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Wireless-Controller SteelSeries Stratus im Kurztest

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steelseries-stratus-logoMehr und mehr wollen Android und iOS neben den Casual-Gamern auch die ernstzunehmenden Spieler ansprechen. Doch weniger die Software als vielmehr die Hardware sind hier meist noch die Hürde, die viele davon abhalten, auch aufwendige Spiele über den Touchscreen zu bedienen. Die Entwickler versuchen diesem Umstand über individualisierbare On-Screen-Steuerungen oder Auto-Zieleinrichtungen entgegenzuwirken. Doch auch diese Maßnahmen sind für viele Spiele keine Alternative zum Hardware-Controller. Daher haben bereits zahlreiche Hersteller solche Hardware-Controller auf den Markt gebracht. Wir schauen uns mit dem Steelseries Stratus einen der vielversprechendsten Vertreter an, der mit zahlreichen iOS-Spielen zusammenarbeiten soll.

Der Steelseries Stratus ist ein durch Google und Apple zertifizierter Bluetooth-Controller, der in den Farben Schwarz und Weiß erhältlich ist. Der Preis liegt bei etwa 70 Euro. Lange Rede, kurzer Sinn - kommen wir nun zum Steelseries Stratus, den wir zusammen mit einem iPad ausprobiert haben.

SteelSeries Stratus
SteelSeries Stratus

Bevor es mit dem ersten Spiel losgehen kann, muss der Steelseries Stratus Controller mit dem iOS-Gerät gekoppelt werden. Dazu müssen nur der Pairing-Knopf gedrückt und die Bluetooth-Einstellungen unter iOS aufgerufen werden. Dort taucht der Controller auf und kann gekoppelt werden. Steelseries verwendet Bluetooth 2.1 für diese Verbindung.

Der Steelseries Stratus misst 110 mm in der Länge, ist 60 mm hoch und 33 mm dick. Das Gewicht liegt bei 75 g. Damit ist das Stratus natürlich deutlich kleiner und leichter als die Konsolen-Controller von Sony und Microsoft, dank des niedrigeren Gewichts aber auch für den mobilen Einsatz geeignet.

SteelSeries Stratus
SteelSeries Stratus

Als Steuerelemente stehen vier Face-Buttons (A, B, X, Y), zwei analoge Thumbsticks sowie ein 4-Wege-D-Pad zur Verfügung. In Richtung des Benutzers zu sehen ist der Mini-USB-Anschluss, über den der Akku des Stratus geladen wird. Laut Hersteller soll eine volle Ladung für eine Spieldauer von bis zu zehn Stunden ausreichen. Nach unseren Erfahrungen sind 7-8 Stunden deutlich realistischer.

SteelSeries Stratus
SteelSeries Stratus

Auf der Rückseite sind pro Seite jeweils zwei weitere Schultertasten zu finden. An dieser Stelle auch ein paar Worte zur grundsätzlichen Haptik. Der Controller ist recht klein, denn bereits mit einer Hand ließen sich alle Steuerelemente erreichen. Daher verschwindet der komplette Controller auch, wenn man ihn mit beiden Händen hält. Dennoch lässt er sich zwischen den Ballen der Zeigefinder in beide Händen klemmen und alle Knöpfe, Steuerkreuze und Thumbsticks lassen sich bedienen.

SteelSeries Stratus
SteelSeries Stratus

Weniger gut gefallen hat uns die Verarbeitungsqualität einiger Steuerelemente. Die Thumbsticks sind ok, haben vielleicht einen etwas zu hohen Widerstand. Die rechten A/B/X/Y-Tasten sitzen etwas dicht zusammen und haben einen nicht sonderlich gut definierten Druckpunkt. Zudem lassen sie sich seitlich etwas verschieben, was die Qualität der Tasten ebenfalls in Frage stellt.

SteelSeries Stratus
SteelSeries Stratus

Neben den Thumbsticks am besten gefällt uns das D-Pad. Allerdings sollte man darauf achten, auch in eine der vier Richtungen und nicht zu mittig auf das Pad zu drücken, da ansonsten das komplett Pad nach unten gedrückt wird und somit keine definierte Richtung über den Controller angegeben wird.

SteelSeries Stratus
SteelSeries Stratus

An der rechten Seite befindet sich der Ein/Ausschalter für das Steelseries Stratus. An dieser Stelle ein paar Worte zu den Schultertasten: Aufgrund der geringen Größe des Controllers, sind diese relativ weit in der Mitte platziert, da die Zeigefinger den Controller komplett umschließen sollen. Bequem gehalten wird der Controller aber, wenn er mit den Handballen gehalten wird und dann reicht die Länge der Zeigefinger nicht aus, um die Schultertasten zu erreichen. Das obere Paar lässt sich auch von etwas weiter außen betätigen und sind somit kein größeres Problem - anders schaut es hingegen mit dem unteren der beiden Paare aus.

