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Smartwatch zum Schummeln: Unis und Schulen werden hellhörig

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apple watch 2015In Prüfungen an der Universität kennen Studenten die Durchsagen: „Bitte alle Mobiltelefone abseits des Platzes aufbewahren und ausschalten.“ Ein Schelm, wer nun denkt, dass eine Smartwatch oder andere Wearables damit einen Freifahrtschein erhalten. Dem ist natürlich nicht so und in einigen Klausuren erfolgt bereits seitens technikaffiner Prüfer der Nachsatz: „Auch Smartwatches und andere technische Geräte, bewahren sie bitte nicht am Platz auf und schalten sie aus.“ Tatsächlich hat das Studentenmagazin Unicum Studenten zu Wearables befragt und festgestellt, dass zumindest die Bereitschaft mit einer Smartwatch zu Schummeln gegeben ist. In der Praxis scheint das laut Professoren aber noch selten zu sein: „Konkrete Täuschungsversuche sind mir bisher nicht zur Kenntnis gekommen. Befürchtet werden sie aber schon, seit diese 'Verlängerungen' der Mobiltelefone weite Verbreitung gefunden haben", sagt Professor Oliver Baumann, Prüfungsausschussvorsitzender des hochschulübergreifenden Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen an der HAW Hamburg, der Universität Hamburg sowie der TU Hamburg Harburg. Die Mehrheit der Studenten, die notorisch knapper bei Kasse sind als Berufstätige, dürfte jedoch auch noch gar keine Smartwatch besitzen.

In Prüfungsordnungen sind die Wearables bisher nicht explizit genannt, dürften aber generell unter den Passus für „unerlaubte Hilfsmittel“ fallen. Auch wenn die Prüfer somit Smartwatches und Wearables in ihren Hinweisen vor Klausuren nicht explizit erwähnen, dürfte das Vorfinden eines derartigen Gadgets beim Prüfling wohl zu einem Fehlversuch führen. Schwierig dürfte für die Aufsichtsführenden jedoch sein die smarten Uhren überhaupt als solche zu identifizieren. Viele Produkte ähneln auf den ersten Blick normalen Armbanduhren. Gerade bei Klausuren mit Hunderten von Teilnehmern in größeren Hörsälen, dürfte die Kontrolle neue Herausforderungen bedeuten. Es dürfte schwierig sein, jeweils zu erkennen, ob ein Student nur die Uhrzeit abliest oder möglicherweise an einer Smartwatch Inhalte aus dem Web abruft bzw. Notizen durchkämmt.

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Vorgeprescht ist deswegen die LMU München: Dort sind in den Studiengängen BWL und VWL seit April 2015 Armbanduhren grundsätzlich während der Prüfung untersagt. Stattdessen stehen im Raum ausreichend Uhren, um die Uhrzeit im Blick zu behalten. In anderen Ländern geht man sogar noch weiter: In China etwa sind die Gelände der Hochschulen in den Prüfungsphasen gar gegen Mobilfunksignale abgeschirmt. In Deutschland handelt immerhin die Hochschule Fulda ähnlich und erfasst über Sensoren Kommunikationssignale während der Klausuren. Tatsächlich gibt es sogar umgekehrt Hersteller, die sich auf spezielle Spicker-Smartwatches spezialisiert haben und sie gezielt für Schüler und Studenten bewerben. Die Gadgets sind mittlerweile gewieft: Die Displays arbeiten mit polarisiertem Licht, sodass man die Anzeige erst ablesen kann, wenn man einen Filter nutzt. Jenen liefert der Hersteller in Form einer Brille mit. Der Schummelnde kann also während des Tragens der Brille das Display ablesen, während ein Prüfer nur eine normale Uhrzeit erkennen würde.

Laut Unicum-Umfrage besitzen aber derzeit nur 21 % der befragten Studenten eine Smartwatch – von jenen würden immerhin 28 % die Smartwatch gegebenenfalls auch zum Spicken einsetzen. Aufgrund der stärkeren Aufmerksamkeit der Universitäten, dürfte das aber bestenfalls noch mittelfristig möglich sein.

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Kommentare (15)

#6
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Registriert seit: 02.09.2010

Fregattenkapitän
Beiträge: 3069
Zitat Tzk;24388945
Bei uns sind alle elektronischen oder technischen Helfer untersagt, außer der Taschenrechner...


Puh was hab ich Stunden damit verbracht ganze Texte in den Taschenrechner zu tippen, sogar Passwort verschlüsselt :lol:
#7
Registriert seit: 05.04.2005

Fregattenkapitän
Beiträge: 2930
Da waren meine Physik Profs damals schon cleverer und zeitloser: Man durfte alles benutzen. Genutzt hat es einem dann doch sowieso nichts ^^.

