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Google: SSDs mit SLC-Speicher nicht robuster als mit MLC-Chips

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google 2013Es kommen immer wieder Diskussionen auf, dass SSDs auf Basis von teuren SLC-NAND-Bausteinen eine höhere Lebenserwartung erreichen sollen als Laufwerke mit MLC-NAND. Wie nun allerdings Google meldet, sei dies laut den eigenen Untersuchungen keineswegs der Fall. Das Unternehmen arbeite bereits seit 2010 mit SSDs in den Rechenzentren auf SLC- und auch MLC-Basis und konnte keine gravierenden Unterschiede feststellen. Damit scheinen MLC-Laufwerke genauso robust zu sein wie die teureren SLC-SSDs und es gibt nur wenig Gründe nicht zu einer SSD auf MLC-Basis zu greifen.

Weiterhin gibt die Untersuchungen an, dass SSDs im Vergleich zu herkömmlichen Festplatten in den Rechenzentren weniger häufig ausgefallen seien. Zwar sei die unkorrigierbare Bit-Fehlerrate höher als bei Festplatten, aber einen Totalausfall gäbe es bei SSDs seltener. Dies bedeutet wiederrum, dass SSDs häufiger mit einem Datenverlust zu kämpfen haben und deshalb sei es nötig, dass Backups häufiger erledigt werden müssen. Trotzdem sei unter dem Strich festzuhalten, dass SSDs weniger oft komplett ausfallen als dies bei HDDs der Fall ist. Für die Zuverlässigkeit einer SSD sei vor allem das Alter entscheidend und nicht die Nutzung selbst.

Aufgrund des fallenden Preises von SSDs scheinen die Laufwerke somit auch bei der Robustheit gegenüber herkömmlichen Festplatten immer mehr den Markt zu beherrschen. Somit gibt es immer weniger Argumente sich als Käufer gegen eine SSD zu entscheiden.

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Kommentare (3)

#1
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Registriert seit: 01.01.2015
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Kapitänleutnant
Beiträge: 1553
Zitat Artikel
es gibt nur wenig Gründe nicht zu einer SSD auf MLC-Basis zu greifen

Die wären?
#2
Registriert seit: 05.07.2010

Admiral
Beiträge: 12085
Lass uns mit der Studie in Ruhe, was für SSD sollen das denn bitte überhaupt sein, bei denen 43nm oder 50nm MLC NAND verbaut ist, welches aber mit 3000 P/E Zyklen spezifiziert ist? Damals waren 10.000 P/E Zyklen für solche MLCs NANDs normal. Intels erste X25 hatte solche 50nm NANDs, die Postville hatte schon 34nm NANDs und die waren auch noch mit 5000 P/E Zyklen spezifiziert. 480GB SSDs waren damals als SATA SSDs auch noch gar nicht üblich bis möglich, die Diesize waren viel zu klein. Ersten Intel MLC SSDs gab es mit maximal 160GB und die hatten einen 10 Kanal Controller, anderen SSD Controller hatten nur 8 Kanäle und waren zumeist eine Katastrophe.

Mit dem Controller steht und fällt aber eine SSD, die NANDs erzeugen im Prinzip immer mal Bitfehler, die Aufgabe des Controllers ist es diese über die ECC die hinter jeder Page abgelegt wird, zu korrigieren damit es eben nicht zu den dort genannten, exorbitant hohen Fehlerraten kommt. Da nicht genannt wird um welche SSDs oder wenigstens Controller es sich handelt, kann man mit der Studie nichts anfangen, die meisten Hersteller von SSDs und SSD Controllern aus der Anfangszeit der NAND basierten SSDs gibt es sowieso nicht mehr, die gingen Pleite oder sind aufgekauft worden. Heutige SSD Controller sind den damaligen Controller in jeder Hinsicht um Längen überlegen.

Schaut man sich mal an wie die MTRON und die Intel X25-E im [U]Dauerschreibtest auf xtremesystems.org[/U] abgeschnitten haben, dann wundert es aber nichts, dass SLC heute praktisch ausgestorben ist. Die MTRON waren auch schnell und unter komischen Umständen kaputt (die Firma gibt es auch nicht mehr, der Controller war wohl Mist) und die SLC NANDs der X25-E waren nicht besser als die MLC NANDs der X25-V. Der Controller ist wahnsinnig wichtig bei einer SSD und wenn der kein brauchbares Wear-Leveling hat, dann können schnell viele P/E Zyklen für einige der Zellen zusammen kommen. Aber die immer wieder genannten 100.000 P/E Zyklen für SLC halte ich für schamlos übertrieben, vielleicht schaffen die besten Qualitäten das sogar aber ob immer nur diese besten Qualitäten in SSD verbaut wurden? Ausprobiert hat es ja praktisch keiner und worauf die Ausfälle letztlich wirklich beruhen, weiß auch keiner.

Bei der Intel X25-E 64GB hat sich jedenfalls nach 579.46 TiB der Available Reserved space von 100 auf 99 verringert, obwohl es angeblich keine Reallocations gab, S.M.A.R.T. Attribute sagen eben nicht immer die Wahrheit, nach 625.97 TiB sind dann die ersten beiden Reallocated sectors aufgetaucht, da waren gerade erst 5% der Spezifizierten Zyklen verbraucht. Bei 665.36 TiB waren es 7 Reallocated sectors, bei 702.41 TiB schon 27 und der Wert ist munter weiter gestiegen.

Im Vergleich dazu hat sich bei der Intel X25-M G1 80GB nach 431,9031 TiB die Anzahl der Reallocated sectors von 02 auf 04 erhöht (den Post 0 auf 2 habe ich nicht gefunden) und da war der MWI auf 82, es waren also nur 18% der Spezifizierten P/E Zyklen verbraucht. Bei 439,2336 TiB waren es 5 (MWI 80), bei 443 TiB 7 (MWI 79) und Ende war sie nach 883.46 TiB, da war der Zähler der Reallocated sectors schon mehrfach übergelaufen (ist der Aktuelle Wert, nicht der Rohwert) und auch der MWI war schon unter 0 und wieder bis 235 runter. Der Available Reserved space war auf 16 gefallen.

Beiden haben den gleichen Controller, beiden haben 80GiB NAND verbaut und auch wenn die Meldung über das Ableben der X25-E fehlt, so war bei der letzten Meldung nach 1.58 PiB der Available Reserved space von 25 (bei 1.49 PiB) auf 14 gefallen, die SSD also sehr nahe am Ende und hatte nicht einmal doppelt so viele Daten geschrieben.

Vergleicht man das noch mit der Crucial m4 64GB, die genau darüber auch nahe dem Ende ist aber noch lebt und 2110.8663 TiB (=2.06PiB) geschrieben und 36477 P/E Zyklen überstanden hat, obwohl sie 20% weniger NAND und auch nur das MLC in 25nm statt in 50nm wie die beiden Intel hat, so zeigt das doch deutlich, dass SLC nicht so eine mythische Haltbarkeit hat und die Fortschritte der Controller sowie der NAND Fertigung die prinzipiellen Nachteile von mehr Bits pro Zelle und kleineren Fertigungsstrukturen durchaus mehr als ausgleichen können.
#3
customavatars/avatar102895_1.gif
Registriert seit: 21.11.2008
Bingen
Fregattenkapitän
Beiträge: 3053
Danke @Holt für die Links, das hatte ich schon vermutet.
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