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    Standard Fractal Design Define-S2-Vision-RGB Lesertest mit Unboxing Video



    Fractal Design gehört sicherlich zu den Marken, die sich auf dem hiesigen deutschen PC Markt etabliert haben. Im Folgenden möchte ich im Rahmen dieses Lesertests mit Hardwareluxx und Fractal Design das aktuelle Define-S2-Vision-RGB Gehäuse vorstellen, ob die Firma ihrem guten Ruf gerecht wird und das Gehäuse seinen stolzen Preis von etwa 226,90€ wert ist. Denn beim ersten Anblick des Preises kann einen ziemlich blümerant werden, wenn man bedenkt, dass man hierfür schon einen guten Prozessor erwerben kann.

    Kurz und bündig möchte ich zuerst die technischen Spezifikationen des Define- S2 Vision-RGB tabellarisch vorstellen:

    3,5 und 2,5″ Universal-Slots: 3
    Dedizierte 2.5″-Slots: 2 / insgesamt 5
    Expansion Slots : 7 und 2 vertikal
    Mainboard-Aufnahme: ITX bis E-ATX (max. 285 mm Breite)
    I/O-Panel : 1 x USB 3.1 Gen 2 Type-C 2 x USB 3.0 2 x USB 2.0 Audio I/O
    Max. Lüfter-Anzahl: 9
    Lüfter Front: 3 x 120/140 mm (3 x Prisma AL-14 PWM ARGB inklusive)
    Lüfter Oberseite: 3 x 120/140 mm
    Lüfter Rückseite: 1 x 120/140 mm (1 x Prisma AL-14 PWM ARGB inklusive)
    Lüfter Boden: 2 x 120/140 mm
    Staubfilter: Front, Boden und Oberseite (sofern Top Bracket installiert)
    Radiatoren vorne: 120/240/360 mm 140/280 mm
    Radiatoren oben: Nur mit installiertem Top Bracket: 120/240/360 mm 140/280 (Mainboardkomponenten dürfen Höhe von 35mm nicht übersteigen)
    Radiatoren am Boden: 120/140/240
    Netzteillänge: maximal 300 mm
    GPU-Länge: maximal Max 440 mm
    CPU Kühler: max. Höhe 185mm
    Kabel-Management: zwei Velcro Straps für Kabelmanagement
    Werkzeuglose Montage: Push-to-lock Seitenwände mit Rändelschrauben / Rändelschrauben an HDD und SSD Halterungen
    Seitenwände: Temperglas
    Top Panel: Temperglas
    Front: Temperglas
    Maße(eigene Messung): 544mm Länge x 233mm Breite x 465mm Höhe
    Leergewicht: zirka 11,6KG (nur Gehäuse, ohne Zubehör)

    Das Define-S2-Vision-RGB wird, mit Styropor gut gesichert, geliefert. Zusätzlich wird das Gehäuse mit einer Kunststoffhülle eingetütet. Die einzelnen Temperglasscheiben werden beidseitig mit Folien vor eventuellen Transportschäden geschützt.

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    An einem der zwei Styroporpolster konnte ich einen Riss feststellen, der möglicherweise durch einen unsachgemäßen Transsport entstanden sein könnte. Das Gehäuse blieb unbeschädigt, die Sicherheit beim Transportieren ist also gewährleistet.


    Lieferumfang:

    Das Gehäuse wird, neben einen zusätzlichen Top Panel und Lüftergrill, mit den üblichen Schraubensets geliefert. Eine Bedienungsanleitung ist vorhanden, die leider wenig hilfreich ist. Aus der Bedienungsanleitung ist nicht ersichtlich, wie man zum Beispiel die Front entfernen kann. So ist sehr viel do it yourself und try and error nötig.

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    Das äußere Erscheinungsbild:

    Für ein Gehäuse ungewöhnlich bestehen nicht nur die Front und die beiden Seitenteile aus Temperglas, sondern auch das Top Panel.

    Sowohl am Frontgrill als auch unter dem Gehäuseboden sind Lufteinlässe eingearbeitet, die über separate Staubschutzfilter aus Nylon den Air Flow im Gehäuse gewährleisten sollen.

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    Das Reinigen der Staubschutzfilter stellt in der Praxis kein großes Hindernis dar, da der Filter unter dem Gehäuse sich komfortabel einfach herausziehen lässt, während die Filter an der Front mit einem handelsüblichen Staubsauger direkt gereinigt werden können.

