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[User-Review] Lesertest: QNAP TS-351 mit Ironwolf HDD mit 16TB und Ironwolf 510-SSD mit 960 GB - Jetzt auch mit Bildern :-)

Stueckchen

Semiprofi
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Lesertest: QNAP TS-351 mit Ironwolf HDD mit 16TB und Ironwolf 510-SSD mit 960 GB - Teil 1


Vorab möchte mich für die Möglichkeit des Test, der NAS und der Festplatten bei Hardwareluxx, Seagate und natürlich Qnap bedanken.

Falls euch zu einzelne Punkten noch Fragen kommen oder ihr bei gewissen Sachen tiefer ins Detail tauchen wollt: stellt mir einfach die Fragen hier.


Vorstellung der Produkte und Unboxing
Zuerst möchte ich euch die Produkte etwas vorstellen, damit ihr wisst um was es geht.
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QNAP TS-351

Das Herz ist natürlich hier die NAS von QNAP, dabei handelt es sich um eine 3 Bay (kein HotSwap) Multimedia-NAS mit x86 CPU und mit zusätzlich zwei M.2 PCIe Slot für NVMe SSD fürs Cachen oder als SSD Volumes, welches im Herbst 2018 vorgestellt wurde. QNAP Klassifziert diese NAS als Zuhause – High End.

Preislich liegt diese Stand Mai 2020 bei: 300€ für die 2 GB und 335€ für die 4 GB Version.

Datenblatt:
CPUIntel® Celeron® J1800 Dual-Core 2,41 GHz Prozessor (Turbo bis zu 2,58 GHz)
CPU Architektur64-Bit x86
GrafikprozessorIntel® HD Graphics
Hardwarebeschleunigte Transkodierungbis zu 1080P
Maximaler Speicher8 GB (2 x SO-DIMM DDR3L)
Flash-Speicher512MB (Dual Boot OS Schutz)
Laufwerksschacht3 x 3,5-Zoll SATA 6Gb/s, 3Gb/s
Schacht 1, 2: SATA 3Gbps
Schacht 3: SATA 6Gbps
Laufwerkskompatibilität3,5-Zoll SATA
2,5-Zoll SATA
Ein 2,5" Laufwerkseinschub wird für die Installation einer 2,5" SSD/HDD benötigt
Hot-swappable-
M.2 SSD-Steckplatz2 x M.2 2280 NVMe 500 MB/s Steckplätze
Unterstützung für SSD-Cache-BeschleunigungLaufwerksschacht 3
M.2 Steckplätze 1 bis 2
Gigabit Ethernet Port (RJ45)1
USB 2.0 Port2
USB 3.2 Gen 1 port1
HDMI-Ausgang1, HDMI 1.4a (bis zu 1080p)
Audioausgang1 x integrierter Lautsprecher, 1 x 3,5mm Line-Ausgangsbuchse (für Verstärker oder Lautsprecher)
FormfaktorTower
LED-AnzeigenSystemstatus, LAN, USB, HDD1~3, M.2 SSD1~2
TastenEin/Aus, Reset, USB-Kopie
Abmessungen (HxBxT)142 × 150 × 260,1 mm
Stromverbrauch: Festplattenruhezustand18,56 W
Stromverbrauch: Betriebsmodus, typisch26,22 W
Mit Laufwerken voll bestückt
Lüfter1 x 90mm, 12VDC
Geräuschpegel21,8 db(A)
SystemwarnungSprachausgabe oder Summer

Schaut man auf das Datenblatt fallen zwei Punkte ins Auge CPU und die M.2 2280 NVMe Steckplätze.

Die CPU ist obwohl das NAS aus dem Jahr 2018 ist ein Celeron J1800 (2.41 GHz) mit zwei Kern SoC von Intel aus dem Jahr 2013, also Stand heute 7 Jahre alt. Zum einen ist die Leistung im Vergleich zum J3355 von 2017 mit einem Passmark Score von 636 nur ca. halb so groß. Zudem Fehlen der CPU und der iGPU wichtige Features wie AES-Ni bzw. Hardwarebeschleunigung von x265.