21% haben eine Smartwatch? Ich habe genau einen Schüler, der sowas hat. Ich kenne keinen Studenten, der sowas hat. Aber gut, wer unicum liest....
#8
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Registriert seit: 07.03.2007

Kapitän zur See
Beiträge: 3355
Das mag dann bei den kleineren Arbeiten im Jahr noch durchgehen/funktionieren, oder je nach Lehrer auch der alte Spickzettel, aber beim Abi und Abschlussprüfungen kann man sowas direkt vergessen da einem ja alles gestellt wird (oder nicht? hab nicht studiert^^)...
Beim Abi wars dann so das nichtmal normale Uhren erlaubt waren und bei den Abschlussprüfungen der Ausbildung war nur der eigene Taschenrechner erlaubt, jedoch ohne Programmierung.

Und mal ganz nebenbei, wer bei den "finalen" Prüfungen noch Hilfen braucht, hat sowieso schon verloren, ob man nun erwischt wird oder nicht :D
#9
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 9491
Zitat Hilikus;24389143
Da waren meine Physik Profs damals schon cleverer und zeitloser: Man durfte alles benutzen. Genutzt hat es einem dann doch sowieso nichts ^^.
Besser so als das Gegenteil..
Wir hatten neulichst ne Klausur wo man zu 70% aus dem Unterrichtsmaterial kopieren musste. Anegschissen waren dann die, die statt das Ganze zu drucken, selbst das Wichtigste herausgeschrieben haben q_q

Jeder Prof macht leider wie ers will.


Zitat Hilikus;24389143
21% haben eine Smartwatch? Ich habe genau einen Schüler, der sowas hat. Ich kenne keinen Studenten, der sowas hat. Aber gut, wer unicum liest....
An unserer HS ist es schon etwas anders. Vieleicht nicht 21% aber einige.
#10
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Registriert seit: 10.10.2015

[online]-Redakteur
Beiträge: 92
Also in manchen Klausuren kann einem Schummelei sicher massive Vorteile bringen, wenn man sich etwa manche Formeln übersichtlich in eine Tabelle ziehen würde oder einige Definitionen bündelt. Aber Lernen müsste man trotzdem, da man die Anwendung sonst nicht hinbekommt.
#11
Registriert seit: 24.05.2012
Ilmenau
Kapitänleutnant
Beiträge: 1986
Der erste sinnvolle Einsatzzweck dieser Dinger.

Aber ihre große Zeit kommt irgendwann, ganz bestimmt...
#12
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Registriert seit: 03.10.2005
Rhein/Ruhr
Korvettenkapitän
Beiträge: 2417
So wie 3D fürs Heimkino! :fresse:
#13
Registriert seit: 31.08.2007

Gefreiter
Beiträge: 59
Spicken bringt an einer vernünftigen Uni in MINT Fächern rein gar nichts - es sei es geht nur um das Durchmogeln und sich selbst Veralbern.

Wer nichts gelernt hat kann auch mit Spicken das erforderliche Pensum nicht schaffen.

Bei uns war das vollständige Bearbeiten einer Prüfung nur für die fittesten möglich.
Wer da groß überlegen und grübeln mußte konnte sich freuen wenn er am Ende noch irgendwie bestanden hatte.
#14
Registriert seit: 30.08.2015

Gefreiter
Beiträge: 50
Ich sehe Spickzettel etc nur als Beruhigung der eigenen Nerven. Nicht als wirkliches Hilfmittel. Es gibt ja Leute, die so Prüfungsnervös sind, dass sie alle Formeln etc wieder vergessen, da mag diese psychologische Hilfe unterstützend wirken.

@Dragontear: Beim selber herausschreiben merkt man sich die Dinge aber 10x besser, als wenn man kopiert ,) Die Synergieeeffekte des händischen Niederschreibens werden leider sträflich vernachlässigt, grad in den Zeiten der digitalen Demenz.
#15
Registriert seit: 27.09.2010
Magdeburg
Oberbootsmann
Beiträge: 891
Zitat Hardwarekäufer;24389097


In der Schule, ok, da ist es auch manchmal fraglich was behandelt wird.
Aber wer sich für ein Studium entscheidet, der hat eigentlich den Anspruch etwas zu lernen zumal man sich den Studiengang ja auch extra nach eigenem Interesse aussucht.


Prinzipiell hast du recht, aber in Universitäten wird gerade durch das bachelor mastersystem auf Bolemie-lernen gesetzt. Das hat dann auch zur Folge dass man sinnloses Faktenwissen lernen muss, weil der Prof denkt das ist ganz gut zu wissen.
Bei mir im Maschinenbaustudium gab es einen Kurs zu Werkstoffwissenschaften da kam jährlich die Frage "wieviele Ecken hat ein Fussball?"
Ob das sinnvolles wissen ist glaube icht.

Dein Vorschlag, dass gelernte Informationen doch eher angewandt werden sollen und nicht nur wiedergekäut, ist der Wunsch vieler Studenten. Doch leider müssen sich dann Profs/Dozenten mehr Zeit nehmen um eine Prüfung zu entwerfen, was leiden immer häufiger gegenteilig eintritt.
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