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Zieht Samsung den Abschied vom Smartphone in Erwägung?

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samsung 2013Wie schnell man eine gute Position verlieren kann, beweist nicht nur Nokia. Der ehemalige Marktführer verschlief etliche Entwicklungen, am Ende wurde die Handy-Sparte für wenig Geld an Microsoft verkauft. Aber auch bei HTC und Sony konnte man in den vergangenen Jahren entsprechende Erfahrungen sammeln. Hier stießen zu wenige Innovationen auf einen zunehmenden Wettbewerb, die zuvor erfolgversprechende Strategie ging urplötzlich nicht mehr auf. Das Ergebnis sind rasant gefallene Marktanteile, in einigen Regionen sind nicht nur diese beiden Hersteller in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Gleiches steht mittelfristig auch Samsung bevor – behauptet zumindest der Analyst Ben Bajarin.

Seiner Meinung zufolge werde der derzeitige Marktführer sich innerhalber der kommenden fünf Jahre aus dem Geschäft mit Smartphones zurückziehen. Die Gründe dafür sollen die altbekannten sein: Wenig Neues und mehr Wettbewerb. Bajarin wird aber konkreter. Im Kern heißt das Problem Android. Durch die Vielzahl an Herstellern ging der Preis zuletzt immer weiter zurück, vor allem mit Auswirkungen auf die Oberklasse. Konnten entsprechende Geräte noch vor kurzem problemlos für 600 und mehr US-Dollar oder Euro verkauft werden, liegt der Preispunkt für derartige Smartphones nun zwischen 300 und 400 US-Dollar, Mittelklasse-Modelle würden derzeit vor allem im Bereich um 300 US-Dollar gut verkauft werden.

Die ersten Auswirkungen dürfte Samsung dem Analysten zufolge bereits gespürt haben. Denn etwa 80 % der ausgelieferten Smartphones sollen zuletzt im Bereich um 180 US-Dollar oder weniger gelegen haben, die deutlich teureren Topmodelle nahmen nur noch einen sehr kleinen Teil ein; Zahlen, die sich in den letzten Bilanzen des Unternehmens wiederfinden lassen. Dabei – auch dies ist kein Geheimnis – musste man auf hohe Rabatte zurückgreifen, um selbst dies zu erreichen. Darunter leiden die Margen, die ehemals lohnenswerten Oberklassegeräte spülen inzwischen nicht mehr Gewinn die die Kasse als die Mittelklasse.

Nur dank hoher Rabatte konnte Samsung zuletzt seine Topmodelle verkaufen - ein Abschied vom Smartphone-Geschäft ist dennoch unwahrscheinlich
Nur dank hoher Rabatte konnte Samsung zuletzt seine Topmodelle verkaufen - ein Abschied vom Smartphone-Geschäft ist dennoch unwahrscheinlich

Dass eben diese inzwischen eine so wichtige Rolle spielt, liegt laut Bajarin nicht nur am Budget der Verbraucher, sondern auch am „gut genug“-Faktor. Anders als noch vor einigen Jahren bieten die entsprechenden Smartphones eine oftmals ausreichende Leistung sowie gute Displays und Kameras, das Plus, dass die teureren Geräte versprechen, ist nicht selten nur noch gering. Innovationen würden daran nichts ändern. Doch Mittelklasse-Smartphones können jüngere Wettbewerber meist billiger produzieren, vor allem in China gibt es diverse Anbieter.

Bajarin verweist aber auch auf eine Parallele. So sei bei Zulieferern bereits seit einiger Zeit zu beobachten, dass diese Innovationen vor allem mit Blick auf Apple entwickeln würden. Denn die Kalifornier seien die einzige Möglichkeit, um Forschung und Entwicklung wirtschaftlich zu rechtfertigen. Dass Apple nicht vor den gleichen Problemen wie Samsung steht, führt der Analyst auf die besondere Lage zurück. Denn mit iOS habe man eine exklusive Plattform, direkte Konkurrenten wie bei Android gebe es somit nicht.

Ob es am Ende tatsächlich soweit kommen wird, darf jedoch bezweifelt werden. Denn trotz der wohl geplanten Massenentlassungen geht es Samsung finanziell gut. Auch das Smartphone-Geschäft konnte jüngst einen Aufschwung vermelden. Zudem übersieht Bajarin, wie wichtig die Handys inzwischen für das Unternehmen sind. Denn verbaut werden zahlreiche Komponenten aus eigener Fertigung, von SoCs über Speicher bis hin zu Kamera-Sensoren und Akkus. Ein Abschied vom Smartphone würde für Samsung also einen weitaus tiefergreifenden Einschnitt als beschrieben bedeuten.

