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Bundesnetzagentur: Mehr Traffic, höhere Investitionen im Jahr 2015

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Bundesnetzagentur LogoDie Bundesnetzagentur hat ihren Jahresbericht für 2015 vorgelegt. Das knapp 200 Seiten starke Dokument zeigt unter anderem interessante Entwicklungen, Zahlen und Statistiken der Telekommunikations-Branche in Deutschland auf. Demnach seien die Investitionen im Vergleich zum Vorjahr abermals deutlich gestiegen. Rund 8,1 Milliarden Euro sollen im letzten Jahr in den Glasfaserausbau, die Umstellung auf IP-basierte Netze und natürlich in den Ausbau der LTE-Netze gesteckt worden sein. Ein Jahr zuvor wurden noch knapp 7,4 Milliarden Euro investiert. Erstmals seit 2010 seien die Investitionen in die Kabel-TV-Infrastruktur mit 1,05 Milliarden Euro rückläufig, allein die Deutsche Telekom nahm 3,9 Milliarden Euro in die Hand. Insgesamt beschäftigt die Branche in Deutschland rund 165.100 Mitarbeiter, womit die Mitarbeiterzahl um 4.100 Beschäftigte bzw. um 2,4 % leicht unter den Zahlen des Vorjahres liegt (169.200).

Die Zahl der Breitbandanschlüsse im Festnetz ist den Zahlen zufolge um 1,1 auf insgesamt 30,7 Millionen gestiegen. Der Großteil (77 %) baut allerdings weiterhin auf Kupferdoppeladern (DSL) auf. Im letzten Jahr nutzten rund 23,5 Millionen Haushalte eine DSL-Verbindung. Lediglich 400.000 griffen bereits auf Glasfaser zurück. Allerdings sei hier die Nachfrage nach solchen Anschlüssen niedrig: Laut der Bundesnetzagentur könnten bereits über zwei Millionen Haushalte mit FTTB- oder FTTH-Anschlüssen versorgt werden. Die restlichen Anschlüsse werden von HFC-Netzen realisiert.

Trotzdem stieg im Jahr 2015 die Nachfrage nach schnellen Internetanschlüssen. Der relative Zuwachs war bei Anschlüssen mit Geschwindigkeiten von mindesten 100 Mbit/s mit rund 44 % gegenüber dem Vorjahr am höchsten, während der Bestand an Anschlüssen mit Übertragungsraten von weniger als 10 Mbit/s deutlich zurückging.

Höheres Traffic-Aufkommen

In Zeiten von Netflix, YouTube oder Steam und uPlay steigt nicht nur der Bedarf nach hohen Übertragungsraten, sondern vor allem auch das durchschnittliche Datenvolumen pro Nutzer. Im Festnetz lag dieses mit 31 GB pro Monat etwa 4 GB über dem Vorjahres-Niveau. Insgesamt wurden im deutschlandweiten Festnetz 11,5 Milliarden GB übertragen. 2014 waren es noch 9,5 Milliarden GB.

Noch deutlicher sind die Zuwächse im Mobilfunknetz. Hier wurden im Gesamtjahr 2015 satte 591 Millionen GB übertragen, während es ein Jahr zuvor noch etwa 395 Millionen GB waren – ein Anstieg um fast 50 %. Die Zahl der SIM-Karten in UMTS- und LTE-fähigen Mobilgeräten stieg von 52,6 auf 74,3 Millionen. Das höhere Datenvolumen geht allerdings auch auf Kosten traditioneller Dienste wie Telefonie oder SMS. Sowohl im Fest- wie auch im Mobilfunknetz mussten die Provider einen weiteren Rückgang der Gesprächsminuten verzeichnen. Die Zahl der verschickten SMS sank auf 16,6 Milliarden. Im letzten Jahr waren es noch 22,3 Milliarden, 2012 sogar fast 60 Milliarden versendete Kurznachrichten. Schuld daran sind sicherlich die zahlreichen Messaging-Dienste wie WhatsApp, der Facebook Messenger, aber auch Skype oder Viber.

Die Bundesnetzagentur verzeichnete im letzten Jahr zudem eine deutlich höhere Anzahl an Kundenbeschweren. Innerhalb der Telekommunikationsbranche sollen sich rund 178.000 Verbraucher beschwert haben – 21.000 mehr als noch im Vorjahr. Schuld daran seien Pannen bei der All-IP-Umstellung der Deutschen Telekom oder bei der Übergabe von Telefonanschlüssen bei Umzügen und unerlaubter Telefonwerbung. Für letztere hatte die Bonner Behörde im letzten Jahr Bußgelder in Höhe von 467.350 Euro verhängt.