Schaut man auf die M.2 Steckplätze fällt der Durchsatz von 500 mb/s auf. Die liegt an der Anbindung via PCIe Gen2x1.

Wie weit sich diese Aufälligkeiten auswirken werden die Benchmarks zeigen und lassen sich danach bewerten.

Packt man die NAS aus, welche QNAP typisch in einem schlichten Karton verpackt ist, kommen neben der NAS, ein externes 65W 12V Netzteil, eine Kurzbedienungsanleitung , Netzwerkkabel und Aufklebekühler wie Ersatzschwinungsdämpfer zum Vorschein.
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Schauen wir das NAS genauer: Das Gehäuse ist in schlichten Weiß gehalten und aus hochwertigen Kunststoff. Welches eher lang als breit ist und für eine 3 Bay NAS recht klein.
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An der Vorderseite sind die Status-LEDs Info, Netzwerk, CPU, 3x HDD, 2x M.2 (v.o.n.u).

Darunter der Anschalter sowie der Backup Button mit USB 3.0 Buschse. An der Rückseite sieht man den 92mm Lüfter, den Lautssprecher, Kensigton Schloss, Reset (Loch). Als Anschlüsse noch Audio, HDMI, Netzwerk 2x USB 2.0 Strom.

An der Unterseite hat die NAS neben Lüftungslöchern noch 4 kleine Gummifüße.
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Zum Öffnen der NAS müssen zuerst die drei Schrauben an der Rückseite gelöst werden. Theoretisch geht dies ohne Schraubenzieher, für meine Hände sind diese zu Fest.

Nach dem Öffnen kommen drei Festplattenschlitten zum Vorschein. Die Festplatten lassen sich hier einfach einklippen, die Montage ist werkzeugfrei möglich. Die Festplatten sind in den Schlitten entkoppelt. Auf dem Mainboard sind neben den vormontierten 2 GB RAM Riegel (ADATA) der zweite RAM Slot zu erkennen sowie im Vorderbreich die zwei M.2 Slot welche wieder eine Werkzeugfreie Montage ermöglichen.
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Weiterhin ist auf dem Mainboard in der Mitte der kleine CPU Kühler, sowie im hinteren Bereich die 512 MB Flashspeicher für die ROM per USB-Header Verbunden.
Allgemein macht die NAS trotz des Kunststoffgehäuses und des Einfachen Aufbaus einen Durchdachten und Hochwertigen Eindruck.

Seagate Ironwolf 16 TB HDD

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Hier gibt es wenig zu sagen, eigentlich nur Seagate Ironwolf :-)
Die 16 TB Ironwolf sehen aus wie 14 TB oder die anderen Helium Platten von Seagate, sie machen einen sehr hochwertigen Eindruck.

Datenblatt:
Formfaktor3.5"
Drehzahl7200rpm
Cache256MB
Leistungsaufnahme7.3W (Betrieb), 5.3W (Leerlauf)
Lautstärke30dB(A) (Betrieb), 28dB(A) (Leerlauf)
AufnahmeverfahrenConventional Magnetic Recording (CMR)
Sektoren4KB mit Emulation (512e)
Zuverlässigkeitsprognose1 Mio. Stunden (MTBF)
Nonrecoverable Read Errors Rate, Max1 per 10E15

