1. Einleitung
In meinem heuteigen Review stelle ich euch den Lepa NEOllusion CPU-Kühler vor. Auf diesen Kühler habe ich mich besonderes gefreut, da er durch seine RGB Beleuchtung ein Alleinstellungsmerkmal besitzt, welches mir persönlich gut gefällt. Getreu dem Motto "RGB all the things" findet der Kühler in Zeiten von RGB Mainboards, Grafikkarten, Tastaturen, Mäusen und Headsets sicherlich seine Fans. Ich möchte in diesem Review untersuchen, ob der Kühler seinem eigentlichem Job nachkommt oder die Kühleigenschaften zugunsten der Optik vernachlässigt werden. Vorab sollte man sich aber bereits klar machen, dass der Kühler nicht die Enthusiasten als Zielgruppe anvisiert, sondern diejenigen, welche ihren PC bzw. das Innere ihres Gehäuses aufwerten wollen.

Ich war auch deswegen auf den Kühler gespannt, weil Lepa aktuell keinen weiteren Luftkühler im Portfolio führt und mich daher die Umsetzung dieses "Einzelkindes" interessiert. Es werden jedoch zwei AiO Systeme mit dem Aquachanger und EXllusion angeboten. Auch beim letztgenannten spielt die Optik eine große Rolle.

Weitere Informationen zum Hersteller und zum NEOllusion können unter folgenden Links abgerufen werden:
LEPA
Lepa NEOllusion


2. Unboxing & Details
Bereits die Verpackung weist auf die spezielle Eigenschaft des Kühlers hin. Neben dem bunten Produktnamen, wird der Kühler in drei Beleuchtungsfarben abgebildet. Dabei hebt sich der dunkle Kühler jedoch etwas wenig vom Hintergrund ab. Von weitem wüsste man evtl. nicht was sich in dem Karton verbirgt, würde in der unteren linken Ecke das Geheimnis nicht gelüftet werden. Die anderen Seiten des Kartons zieren alle groß den bunten Schriftzug des Kühlers. Auf der Oberseite werden, wie üblich, alle relevanten Informationen zu technischen Daten des Kühlers und Lüfters aufgelistet.



Der Packungsinhalt des Kühlers fällt relativ groß aus. Die verschiedenen Bestandteile sind dabei allesamt in separaten, wiederverschließbaren Tüten untergebracht.



Konkret beinhalten die Tüten den Montagesatz inklusive Rückplatte für viele Sockel, eine Spritze Wärmeleitpaste, ein 4Pin zu Molex Adapter für die Beleuchtung sowie die Fernbedienung zum Einstellen der Beleuchtung. Auf dem Bild fehlt der Fan-Speed-Reduction-Adapter, da sich dieser im Karton verkanntet hatte und ich ihn erst nach dem Aufnehmen der Bilder entdeckte. Die Materialien lassen auf den ersten Blick keine Beanstandung zu. Die Streben sind auf Grund der Materialdicke und der Prägungen sehr verwindungssteif. Dies trifft auch auf die Rückplatte sowie die Schrauben zu. Die Wärmeleitpaste fällt sehr weich aus und lässt sich gut verstreichen. Ich bin immer ein Fan davon, dass die WLP in einer Tube kommt und nicht in einer Tüte, damit man den Inhalt für mehrere Anwendungen nutzen kann. Hier wirkt es allerdings so, als wäre die Tube nicht sehr voll. Ich kann mich allerdings auch täuschen.
Mit das wichtigste des Inhalts ist aber die Fernbedienung. Diese ähnelt denen von anderen RGB Systemen, besitzt aber eine Gummi-Hülle, welche auf der Rückseite mit vier Magneten versehen ist, sodass man sie an die Gehäusewand heften kann.
Schade finde ich, dass kein Möglichkeit zur Befestigung eines zweiten Lüfters mitgeliefert wird, obwohl der Kühlkörper dies zulassen würde.



Kommen wir nun zum Kühlkörper. An diesem fallen mehrere Dinge auf. Zum einen die schwarze Beschichtung (Super Nano Thermal Coneductive = SNTC). Die SNTC Beschichtung hat nicht nur einen optischen Zweck. Lepa nennt als Vorteil, dass die Beschichtung des Kühlers vor Oxidation schützt und somit die Lebensdauer erhöht. Das mag an sich richtig sein, bislang habe ich aber noch keine Oxidation in einem meiner Rechner finden können. Eine andere, wichtigere Eigenschaft der Beschichtung ist aber, dass durch die matt schwarze Färbung der Emissionsgrad des Kühlers bzw. die Intensität der Wärmeabgabe gesteigert wird. Zudem wird durch die leichte Rauigkeit eine Oberflächenvergrößerung erreicht.