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    Das Top Panel ist meiner Ansicht nach als das Highlight Feature zu bezeichnen. Es kann je nach Bedarf entfernt werden. Dies ist besonders beim Einbau von neuen Mainboards sehr praktisch, da die Verkabelung der CPU 4+4 pin keine Verrenkung erfordert. Alternativ kann auch ein Lüftergrill mit zusätzlichem Staubschutzfilter angebracht werden, sofern man zum Beispiel mehr Air Flow benötigen sollte.

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    Das obligatorische I/O-Panel ist auf der Oberseite des Gehäuses angebracht. Diese Designentscheidung hat sowohl positive als auch negative Aspekte zur Folge. Positiv ist, man erreicht die entsprechenden Schalter beziehungsweise Anschlüsse schnell, andererseits fängt das I/O-Panel schnell Staub ein.

    Schön ist der USB 3.1 Gen2 Typ-C Anschluss, der langsam zum obligatorischen Standard wird.

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    Die Standfüße des Gehäuses sind gummiert und dämpfen gut. Besonders beim Test, wo das Gehäuse häufig die Position wechseln musste, erwies sich die Gummierung als sehr praktisch, da Erschütterungen gut von der Gummierung aufgefangen wurden.


    Das innere Erscheinungsbild

    Die Temperglas Seitenwände lassen sich nach lösen zweier Rändelschrauben dank der Push-to-lock Mechanik vom Gehäuse trennen.

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    Im Inneren finden sich vier mitgelieferte 140mm Lüfter mit integrierten LEDs, welche separat unter dem Markennamen Prisma AL-14 PWM ARGB erhältlich sind. Das Entfernen der drei vorderen Lüfter ist nur möglich, wenn die Front abgenommen wird. Die LEDs können entweder mit dem mitgelieferten Controller oder wahlweise über die jeweiligen RGB-Plattformen der Mainboard Hersteller gesteuert werden. In der Praxis ist es relativ einfach, dies über den Controller zu bedienen. Dennoch sollte man die Steuerung über die jeweiligen RGB-Plattformen bevorzugen, da so die einzelnen LEDs der Lüfter und des Mainboards farblich miteinander synchronisiert sind. Mit dem Gigabyte RGB Fusion wurde eine Kompatibilität geprüft, es funktionierte gut, hier kann man nicht meckern. Vorsicht sollte man bei der Installation walten lassen, da die mitgelieferten Lüfter nur 5 Volt anstatt der üblichen 12Volt Anschlüsse für die RGB-Beleuchtung nutzen. Hier lässt sich ganz schnell etwas kaputt machen. Beim Anschließen kann es passieren, dass man den 5 Volt LED Stromanschluss verkehrt anschließt. Der PC lässt sich danach nicht mehr starten, hier hilft nur, den 5 Volt LED Stromanschluss zu ziehen und richtig anzuschließen. Danach sollte der PC wieder seinen Betrieb aufnehmen lassen.

    Das Gehäuse lässt eine vertikale Installation von einer Grafikkarte zu, die über ein Flex VRC-25 PCIE Riser-Kabel ermöglicht wird. Das Riser-Kabel ist im Handel zusätzlich zu erwerben.

    Es lassen sich theoretisch acht Laufwerke installieren, aber der Einbau von nur fünf ist praktisch möglich. Es befinden sich hinter dem Mainboardtray drei universal Laufwerkskammer (2,5 bis 3,5) und zwei mal 2,5 Laufwerkhalterungen, die verschraubbar sind. Direkt über der PSU Abdeckung ist es theoretisch möglich, drei weitere Laufwerke zu installieren, mangels mitgelieferten dezidierten Brackets bleibt es bei der theoretischen Möglichkeit.

    Zusätzlich befindet sich hinter dem Mainboardtray noch ein Lüfter-Hub, mit dem Namen Nexus 9P. Für weniger gut ausgestattete Mainboards ist der Hub sicherlich gut, ansonsten hat dieser keine Funktion.

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    Verarbeitungsqualität:

    Die Verarbeitungsqualität ist fast tadellos. Sowohl äußerlich, als auch im Inneren fanden sich keine Kratzer oder Fehler bei der Lackierung. Die einzelnen Ränder sind ordentlich verarbeitet. Optisch ist daher auf den ersten Blick nichts zu bemängeln. Beim Reinigen der Frontscheibe im Inneren verlief die Verarbeitung weniger gut, da sie sehr verdreckt war. Zudem lies sich die Front nur mit einem gewissen Kraftaufwand entfernen. Stellenweise hatte ich dabei Bedenken, dass ich die Frontscheibe beschädigen könnte. Ansonsten war alles ordentlich. Hier sollte Fractal Design das bereits bei den Seitenwänden eingesetzte Push-to-lock System verwenden!