Seagate Ironwolf 510 SSD 960 GB
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In der Verpackung findet sich neben der SSD noch eine Rescue+ Karte sowie ein Garantieheft.
Die SSD ist im „Standard“ Format als M.2 2280 und auf dem blauen PCB beidseitig bestückt. Im Vergleich zu anderen M.2 SSDs sind hier keine Besonderheiten zu erkennen.
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Datenblatt:
FormfaktorM.2 2280
SchnittstelleM.2/M-Key (PCIe 3.0 x4)
Lesen3150MB/s
Schreiben1000MB/s
IOPS 4K lesen/schreiben345k/28k
Speichermodule3D-NAND TLC
TBW1.75PB
Zuverlässigkeitsprognose2 Mio. Stunden (MTBF)
ProtokollNVMe 1.3
DWPD1
Leistungsaufnahme6W (maximal), 1.95W (Leerlauf), keine Angabe (Schlafmodus)

Beim Betrachten des Datenblattes fällt neben der „geringen“ Schreibgeschwindigket von 1000 Mb/s bzw 28k IOPS, die hohe Schreibleistung von TBW 1750 TB bzw. DWPD (Vollschreiben Pro Tag) von 1 auf.
Außerdem besitzt das Laufwerk keine „on drive“ Verschlüsselung oder PowerlossProtection. Gerade letzteres hätte ich mir für eine „NAS“ SSD gewünscht und ich frage mich warum nur die SATA Ironwolf 110-SSD diese besitzt.

Tests

Nach dem ersten Eindruck möchte ich mich nun den Speichermedien im Detail zuwenden.
Hierzu wurde eine SSD bzw. HDD in meinen Testrechner eingebaut und mit CrystalDiskmark 7.0 einem Benchmark unterzogen. Hierbei je einmal mit 1 GB Testdaten Größe und 64 GB um Einfluss des Laufwerkcaches mit einzubeziehen.

Seagate Ironwolf 16 TB HDD

Wie auch schon beim ersten Eindruck zeigen sich hierbei keine Überraschungen. Die Festplatte ist für Heliumplatten typisch sehr laufruhig, aber bei Zugriffen doch deutlich zu hören. Allerdings wurden keine Anpassungen am Automatic Acoustic Management (AAM) gemacht um die beste Leistung zu erzielen.
Ironwolf HDD 16TB_1G-Crystaldisk.PNG
Ironwolf HDD 16TB_64G-Crystaldisk.PNG

Die Benchmarks hier zeigen einen sehr guten Durchsatz bei Sequenziellem Schreiben und Lesen von 275 Mb/s. Sowie Festplattentypische schwächen beim Random4K writes/reads.

Weiter bin ich hier nicht ins Detail gegangen, falls von noch Bedarf besteht, einfach nachfragen und ich kann dies gerne nachreichen.

Seagate Ironwolf 510 SSD 960 GB

Die SSD wurde den gleichen Benchmarks wie die HDD unterzogen und an einem PCIe4x3Gen betrieben.
Ironwolf SSD 510_1G-Crystaldisk.PNG
Ironwolf SSD 510_64G-Crystaldisk.PNG


Hierbei bestätigen sich bei kleinen Testdaten, die von Seagate angeben Geschwindigkeitswerte, bzw. werden sogar im seq. Lesen mit 3400 mb/s und seq. Schreiben 1080 mb/s leicht übertroffen.

Bei größeren Testdaten (64 GB) fällt allerdings auf das die Leistung deutlich abfällt. Hierbei sind nur noch ca. 2000 mb/s für seq. Lesen und 640 mb/s für seq. Schreiben, also auf 60 %. Bei Random4K (Q32T16) zeigt sich ein vergleichbares Bild. Einzig das „wrost case“ Random4K mit 1 Queue bei 1 Thread ist hier konstant.

Für ein Laufwerk Readcache ist dies selbst für größere NAS mehr als ausreichend. Für einen Writecache der hauptsächlich kleinere Dateien und Randomread/writes abfangen solls auch. Zudem bleibt die Schreibrate auch bei seq. Writes hier noch mit ~1000 mb/s an der Geschwindigkeit eines 10G Ethernet.
 