Auffällig ist zudem der Verlauf der Finnen. Diese verlaufen an den Kühlerfronten nicht plan, sondern bilden im Profil Lücken. Von Oben beginnend verlaufen immer zwei Finnen fast eben mit dem Profil, die nächsten vier Finnen sind dann immer auf der rechten Seite etwas eingekürzt. Dies wiederholt sich insgesamt neun mal. Ob mit diesem Design ein spezieller Zweck verfolgt wird, konnte ich nicht ausmachen.




Im seitlichen Profil wirkt der Kühler auch fast symmetrisch. Ist er aber weder längs noch quer. Der generelle Aufbau der Finnen bzw. deren Form ist zum Großteil zwar symmetrisch, aber die Anordnung sowie das Vortex Generator Flow-Design (VGF-Design) brechen mit der Symmetrie. Die vier 6mm Heatpipes sind nämlich im Verlauf abwechselnd nach Innen und Außen verlagert.

Das VGF-Design wird ersichtlich, wenn man den Kühler von oben betrachtet. Dabei handelt es sich um die kleinen Aussparungen bzw. Flügel, welche sich hinter den Heatpipes befinden. Durch diese soll der Luftstrom so gelenkt werden, dass keine toten Winkel entstehen. Weiterhin findet man auf der Oberseite auch das Firmen Logo. Dieses wird im Betrieb auch durch die RGB-Beleuchtung von hinten zum leuchten gebracht. Man erkennt bei dieser Betrachtung unten links auch die IR-Diode der Steuerung. Die Flecken auf dem Kühler waren meinen schwitzigen Händen geschuldet.



Betrachtet man den Kühler von Unten erkennt man den Heatpipe-Verlauf noch einmal deutlicher. Auch wird so der Kühlerboden mit Heatpipe Direct Touch-Technik (HDT) ersichtlich. Lepa setzt dies so um, dass die Heatpipes in den Aluminiumboden eingelassen sind, wobei zwischen ihnen ein kleiner Abstand herrscht. Die Röhren selber sind abgeflacht und auf die Höhe des Bodens geschliffen, wobei sie natürlich an der Kontaktstelle zur CPU auf die SNTC Beschichtung verzichten.



Die LEDs des Kühlers sind an verschiedenen Stellen im Kühlkörper untergebracht, führen aber nur ein sichtbares Kabel zur Stromversorgung nach Außen. Unter der Logo-Beleuchtung stecken 4 LEDs und an den Seiten befinden sich hinter jeder waagerechten Kunststoffstrebe zwei weitere LEDs, sodass man insgesamt auf 32 RGB LEDs kommt. Sichtbar sind diese nur durch den Blick zwischen die obersten Finnen und durch den Spalt von unten. Ansonsten erkennt man durch die seitlichen Finnen zwar die Platinen und ein paar Widerstände, aber keine LEDs bzw. deren Licht.





Auch beim Lüfter verwendet Lepa ein einheitliches Farb-Design. Der Rahmen, der Rotor und die Kabel samt Stecker sind schwarz. Man sieht auch, dass das schwarze Flachbandkabel auf ein Sleeve verzichtet. Auch das Logo auf der Nabe ist größtenteils dunkel gestaltet. Die geschwungene, gezackte Form der Lüfterblätter wird von Lepa als Convex-Blades bezeichnet. Der High-Flow-Lüfter soll speziell für Kühler entwickelt worden sein, wobei die Blattform einen hohen Luftdurchsatz bei geringer Lautstärke bedingen soll.



Wie man erkennen kann, befindet sich der 120mm Lüfter auf einem Montagerahmen. Dazu wurde der Lüfter Rückseitig mit diesem verschraubt. Über die Schrauben wurde anschließen jeweils ein Gummi geklebt, um zum einen die Vibrationen zu dämpfen und zum anderen ein Verrutschen am Kühlkörper zu verhindern. Der Lüfter kann mittels diesen Rahmens sehr einfach am Kühlkörper befestigt werden. Da er bei der Montage auf dem Mainboard entfernt werden muss, ist dies besonders vorteilhaft.



Insgesamt macht der Kühler einen guten Eindruck. Mein Modell weißt bei der Beschichtung keinerlei Mängel auf. Mir ist lediglich aufgefallen, dass einige Finnen an den Seiten nicht immer 100% gerade sind. Auf die Kühlleistung dürfte das aber keinen Einfluss haben.






