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ATI stellt neue Grafikkartenserie vor

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Und da ist sie endlich: Lange musste man auf ATIs neue Grafikkarten-Generation warten, heute stellt man die neue Radeon X1x00-Serien vor. Gleich sieben verschiedene Karten werden auf den Markt gebracht - vom Top-Produkt X1800XT bis zur kleinen Einsteiger-Karte X1300 HyperMemory. Sie basieren alle auf einer identischen Technik und bringen identische Features mit, besitzen aber über unterschiedliche Taktfrequenzen, Speicher- und Pipeline-Ausstattungen eine unterschiedliche Performance. Das High-End-Produkt, die Radeon X1800XT soll mit 625 MHz, 1.5 GHz Speichertakt, bis zu 512 MB GDDR3 und 16 Pixelpipelines der GeForce 7800 GTX das Fürchten lehren. Welche Features die neuen Radeons haben und welche Besonderheiten sie mitbringen, zeigen wir unter "Read More".



Leider hat man es bei ATI nicht geschafft, uns bis zum Launch eine Karte zur Verfügung zu stellen - auch die Partner in Deutschland haben noch keine ATI-Karten auf Lager. Aus diesem Grund kommen wir heute zunächst in Kürze zu einer theoretischen Einführung der neuen Karten. Vieles ist in den letzten Tagen und Wochen jedoch auch schon "durchgesickert". Die tatsächlichen Tests werden wir zu einem späteren Zeitpunkt durchführen.

Sieben Modelle stehen bei ATI auf dem Plan:

Deutlich zu sehen: Die neuen Chips von ATI unterscheiden sich massiv. Die Top-Modelle besitzen weiterhin 16 Pixelpipelines, 8 Vertex-Shader und ein 256bit-Speicherinterface, welches aus acht 32bit-Speichercontrollern besteht. Die kleineren Modelle sind abgespeckt: Während die X1600-Serie zwar mit 12 Pixelshadern fast dieselbe Pixelperformance erreicht, besitzt sie deutlich weniger Texture Units und kann auch nur 128 Threads gleichzeitig ausführen. Auch beim Speicherinterface muss man Abstriche machen - nur 128bit (4x32bit) haben die Mainstream-Karten von ATI. Den kleinen X1300-Karten nimmt man dann auch die Pixelperformance, vier Pixelpipelines blieben bei der Serie über. Auch kann der Kartenhersteller hier auf günstiges DDR1 setzen.

Die neue X1800XT besitzt eine längere Platine, da Anordnung der Speicherchips
um die GPU ähnlich wie bei NVIDIA vorgenommen wurde. Auch die Mounting-Holes
der Kühlkörper entspricht den NVIDIA-Modellen

Besonders ist zunächst die Speicherarchitektur der neuen Karten. ATI setzt erstmals eine Ringarchitektur ein, so existiert ein Ring aus 8 Speichercontrollern mit insgesamt je 2x 256 bit pro Richtung. Dadurch erhöht sich die Effektivität, der Datenaustausch mit Caches und den Einheiten funktioniert besser, wobei die Caches nun fully associated ausgelegt sind.

Beim Kern hat sich natürlich auch sehr viel getan: Zunächst einmal zieht ATI mit Shader Model 3.0 gleich und bietet nun auch alle aktuellen SM 3.0-Features. Um allerdings auch die Performance der 16 Pixelpipelines auf ein Niveau anzuheben, dass man mit NVIDIAs 24 Pipelines von der Performance her konkurrieren kann, musste man die Effektivität der Pipelines deutlich steigern. Hierfür hat man ein gesplittetes Design implementiert und die Texture-Adress-Einheiten aus den eigentlichen Pixel-Cores herausgenommen. Sie können nun flexibler genutzt werden: Während Threads bislang in einer Folge pro Pixelshader abgearbeitet werden mussten, können nun Daten direkt in die Texture-Adress-Einheit geschrieben werden, selbst wenn der Pixelshader noch Berechnungen zu tun hat. Aus diesem Grund minimiert man Leerläufe in den Pixelshadern. Zudem hat man die Branch Execution Unit verbessert und kann nun auf ein effizienteres Branching zurückgreifen.

In ersten Spielen - wobei ATI natürlich Spiele ausgesucht hat, die bereits in unseren bisherigen Grafikkartentests recht gut mit den ATI-Karten liefen - zeigt sich demnach auch eine gute Performance der X1800 XT-Karte, die mit der GeForce 7800 GTX sehr gut mithalten kann oder sie sogar weit hinter sich lässt:

 

Natürlich ist dies mit Abstand zu sehen: Es gibt keine Informationen über das Testsystem und Treibereinstellungen, unsere Tests werden jedoch zeigen, wo die ATI-Karten Schwächen und Stärken haben.

Weitere Features, die es zu untersuchen gilt:

  • Avivo ist ATIs neues Feature zur Verbesserung der Bildqualität bei Videos und zum Beschleunigen von Videoberechnungen
  • Crossfire: Crossfire wird von den neuen Top-Karten natürlich auch unterstützt, wird aber wohl erst später verfügbar sein.
  • Stromverbrauch: Dieser soll bei den Top-Karten wie bei der X850XT bei knapp 100W liegen.
  • Neue Catalyst-Funktionen: ATI wird auch am Treiber einiges weiterentwickeln.

Generell sieht es mit der Verfügbarkeit noch nicht so gut aus. Zwar sind wohl zum Launch die X1800XL, die X1300 Pro und die X1300 laut ATI sofort "verfügbar", die Top-Karte X1800XT wird man aber wohl erst ab dem 5. November im Handel vorfinden. Auch die X1600-Karten sind noch weit weg: Hier darf man nach Angaben von ATI sogar bis zum 30. November warten, deshalb liegt die Vermutung nahe, dass mit ein wenig Verzögerung dieses Jahr diese Karten nicht mehr rechtzeitig für den Weihnachts-Run im Handel sind.

Das bestätigen auch unsere Gespräche mit den Herstellern: Zwar sind viele in der Lage, innerhalb der nächsten 14 Tage X1300- und X1800XL-Karten zu liefern, die X1800XT-Karten erwartet man aber meistens erst Anfang November, die X1600-Karten frühestens Anfangs Dezember. Demnach ist dies zwar kein richtiger "Paperlaunch", aber eine Verfügbarkeit wie bei NVIDIA wird ATI bei der kompletten neuen Serie wohl nicht hinbekommen.

Weitere Fotos:

Oben: X1800-Serie
Mitte: X1600-Serie
Unten: X1300-Serie

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