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Hands-on: be quiet!-Flaggschiff Dark Base 900

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bequietMit Silent Base 800 und Silent Base 600 hat be quiet! erste und schon ganz überzeugende Gehversuche im Gehäusesegment unternommen. Doch das neue Dark Base 900 soll dieses Engagement auf ein ganz neues Level heben. Der Midi-Tower verspricht wertige Materialien, enorme Flexibilität und bemerkenswerte Features. Damit soll das Gehäuse im Endeffekt als alltagstaugliches Premiumgehäuse für ambitionierte Nutzer überzeugen. Hardwareluxx konnte sich im Rahmen eines Presseevents in Hamburg schon selbst ein erstes Bild vom Dark Base 900 machen. Deshalb stellen wir das Gehäuse in dieser Maxi-News bereits ausführlicher vor.

Alu und Echtglas, aber auch Stahl und Kunststoff

be quiet! Dark Base 900

Auf den ersten Blick erinnert das Dark Base 900 zwar deutlich an die bekannten Silent Base-Modelle, mit Blick auf das Material geht be quiet! aber neue Wege. Schon das Grundgerüst besteht aus auffällig robustem Stahl mit 0,8 bis 1 mm Materialstärke. Darüber kommt teilweise Kunststoff zum Einsatz, doch davon sieht der Nutzer wenig. Im Alltag kann er sich stattdessen an Aluminiumflächen an Front und Deckel und an einem Window aus gehärtetem Glas erfreuen. Auch be quiet! verabschiedet sich von kratzeranfälligen Acryl-Fenstern und setzt stattdessen Echtglas ein. Bisher kannte man das vor allem von einigen In Win-Modellen und einzelnen Lian Li-Gehäusen. Im Endeffekt hebt sich der Materialmix des Dark Base 900 allemal von einfachen Stahl-/Kunststoffmodellen ab. An ein Vollaluminiumgehäuse reicht er aber nicht heran. Das gilt besonders auch mit Blick auf das Gewicht, das mit 14 kg etwa doppelt so hoch wie bei einem Aluminiumgehäuse gleicher Größe ausfällt.

Super-Midi-Tower mit maximaler Flexibilität

be quiet! Dark Base 900

be quiet! setzt für sein neues Flaggschiff aber keinesfalls nur auf wertigere Materialien. Im Fokus der Entwicklung stand vor allem das Ziel, in einem Midi-Tower annähernd die Möglichkeiten eines Full-Towers zu bieten. Erreicht werden soll das durch möglichst hohe Modularität und Flexibilität. Damit auch Mainboardformate genutzt werden können, die in einem Midi-Tower sonst keinen Platz haben, wurde der Mainboardschlitten flexibel gestaltet. Er ist nicht nur in drei Positionen verstellbar, sondern kann auch invertiert (also auf der linken Gehäuseseite) installiert werden. Damit breite E-ATX-Mainboards verbaut werden können, sind zudem Anpassungen bei der Aufhängung für die Laufwerke möglich. Insgesamt kann be quiet! das Dark Base 900 durch diese Flexibilität sowohl für XL-ATX- als auch für E-ATX-Mainboards freigeben. Weil der Mainboardschlitten schon einmal versetzt werden kann, lässt er sich auch komplett entnehmen und als einfacher Benchtable gebrauchen. Dabei liegt er sogar auf extra Gummipuffern auf.

be quiet! Dark Base 900

Anpassbar ist außerdem nicht nur der Anschlag der Fronttür, sondern auch der komplette Laufwerksschacht. Es gibt keine großen HDD-Käfige, sondern insgesamt sieben HDD-Käfige für je ein 3,5-Zoll-Laufwerk oder zwei 2,5-Zoll-Laufwerke. Diese Käfige können genauso wie der ODD-Käfig ausgebaut werden, um so mehr Platz im Innenraum zu schaffen. Egal wie viele dieser HDD-Käfige installiert bleiben, steht immer auch ein zusätzlicher 2,5-Zoll-Laufwerksplatz am Mainboardtray zur Verfügung. Insgesamt können bis zu 15 2,5-Zoll-Laufwerke verbaut werden. Einen Nachteil des modularen Konzepts räumt be quiet! selbst unumwunden ein – um das Gehäuse umzubauen, muss viel geschraubt werden. Zusätzlich sorgt auch schon die reine Zahl an Nutzungsmöglichkeiten dafür, dass wohl nur ambitionierte Enthusiasten das Potenzial des Gehäuses wirklich ausschöpfen können. Ein Einsteigergehäuse ist das Dark Base 900 nicht – und soll es auch gar nicht sein.