3. Eigenschaften

Kühlerkörper
Maße (LxBxH) 126 x 40 x 161,7 mm
Gewicht 645g
Heatpipes 4x 6mm


Lüfter
Maße 120 x 120 x 25mm
Drehzahl (mit Adapter) 600 ~ 1800 (400 ~ 1000) UPM
Volumenstrom (mit Adapter) 49,83 ~ 128,12 (28,47 ~ 78,31) m3/h
Luftdruck (mit Adapter) 0,36 ~ 2,41 (0,13 ~ 0,9) mmH2O
Lautstärke (mit Adapter) 17 ~ 33 (14 ~ 19) dBA
Anschluss 4-Pin


Kompatibilität
Intel 2011 / 2011-3 / 1366 / 1156 / 1155 / 1151 / 1150 / 775
AMD AM4* / AM3+ / AM3 / AM2+ / FM2+ / FM2 / FM1

*Hinweis:
Das AM4 Kit kann kostenlos per Email bestellt werden. Genauere Informationen kann man hier finden: LEPA AM4 Support.


4. Montage
Die Montage des Kühler fällt relativ einfach aus, sollte aber bei liegendem Gehäuse passieren. Ich habe es zwar auch im stehenden Gehäuse bewältigt, aber liegend sollte es noch einfacher ausfallen. Die Montageanleitung ist gut strukturiert und hält für jeden Arbeitsschritt das passende Bild parat. Unterstützt wird jeder Arbeitsschritt von einer schriftlichen Beschreibung in neun verschiedenen Sprachen. Der englischen und deutschen Beschreibung kann man gut folgen, wie es bei den anderen Sprachen ausschaut, kann ich mangels fehlender Sprachkenntnisse nicht sagen.
Verwendet wird für die Mainstream-Sockel immer die Rückplatte, wenn auch in verschiedener Orientierung. Dazu wird die Platte von hinten aufgelegt und die Bolzen durchgeschoben. Auf der anderen Seite werden dann zunächst die schwarzen Kunststoffabstandshalter über die Bolzen geschoben ehe die Montagestreben aufgelegt werden. Diese werden dann mittels Mutter festgezogen. Da sie gerändelt sind, kann dies von Hand erfolgen, ich habe sie zusätzlich über Kreutz mit dem Schraubendreher nachgezogen. Die letzte Strebe wird dann durch den Kühler geführt. Sie verfügt über befestigte Muttern, welche ihr Gegenstück auf den zuvor befestigten Streben finden. Die Lösung finde ich ganz gut, da somit nichts wegfallen kann bzw. keine dritte Hand benötigt wird. Der beschrieben Verlauf ist so direkt für Intel Systeme anwendbar. Bei AMD Systemen muss zuvor eine Art Rahmen vormontiert werden. Ich habe beide Systeme exemplarisch ohne Mainboard zusammengebaut um einen besseren Eindruck zu bekommen:

Intel


AMD


Besonders gut gefällt mir gerade beim AMD System, dass selber auswählen kann, wie der Kühler ausgerichtet werden soll. Bei vielen anderen Kühlern ist oft nur eine Ausrichtung nach Oben bzw. Unten möglich.

Da der Kühler so schmal ausfällt, braucht er nicht einmal ein Asymmetrisches Design um eine voll Speicher-Kompatibilität zu gewährleisten. Der Lüfter schließt genau vor der ersten Speicherbank ab.



Dreht man den Kühler, so steht er natürlich über die Slots. Hier wäre dann nur ein Einsatz mit relativ flachem Heatspreader möglich.



5. Beleuchtung
Die Beleuchtung kann man wohl als wichtigsten Punkt dieses Kühlers bezeichnen. Daher finde ich, dass nur einzelne Bilder der Beleuchtung dem Kühler nicht gerecht werden können. Zudem verfügt der Kühler ja auch über Effekte, welche mit Bildern gar nicht sichtbar werden würden. Daher habe ich ein kurzes Video gemacht, indem ich alle Effekte demonstriere. Vorab aber noch einmal kurz zusammengefasst, was das RGB System an Funktionen umfasst:

  • 16 verschiedene Beleuchtungsfarben
  • statische Beleuchtung
  • blinkende Beleuchtung
  • atmende Beleuchtung
  • blinkende Beleuchtung mit Farbwechsel
  • atmende Beleuchtung mit Farbwechsel

Bei jeder Einstellung kann die Geschwindigkeit des Effekts angepasst werden.

Bitte verzeiht die Qualität des Videos. Meine DSLR kann keine Video aufnehmen, weshalb ich auf mein Smartphone (Lumia 640) zurückgreifen musste.



