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Spotify durchsucht künftig Adressbücher und Fotoalben (Update)

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spotify 2013Ob Spotify bereits in größerem Stil Kunden an jüngere Mitbewerber wie Tidal oder Apple Music verloren hat, ist nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass es sich der schwedische Streaming-Anbieter mit der nun bekannt gewordenen Überarbeitung der Datenschutz- und Nutzungsbedingungen mit einigen der rund 75 Millionen Nutzern verscherzen könnte. Denn die neue Fassung, die bereits seit vorgestern gilt, aber nur sukzessive an die Hörer verteilt wird, räumt man sich deutlich tiefergreifende Rechte als bislang ein.

Als kritisch dürfen dabei vor allem die Punkt 3.3 und 3.4 der Bedingungen bezeichnet werden. Denn dort heißt es unter anderem, dass auf Mobilgeräten vorhandene Kontaktdaten, Fotos und Mediendaten ebenso erfasst werden dürfen wie auch Hinweise auf den jeweiligen Standort. Darüber hinaus verlangt Spotify Zugriff auf Informationen weiterer unter Umständen vorhandener Sensoren. Begründet werden diese Änderungen mit der Verbesserung des Angebots, zumindest auf den ersten Blick dürfte dies jedoch nur eingeschränkt stimmen.

Spotify schnüffelt im Adressbuch - wer dem widerspricht, kann den Dienst nur noch vier Wochen lang nutzen
Spotify schnüffelt im Adressbuch - wer dem widerspricht, kann den Dienst nur noch vier Wochen lang nutzen

So erscheint der Zugriff auf Bewegungssensoren durchaus plausibel. Denn Spotify bietet die Möglichkeit, Musik passend zum Tempo des Nutzers abzuspielen – beim Joggen Stücke mit schnellerem Rhythmus, beim normalen Gehen hingegen langsamere Titel. Inwiefern das Durchkämmen des Kontaktverzeichnisses oder der auf dem Smartphone gespeicherten Bilder für eine höhere Qualität des Dienstes sorgen soll, ist nicht offensichtlich. Besonders prekär: Zumindest einige Daten werden auch an Spotify weitergeleitet, darunter Teile der vorhandenen Kontakte. Dies geht aus einem Hinweis hervor: „Die lokale Gesetzgebung kann vorsehen, dass Sie die Zustimmung Ihrer Kontakte zur Übermittlung ihrer personenbezogenen Daten an Spotify einholen.

Wie viele Informationen die Schweden an Werbepartner weiterreichen, bleibt unklar. Zwar verspricht der Dienst, dass die entsprechenden Daten anonymisiert würden, offen ist jedoch, warum dies auch Nutzer des Premium-Abos betrifft. Denn diese werden bislang nicht mit Werbung konfrontiert – anders als diejenigen, die auf das kostenlose Angebot zugreifen. Inwiefern die Versicherung, dass der Schutz von Kundendaten auch weiterhin die höchste Priorität genießen würde, für Beruhigung sorgt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Wer die neuen Bedingungen nicht akzeptiert, kann Spotify nur noch vier Wochen lang nutzen. Der weitere Zugriff auf das Streaming-Angebot wird dann also nicht nur mit Geld oder Werbeunterbrechungen, sondern auch mit noch mehr persönlichen Daten erkauft.

Wer sich dennoch für eine Fortführung entscheidet, verfügt ab dem Zeitpunkt der Zustimmung über einen neuen Vertragspartner. Denn Bestandteil der neuen Bedingungen ist auch der Transfer des Vertrags von der deutschen Spotify-Tochter an die schwedische Mutter. Eine Begründung hierfür gibt es nicht.

Update: In einer Stellungnahme entschuldigt sich Spotify-Chef Daniel Ek für einige – aus seiner Sicht – missverständliche Formulierungen. Man hätte nicht die Absicht, ohne Zustimmung des Nutzers Kontaktverzeichnisse oder Fotoalben zu durchsuchen, auch der Zugriff auf Standorte hätte nicht heimlich geschehen sollen.