    Testsystem:

    CPU: Ryzen 2200G
    CPU-Kühler: Noctua NH-L9x65 SE-AM4 und Noctua NH-U14S
    Mainboard: Gigabyte X470 Aorus Gaming 7 WIFI
    RAM: 32GB G-Skill
    Netzteil: Seasonic Prime Ultra Titanium


    Einbau der Komponenten:

    Der Einbau des Testsystems verlief ungewöhnlich komfortabel. Hervorzuheben sind die bereits erwähnten CPU 4+4 pin Stromstecker, die bei großen Fingern nur schwer zu verkabeln sind. Dank des Highlight Features, die Möglichkeit der Entfernung des Top Panels, war es sehr praktikabel. Auch das Verbauen des Netzteils verlief einfach, zudem sind zusätzlich vier Gummipolster in der passenden Position ab Werk verklebt, um eventuelle Schwingungen des Netzteils zu eliminieren.
    Wer auf eine Wasserkühlung wie dem Enermax LiqFusion 240 setzt, sollte bedenken, dass von einer praktischen Nutzung direkt unter dem Top Panel abzuraten ist. Sie sollte direkt an der Front eingebaut werden, damit die warme Luft direkt durch die Lüftungsschlitze der Front nach außen abgeführt wird, während kühle Luft vom Heck und Boden kommt.
    Das Kabelmanagement ist OK, aber auch ohne nennenswerte Vorteile gegenüber anderen Gehäusen. Hier wurde nichts Neues erfunden oder besser gemacht. Ganz nüchtern betrachtet ist es ordentlich ausgeführt und fällt nicht weiter auf.
    Neben Noctua NH-L9x65 SE AM4 wurde zusätzlich der große Bruder NH-U14S aus demselben Hause eingebaut, der über eine Höhe von 165mm verfügt. Um optisch die Platzverhältnisse im Gehäuse zu illustrieren und zusätzlich mit einem Fractal Design Prisma AL-14 PWM ARGB die CPU Kühlung zu verbessern.

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    Testverfahren:

    Oberfläch gesehen ist die Optik eines Gehäuses elementar wichtig. Nach dem Einbau der einzelnen Komponenten erhalten zusätzlich andere elementare Aspekte eine ebenso wichtige Bedeutung. Hierzu zählen Aspekte wie Air Flow und die damit eingehende Temperatur im Gehäuse sowie die Geräuschkulisse. Der beste Air Flow im Gehäuse kann durch eine enorme Geräuschkulisse und mit dem Eindringen von Schmutzpartikeln wie feinsten Hausstaub erkauft werden.
    Daher werden die Gehäuselüfter per PWM im UEFI/BIOS auf 20% ihrer Drehleistung reduziert, dies entspricht einer durchschnittlichen Umdrehungszahl zwischen 500 bis 590 von ehemals maximal möglichen 1700 Umdrehungen pro Minute. So soll eine geringe Geräuschkulisse gewährleistet, das Eindringen von Staubpartikeln reduziert werden und zudem ein guter Air Flow im Gehäuse entstehen. Die 20% Umdrehungszahl stellt einen guten Kompromiss aus Geräuschkulisse, Staubemissionen und Air Flow dar.
    Zu beachten ist noch, dass von den drei Frontlüftern nur zwei zur Anwendung kommen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Luft im Gehäuse sich nicht staut, denn zwei Frontlüfter befördern Luft nach innen, während das Seasonic Prime Ultra Titanium und ein Prisma AL-14 PWM ARGB die warme Luft nach außen führen.
    Der ausgebaute Prisma AL-14 PWM ARGB wird am Noctua NH-U14S seine Dienste verrichten und zusätzlich die Kühlung der CPU unterstützen.
    Um die Temperatur zu messen, werden die beiden mitgelieferten Temperatursensoren des Gigabyte X470 Aorus Gaming 7 WIFI verwendet. Platziert wird ein Sensor nahe der RAM Bänke, um eine Beeinflussung durch die Abwärme der CPU zu verhindern, der zweite Sensor wird hinter dem Mainboardtray platziert. So soll eine gute Temperaturauslese im Gehäuse ermöglicht werden.
    Der PC wird mit Prime95 für fünfzehn Minuten unter Last gesetzt, danach werden die Temperaturen mit dem Tool Gigabyte SIV ausgelesen.