Im Video habe ich die Echtglasscheibe meines P7-C1 nicht entfernt. Die Fernbedienung klappt dennoch sehr gut, wie man sieht.
Was ich etwas schade finde, ist, dass man das System nicht erweitern kann. Es lässt weder den Anschluss eines RGB-Lüfters zu, noch könnte man es an ein Mainboard mit RGB Steuerung anschließen. Ich weiß nicht, inwieweit man das realisieren könnte, da ich die Platinen nicht so einfach aus dem Kühlkörper entfernen kann, aber wünschenswert wäre schon, dass Lepa evtl. eine zweite Revision auflegt. Ich werde mir den Kühler bzw. die Steuerung bei Gelegenheit noch einmal genauer unter die Lupe nehmen und dann hier berichten, ob man nicht doch noch was anpassen kann.

6. Leistung
Ich verwende zwar Mittlerweile wieder Gehäuselüfter, diese lasse ich aber zu Vergleichbarkeit der Ergebnisse ausgesteckt, um einerseits ein eher schlecht belüftetes Gehäuse nachzustellen und andererseits weitere Geräuschquellen auszuschließen. Zum Auslasten der CPU nutze ich Prime 18.1 (small FFTs). Die maximal Werte wurden dafür nach 15min "Einbrennzeit" eine Minute lang mit CoreTemp 1.7 geloggt, die Idle-Werte nach weiteren 15min abkühlen. Beim angegebenen Wert handelt es sich um den Temperaturschied des wärmsten Kerns zur Umgebungstemperatur. Zwischenzeitlich musste ich einen Raumthermometer-Wechsel vornehmen, weswegen auch leichte Diskrepanzen entstanden sein können. Beachten sollte man allerdings auch, dass CoreTemp lediglich ganzzahlig Temperaturen misst. Die Umgebungstemperatur habe ich ebenso ganzzahlig Gerundet. Leichte Fehler in den Diagrammen sind daher nicht auszuschließen. Dies ist auch bei den Idle-Werten zu beachten. Ich versuche die Auslastung immer gleich zu wählen, trotzdem kann es vorkommen, dass eine minimale Lastspitze für einen sprunghaften Temperaturanstieg sorgt.

Das Testsystem sieht dabei wie folgt aus:
Prozessor Intel i5 4690K
Mainboard MSI Z87-G45 Gaming
Speicher Corsair Vengeance LP 8GB
Grafikkarte XFX R9 270 DD
Gehäuse Aerocool P7-C1
Netzteil Xilence Performance A+ 430W
SSD Samsung 830
HDD Samsung HN-M101MBB

Ich werde, wie man im Folgenden sieht, nun immer alle vier PWM Stufen abbilden, damit der jeweilige Kühler noch besser verglichen bzw. eingeordnet werden kann. Da meine Mainboard-Lüftersteuerung leider keine feste Drehzahleinstellung zulässt, kann ich nur diese Möglichkeit anbieten. Damit die PWM Stufe jeweils selber eine Einordnung erhält, findet man dann später eine Tabelle mit der jeweils zugeordneten Lüfter-Drehzahl sowie einer subjektiven Einschätzung meinerseits bezüglich der Lautstärke.
Der i5 wird von mir immer mit all Core Turbo betrieben. Im Serienzustand liegt eine Spannung von 1,07V bei 4x 3,9Ghz an. Bei den OC Werten wird der i5 mit 4x 4,4Ghz bei 1,17V betrieben.




Man erkennt, dass der NEOllusion bei geringer Drehzahl mit zu den schlechteren 120mm Kühlern in meinem Testfeld zählt. Der Abstand zu ähnlich konstruierten Kühlern fällt allerdings auch nicht sehr groß aus. Bei etwas höherer Drehzahl schließt er dann zu den Konkurrenten auf. In beiden Szenarien liegen die Unterschiede dann im niedrigen einstelligen °C Bereich. Mit einer erneuten Steigerung der Drehzahl kann der Kühler dann jedoch nicht noch weiter aufholen bzw. überholen. Er liegt dann aber immer noch fast gleich auf mit den anderen Luftkühlern. Da die maximale Drehzahl sich dann nur noch geringfügig von der vorherigen unterscheidet, kann der NEOllusion dort auch nicht mehr so gut mithalten und fällt wieder etwas zurück. Obwohl der Kühler eher mit seinem Beleuchtungskonzept überzeugen möchte, kann auch bei der Kühlleistung punkten. Zwar gehört er nicht zu den besten, aber liegt fast immer fast gleichauf mit dem Mittelfeld.
Mit dem beiliegendem Lüfteradapter verringert sich die Drehzahl auf 400 ~ 1000UPM. Für meine Werte würde dies dann also auf die bis 50% zutreffen. Demnach müsste der Lüfter dann in manchen Szenarien immer mit 100% laufen, um noch eine ordentliche Performance abzuliefern. Beim Batteflield Spielen konnte ich gestern jedoch nur selten Temperaturen (absolut, nicht Delta) oberhalb von 55°C sehen und das trotz einer Raumtemperatur von 26°C. Im Alltag sollte es also keinerlei Probleme geben.


