> > > > Vorinstallierte Android-Apps: Google gerät auch in Südkorea unter Druck

Vorinstallierte Android-Apps: Google gerät auch in Südkorea unter Druck

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

google 2015Der Druck auf Google nimmt zu. Nachdem schon die EU-Kommission Bedenken bezüglich der auf Android-Smartphones vorinstallierten Applikationen angemeldet und vermutlich eine Voruntersuchung gestartet hat, droht ähnliches nun auch in Südkorea. Die zeitliche Abfolge könnte dabei kaum schlechter sein. Denn in Russland muss der Konzern aus dem gleichen Grund rund 6 Millionen Euro zahlen, wie erst gestern bekannt wurde.

Im Kern dreht sich alles um die Frage, ob Google mit Android seine marktbeherrschende Position bei Smartphones ausnutzt. Nutzen Gerätehersteller die Plattform, sind sie nicht nur dazu verpflichtet, bestimmte Anwendungen wie YouTube, Google Maps oder auch Google Play ab Werk zu installieren. Vorgegeben ist auch, wie und wo die entsprechenden Verlinkungen platziert werden müssen. Details hierzu sind seit Anfang 2014 bekannt. Aus Kreisen der EU-Kommission hieß es dazu bislang, dass dies nicht nur bereits bestehende Mitbewerber benachteiligen, sondern auch die Entwicklung neuer Konkurrenzprodukte behindern könnte.

In Russland begannen die Kartellwächter 2015 mit ihrer Untersuchung. Auslöser war dort die Beschwerde des Suchmaschinenbetreibers Yandex, der nicht nur seine Anwendungen benachteiligt sieht, sondern auch das Voreinstellen der Google-Suche im System kritisiert. Nachdem der US-Konzern die Vorwürfe immer wieder sich wies, sie aus russischer Sicht aber nicht entkräften konnte, wurde ein Bußgeld in Höhe von 438 Millionen Rubel verhängt.

Um welche Summe es in Südkorea gehen könnte, ist noch unklar. Die zuständige Korea Fair Trade Commission (KFTC) soll aber bereits im Juli die Büros der koreanischen Google-Niederlassung durchsucht haben. Einen Kommentar seitens des Unternehmens gibt es nicht.

Weltweit laufen derzeit verschiedene Verfahren gegen die US-Amerikaner. Dabei dreht es sich aber nicht nur um Android, auch die Werbeaktivitäten sind betroffen. Aus Brüssel heißt es dazu, dass Google eigene Angebote innerhalb seiner Suchmaschinentreffer möglicherweise bevorzugt und Wettbewerber damit schädigt.

Social Links

Ihre Bewertung

Ø Bewertungen: 0

Tags

Kommentare (5)

#1
customavatars/avatar4438_1.gif
Registriert seit: 05.02.2003
Braunschweig, Tangermünde
BadBoy
Beiträge: 15798
Was mich noch viel mehr stört als die Vorinstallation gewisser Software an sich ist, dass diese (wie Herstellersoftware auf dem Smartphone ebenfalls) zudem auch nciht oder nur durch zig Umwege deinstalliert werden kann. Vor allem an letzterem Umstand sollte meines Erachtens nach mal gefeilt werden.
#2
Registriert seit: 31.01.2014
127.0.0.1
Bootsmann
Beiträge: 697
Auf einem iPhone sind doch auch allerhand Apple-Apps vorinstalliert. Da beschwert sich doch auch niemand. Unter Android lassen sich schließlich immerhin die Standardapps selbst auswählen.
#3
customavatars/avatar166338_1.gif
Registriert seit: 11.12.2011
NRW
Korvettenkapitän
Beiträge: 2170
Wenn ich unter Android einen Third-Party-Browser, -Musikplayer etc. installiere, dann fragt mich das System bei der nächsten Gelegenheit welche App ich denn als Standard haben möchte, und das absolut ohne mich in irgendeiner Form überreden zu wollen vielleicht doch mal die Google-Apps zu testen. Das ist, meines Wissens nach, bei iOS nicht der Fall, wo sich der Chrome z.B. nicht als Standardbrowser einstellen lässt. Und auch Microsoft, um mal ein wenig vom mobilen Sektor wegzugehen, hält herzlich wenig von Browsern neben dem Edge und inzwischen auch genauso wenig von alternativen Betriebssystemen (siehe Secure Boot und das automatische Einstellen von Windows als Startmedium bei EFI-Systemen). Da wird aber selbstverständlich nichts gesagt. Gut, bei iOS und Android mag das zwar auch damit zusammenhängen, dass die Anzahl an iOS-Geräten im Vergleich zu Android eher Peanuts sind, aber es gibt schon einen Grund wieso Android-Geräte so weit verbreitet sind und iOS-Geräte eben nicht so sehr. Google bzw. auch die Hersteller von Android-Smartphones, jetzt dafür an den Pranger zu stellen, dass sie ihre Sache halt besser gemacht haben als die Konkurrenz finde ich nicht wirklich korrekt. Im Grunde gerät immer der, der den größten Erfolg erzielt, am Meisten unter Druck. Nichtsdestotrotz muss ich Blade007 zustimmen. Zumindest die Möglichkeit zu geben diverse Apps zu deinstallieren (nicht nur zu deaktivieren) würde die Kommissionen definitiv beruhigen und dem User zugleich zuvorkommen.
#4
Registriert seit: 05.03.2007