Ein Herz für Wasserkühlungsnutzer und Silent-Enthusiasten

be quiet! Dark Base 900

Selbst mit installierten HDD-Käfigen nimmt das Dark Base 900 schlanke Frontradiatoren bis 28 mm Bauhöhe auf (plus Lüfter). Dieser Radiatorenplatz ist maximal für 360- bzw. 420-mm-Radiatoren geeignet. Das gleiche gilt für den Deckelradiatorenplatz (bis 65 mm Höhe). Zusätzlich werden je ein 120/140-mm-Radiatorenplatz am Boden und an der Rückwand geboten. Schließlich hat be quiet! sich selbst Gedanken über die Montage von Ausgleichsbehälter und Pumpe gemacht. Eine Blende für die Installation der meisten handelsüblichen Pumpen auf einem HDD-Käfig liegt dem Gehäuse bei. Luftgekühlt profitiert das Dark Base 900 von den aktuell besten be quiet!-Lüftern, den SilentWings 3 PWM. Gleich drei 140-mm-Modelle dieses Typs sitzen hinter der Front bzw. an der Rückwand. Sie sollen bei gleicher Lautstärke einen höheren Druck als die Vorgängermodelle aufbauen und darüber hinaus von einem 6-Pol-Motor, einem neuen IC und einer überarbeiteten Anti-Vibrations-Montage profitieren. Die neue Montage sorgt für eine einfachere Installation auf Radiatoren. Zusätzlich sorgen ein verbesserter Luftstrom mit schallbrechenden Luftein- und -auslässen, Anti-Vibrations-Gummifüße, die Entkopplung von Tray, Window und Festplatten sowie die Schalldämmung mit neu entwickeltem Dämmmaterial für eine geringe Lautstärke.

be quiet! Dark Base 900

be quiet! hat auch die Lüftersteuerung neu entwickelt. Je nach Modellvariante ermöglicht sie die Steuerung von bis zu vier PWM- und vier 3-Pin-Lüftern und unterstützt bis zu zwei Modi (Mainboardsteuerung über PWM, manuell). Der Schieberegler für die Lüftersteuerung versteckt sich genauso wie ein Taster, mit dem die Farben der Multi-Color-LED-Streifen gewechselt werden, hinter der Fronttür. Von dort kann auch sowohl der Frontfilter als auch der durchgehende Bodenfilter zur Reinigung entnommen werden. Eine Kunststoffplatte im Deckel markiert die Stelle, an der Mobilgeräte per Qi-Technik drahtlos geladen werden können.

Kein günstiges, aber ein angemessen teures Gehäuse

be quiet! Dark Base 900

Wenn der Verkauf des Dark Base 900 im Juni startet, wird es zwei Varianten geben. Beschrieben haben wir die 249 Euro teure Pro-Version. Bei der einfacheren Standardversion muss man ohne Windowseitenteil (soll aber optional angeboten werden) auskommen und auf die LED-Streifen sowie das Qi-Ladegerät verzichten. Zudem fällt die Lüftersteuerung etwas einfacher aus und unterstützt nur je drei PWM- und 3-Pin-Lüfter und einen Regelmodus. Dafür spart man aber auch 50 Euro und zahlt nur noch eine UVP von 199 Euro.

Zwischenfazit

Zusammenfassend ist das Dark Base 900 sowohl auf dem Papier als auch nach unseren ersten Eindrücken ein beeindruckendes Gehäuse und zu Recht das neue Flaggschiff der be quiet!-Gehäusesparte. Es wirkt wertiger als typische Stahl-/Kunststoffmodelle, ist aber zugleich auch vielseitiger nutzbar als z.B. In Wins Designgehäuse der 900er-Reihe. Mit der konsequenten Silent-Optimierung und der umfangreichen Featureliste gibt es zwei weitere, gewichtige Argumente für den Premium-Midi-Tower. Wir wollen an dieser Stelle aber nicht zu weit vorgreifen und heben uns die abschließende Einschätzung für den richtigen Hardwareluxx-Test auf.

