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[User-Review] Corsair Virtuoso RGB Wireless SE

Nightskill

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29.07.2016
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Hallo Hardwareluxx-Leser,

ich freue mich hier für euch mein Lesertest zu dem Corsair Virtuoso RGB Wireless SE zu präsentieren. Im Rahmen dieses Reviews wurde die SE Variante in Gunmetal getestet.

Der Test-PC ist ein Windows 10 Gerät, als Quelle für Musik wurde entweder Spotify in der Einstellung „sehr hoch“ (320 Kbps) oder eigene FLAC Dateien in hoher Qualität verwendet. Für die Spieletests wurde primär CS:GO, Rocket League und Battlefield V eingesetzt. Für den Test der 3,5mm Verbindung wurde eine Creative SoundBlasterX AE-5 verwendet.

Folgende Firmware- und Software-Versionen wurden für dieses Review verwendet:
  • 0.17.149 (Headset)
  • 0.16.80 (Dongle)
  • Corsair iCUE 3.25.60

Funktionen + Spezifikationen
Das Gaming-Headset soll, laut Corsair, eine kompromisslose Klangqualität in HiFi-Qualität mit einem Paar aufeinander abgestimmten 50mm neodymium Treiber bieten. Daneben soll das Headset sehr guten Komfort bieten und über drei unterschiedliche Verbindungsmöglichkeiten (Slipstream Wireless, USB und 3,5mm) bieten. Um das Paket abzurunden soll das Mikrofon eine Broadcastqualität bieten und damit jederzeit gute Verständlichkeit für Teammitglieder bieten.

Die wichtigsten Spezifikationen sind:
  • Kopfhörer Frequenzbereich: 20Hz – 40Khz
  • Mikrofon Frequenzbereich: 100Hz – 10Khz
  • Batterielaufzeit: Bis zu 20 Stunden
  • Reichweite bis zu ~18m
  • Gewicht 360g
  • Verbindung per Slipstream Wireless (2,4 Ghz), USB Typ-C (kopfhörerseitie) oder 3,5mm Klinke
  • Kompatibilität zu PC und Playstation 4
Weitere Spezifikationen finden sich auf der Corsair Produktseite: Corsair Virtuoso RGB Wireless SE Produktseite - technische Spezifikationen

Erster Eindruck und Verarbeitung
Schon beim Auspacken des Headsets wirkt das Headset und alle Zubehörteile sehr hochwertig. Das Gehäuse ist aus stylischem und sehr gut verarbeiteten Aluminium und Kunststoff gefertigt. An verschiedenen Stellen sind gerändelte Metallakzente gesetzt, was alle Teile zu einem passenden Gesamtpaket zusammenfasst. Auch die mitgelieferten Kabel (USB und 3,5mm Klinke) hinterlassen durch die Stoffummantelung und die Flexibilität einen guten Eindruck.

Das Gehäuse des Kopfhörers gibt kaum Geräusche und kein Knarzen von sich, was die hohe Verarbeitungsqualität nochmals unterstreicht. Einzig der Eingangs-Schalter (USB -> Wireless) gibt bei Bewegung ein hörbares Geräusch von sich. Die Drehpunkte der Ohrmuscheln sind anfangs etwas steif, was sich aber nach kurzer Verwendung in einen angenehmen Widerstand wandelt und danach von alleine für ein gutes Anliegen am Kopf sorgt. Anfangs muss hier noch etwas manuell nachgeholfen werden.

Zubehör, Konnektivität und Reichweite
Das hier getestete Corsair Virtuoso Wireless RGB SE beinhaltet neben dem eigentlichen Headset noch folgende Zubehörteile:
  • Slipstream Wireless Dongle (2,4Ghz)
  • 9,5mm Mikrofon (abnehmbar)
  • USB-C auf USB-A Kabel 1,5m (stoffummantelt)
  • 3,5mm Kabel 1,5m (stoffummantelt)
  • Transporttasche
Die initiale Inbetriebnahme des Headsets ist sehr einfach. Es reicht bei dem Windows 10 PC entweder der Slipstream Wireless Dongle oder das USB-Kabel mit dem PC zu verbinden und das Headset auf den entsprechenden Eingang zu schalten. Das Headset wird sofort erkannt und kann verwendet werden. Die Installation von speziellen Treibern oder Software ist nicht notwendig – ist jedoch empfohlen, da nur auf diese Weise die erweiterten Funktionen des Headsets verwendet werden können.

