf die Clouds zahlreicher bekannter Anbieter zurückgegriffen werden.

Ich möchte beispielsweise mein Backup wöchentlich auf eine externe Festplatte sichern, die nur für diesen Zweck mit dem Stromnetz verbunden und nach dem Backup von diesem wieder getrennt werden soll. Also habe ich die Option „Lokaler Ordner auf USB“ gewählt und zwar als Einzelversion. Danach wird die angeschlossene externe Festplatte als Ziel gewählt, worin das Backup gespeichert werden soll. Anschließend wird ausgewählt, von welchen Ordnern das Backup überhaupt gemacht werden soll. Außerdem ist es möglich, Pakete und Einstellungen gleich mitzusichern. Zu guter Letzt kann man das Backup automatisieren.

Ich habe zum Test alle Ordner in das Backup eingebunden (ca. 50 GB) und anschließend das Backup gestartet. Nach relativ kurzer Zeit war das Backup abgeschlossen und entsprechend ein Backupordner mit allen Dateien auf der externen Festplatte vorhanden. Zum Test habe ich anschließend noch ein paar Daten auf das NAS geschoben und das Backup erneut ausgeführt. Wie erwünscht wurde der Backupordner mit den neuen Daten aktualisiert.

hyperbackup.jpg



10. Subjektive Alltagstauglichkeit

Nachdem ich nun grundlegend alle Funktionen aufgezeigt habe, die ich tatsächlich auch dauerhaft nutzen werde, wollte ich nun noch einmal gerne auf einen Punkt aus meiner Bewerbung zu diesem Lesertest eingehen. Und zwar wollte ich ja gerne testen, wie sich das NAS im Alltagseinsatz so schlägt. Hierfür habe ich mit Desktop, Laptop, Tablet und Smartphone fleißig Daten auf das NAS geschaufelt und von den jeweils anderen Geräten darauf zugegriffen und wieder Dateien heruntergezogen.

Bei einem Kopiervorgang eines Ordners (ca. 40 GB) mit großen Dateien über Gigabitethernet wurde eine Übertragungsgeschwindigkeit von 113 MB/s fast durchgängig gehalten. Auch das gleichzeitige Streamen von 4K MP4-Dateien von allen Geräten gleichzeitig stellte überhaupt kein Problem dar.

Gegen Ende des Tests möchte ich gerne noch ein paar Fakten und Eindrücke schildern, die ich bei dem Test wahrgenommen habe. So meldete der DSM während des Testens auch einmal, dass ein Update verfügbar ist. Dieses wurde nach Bestätigung aus sofort und unproblematisch installiert.

LT Kopiervorgang.png
LT Update.png



Zuletzt wollte ich noch eine Sache loswerden: Das NAS benötigt 115 Sekunden bis es nach dem Einschalten betriebsbereit ist und 55 Sekunden zum Herunterfahren. Aus dem Standbymodus sind es hingegen nur ein paar Sekunden. Nun könnte man sich fragen, wer fährt sein NAS immer komplett herunter? Schließlich sind NAS und die Festplatten für den Dauerbetrieb ausgelegt. Nun dazu muss ich sagen, die Diskstation ist wirklich sehr leise im Betrieb und unhörbar im Standby, wenn Platten und Lüfter aus sind. Aber für eine kleine 1-Zimmerwohnung oder das Schlafzimmer ist die Diskstation meiner Meinung nach nicht geeignet.

Da ich selbst nur ein kleines Zimmer habe und die Diskstation des Öfteren automatisch anläuft, musste ich diese zumindest nachts ausschalten. Fürs Arbeitszimmer, Wohnzimmer oder den Flur ist sie hingegen einwandfrei geeignet. Auch auf dem Schreibtisch macht sich das NAS hervorragend, allerdings schaffen es die dicken Gummifüße des Gehäuses nicht, dass gar keine Vibrationen an den Tisch übertragen werden. Ich habe das NAS selbst gerade auf dem Schreibtisch und merke z.B. beim Arbeiten die Festplattenaktivität an meinen Unterarmen. Von der Lautstärke her ist sie aber sehr unauffällig. Ich werde sie künftig aber lieber neben oder unter den Schreibtisch stellen.


Fazit


Im bin wie Eingangs bereits erwähnt, als NAS-Neuling in der Lesertest gestartet. Gleichzeitig bewirbt Synology die DS220j als Einsteigergerät. Und ich muss sagen, die Installation und das Einrichten des NAS war abgesehen von ein paar Kleinigkeiten wirklich super einfach. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, mit dem Gerät allein gelassen zu werden. Die übersichtliche Benutzeroberfläche des DSM, gefolgt von den simpel gestalteten Menüs der Apps haben wirklich überzeugt.

Anfängliche Bedenken, dass das NAS vielleicht doch etwas schwach auf der Brust sein könnte, haben sich nicht bestätigt – im Gegenteil! Das NAS reagierte immer schön flott und auch die Bedienung der Apps lief super flüssig. Ich könnte mir vorstellen, dass die Rechenpower beim Einsatz mehrerer Pakete gleichzeitig doch etwas knapp werden könnte, aber als reine Speicherlösung für den Einsatz im Privathaushalt ohne große Spielereien ist die Leistung mehr als ausreichend. Allerdings muss ich zugeben, dass ich durch den Lesertest „auf den Geschmack gekommen“ bin und mich in Zukunft mehr mit dem Thema auseinandersetzen werde. Deswegen bin ich gespannt, ob es mir beim weiteren Ausprobieren gelingen wird, das NAS tatsächlich in die Knie zu zwingen.

Zu den Seagate IronWolf Festplatten kann ich eigentlich nichts Negatives sagen. Sie sind wirklich sehr leise und schnell, aber ob sie auch eine so gute Lebensdauer haben, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Zum Schluss möchte ich mich noch beim Team von Hardwareluxx bedanken, die diesen Test organisiert und betreut haben!

Ich hoffe, dass euch mein Testbericht gefallen hat und freue mich natürlich über reichlich Kritik. Wenn ihr noch Fragen habt, immer raus damit 😉

LG Paul
 
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