Laut Ek habe man in den neuen Datenschutzbestimmungen erkennbar darauf hingewiesen, dass man die Zustimmungen gerne hätte, diese aber nicht zwingend verlangt. Dem gegenüber steht jedoch die klare Aussage in Punkt 2 der deutschen Fassung, dass man mit dem Bejahen der neuen Bestimmungen mit „Erfassung, Nutzung, Weitergabe und Verarbeitung der Daten zu Ihrem Standort, einschließlich aller entsprechenden Interaktionen mit den Spotify-Diensten und anderen Spotify-Benutzern“ zustimmt. Immerhin: In den kommenden Wochen sollen einige Passagen erneut überarbeitet und leichter verständlich werden.

Mit Verspätung erklärt man nun aber auch, welche Absichten man mit einigen der Änderungen verfolgt. In Bezug auf Fotos sei geplant, diese für individuelle Cover von Playlists zu verwenden, die Positionsdaten sollen hingegen für Hinweise auf lokal beliebte Musik genutzt werden. Der Zugriff auf die Kontaktverzeichnisse solle zu guter Letzt dabei helfen, Freunde und Bekannte, die Spotify ebenfalls nutzen, leichter zu finden.

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Kommentare (35)

#26
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Registriert seit: 21.01.2006

Kapitänleutnant
Beiträge: 2025
Ja,leider :(
Hatte sogar schon überlegt ein gebrauchtes MacBooks mit Windows auszustatten, aber die haben das (gerade noch erträgliche) 16:10 ja inzwischen auch aufgegeben.
#27
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Registriert seit: 18.01.2013

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 444
Finde es ein wenig amüsant wie sich einige hier über die Nutzungsbedingungen echauffieren, gleichzeitig aber Facebook Dienste wie beispielsweise Whatsapp nutzen bei denen die Daten an Firmen weiterverkauft werden, anstatt wie hier im Fall von Spotify ja den eigenen Dienst und das Nutzererlebnis zu verbessern und sogar den Nutzer darüber aufmerksam machen das sich die Nutzungbestimmungen ändern und optional gestalten. Das ist an sich ja schonmal positiv das Spotify das gemacht hat.
Glaubt ihr bei anderen Musik Streaming Anbietern ist es anders?
Da werden genauso Daten erhoben und ausgewertet um den Dienst zu personalisieren.
Die meisten Anbieter ändern ihre EULA einfach und lassen den Nutzer erneut zustimmen.
Teilweise läuft beim ein oder anderen auch schon Windows 10 oder dergleichen, bei dem das OS schon die Nutzerdaten an die Firmenserver weiterleitet.

Und nein, ich will damit Spotify oder andere Dienste die unverhältnismäßig viele Daten erheben nicht verteidigen oder gar in Schutz nehmen, ich nutze nicht einmal Musik Streaming Dienste. Aber ich finde diese Doppelmoral bei einigen schon sehr seltsam, nur weil es in diesem Fall hier gerade durch die Medien breitgetreten wird.

#28
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Registriert seit: 26.01.2010

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1366
Zitat Elmario;23793499
Ja,leider :(
Hatte sogar schon überlegt ein gebrauchtes MacBooks mit Windows auszustatten, aber die haben das (gerade noch erträgliche) 16:10 ja inzwischen auch aufgegeben.


Wie kommst du darauf, dass die 16:10 aufgegeben haben? Soweit ich weiß hat nur das kleine 11" Macbook Air 16:9.
#29
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Registriert seit: 21.01.2006

Kapitänleutnant
Beiträge: 2025
Das Apple-Portfolio war mir bisher etwas zu obskur, als ich es mal überflogen habe.
Z.B. auch technische Details, welche Jahrgänge es gibt/gab und gerade aktuell sind usw.
Aber ich weiß nicht mehr genau, welche weiteren Kriterien ich damals gesucht hatte, so dass scheinbar nichts Passendes übrig blieb..