Die Tests der Reichweite zeigen, dass die angegebenen ~18m durchaus machbar sind. Selbst die Verbindung durch eine geschlossene Tür in einen benachbarten Raum ist möglich und führt zu keinen wahrnehmbaren Veränderungen der Soundqualität. Allerdings gibt es, sowohl bei großer Entfernung als auch direkt am Schreibtisch, teilweise kurzzeitige Aussetzer der Verbindung. Dies tritt vor allem dann auf, wenn der USB Wireless Dongle direkt im an der rechten Seite des Schreibtisches auf dem Boden stehenden PCs steckt. Leider sind diese Verbindungsabbrüche nicht vollständig reproduzierbar, weshalb die genaue Ursache dafür nicht sicher festgestellt werden kann. Möglicherweise sind der menschliche Körper oder andere Funksignale auf 2,4Ghz (z.B. WLAN) hier die Ursache. Steckt der Empfänger vor dem Anwender unter dem Monitor oder auf der linken Seite des Tisches ist die Verbindung stabil.

Komfort
Zum Komfort des Headsets lässt sich sowohl Positives als auch Negatives sagen. Generell sind die Ohrpolster und das Kopfband gut und sehr weich gepolstert. Das Material vermittelt dabei einen qualitativ hochwertigen Eindruck und passt sehr gut zu dem sonstigen Gesamteindruck zur Verarbeitung und der Materialwahl. Obwohl die Kopfhörer geschlossen sind, gibt es keine Probleme mit sich anstauender Wärme unter den Ohrpolstern. Es ist somit problemlos möglich, das Corsair Virtuoso auch über eine längere Zeit am Stück zu verwenden.

Leider muss aber gesagt sein, dass die Ohrpolster mit nur etwa 2cm nicht sonderlich tief und zudem die Polsterung zu dem Treiber hin relativ dünn ist. Wer also etwas größere und empfindlichere Ohren hat, wird hier über eine gewisse Zeit möglicherweise Druckstellen bekommen. Ebenso ist das Kopfband eher breit beziehungsweise rund und weniger oval gestaltet was zu einem Druckpunkt auf der Kopfoberseite führen kann.

Als Brillenträger sollten keine Probleme bzgl. Komfort auftreten. Die Modifikation (siehe unten) hilft aber auch mit aufgesetzter Brille und ist bei empfindlichen Ohren empfehlenswert. Es ist allerdings wichtig zu sagen, dass ein guter Seal bei diesem Headset wichtig ist (siehe Soundtest). Ob dieser Seal erreicht wird hängt hier aber von weiteren Faktoren wie Kopfgröße oder Brillenrahmenbreite ab. Im Zweifelsfall ist das Headset aber einen Versuch wert und sollte nicht von vorn herein ausgeschlossen werden.

Auf Nachfrage beim Corsair Support wurde bestätigt, dass es zukünftig Ersatzohrpolster für das Headset geben wird. Dies ist besonders für die Langlebigkeit des Headsets wichtig, da es ganz normal ist, dass sich Ohrpolster durch regelmäßige Verwendung abnutzen können.

Modifikation für gesteigerten Komfort
Mit sehr einfachen Mitteln kann dem oben genannten Komfortproblem mit den Ohrpolstern entgegengewirkt werden. Hier bietet sich ein etwa 5mm dicker und 23cm langes Stück Luftschlauch aus dem Baumarkt an, das einfach in die Innenseite unter die Ohrpolster geklemmt werden kann. Dadurch erhöht sich die Tiefe der Ohrpolster leicht und der Komfort ist spürbar besser. Zudem kann ein rundes Stück Filz mit dem Durchmesser von etwa 7,5cm in das Ohrpolster gelegt werden, um mehr Polsterung gegenüber den Treibern zu bieten. Der Sound wird von diesem Mod nicht wesentlich verändert (siehe dazu Soundtest)

Soundtest Kopfhörer
Obwohl es sich bei dem Virtuoso RGB Wireless SE im Herz um ein Gaming-Headset handelt, verspricht Corsair eine kompromisslose Klangqualität sowohl in Spielen als auch für Musik. Diese hohen Ansprüche wurden sowohl im Stereo, als auch im Surround-Modus getestet. Vorab sei gesagt, dass das Headset vor dem aktiven Soundtest etwa 30h auf 75% eingespielt wurde. Ob dies den Sound nun verändert hat oder nicht, lässt sich nicht objektiv beurteilen; aber danach kann davon ausgegangen werden, dass sich der Sound eher nicht mehr verändert und der Eindruck damit auf Basis der tatsächlichen Performance entsteht.