Eckdaten: be quiet! Dark Base 900
Bezeichnung: be quiet! Dark Base Pro 900
Material: Stahl (0,8 - 1 mm SECC), Aluminium (0,8 mm), ABS-Kunststoff, nur beim Pro: gehärtetes Glas (4 mm)
Maße: 242,7 x 585,5 x 577,2 mm (B x H x T)
Formfaktor: E-ATX, XL-ATX, ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Laufwerke: 2x 5,25 Zoll, 7x 3,5 Zoll (intern), 15x 2,5 Zoll (intern, je zwei in einem 3,5-Zoll-Käfig, 1x am Tray)
Lüfter: 3x 140 mm (Front, 2x vorinstalliert), 1x 140 mm (Rückwand, vorinstalliert), 4x 120/3x 140/1x 180 mm (Deckel, optional), 1x 120/2x 140 mm (Boden, optional)
Gewicht: etwa 14 kg
Preis: 249 Euro (UVP für die Pro-Variante, UVP Standardvariante: 199 Euro)

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Kommentare (25)

#16
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Beiträge: 205
Irgendwas stimmt mit den Artikeleinstellungen nicht, kann die Beitragszahl nicht anklicken um mir die vorigen Kommentare anzuschauen, ich hätte kein Zugriffsrecht??

Das ist nur bei diesem Artikel so.
#17
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Hauptgefreiter
Beiträge: 205
Schick, aber warum die seltsame Netzteilmontage?
#18
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Registriert seit: 05.10.2004
Karlsruhe
Fregattenkapitän
Beiträge: 2890
Zitat burninghey;24606650
Schick, aber warum die seltsame Netzteilmontage?


Das ist wohl der wählbaren MB-Trayposition geschuldet. Evtl kann man das Tray weit nach unten setzen, wenn nur mATX oder ITX verbaut wird?!
#19
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Registriert seit: 25.03.2013

Korvettenkapitän
Beiträge: 2477
Der durch's Glas sichtbare Rand mit den Befestigungslöchern/-ösen sieht jetzt aber schon etwas unschön aus! Da hätte man sich etwas anderes überlegen müssen, vielleicht ein magnetisches Haltesystem!?
#20
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Registriert seit: 02.12.2004
Leipzig
[online]-Redakteur
Beiträge: 3670
@ro8otron: Grund dafür ist die flexible Auslegung - man kann je nach Vorliebe/Geldbeutel die Glasscheibe oder ein normales Seitenteil installieren. Deshalb sieht man durch die Scheibe die Befestigungslösung für das Seitenteil. In Win löst die Befestigung der Glasscheibe optisch eleganter, dafür hat man dort aber eben nicht die Wahl zwischen Glas/normalem Seitenteil.
#21
Registriert seit: 10.08.2007

Fregattenkapitän
Beiträge: 2767
Ich werde mein Define S gegen das Gehäuse ohne Fenster austauschen
#22
Registriert seit: 11.07.2013

Obergefreiter
Beiträge: 71
Kann mir mal einer erklären was bei der Entwicklung von Gehäusen in den köpfen vorgeht?
Wieso gibt es inzwischen Gehäuse die Kabellosesladen unterstüzen, aber kaum Gehäuse mit USB-c 3.1 Gen2?
Zumindest wenn man so auf "Technik" setzt und kablelosesladen inbaut hätte man doch auch an USB C denken können.....
#23
Registriert seit: 07.09.2004

Flottillenadmiral
Beiträge: 4386
Zitat ro8otron;24607231
Der durch's Glas sichtbare Rand mit den Befestigungslöchern/-ösen sieht jetzt aber schon etwas unschön aus!


Unschön? - es ist einfach billig gelöst (ist bei dem Preis auch verständlich^^).
#24
Registriert seit: 01.12.2013
Lower Saxony - Germany
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 440
Mir gefällt das Design überhaupt nicht, aber es ist praktisch durch seine modulare Bauweise und wird sicher seine Nutzer finden die diese modulare Tauglichkeit auch brauchen oder die damit auch was anfangen können.
#25
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Registriert seit: 08.03.2009
Osthofen bei Worms (Rh.)
Korvettenkapitän
Beiträge: 2302
Zitat sekas;24607844
Kann mir mal einer erklären was bei der Entwicklung von Gehäusen in den köpfen vorgeht?
Wieso gibt es inzwischen Gehäuse die Kabellosesladen unterstüzen, aber kaum Gehäuse mit USB-c 3.1 Gen2?
Zumindest wenn man so auf "Technik" setzt und kablelosesladen inbaut hätte man doch auch an USB C denken können.....


Das liegt daran, dass es (meines Wissens nach) immer noch keine finale Spezifikation für einen internen Mainboard-Header für USB 3.1 Gen 2 gibt. Deswegen bietet das auch noch kein Mainboard einen entsprechenden Anschluss. Daher erachten die Case-Hersteller es anscheinend nicht als nötig.

An sich ein schönes Case, das mich auch ansprechen würde. Aber ich mag keine Gehäuse mit Fronttür, unter anderem weil ich einen Aquaero mit Display mein Eigen nenne.
Wenn bqt! noch eine passende Version ohne Fronttür bringt, werde ich vielleicht meinem Corsair Obsidian 750D untreu....
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