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Stueckchen

Semiprofi
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QNAP TS 351

Kommen wir nun zum eigentlich interessanten Teil, der NAS von QNAP. Zu Beginn möchte ich mit der Einrichtung beginnen. Wer QTS, das Betriebssystem von QNAP (in Version 4) kennt, weiß wie einfach das von statten geht.

Erste Einrichtung

Nach dem werkzeuglosen Montieren der HDDs und SSDs, sowie dem anschließen des LAN und Stromkabel kann es gleich losgehen.
Der erste Start der NAS dauert erstaunlich lange, so ca. 5 Minuten. Dann konnte das NAS direkt im Netzwerk gefunden werden.
Zuerst müssen allg. Einstellungen konfiguriert werden: Admin Password, Uhrzeit, Netzwerk, Welche Freigaben werden benötig.

Inst_1.PNG


Anschließend kann man sich das erste Mal an der NAS mit seinem Password anmelden. Man wird kurz über die Oberfläche geführt und hier die einzelnen Schaltflächen werden erklärt. Anschließend landet man automatisch bei „Speicher & Snapshots“ und in der Kurzanleitung zur Speicherverwaltung.

Am Schluss der Kurzanleitung kann man direkt einen Speicherpool erstellen. QNAP verwaltet die Festhalten/SSDs in Pools und Volumen.
Anmeldung_2.PNG

Anmeldung_3.PNG


Einrichtung des Speichers

Kurz: Die Festplatten werden in Pools gruppiert und stellen dann gemäß ihre Kapazität / Raidlevel den Speicher für die Volumen in denen die Dateien und Ordner für die Freigabeordner sortiert werden.
Speicherpool_3.PNG

Speicherpool_4.PNG

Der „Assistent zum Erstellen des Speicherpools“ leitet einen hier durch die Konfiguration. Zu Beginn kann man direkt Qtier aktivieren, um den Speicher dynamisch zwischen SSD und HDD zu verteilen. Dies lässt sich aber auch noch später aktivieren, anschließend müssen die Datenträger für den Pool ausgewählt und das Raidlevel bzw. Hot Spare Platten gewählt werden. Standardmäßig ist Raid1 gewählt was einer Spiegelung der Festplatten entspricht. Im Falle von SSDs kann man im nächsten Schrit ein Over-Provisioning einstellen bzw. einen Warnschwellenwert für den Füllgrad.
Speicherpool_7.PNG

Speicherpool_8b.PNG

Nach dem Erstellen des Pools führt der Assistent einem zum Erstellen eines Volumens für die Freigabeordner. Hier muss der Speicherpool (aktuell nur einer Vorhanden) gewählt und der Typ des Volumen (Static, Thick, Thin) festgelegt werden. Als Standard ist hier Thick gewählt, was die meisten Möglichkeiten und wenig Fehler bei der Konfiguration bietet. Im nächsten Schritt kann das Volumen Benannt und die Größe eingestellt werden, wobei eine nachträgliche Erweiterung möglich ist.
Außerdem ist die Inode Größe Einstellbar, mit der man die Leistung noch tunen kann. Warum QNAP die in meinen Augen wichtigeren Einstellungen unter „Erweiterte Einstellungen“ versteckt, ist mir nicht ersichtlich. Hier lassen sich ein Schwellenwert für Füllstand des Volumens, Verschlüsselung, Caching sowie direkt ein Freigabeordner Einstellen. Nach Bestätigung wird das Volumen initialisiert und die NAS ist einsatzbereit. Außerdem werden auf diesem Volumen direkt die Standardfreigaben, Public, Home, Web erstellt.

Die erste Einrichtung ist schnell, in so 10-20 Minuten, gemacht und auch ohne Vorkenntnisse möglich.