Die verfügbare Maximallautstärke des Headsets ist in beiden Modi ausreichend und wird im Normalbetrieb vermutlich unter 70% bleiben.

Kopfhörer (Stereo)

Sofort zu Beginn wird klar, dass ein guter Seal zwischen Kopfhörer und Kopf sehr wichtig ist! Ist dies gegeben ist der Bass durchaus präsent und präzise, wenn auch nicht übermäßig ausgeprägt, wie sonst bei vielen Gaming-Headsets typisch. Die Mitten sind eher präsent und mehr im Vordergrund; auch im Vergleich mit den Höhen, die ähnlich zum Bass etwas zurückhaltend sind. Die Folge ist ein entspannter, aber nicht übermäßig spaßiger Sound.

Die Klangbühne geht bei gutem Tonmaterial und in Spielen durchaus in die breite und vermittelt ein gutes Raumgefühl, kommt aber nicht an offene Kopfhörer heran. Die Separierung der einzelnen Geräusche auf dieser Klangbühne ist möglich und für ein Gaming-Headset deutlich besser als der Durchschnitt.

In Spielen war es zu jederzeit möglich, einzelne Töne präzise zu orten und sich akustisch in die Spielwelt hinein versetzen zu können.

Durch die Corsair iCUE Software ist es hier möglich, die Tonsignatur den eigenen Vorlieben anzupassen. Falls eine spaßigere Tonsignatur mit präsenteren Höhen gewünscht ist, kann dazu folgende Equalizer-Kurve verwendet werden:
EQ.PNG

An reine Kopfhörer in dem gleichen Preisbereich kommt das Headset zwar nicht heran, bietet dafür aber auch wesentlich mehr Funktionen (z.B. Wireless, Mikrofon & Software). Insgesamt fällt der Eindruck zum Sound, bei gegebenem Seal, für ein Gaming-Headset gut aus!

Kopfhörer (Surround)

Entgegen dem, vor allem nach Verwendung des Equalizers, guten Sound im Stereo-Modus, fällt der Eindruck von dem Surround-Modus eher mittelmäßig aus. Da hier eine reine Simulierung durch Software stattfindet, führt dies zwangsweise zu einer Veränderung der originalen Klangcharakteristik des Tonmaterials (egal ob Spiel oder Musik).

Insgesamt wirkt die Tonsignatur dann eher hallend und fast schon blechern. Zudem scheint sich die Tonsignatur bei gleichbleibendem Ton teilweise zu verändern.

Obwohl der Surround Modus weniger negative Veränderungen als ursprünglich erwartet bewirkt, ist es trotzdem zu empfehlen hier stattdessen den Stereomodus zu verwenden.

Soundtest Mikrofon
Wie bereits in der Einleitung beschrieben, wird hier das SE Modell getestet, was verglichen mit dem regulären Modell eine größere Mikrofonkapsel bietet.

Die Qualität des Mikrofons ist gut, solange es nicht direkt vor dem Mund positioniert wird. Die Lautstärke ist glücklicherweise ausreichend hoch, sodass ein Pegel von etwa 80% und ein Abstand von 7-8cm bei normaler Gesprächslautstärke ausreichend ist. Erwähnenswert ist, dass bei dem Corsair Virtuoso RGB Wireless SE der Bassbereich in der Aufnahme präsent ist und Stimmen dadurch natürlicher klingen, als für viele andere Gaming-Headsets typisch. Im Vergleich zu einem vollwertigen Broadcast-Mikrofon lässt sich dann aber erwartungsgemäß trotzdem ein Unterschied in dem Frequenzbereich und der Klarheit von Stimmen erkennen.

