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AMD: Low-Budget-Grafikkarten fallen Fusion zum Opfer

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Erstellt am: von
Philipp Moosdorf

AMDAMDs Fusion-Konzept sieht vor, dass Prozessoren eine leistungsfähige integrierte Grafik zur Seite gestellt bekommen (AMD spricht von APU, Accelerated Processing Unit). Erstmalig wurde diese Strategie im Budget- und Ultra-Mobil-Bereich mit der E-Serie umgesetzt. Mit der neuen A-Serie (Llano, zu unserem Launch-Artikel) hat Fusion auch das Mainstream-Segment erreicht. Die Leistung der integrierten Radeon-GPUs kann dabei neue Maßstäbe setzen.

Es liegt auf der Hand, dass leistungsfähige Fusion-APUs eine Konkurrenz zu günstigen Einstiegsgrafikkarten darstellen. Die aktuell schnellste integrierte GPU, die Radeon HD 6550D der besten Llano-Modelle, liegt in etwa gleich auf mit einer diskreten Radeon HD 5550. AMD hat bisher jedoch bestritten, dass die Existenz von Low-Budget-Grafikkarten durch Fusion generell bedroht wäre. Mit Dual Graphics bietet Llano zudem eine Technologie, welche die parallele Nutzung der integrierten GPU von Llano mit verschiedenen kleineren Radeon-Modellen ermöglicht (also praktisch ein Crossfire-System aus diskreter und integrierter GPU). In der Theorie gibt es also eine Möglichkeit, Fusion und günstige diskrete Grafikkarten parallel zu nutzen - praktisch dürften jedoch nur wenige Nutzer wirklich Gebrauch von Dual Graphics machen.

Etwas verzögert hat jetzt aber auch AMD eingeräumt, dass die leistungsstarken APUs die Existenz diskreter Low-Budget-Grafikkarten in Frage stellen.Thomas Seifert, der Übergangs-CEO erklärte gar direkt: "In the long run, parts of [graphics cards] business will be cannibalized and the low-end discrete GPUs will be replaced with Fusion-type products. This is all goodness for us because it replaces low-cost margin revenue with high-gross margin revenue." Seifert geht also davon aus, dass günstige Einstiegsgrafikkarten langfristig durch Fusion-Produkte ersetzt werden. Er sieht diese Entwicklung jedoch positiv, weil mit ihr die Gewinnspanne steigen soll.

Weitet man die Perspektive jedoch etwas und sieht nicht nur die AMD-Produkte, wird deutlich, dass AMD zumindest in absehbarer Zeit doch noch Low-Budget-Grafikkarten anbieten sollte und anbieten wird. Intels Prozessoren können noch lange nicht mit der GPU-Leistung von Llano mithalten. Die Kombination aus einer Intel-CPU und einer Low-Budget-Grafikkarte wird also noch eine Zeit lang relevant bleiben - und zwar so lange, bis Intel ähnlich leistungsstarke integrierte GPUs vorweisen kann.

Das bringt aber AMD in die nicht ganz einfache Position, die Leistung der Einstiegs-Grafikkarten so dosieren zu müssen, dass sie nicht in Konkurrenz mit Fusion stehen, parallel aber eine günstige Upgrade-Variante für Intel-Systeme darstellen.

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Kommentare (5)

#1
Registriert seit: 05.11.2007
Neckar-Odenwald Kreis
Leutnant zur See
Beiträge: 1158
"AMD hat bisher jedoch [b]bisher[/b] bestritten"
#2
Registriert seit: 02.12.2004
Leipzig
[online]-Redakteur
Beiträge: 1620
Danke, ist korrigiert.
#3
Registriert seit: 06.05.2005

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1389
Man kann nur hoffen, dass durch die Konkurenz der APUs der Leistungsanstieg der kommenden diskreten Graftikkarten stärker ausfallen wird um sich weiterhin abzusetzen zu können.
#4
Registriert seit: 03.08.2010
NRW
Leutnant zur See
Beiträge: 1184
ich weiß nicht ob das der richtige weg ist, denn so könnte man ja noch grafikkarten für kleine intel prozessoren verkaufen. diese sparte wwird dann nvidia komplett unter den nagel reißen. außerdem wird amd dann gezwungen mit jeder grafikgeneration auch eine neue apu zu produzieren.
#5
Registriert seit: 12.04.2006

Flottillenadmiral
Beiträge: 4810
Wirti: ich weiß nicht ob das der richtige weg ist, denn so könnte man ja noch grafikkarten für kleine intel prozessoren verkaufen. diese sparte wwird dann nvidia komplett unter den nagel reißen.

Ich glaube nicht, dass nVidia hier noch irgendein Bein auf den Boden bekommt. Intel hat ja genauso Prozessoren mit IGP. Und zumindest an die Low-End Grafiklösungen von AMD/nVidia reichen diese mittlerweile heran. Zumindest wenn wir reine Performance betrachten und Features, Bildqualität und Treiber mal aussen vor lassen. Das einzige, was nVidia helfen würde, wäre eine eigene Fusion Lösung. Die haben sie zwar auf ARM Basis. Das ganze ist für den Mainstream Client Markt aber zu wenig performant und wird sowieso erst mit Windows 8 (ARM Support) wirklich ein Thema.

Wirti: außerdem wird amd dann gezwungen mit jeder grafikgeneration auch eine neue apu zu produzieren.

Das werden sie so oder so. Die Frage ist eher, ob es irgendwann mal keine reinen CPUs mehr geben wird.
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