Edit:
Ach ich glaub das war, weil ich damals sogar nach 4:3 gesucht habe.
Aber die Hoffnung das noch einmal in einem halbwegs aktuellen Notebook zu sehen habe ich inzwischen aufgegeben.
Und für den kleineren Unterschied zwischen 16:9 und 16:10 waren mir die jüngeren Modelle den Aufpreis dann doch nicht wert.
#30
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Bayern
Flottillenadmiral
Beiträge: 5661
Auch mit den "Klarstellungen" ist die Kuh noch nicht vom Eis. Spotify nimmt sich hier umfangreiche Rechte heraus, und stellt nicht klar wofür sie verwendet werden (dürfen). Und aktuell ist das halt ein Freifahrtschein der eher ein Daten-Nichtschutz ist als Schutz, in einem Umfang der mit der Aufgabe "Streaming" exakt NULL zu tun hat.
#31
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
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Beiträge: 9460
Zitat Elmario;23793671
Ach ich glaub das war, weil ich damals sogar nach 4:3 gesucht habe.
Aber die Hoffnung das noch einmal in einem halbwegs aktuellen Notebook zu sehen habe ich inzwischen aufgegeben.

Wie wärs mit einem Surface pro 3 (oder bald 4)? Das hat solch ein Seitenverhältnis und ist immerhin "fast" ein Notebook.
#32
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Registriert seit: 06.03.2014
Münchner Süden
Hauptgefreiter
Beiträge: 133
Ach herrje,
langsam wird es echt lästig.
Zuerst facebook mit immer unverschämteren AGB's (hab ich mich im Feb 2015 abgemeldet), dann ein relativ aufwändiges Frickeln um Win 10 in seine Schranken zu weisen ( und ausser Zocken und ein paar andere Anwendungen auf Linux umgestiegen). und jetzt auch noch Spotify. Hab keinen Bock meine gesamten playlists bei einen anderen Anbieter komplett neu aufzuziehen. Aber dann deinstalliere ich spotify halt auf meinem PC und meinem Handy. Dann halt nur noch auf dem Tablet. Da ist eh nur spotify und versch. Hörbücher drauf. Kontakte sind nur auf PC und Handy. Wird ein bisserl unbequemer. Aber es geht. :rolleyes:

Achja, ein Foto kommt dann auf mein Tablet. Mein Allerwertester von schräg unten, weit gespreizt und wie Gott ihn schuf. Das Bild können sie dann gerne für egal was verwenden. :coffee:

Mann, Mann, Mann. Und ich dachte wir hätten die Zeiten hinter uns, in welchen man für jeden Bedarf ein eigenes Gerät brauchte. Aber da scheine ich mich getäuscht zu haben...
#33
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Registriert seit: 21.01.2006

Kapitänleutnant
Beiträge: 2025
Zitat DragonTear;23795010
Wie wärs mit einem Surface pro 3 (oder bald 4)? Das hat solch ein Seitenverhältnis und ist immerhin "fast" ein Notebook.


Interessant, danke. Ist das erste Gerät, welches tatsächlich prinzipiell meinen klassischen Vorstellungen nahe kommt. Allerdings ist halt die Hardware doch ziemlich leistungsschwach und das bei diesem Preis :(
#34
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 9460
Zitat Elmario;23821751
Interessant, danke. Ist das erste Gerät, welches tatsächlich prinzipiell meinen klassischen Vorstellungen nahe kommt. Allerdings ist halt die Hardware doch ziemlich leistungsschwach und das bei diesem Preis :(

Naja, der Fokus liegt halt auf Größe, Gewicht und Akkulaufzeit. Dank des Turbos können die CPUs allerdings schon ordentlich Leistung entwickeln - zumindest kurzzeitig wie es bei Alltagsanwendungen und auch Software wie Photoshop der Fall ist. Sicher, eine Workstation ist es nicht und bei VMs geht der Akku schnell zur Neige. Hängt also vom Einsatzgebiet ab, aber schwächer als ein Macbook Air ist es definitiv nicht..

Eventuell auf die neue Generation warten. Es ist noch nicht bekannt ob Broadwell oder Skylake zum Einsatz kommt, aber in beiden Fällen ist zumidnest die Grafikleistung deutlich höher, falls das für dich relevant ist.

Preis ist.. klar, eine andere Geschichte :/ Dafür hast du 2 Geräte in einem und Stiftunterstützung, was normale Notebooks nicht bieten!
#35
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Registriert seit: 06.07.2006
Bayern
Flottillenadmiral
Beiträge: 5661
Das traurige ist: Bei Microsoft kann man den Kram abstellen, zumindest weitgehend. Bei Spotify nicht. Traurig ist, dass auch Cyanogenmod einen auf Datensammler macht, defaultmäßig. :(
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