Vergleich Wireless vs. Wired
Obwohl das Headset nur bei Verwendung von USB die volle Auflösung von 24Bit/96Khz bietet, sind die Unterschiede sehr gering.

Bei komplexen Stellen in Liedern ist es teilweise möglich, die Kompression der Funkverbindung zu hören. Dies äußert sich darin, dass die Musik weniger Separierung bietet. In Spielen ist dieses Verhalten aber nicht hörbar.

Durch die Kabelverbindung verschwinden die empfundenen Kompressionsverluste und zudem wirkt der Bass etwas kontrollierter. Diese Veränderung im Low-End wird durch die Verwendung des 3,5mm Kabels und einer guten Soundkarte (hier Creative SoundBlasterX AE-5) nochmals verstärkt. Hier scheint zudem die Klangbühne an breite zu gewinnen und die mögliche Separierung zuzunehmen.

Die Akkulaufzeit des Headsets beträgt im normalen Gebrauch bei durchschnittlich etwa 50% Lautstärke circa 18 Stunden.

Software- und Spezialfeatures
Das Headset bietet einige Spezialfunktionen, die durch die Verwendung von Corsair iCUE genutzt werden können.

Bei den Beleuchtungseffekten kann hier zwischen vordefinierten Presets (Regenbogen, Farbwechsel, Farbpulse) oder benutzerdefinierten Profilen (statisch, Gradient, Voll) gewählt oder das Headset mit anderen Corsair Geräten synchronisiert werden. Das Mikrofon kann zudem so konfiguriert werden, dass die LEDs den Zustand symbolisieren und somit auf einen Blick zeigen, ob das Mikrofon stumm geschaltet ist.

Wie bereits im Soundtest beschrieben, lässt sich über iCUE ebenfalls Equalizer-Profile erstellen und der Surround Modus ein- bzw. ausschalten. Für das Mikrofon gibt es eine Nebenton-Funktion, um seine eigene Sprache im Kopfhörer hören zu können.

Ein besonders gelungenes Feature ist hier der automatische Schlafmodus, der das Headset nach einer eingestellten Zeit automatisch ausschaltet und bei einer Bewegung wieder aktiviert. Hierdurch spart man sich das manuelle Ein- und Ausschalten.

Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass das Headset leider keinen eingebauten Speicher bietet und die Software somit aktiv bleiben muss, um die gewünschten Einstellungen verwenden zu können.

Fazit
Das Corsair Virtuoso RGB Wireless SE ist insgesamt also ein optisch ansprechendes Headset mit aktuell angesagtem RGB-Look und sehr wertiger Verarbeitung. Der Komfort ist gut und kann durch kleine Modifikationen nochmals verbessert werden. Die Treiber liefern einen soliden Sound mit ausreichend Lautstärkereserven. Das Mikrofon ist zwar nicht mit einem echten Broadcast-Mikrofon vergleichbar, aber liefert trotzdem eine gute Stimmaufnahme und sollte auch für etwas anspruchsvollere Gamer ausreichen.

Pro
  • Klang für ein Wireless „Gaming-Headset“ gut
  • Verarbeitungsqualität
  • Reichhaltiges Zubehör
  • Verschiedene Konnektivitäten
  • Austauschbare Ohrpolster
Cons
  • Preis mit 200 € relativ hoch
  • Kurzzeitige und unvorhersehbare Abbrüche der Funkverbindung
  • Komfort möglicherweise erst nach Modifikation gut
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Sollten nachdem Lesen des Reviews weitere Fragen oder Wünsche aufkommen, schaue ich mir diese gerne noch an und erweitere das Review nachträglich.
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Hinweis zum Review: Das Headset wurden freundlicherweise von Corsair für das Review bereitgestellt und darf als Kompensation für den Aufwand in dem Besitz des Autors bleiben. Diese Tatsache hat das Review jedoch nicht beeinflusst und die Ergebnisse und Meinungen sind davon nicht beeinflusst. Die ursprüngliche Ausschreibung ist hier zu finden: https://www.hardwareluxx.de/index.p...sair-testet-ein-virtuoso-rgb-wireless-se.html

Eine Auswahl an Fotos gibt's hier im Post. Alle Fotos gibts zudem hier (da max. 10 Bilder im Forum erlaubt sind): https://flic.kr/s/aHsmLH72Dx
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