Über die „Systemsteuerung / Control Panel“ oder die FileStation lassen sich neue Freigaben und Benutzer erstellen bzw. die Rechte hierfür verwalten.
Controlpanel.PNG

Filestation.PNG

Um die SSDs als Cache zu nutzen müssen diese unter „Speicher & Snapshots“ > Cache-Beschleunigung konfiguriert werden. Hierfür müssen die SSDs als Cache und die Art des Caches – Lesen , Schreiben Lesen/Schreiben – sowie das Raidlevel des Caches ausgewählt werden. Aufgrund der 1G Netzwerkschnittstelle und der schnellen NVMe SSDs wurde hier Raid1 und Lese+Schreibcache gewählt. Um eine hohe Leistung auf Dauer zu garantieren lässt sich ein Over-Provisioning für die SSDs einstellen. Auserdem kann die Art des Cachemodus noch eingestellt werden: Nur Zufälliges Schreiben oder alles Cachen. Aufgrund der Größe der SSD wurde hier auch Alles gewählt J. Zum Schluss kann man noch das bzw. die Volumen wählen für die der Cache genutzt werden soll.
Cache_2.PNG

Cache_3.PNG

Zu erwähnen ist hier das die Cachegröße welcher verwendet werden kann vom Installiertem Ram abhängig ist: 1TB Cache benötigt mind. 4 GB Ram.

Test des Durchsatzes / Geschwindigkeit.

Nach dem ersten Einrichten und der Erstellung eines Caches habe ich mich der Kernaufgabe einer NAS gewidmet, dem Verfügung stellen von Daten im Netzwerk, bzw. wie gut und schnell das geht.
Hierzu wurde die Übertragungsgeschwindigkeit von Windows 10 (smb) mit Crystaldiskmark 7 gemessen, mit 1 GB bzw. 32 GB großen Testdaten betrachtet.

Die drei verglichen Szenarien sind hier SSDs, HDDs ohne cache und HDDs mit cache, alles je als Raid1 und mit unverschlüsselten Volumen.
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Wie erwarte werden die NAS nicht von den Datenträger bei Seq. Durchsatz sondern vom 1G Netzwerk Limitiert.
Auffällig ist, dass sich die Messergebnisse beim zufälligem Lesen/Schreiben in allen Szenarien, mit Ausnahme der großen Testdaten bei den HDDs wenig unterscheiden. Dies liegt am Ramcache, welche die QNAP nutzt.

Der Durchsatz beim zufälligem Lesen/Schreiben liegt aber deutlich unter dem Netzwerk Durchsatz und der Geschwindigkeit der SSDs bzw. des Ramcaches.

Heute sollte man eigentlich seine Daten immer verschlüsseln, auch da man diese bei aktueller Hardware nahezu ohne Performance Verluste kann. Nur als Beispiel: geht NAS bzw. die HDD kaputt muss man sich keine Gedanken machen ob sensible Daten darauf sind, bei z.B einer Garantieeinsendung oder Entsorgung; von Diebstahl will ich gar nicht reden.

Um den Einfluss von verschlüsselten Volumen auf die Übertragungsraten zu erkennen, wurde auf den Seagate SSDs ein verschlüsseltes Volumen erzeugt und der Test wiederholt.
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Während die seq. Lesegeschwindigkeit weiterhin im Netzwerklimit mit 118 mb/s ist. Bricht die Leserate massiv auf 75 mb/s ein.

Neben den Synthetischen Benchmarks wollte ich das verhalten mit einem „Alltagstest“ betrachten. Hierfür wurde ein Fotoordner mit 1878 Dateiten und 20,5 GB kopiert auf und von der NAS. Die Dateien sind RAWs (ca. 25mb) und Jpg (2-8mb). Wobei das Verschlüsselte Volumen auf dem SSD Raid1 liegt.
1592159535167.png

Während unverschlüsselt die Übertragungsraten OK bis gut sind und man auch einen leichten Vorteil des SSD Cache gegenüber den HDDs beobachten kann. Auf ein Verschlüsseltes Volumen kann allerdings nur noch mit ca 50 mb/s geschreiben und 70 mb/s gelesen werden, das sollte besser gehen.

