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Aus der Redaktion: Das neue Testsystem für Gehäuse

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Unser bisheriges Testsystem für Gehäuse ist mittlerweile in die Jahre gekommnen. Die Sockel LGA 1156-Plattform mit Clarkdaleprozessor ist nicht mehr aktuell, die ursprünglich eingesetzte Radeon HD 4670 hat mittlerweile drei neue Grafikkartengenerationen erlebt. Auch wenn es sinnvoll ist, ein Testsystem für beste Vergleichbarkeit möglichst langfristig zu nutzen, war es an der Zeit für ein Update. In dieser News stellen wir kurz das neue Gehäusetestsystem vor und gehen darauf ein, warum wir uns für die jeweiligen Komponenten entschieden haben.

Wie schon beim alten Testsystem stand die Prämisse im Vordergrund, dass wir die Testhardware flexibel einsetzen wollen. Vergleichbarkeit ist nur sichergestellt, wenn sich ein Testsystem für möglichst viele Testsamples nutzen lässt. Wir haben uns deshalb dafür entschieden, weiterhin ein Micro-ATX-Mainboard einzusetzen. Dieses Mainboard wird für Gehäuse mit Micro-ATX-, ATX-, XL-ATX-, E-ATX- und HPTX-Formfaktor genutzt. Nur für Mini-ITX-Gehäuse mit oft recht speziellen Anforderungen an Leistungsaufnahme und Abwärme wird weiterhin andere Testhardware zum Einsatz kommen.

Gleichzeitig müssen wir berücksichtigen, dass wir nicht nur Gehäuse unterschiedlichsten Formats, sondern auch Gehäuse aus allen Preisklassen testen. Vom 30 bis zum 350 Euro-Gehäuse war in den letzten Monaten alles dabei. Hitzige High-End-Hardware passt nicht gut zu Budgetgehäusen mit unter Umständen schlechter Kühlleistung. Dementsprechend greifen wir auf Mainstreamhardware zurück. Für Tests von außergewöhnlichen Gehäusen werden wir unter Umständen auch in Zukunft ergänzend Hardware hinzuziehen, die besser zu den jeweiligen Gehäusen passt. So haben wir es zuletzt auch beim Test des Corsair Obsidian Series 900D gehandhabt: Die normalen Messungen wurden mit dem regulären Testsystem durchgeführt, für den Wasserkühlungseinsatz kam ein geeigneteres System zum Einsatz.

Schließlich soll die Testhardware sicherstellen, dass wir aufschlussreiche Messungen liefern können. Im Fokus stehen dabei vor allem die Kühlleistung und die Geräuschentwicklung des herstellerseitig verbauten Kühlsystems. Für aussagekräftige Lautstärkemessungen ist es wichtig, dass die Testhardware deutlich leiser als die Gehäuselüfter bleibt. Gleichzeitig zeigt sich die Kühlleistung dieser Lüfter am besten, wenn die Komponenten möglichst nicht von eigenen Lüftern gekühlt werden.

Aus diesen Vorüberlegungen heraus haben wir uns für das folgende Testsystem entschieden:

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Als Mainboard dient ein Biostar H77MU3, wir setzen also auf Intels Mainstream-Plattform um den Sockel LGA 1155. Im Sockel der Micro-ATX-Platine haben wir einen Intel Core i5-2400S versenkt. Dieses Sandy Bridge-Modell ist ein Quad-Core-Prozessor mit einer TDP von nur 65 Watt. Dadurch ist es uns möglich, den Prozessor semi-passiv zu kühlen. Wir verzichten darauf, den eingesetzten Prozessorkühler (einen Scythe Yasya) mit einem Lüfter zu bestücken und setzen ganz auf die Gehäuselüfter. Auch die Grafikkarte wird (semi-)passiv gekühlt. Sapphires Radeon HD 7750 Ultimate (zu unserem Test) ist derzeit eine der leistungsstärksten Grafikkarten, die werkseitig mit passiver Kühlung ausgeliefert werden.

Weitere Komponenten konnten wir vom alten Testsystem übernehmen. So dient uns weiterhin ein HX650W von Corsair als Netzteil. Die Festplatte ist eine WD Raptor, die dank ihrer hohen Umdrehungsgeschwindigkeit von 10.000 U/min sehr gut etwaige Schwächen bei der Festplattenentkopplung aufdeckt und auch vergleichsweise viel Abwärme freisetzt.

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Das neue Testsystem hat seine Feuerprobe bereits hinter sich: Wir haben es für unseren Test vom Fractal Design Arc Midi R2 genutzt. Das Testprozedere wurde geringfügig angepasst. Anders als bisher belasten wir CPU und GPU in Zukunft nicht versetzt, sondern gleichzeitig. Für die CPU-Last greifen wir weiterhin auf den Small FFT-Test von Prime 95 zurück, die GPU wird hingegen nicht mehr der extremen Belastung des Furmarks ausgesetzt, sondern für die Berechnung von Unigines Heaven 4.0-Benchmark genutzt. Wir wollen an dieser Stelle nicht die Testergebnisse des Fractal Design-Gehäuses verraten. Soviel lässt sich aber sagen: Das neue Testsystem kann auch bei reduzierter Kühlleistung (in diesem Fall auf 5 Volt heruntergeregelte Gehäuselüfter) genutzt werden, ohne dass die Temperaturen in einen kritschen Bereich geraten. 

Abschließend das neue Testsystem für Gehäuse in der tabellarischen Übersicht:

Eckdaten: Testsytem
Prozessor: Intel Core i5-2400S
Prozessor-Kühler: Scythe Yasya, passiv gekühlt
Mainboard: Biostar H77MU3
Arbeitsspeicher: 4096 MB Crucial 1333 MHz
Festplatte: Western Digital Raptor 74 GB
Grafikkarte: Sapphire Radeon HD 7750 Ultimate, passiv gekühlt
Betriebssystem: Windows 7 x64 Home Premium

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Kommentare (4)

#1
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Registriert seit: 06.04.2013
anywhere
Oberbootsmann
Beiträge: 829
ich muss euch krigieren die derzeit beste hd7750:
ist die HIS iSilence 5
#2
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Registriert seit: 20.03.2006
München
Bootsmann
Beiträge: 531
Eine der leistungsstärksten heißt nicht, dass es die leistungsstärkste ist. ;)
#3
Registriert seit: 19.01.2013
Sachsen
Bootsmann
Beiträge: 576
also ich finde die idee mit dem semi-passiven system eigentlich gut, nur ist dies halt nachteilig für gute gehäusebauer, die keine guten lüfter dazugeben können.
#4
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Registriert seit: 20.06.2010

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1378
Zitat Zwitschack;20521351
also ich finde die idee mit dem semi-passiven system eigentlich gut, nur ist dies halt nachteilig für gute gehäusebauer, die keine guten lüfter dazugeben können.


Ist doch kein Argument. Viele Netzteilhersteller greifen beispielsweise auch auf gute Lüfter von Drittanbietern zurück, z.B. von Sanyo oder Yate.
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