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Kommentare (3)

#1
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Analysten....den Bericht habe ich nicht gelesen, aber der LUXXtext scheint mir bereits fehlerhaft genug, denn zig Jahre nach dem Nokia-Ausstieg hat sich die digitale Welt und der Konsumentenwunsch doch sehr stark verändert.

Heutzutage geht es nicht nur um reinen Gewinn, es geht ebenso um Marktanteile und die Verbreitung der eigenen Software.
Im konkreten Fall von Samsung trifft das mit Tizen sogar noch stärker zu.

Andere Hersteller setzen eigene Software auch ein, zB. bei Lenovo um Userverhalten anonym aufzuzeichnen, etc. Mit diesen "Kunden"-Daten machen die Hersteller auch direkt und/oder indirekt Geld.
Die Smartphone-sparte kann also auch gerne mal rote Zahlen schreiben, solange diese mit dem Gewinn der Kunden-Daten aufgefangen werden können.

Es muß schon etwas wirklich extremes passieren muss damit Samsung aus dem Smartphone-Geschäft zurückzieht. Unter den aktuellen Umständen wird das nicht passieren, zumindest nicht wie vom Analysten beschrieben. Vielleicht werden die Geräte kleiner und Form von Bluetooth-Ohrstecker+Smartwatch, aber ich glaube die Menschen mögen die tollen kleinen Bildschirme zu sehr :)
#2
Registriert seit: 30.04.2008
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Bootsmann
Beiträge: 667
Umsatz und Gewinn der IM-Sparte sind zwar weit weg von den Glanzzeiten vor nur zwei Jahren, aber der Beitrag zum Konzernumsatz (die Hälfte) und operativen Gewinn (ein Drittel) sind doch erheblich.
Wenn man dieses Niveau halten kann - auf das man sich aus dem Tal des letzten Jahres schließlich gegen die versammelte Konkurrenz aus China zurückgekämpft hat - wieso sollte man das aufgeben? Was hätte Samsung davon?
Ganz sicher wird man nicht mehr gegen Apple in der Oberklasse ankommen, aber auf der Ebene darunter ist Samsung auf dem Markt immer noch eine Macht.
In meinen Augen wäre es sinnvoller, die Produktion von Feature-Phones einzustellen und die Weiße Ware in eine eigene Tochtergesellschaft auszugliedern.
#3
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[online]-Redakteur
Beiträge: 1021
Zitat ProphetHito;24013761
Analysten....den Bericht habe ich nicht gelesen, aber der LUXXtext scheint mir bereits fehlerhaft genug, denn zig Jahre nach dem Nokia-Ausstieg hat sich die digitale Welt und der Konsumentenwunsch doch sehr stark verändert.

Heutzutage geht es nicht nur um reinen Gewinn, es geht ebenso um Marktanteile und die Verbreitung der eigenen Software.
Im konkreten Fall von Samsung trifft das mit Tizen sogar noch stärker zu.

Das würde stimmen, wenn es das Gegenbeispiel Apple nicht gäbe. Es ist in erster Linie eine Frage der Marge. Apple könnte problemlos den Marktanteil erhöhen, wenn man einfach den Preis senken oder aber ein konkurrenzfähiges Mittelklasse-Smartphone auf den Markt werden würde. Will man aber nicht, da das die Marge nach unten ziehen dürfte. Das sieht bei Samsung und Co. nicht anders aus.

Bei Tizen gebe ich dir Recht. Der Versuch Samsungs, eine "eigene" Plattform zu etablieren ist lobenswert und hoffentlich langfristig erfolgreich. Aber aktuell sehe ich da keine Chance, dafür müssten noch ein, zwei andere Hersteller aufspringen.

Zitat
Es muß schon etwas wirklich extremes passieren muss damit Samsung aus dem Smartphone-Geschäft zurückzieht. Unter den aktuellen Umständen wird das nicht passieren, zumindest nicht wie vom Analysten beschrieben. Vielleicht werden die Geräte kleiner und Form von Bluetooth-Ohrstecker+Smartwatch, aber ich glaube die Menschen mögen die tollen kleinen Bildschirme zu sehr :)

Da stimmen wir beide überein.
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