Kapitän zur See
Beiträge: 3311
Da haste Recht.
#5
Registriert seit: 26.04.2015

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 441
Nachdem MS ja auch schon mal für den IE zahlen durfte, ist es eigentlich nur fair, wenn es auch Google (und auch gleich Apple) treffen würde (und bei der Gelegenheit dann auch gleich mal wieder MS, wobei es dann aber auch Ubuntu und Co. treffen müsste).

Aber ob etwas fair ist oder nicht, heist noch lange nicht das es sinnvoll oder gar gerecht ist. Da wären einmal genauere Regelungen fällig, ab wann man was zuzulassen hat und somit auch, wie geschlossen ein System eigentlich sein darf.
Um Kommentare schreiben zu können, musst Du eingeloggt sein!

Das könnte Sie auch interessieren:

Kommentar: Nein, liebe Telekom - Vectoring ist keine Glasfaser!

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2015/TELEKOM2

In der vergangenen Woche kündigte die Deutsche Telekom an, dass der Ausbau von VDSL-Vectoring mit 100 MBit/s im Herbst starten soll. Die Anschlüsse sollen dann eine Geschwindigkeit von bis zu 100 Mbit/s im Down- und 40 Mbit/s im Upload bieten. Der Nachteil der Technik ist allerdings, dass durch... [mehr]

Tesla Model 3: 320 Kilometer und ein neues Cockpit für 31.000 US-Dollar

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2015/TESLA_MOTORS

Welch hohes Vertrauen Tesla genießt, zeigt heute keine andere Zahl so deutlich wie die der Vorbestellungen für das in der vergangenen Nacht vorgestellte Model 3. Rund 115.000 Exemplare wurden bereits geordert, ohne dass auch nur einer der Besteller wusste, was genau er der eigentlich kauft -... [mehr]

Intel bestätigt trotz Milliardengewinn Wegfall von 12.000 Arbeitsplätzen

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2015/INTEL3

Vor einigen Tagen wurden Gerüchte laut, dass Intel einen massiven Stellenabbau planen würde. Dieses Gerücht hat der Chipriese nun im Rahmen seiner aktuellen Quartalszahlen bestätigt. Demnach werden bis zum Jahr 2017 rund 12.000 der insgesamt 107.000 Stellen wegfallen. Die betroffenen... [mehr]

Ford baut Googles selbstfahrende Autos (Update)

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2015/GOOGLE_ROBOCAR

Google ist auf der Suche nach einem Partner für seine selbstfahrenden Autos fündig geworden. Dabei soll es sich um den US-Hersteller Ford handeln. Dies zumindest berichtet das Portal Automotiv News und verweist auf gut informierte Kreise. Zwar wollten beide Unternehmen keinen Kommentar abgeben,... [mehr]

Vorinstallierte Google-Apps: EU-Kommission prüft mögliche...

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2015/GOOGLE_2015

Bereits seit 2013 prüft die EU-Kommission, ob Google mit seiner Mobil-Plattform Android gegen geltendes Kartellrecht verstößt. Zum Stand der Ermittlungen hatte man sich seitdem nur vage und selten geäußert, Stillstand hat es aber nicht gegeben. Denn wie die zuständige Wettbewerbskommissarin... [mehr]

Netflix wächst weiter auf 81,5 Millionen Nutzer

Logo von IMAGES/STORIES/LOGOS-2013/NETFLIX

Netflix hat zusammen mit den jüngsten Quartalszahlen auch einen deutlichen Mitgliederzuwachs bekanntgegeben. Demnach nutzen derzeit weltweit rund 81,5 Millionen Nutzer den Streamingdienst. Während in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 in den USA 2,23 Millionen Neukunden gewonnen werden... [mehr]