7. Lautstärke
Zunächst möchte ich betonen, dass ich von Lautstärkemessungen nicht viel halte. Diese sind immer so stark Umgebungsabhängig, dass sie daheim nicht reproduzierbar sind und deshalb wenig Mehrwert liefern. Ich werde die Lautstärke also subjektiv beurteilen. Was für den einen als leise eingestuft wird, empfindet jemand anders als störend. Da ich bereits ein völlig passives System mein Eigen nennen konnte, empfinde ich bereits ein deutliches Luftrauschen als störend. Folgend also meine Meinung bzw. Einschätzung.
Zum Setting: Alle anderen Lüfter werden angehalten oder auf minimaler Drehzahl betrieben. Dies entspricht zwar nicht immer den Realbedingungen, aber man kann die Geräusche besser orten. Der Rechner steht dabei unter meinem Schreibtisch direkt zu meinen Füßen. Wer das Gehäuse nicht kennt, kann in meinem User-Review sehen, dass es relativ luftig gestaltet ist.



Bei der niedrigsten Stufe ist der Lüfter nicht zu hören, jedoch beginnt bereits bei 50% PWM Level ein hörbares Luftrauschen, was mit weiterer Drehzahlsteigerung noch deutlich wird. Verwendet man den Drehzahl-Adapter, bleibt der Kühler so gut wie unhörbar bei allen Drehzahlen. Dort wird dann nämlich maximal eine Drehzahl von 1000UPM erreicht. In meinen Alltagsszenarien inklusiv Gaming-Sessions wurde meine CPU (ohne Übertaktung) allerdings nie zu warm bzw. geriet nie in kritische Bereiche, trotz hoher Raumtemperatur.


8. Fazit
Die Bewertung des Lepa NEOllusion gestaltet sich etwas schwer, da es kein Konkurrenzprodukt auf dem Markt gibt, welches über ein ähnliches Beleuchtungskonzept verfügt. Eine Einordnung kann demnach eigentlich nicht getroffen werden, sondern das Produkt an sich sollte Bewertet werden. Macht man dies, so kann der NEOllusion mit einem schlichten auftreten im ausgeschaltetem Zustand aufwarten. Die Verarbeitung ist bis auf kleine Makel gut. Die Beleuchtung funktioniert so, wie es versprochen wird und gefällt mir persönlich sehr gut. Der Lüfter ist bis zu 1000UPM auch noch relativ leise, wodurch ein Einsatz mit Speed-Adapter in jeder Lage für Ruhe sorgt.
Nichts desto Trotz muss man bei der Kühlleistung schon abstriche machen. Alleine durch die Unterbringung der Beleuchtungsplatinen geht etwas Raum für die aktive Kühlung verloren. Ab 50% PWM arbeitet der Kühler ungefähr auf dem Level des günstigeren Cryorig H5 Universal, welcher aber auf einen größeren Lüfter setzt. Für einen Aufpreis von aktuell etwa 13€ erhält man beim NEOllusion dann die RGB Beleuchtung. Ich könnte mir vorstellen, dass der Kühler mit einem zweiten Lüfter noch an Leistungsfähigkeit zulegen würde. Gerade im niedrigeren Drehzahlbereich könnte ich mir eine Verbesserung vorstellen.

Letztendlich denke ich, dass der Kühler für seine Zielgruppe, die Modder, eine angebrachte Leistung liefert. Betrachtet man, was andere Hersteller für RGB Lüfter aufrufen, so finde ich den aktuellen Preis von etwa 54€ auch nicht zu teuer. Man muss immer bedenken, dass es sich hierbei auch um ein Nischenprodukt handelt.


Positiv
+ einzigartiges RGB-Beleuchtungssystem
+ konsequentes Design (alles schwarz)
+ einfache Montage
+ gute Kompatibilität bzgl. Mainboards und Sockel
+ Kühlleistung ausreichend
+ guter Lieferumfang
+ Beleuchtung von Außen per Fernbedienung steuerbar
+ leise betreibbar

Neutral
* Beleuchtung nicht erweiterbar
* Preis/Leistung (einzigartig im Design, aber schlechter bei der Performance)

Negativ
- nur ein Lüfter möglich
- laut bei vollast