Fazit

Mit dem Aufkommen der Casual-Games auf den Smartphones und Tablets war die Steuerung einiger Spiele eine lange Zeit ein ungelöstes Problem. Natürlich konzentrierte sich vieles zunächst auf die verfügbaren Sensoren und so gehört bis heute der Input über die Neigungssensoren für einige Spiele-Genres zu einer üblichen Methode. Der Touchscreen aber bleibt Eingabemethode Nummer eins. Leider lässt er aber von Anfang an das haptische Feedback vermissen und so ist für den Spieler nicht immer gleich ersichtlich, ob er den Button nun gedrückt hat oder nicht. Nicht nur fehlt die Rückmeldung im Falle der gewollten Aktion, auch versehentlich wird der Touchscreen deutlich öfter erwischt, als man sich dies meist wünscht.

Externe Controller sind daher für ernstgemeinte Spiele-Sessions bestimmter Genres unerlässlich. Allerdings hat sich der Markt hier nur sehr langsam geöffnet, denn Apple öffnete die Bluetooth-Schnittstelle zunächst nur für bestimmte Geräte-Kategorien bzw. übertrug nur bestimmte Inhalte. Controller gehörten zu Beginn nicht dazu und sind bis heute in einem geschlossenen System. MFI, Made for iPhone, so das Kürzel für autorisiertes Zubehör, dass eine bestimmte Schnittstelle verwendet und daher auch für eine gewisse Kompatibilität zwischen den einzelnen Spielen sorgen soll. Offenbar hat dieses Label auch seinen Preis, denn gerade am Anfang starteten die ersten Controller ab 150 Euro und sind nur allmählich auf etwa 100 Euro im Preis gesunken. Inzwischen sind Controller aber bereits ab 50 bis 60 Euro zu haben.

SteelSeries Stratus
SteelSeries Stratus

Der Steelseries Stratus ist einer von zwei Controllern, die Steelseries für das iPhone und iPad anbietet. Zunächst einmal fällt die geringe Größe auf. Sie kann sowohl ein Pluspunkt als auch ein Knackpunkt für den kompletten Controller sein. Wer eher mit leichtem Gepäck reisen möchte, der wird den Steelseries Stratus in dieser Hinsicht angenehm finden, denn er ist klein und leicht. Auf der anderen Seite könnten Spieler mit großen Händen Schwierigkeiten bekommen, den Controller über eine längere Zeit bequem zu halten. Daumen und Zeigefinger könnten derart dicht zusammenliegen, dass die dazugehörigen Finger weiter angewinkelt werden müssen, als dies üblicherweise der Fall ist.

Wem der Steelseries Stratus also zu klein ist, der kann auf das größere Modell Stratus XL wechselt, nimmt dann aber auch die größeren Abmessungen und das höhere Gewicht in Kauf. Allerdings ist dieser aktuell noch nicht erhältlich, soll in Kürze aber verfügbar sein. 

Ein weiterer Punkt des Steelseries Stratus ist die Qualität der Buttons und Sticks. Sony, Microsoft und Nintendo wenden Jahre der Entwicklung auf, um ihre Controller nicht nur zu designen, sondern auch um sie technisch ausreifen zu lassen. Abgesehen von der dann jeweils gewählten Formgebung sind Ausfälle und ein ungutes Gefühl durch mangelhafte Qualität der Buttons und Sticks meist eher unwahrscheinlich. An diesem Punkt sollte Steelseries noch einmal ansetzen, denn Druckpunkt und Haptik, vor allem der Buttons, sind nicht immer besonders vertrauenserweckend. Keinerlei Problem ist die Anbindung des Controllers an das iOS-Gerät. Bluetooth einschalten, Controller koppeln und fertig. Zwar erreichten wir nicht die versprochenen zehn Stunden Laufzeit, aber auch mit etwa acht Stunden können wir sehr gut leben und der Akku lässt sich über den Micro-USB-Anschluss einfach laden.

Ansonsten ist beim Steelseries Stratus aber alles am richtigen Platz. Alle nötigen Knöpfe sind vorhanden (teilweise durch die MFI-Zertifizierung so auch vorgeschrieben) und ermöglichen es zum Beispiel den Rennwagen in Real Racing 3 deutlich bequemer und genauer zu steuern, als dies über das Display oder die Neigungssensoren möglich wäre. Weitere Anwendungsbeispiele sind Arcade-Klassiker wie R-Type und viele mehr. Inzwischen unterstützen mehrere hundert Spiele die Steuerung über einen externen Controller und dabei sind einige Titel, die davon besonders profitieren. Meist erwähnen die Entwickler der Spiele die Unterstützung im Beschreibungstext.

Meist steht und fällt die Rechtfertigung eines solchen Produkts mit dem Preis. Steelseries verlangt 70 Euro für den Stratus-Controller. Ein stolzer Preis, bei dem man die Kompromisse in Sachen Größe und Haptik der Buttons und Sticks schon sehr genau abwägen sollte.

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