    Ergebnis:

    Die Geräuschkulisse ist in dieser selbstgewählten Konstellation gut. Ein geräuschloses System lässt sich damit nicht konfigurieren, dennoch kann man es als silent System deklarieren. Bei der Korrespondenz mit Word oder beim Surfen auf Youtube ist das System wahrnehmbar, aber nie störend. Unter Prime95 ist der CPU Kühler wahrnehmbar.
    Die Temperatur stieg von 31 Grad auf bis zu 34, wobei der Temperatursensor hinter dem Mainboardtray zwischen 33 und 34 Grad schwankte. Es ist die reine CPU Temperatur, die die Gehäusetemperatur beeinflusste. Die GPU lief im Leerlauf und hatte keinen Einfluss auf das Messergebnis.
    Die vier mitgelieferten Prisma AL-14 PWM ARGB sind bei einer Umdrehungszahl von 500 bis 600 zwar leicht wahrnehmbar, aber nicht störend. Von einer Anwendung im höheren Drehzahlbereich sollten silent Liebhaber absehen.
    CPU Temperatur altes Gehäuse: 78 Grad
    CPU Temperatur und Fractal Define-S2-Vision-RGB: 76 Grad

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    Fazit

    Je nach Beleuchtung wirkt das aktuelle Fractal Design Define-S2-Vision-RGB Gehäuse kühl oder kann wie ein bunter Papagei erstrahlen.
    Größenteils liegt dies an der Designidee beziehungsweise Konzeption der besagten Firma. Die vier Scheiben Temperglas vermitteln eine überzeugende Optik. Ob das Gehäuse edel wirkt, hängt sicherlich auch maßgeblich von der RGB Fähigkeit des jeweiligen Mainboards ab.
    Daher sollten Käufer, die das Fractal Design in Betracht ziehen, eins bedenken: Das Gehäuse verlangt förmlich nach LEDs, nur so kommt die Optik zur Geltung.
    Es ist kein silent Gehäuse, lässt sich aber nach Reduzierung der Lüfter auf 500 bis 600 Umdrehungen pro Minute als angenehm, leises Gehäuse in der Praxis nutzen. Bei anspruchsvollen Anwendungen, wie Gaming oder Videoverarbeitung ist je nach CPU Kühler und Grafikkarte die Geräuschkulisse wahrnehmbar, geht aber beim Sound unter.
    Bei mir blieb der Rechner dank des zweiten Prisma AL-14 PWM ARGB als CPU Lüfter in Verbindung mit Noctua NH-U14S angenehm leise.
    Für LAN Partys ist es wegen der vielen Temperglas Scheiben nicht geeignet, da es doch etwas schwierig ist, das Gehäuse zu transportieren. Hier muss man aufpassen, wo man es anfasst.
    Zu kritisieren gibt’s wenig, es ist überraschenderweise nicht der doch hohe Preis, sondern vielmehr die Front. Beim trennen der Front ist doch ein gewisser Kraftaufwand nötigt. Hier sollte man Vorsicht walten lassen. Für einen eventuellen Refresh sollte Fractal Design das Push-to-lock System hier ebenfalls einsetzen, um eine Abnahme der Front einfach zu gestalten.
    Das Gehäuse hat wenig Schwächen, aber überzeugende Features, wie das abnehmbare Top Panel oder die gelungenen Push-to-lock Mechanismen. Die Optik ist insgesamt gelungen und ich tue mich wirklich schwer, einen wirklichen Negativpunkt zu finden. Es ist eine Empfehlung wert, ohne Bauchschmerzen.

    Link Unboxing Video: Fractal Design Define S2 Vision RGB Unboxing - YouTube

  2. Die folgenden 3 User sagten Danke an FirstAid für diesen nützlichen Post:

    ginger (30.06.19), MrWahoo (30.06.19), Narbennarr (01.07.19)

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  4. #2
    Stabsgefreiter Avatar von FirstAid
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    Standard

    Zur optischen Einschätzung des Noctua NH-U14S im Fractal Design Define-S2-Vision-RGB hier noch ein Bild.
    20190620_1159014.jpg

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