Zum Vergleich: Meine „Große“ NAS schafft hier mind. 130 mb/s auf einen Plattenpool (3x Raid5 5400rpm).

Stromverbrauch und Lautstärke:


Neben den Durchsatz bzw. Geschwindigkeit einer NAS sind natürlich der Stromverbrauch und die Lautstärke wichtige Kenngrößen.

Den Stromverbrauch habe ich mit einem Brennstuhl PM 231 Messgerät ermittelt. Die Bestückung des Tests: 2x HDD 16TB , 2x M.2 SSD, 1x SATA SSD :
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Die angegeben Verbrauchswerte von QNAP werden etwas übertroffen. Einen Festplatten Spindown konnte ich nur durch das Erstellen des Systemvolumens auf separaten einer (SATA) SSD erreichen.

Die Lautstärke der NAS bzw. HDDs werde ich hier nicht mit Messdaten untermauern. Ich besitze kein Messgerät bzw. habe keine Möglichkeit ein App zu vernünftig zu kalibrieren. Daher will ich nur den Subjektiven Eindruck vermitteln.

Im Spindown bzw. ohne HDDs ist die NAS quasi nicht zu hören. Der Lüfter lässt sich auch über die Software steuern, ist aber in den Standard Einstellung schon sehr leise, für mich praktisch unhörbar.
Laufen die HDDs ohne Zugriffe ändert sich das Praktisch nicht, wenn man sehr nahe dran ist kann man das laufen der Festplatten hören bzw. erahnen.

Leider ändert sich das ganze total wenn Zugriffe stattfinden und das passiert sehr häufig. Die Bewegungen der Festplattenköpfe sind mehr als deutlich zu hören.

Der Grund hierfür ist leider das Gehäuse der NAS! Legt man die NAS auf die Seite und offen hin sind diese Geräusche nahezu weg.
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QTS – Bedienbarkeit, Eindrücke

Neben den Technischen Daten und der Hardware ist die Bedienbarkeit natürlich ein weiteres Merkmal einer NAS, auch bzw. gerade wenn man nicht täglich in der Oberfläche arbeiten muss.

Allgemein bedient sich die NAS ausreichend schnell und zügig, zumindest mit den 8 GB Ram merkt man selten länger Ladezeiten oder eine schwammige Bedienbarkeit des Betriebssystems der NAS, das kennt bzw. kannte man von kleineren ARM basierten Modellen von QNAP oder Synology auch anders. Im Betrieb sind hier ohne zusätzliche Apps mind. 1,5 GB belegt, also die 2 GB Version ist hier schon arg auf Kante genäht was den RAM angeht.

Trotz der sehr viel Möglichkeiten der NAS findet man sich auf der Benutzeroberfläche schnell zurecht, da diese wie ein Klassisches Betriebssystem aufgebaut ist. Zundem wirkt es modern und aber nicht zu verspielt. Mit Ausnahme vll „Roboters“ Links unten.

Die Einstellungen / Systemsteuerung könnten, aber für den „Standard“ Anwender etwas übersichtlicher bzw. reduzierter sein. Hier würde ich mir einen Schalter „Basis Funktionen“ und „Experte“ wünschen, der das Einstellen etwas übersichtlicher macht. Auch wenn im LUXX sicher der ein oder andere einen TFTP-Server, SNMP oder ähnliches betreibt, ist das doch eher die Minderheit und führt nur zu Unübersichtlichkeit für den „Normalnutzer“.

QTS – Backup - Snapshots

Neben der NAS als Datenspeicher ist die Möglichkeit für Backups, sowohl von als auch auf die NAS sehr wichtig. Denn Merke: „Raid ersetzt kein Backup“, aber QTS bietet im Bereich Backup quasi für jeden das Richtig.

