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Apple vs FBI: Snowden nennt die Argumente des FBI 'Bullshit'

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fbiPer Videoübertragung war Edward Snowden aus Russland auf der Common Cause’s Blueprint for Democracy Conference zugeschaltet und natürlich drehte sich viel um die aktuelle Auseinandersetzung zwischen Apple und dem FBI, die am 22. März vorläufig ihren Höhepunkt finden wird. Demnach bezweifelt Snowden, dass dem FBI nicht die technischen Mittel zur Verfügung stünden, um das iPhone zu entsperren. Allerdings widerspricht er damit in gewisser Weise der Argumentation von Apple, die überzeugt davon sind, dass ihre Sicherheitsarchitektur Bestand hat.

Die Frage nach den Möglichkeiten ist aber sicherlich nicht unberechtigt. Offenbar gab es bereits Anfragen an die NSA durch das FBI, ob keine Hilfestellung möglich wäre. Allerdings zeigte man sich auf Seiten der NSA wenig glücklich über eine solche Anfrage, denn im Fall der Fälle müsste man die eigenen technischen Möglichkeiten offenlegen und daran hat die NSA sicherlich kein Interesse. Zurück zu Snowden, der davon überzeugt ist, dass das FBI keine Hilfe benötigt – auch nicht von Apple: "The FBI says Apple has the ‘exclusive technical means’".

Er geht sogar noch einen Schritt weiter und nennt die Argumente die vom FBI angebracht werden: "Respectfully, that’s bullshit". Viel wurde und wird über die Fehler bei der Behandlung des iPhones durch das FBI diskutiert. Per Twitter legt Snowden nach:

In den dazugehörigen Links wird erläutert, warum nahezu alle Technikunternehmen sich auf die Seite von Apple und damit gegen das FBI stellen. Außerdem verlinkt er auf einen Artikel der American Civil Liberties Union, auf der einige Möglichkeiten aufgeführt werden, wie das FBI die Sicherheitsmechanismen hätte aushebeln können:

Die wichtigsten Argumente zielen dabei teilweise auf technisch sehr aufwendige und kostenintensive Möglichkeiten ab. So könnte der Unified Identifier aus dem SoC ausgelesen werden, in dem der Chip schichtweise zerlegt wird und auf physikalischer Ebene darauf zugegriffen wird. Dies wäre vermutlich ebenso auf dem NAND-Speicherchip möglich und wird so im verlinkten Artikel auch beschrieben. Allerdings ist die erstgenannte Maßnahmen extrem aufwendig und die "Angreifer" auf das Sicherheitssystem haben auch nur eine Möglichkeit. Wird der Chip dabei beschädigt, sind die Daten endgültig verloren. Die Möglichkeit über eine bzw. mehrere Kopien des NAND-Speichers ist deutlich weniger aufwendig und das FBI verfügt offenbar über die entsprechenden Möglichkeiten dazu.

Egal mit welchen technischen Maßnahmen ein Herankommen an die Daten nun für das FBI möglich wäre, offenbar geht es immer weniger um ein einzelnes iPhone aus einem bestimmten Fall, als vielmehr darum einen Präzedenzfall zu schaffen, auf den sich das FBI und die Behörden in Zukunft immer wieder berufen können.

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Kommentare (2)

#1
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Sorry, aber der Artikel ist doch sehr irreführend.
Habe den verlinkten aclu.org-Artikel gelesen und es geht eben NICHT um das auslesen der UID oder ähnlich aufwendiger Maßnahmen.
Es geht darum, den NAND-Speicher abzulöten, ein Backup zu erstellen und bei Bedarf (wenn der auf dem NAND gespeicherte Key gelöscht wird) einen neuen NAND-Chip mit dem Backup einzusetzen (was dank Wechselsockel recht schnell geht).
Dafür bedarf es wohl "geringer Investitionen in Hardware und Training, die das FBI wahrscheinlich bereits getätigt hat". Wenn nivht, könnte es auf "dutzende Daten recovery Firmen" zurückgreifen.

"Die wichtigsten Argumente zielen dabei auf technisch sehr aufwendige und kostenintensive Möglichkeiten ab" ist also sehr irreführend und widerspricht geradezu dem Artikel.

LG
RMG
#2
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Das ist richtig. Wir haben die Meldung dahingehend angepasst. Danke für die Hinweise!
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