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Kaspersky fordert weltweite Internet-Polizei

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Anfang dieses Jahres präsentierte das LKA-Sachsen-Anhalt die Ergebnisse der "Operation Mikado", einer beispiellosen und juristisch umstrittenen Zusammenarbeit von Kreditkartenunternehmen und den Fahndern. Die Unternehmen überprüften die Transaktionen ihrer Kunden auf verdächtiges und mit diesen Daten konnten dann einige Nutzer von Kinderpornografie-Seiten ausfindig gemacht werden. Was von dem LKA als "spektakulärer Erfolg" dargestellt wurde, hinterlässt bei Kritikern einen faden Beigeschmack, so konnte man nur die Nutzer dieser Seiten dingfest machen, die Hintermänner und Betreiber dieser Seiten sitzen alle im Ausland und damit außerhalb der Reichweite. "Für die rechtsstaatlichen Organe gestaltet sich der Kampf gegen Cyberkriminalität äußerst schwierig, da sie sich nicht auf die Grenzen eines Staatsgebiets beschränkt", erkannte Yury Mashevsky in einer Analyse. "Mittlerweile hat die Online-Kriminalität derartige Ausmaße angenommen, dass es dem Staat schlicht an Ressourcen mangelt, um sich auch nur einem Teil aller begangenen Verbrechen zu widmen", führte der bei Kaspersky tätige Antivirenspezialist fort. Für Internet-Kriminelle ist es kein Problem wenn einmal einer ihrer Server von der Polizei geschlossen wird, kann man doch problemlos dank Backups und weltweitem Netz nach kurzer Zeit woanders die Seiten und Daten wieder zur Verfügung stellen. Deshalb fordert einer der Gründer der russischen Sicherheitsfirma Kaspersky, Eugene Kaspersky eine Internet-InterPol um weltweit gegen die Betreiber dieser Seiten agieren zu können. Auf der CeBIT betonte er die Menge an krimineller Energie und Geld die in der weltweiten Internetkriminalität stecke. "Sie sind viele und sie sind unabhängig voneinander in der Welt verstreut." Man habe es "immer mehr mit einer weltweiten Industrie zu tun, die tausende Menschen beschäftigt. Ich würde mich nicht wundern, wenn sie Beträge umsetzt, die über den Erlösen der Sicherheitssoftware-Branche liegen."

Das Kaspersky damit nicht ein deutlich zu düsteres Bild prophezeit, zeigt eine Analyse des amerikanischen Konkurrenten Symantec. In dieser kommt man zu dem Schluss, dass in der zweiten Jahreshälfte 2006 6-Millionen PCs in Bot-Netzen arbeiten. In diesen Bot-Netzen können die Rechner von dem Erzeuger des Schadprogrammes fernsteuern und damit beispielsweise massenhaft Spam-Mails zu verschicken. Dies sind etwa ein drittel mehr als noch in der ersten Hälfte des Jahres 2005 gezählt wurden. Gleichzeitig nimmt allerdings die Anzahl an Rechnern die diese Netze steuern um ein Viertel ab. Es ist also ein Konzentrationsprozess im Gange, was die Schlagkraft und die finanzielle Effizienz laut dem Fazit von Symantec steigern würde.

Auch die Anzahl dieser Schadprogramme hat laut Kaspersky um das 30.000-fache im Vergleich zum Jahre 2005 zugenommen. Im letztem Jahr zählte man pro Tag 240 neue Schadprogramme. "Wenn das Wachstum bei der Schadsoftware in diesem Tempo weitergeht, könnte unsere gesamte Branche dieser Flut irgendwann nicht mehr standhalten", sagte dazu Eugene Kaspersky. Außerdem forderte er mehr Aufklärung über die Gefahren des Internets auch seitens der Schulen, da Sicherheitssoftware keinen 100-Prozentigen Schutz garantieren kann. Daher sieht die Industrie die Nutzer in der Pflicht sicherheitsbewusst durch das Netz zu surfen.

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