Zum einen bietet QNAP für Thin und Think Volumes die Möglichkeit Snapshots (Schnappschüsse) zu erstellen und den ist Zustand zu sicher und vor Veränderungen zu schützen, z.B.: Schutz vor Ransomware oder gelöschte Dateien. Diese lassen sich dann über den Snapshotmanager verwalten, und gegebenfals zurücksetzen, bzw. als „vorherige Version“ über den Explorer einsehen.

Snapshots.PNG



Außerdem Biete QNAP die Möglichkeit des Backups von oder auf externe Datenträger. Entweder nach Planung oder durch Tastendruck am Gehäuse. Hierbei kann man Einzelne Ordner oder ganze Volumes zur Sicherung Auswählen.

Weiterhin sieht QNAP auch die Sicherung in der Cloud vor, leider nur S3 AWS , auch nicht S3 Kompatibel also nur bei Amazon.
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Auch lässt sich das NAS als Backupserver/Target einsetzten. Hierbei kann die NAS über QTS als Rsync-Server, Apple Time Machine Target oder RTRR einsetzen. Des Weiteren können Snapshots von Volumen sowohl Lokal als auch von anderen QNAP NAS Repliziert werden, bzw. der Datenbestand über Snapshots zwischen Verschiedenen QNAP NAS Synchron gehalten werden.


QTS – Apps

Falls einem der Funktionsumfang der Software nicht reicht, lässt sich die NAS durch Apps über das AppCenter erweitern. Hier gibt es eine sehr große Anzahl an offiziellen Apps und noch inoffizielle Apps. Die Bandbreite reicht hier von Antivieren Software, Filmverwaltung, Backup&Cloud Software, Webserver, Medienserver,….
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QTS - Virtualisierung und Container

Wenn einem die Apps nicht reichen biete QNAP auf der TS 351 auch die Möglichkeit VMs und Container zu betreiben.
Die volle Virtualisierung macht QNAP über die Virtualization Station, da Linux über KVM. Aufgrund der schwachen CPU habe ich mir diese nicht angeschaut, da ein Linux mit Oberfläche auch schon nicht besonders zügig sein wird.
Über die Container Station können Container installiert werden, sowohl Docker als auch LXC. Für Anwendungen ist die schlanke Möglichkeit der Container Virtualisierung hier besser. Hier gibt es wiederum „offizielle“ Container oder man kann alles was Docker oder LXC kann machen.
Containerstation.PNG


Zum Test habe ich kurzerhand mal drei Docker Container aufgestetzt.

Pihole, einen Adblocker für das Netzwerk. Dieser läuft super, ist ja eigentlich auch für einen RPi gebaut.
Nextcloud, diese wohl weit bekannte Heimcloud ist im Vergleich zu Pihole wirklich ein dickes Schiff, Webserver(Apache) + Datenback (Mariadb)+Redis. Trotzdem läuft sie gut und auch die Weboberfläche ist flüssig, nur bei Vorschau Bildern bzw. öffnen Bildern in der Weboberfläche könnte es etwas schneller gehen und man hat ladezeigte.

Jellyfin – der opensource fork von emby, läuft auch gut. Auch das Transcoding über die iGPU scheint zu gehen, wobei hier trotzdem die CPU last auf um die 70 % steigt.


Fazit:

Die Festplatten - Seagate Ironwolf 16 TB, wenn man 16 TB als Einzelfestplatte benötigt kommt man mit Ausnahme von Toshiba nicht um Seagate herum. Die Festplatte ist eigentlich alles was man sich von einer Festplatte wünscht: Schnell, Leise, Kühl und Sparsam! Nur billig ist sie nicht, mit Aktuell (Juni 2020) um die 500 € eher gehoben, wobei mangels Alternativen das in Ordnung ist.

Die SSDs - Seagate Ironwolf 510 960GB, im Prinzip keine schlecht SSD, dessen Paradedisziplin die Haltbarkeit ist. Leider ist dann der Preis von 280 € (Juni 2020) doch sehr hoch, vor allem da die PowerlossProection fehlt, welche für Daten Sicherheit sehr wichtig wäre. Kommt man mit weniger, aber immernoch hoher TBW von > 1PB aus, bekommt man für das gleiche oder weniger Geld woanders mehr Speicher und Höhere Geschwindigkeit. Jetzt werden einige sagen: Man bekommt ja auch noch den Recovery Service, aber wie viel aus einer Defekten SSD zu holen ist weiß ich nicht und ein Backup sollte jeder für seine wichtigen Daten haben!

Die NAS – QNAP TS 351: Leider hinterlässt die NAS bei mir ein sehr gespalten Eindruck. Qnap liefert hier Ansicht ein gutes Konzept: 3 3.5“ Laufwerke + Zwei M.2 (PCIe Slots) in Verbindung mit einem x86/64 Prozessor inkl iGPU. Das scheint für daheim nahezu ideal zu sein, bis zu Raid5 bei Festplatten, dann noch Cache oder SSDs als Speicher (Synology kann das ja wohl nicht), bietet viel Flexibilität. Dann die Möglichkeit dank der CPU die NAS als Mediencenter zu nutzen oder sogar seine Software als Container oder VM selbst zu hosten. Leider Enttäuscht hier QNAP mit der Wahl der Hardware und schwächen am Gehäuse. Dank der alten CPU von 2013, wird die NAS häufig durch die CPU limitiert. So schafft die NAS nicht immer das 1G LAN zu sättigen und bei verschlüsselten Volumen nicht mal Ansatzweise. Zudem steht das Gehäuse, das die Geräusche der Festplatte verstärkt einem Einsatz im Wohnzimmer bzw. als Medienspieler entgegen. Zudem hat die geringen Leistung bzw. Funktionsbreite der CPU/iGPU Problem mit aktuellen Codes und Formaten.

Auch die Anzahl an USB bzw. überhaupt USB 2.0 scheinen doch etwas aus der Zeit gefallen.

Die Einordung als Zuhause – High End kann ich für ein Produkt aus 2018 nicht wirklich nachvollziehen.
2014/15 wäre das ein gutes Produkt, heute leider irgendwie nicht mehr Zeitgemäß.

Wahrscheinlich ist man mit einer TS-431P2 trotz ARM CPU und (wenn)SATA-SSD Cache besser bedient und das fürs gleiche Geld.

Das Konzept der NAS 3xSATA+2xM.2 mit einer aktuellen Basis, also J4005/J5005 und etwas „optimierten Gehäuse“ und dann 2x2.5G Ethernet würde mir echt gefallen.

Der SSD-Cache: Eine klare Aussage gibt es hier nicht. In machen Situationen kann es einiges bringen, in anderen quasi garnichts. Bei kleinen Datenmengen bringt der Cache über den RAM genügend. Bei vielen (kleineren) Daten und großen Mengen, z.B.: Bilderordner kann der Cache einiges bringen.

Die Software: QTS 4.4: Viele, sehr viele Möglichkeiten, trotzdem Übersichtlich und gut Bedienbar. Das hebt QNAP halt von Selbstbauten ab und rechtfertigt (teils) auch den Preis der Produkte mit.

Das Paket als Ganzes:

Mit den oben beschreiben Nachteilen der NAS eigentlich ganz gut und fast stimmig. Fast, da hier die SSDs für das was Sie bringen zu teuer bzw. wahrscheinlich auch groß sind, 2x240 G oder sogar nur 1x Optane 32G als Lesecache hätte hier sicher auch gereicht.



tl;dr:
Seagate Ironwolf 16 TB:
Top!

Seagate Ironwolf 510 960GB: Gut aber für das geboten zu Teuer.

QNAP TS-351: Gutes Konzept, gute Software, aber schlecht Hardware und Umsetzung.
 
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