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WLAN-Hotspots: Deutsche Telekom übernimmt gegen Gebühr die Störerhaftung

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telekom2WLAN-Hotspots sind von Kunden in Cafes, öffentlichen Einrichtungen und Beförderungsmitteln gerne gesehen – Betreibern droht aber immer die Störerhaftung, falls einer der Nutzer des Hotspots gegen das Urheberrecht verstößt. Die Deutsche Telekom bietet Betreibern eines Hotspots nun das "HotSpot Plug’n’Play-Paket" an. Mit HotSpot Plug’n‘Play können Geschäftsinhaber ihren Kunden laut Deutsche Telekom sicher, kostenlos und ohne Haftungsrisiko ein WLAN bereitstellen.

Voraussetzungen für den Betrieb sind ein Anschluss der Deutschen Telekom mit mindestens 16 MBit/s sowie ein dazugehöriger Router. Konfigurieren müssen soll der Kunde für die Hardwarebox nichts. Einzig zwei Kabel, ein Netzwerkkabel und der Netzstecker müssen angeschlossen werden und schon steht der Hotspot zur Verfügung. Der Datenverkehr der Hotspot-Nutzer läuft getrennt von dem des Anschlussinhabers. Laut Deutsche Telekom besteht kein Risiko durch die Nutzung Dritter. Um das WLAN zu nutzen, bekommen die Nutzer des Hotspots im Browser die Telekom-Webseite angezeigt und können sich dort einloggen. Ob die Deutsche Telekom einen Login voraussetzt oder die Nutzung kostenlos und ohne Login erfolgen kann, ist der Pressemitteilung nicht zu entnehmen. Das abnicken der AGB dürfte obligatorisch sein.

HotSpot Plug’n’Play der Deutschen Telekom
HotSpot Plug’n’Play der Deutschen Telekom

HotSpot Plug’n’Play ist monatlich für 19,95 Euro erhältlich, hinzu kommen einmalig 149 Euro für die Hardware. Die Hardware stammt offenbar aus dem Hause Cisco, weitere Angaben macht die Deutsche Telekom aber nicht. Für diese Gebühr übernimmt die Deutsche Telekom dann natürlich auch sämtliche Risiken für den Betrieb eines WLAN-Hotspots. Hinsichtlich der Störerhaftung sollte sich der Betreiber des Anschlusses also keine Sorgen mehr machen müssen, da der Datenverkehr getrennt von dem des Anschlussinhabers verarbeitet wird. Dieser Datenverkehr soll wie bei allen Hotspots der Deutschen Telekom "über hochsichere Rechenzentren der Telekom in Deutschland" erfolgen. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt 24 Monate. "Wir machen das Leben für unsere Kunden damit einfacher und auch besser", so Deutschlandchef Niek Jan van Damme zum Angebot des HotSpot Plug’n’Play.

Etwas mehr Informationen hat Computerbase direkt von der Deutschen Telekom erhalten. Demnach empfiehlt die Deutsche Telekom einen Anschluss mit 50 MBit/s. Die angegebenen 16 MBit/s seien nur eine Mindestvoraussetzung und gerade in Bereichen in denen viele Nutzer auf den Hotspot zugreifen schnell am Limit. Außerdem würde die Deutsche Telekom den Datenverkehr des Anschlussinhabers über dem des WLAN-Hotspots priorisieren.

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Kommentare (10)

#1
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Kapitänleutnant
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Wie lächerlich ist es bitte das man sowas tatsächlich verkaufen kann, an dem Produkt sieht man das klare versagen des Gesetzgeber.
#2
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Stabsgefreiter
Beiträge: 376
Zitat TheBigG;24249318
Wie lächerlich ist es bitte das man sowas tatsächlich verkaufen kann, an dem Produkt sieht man das klare versagen des Gesetzgeber.



An jedem Gewinn den die Telekom macht verdient dieser jener aber eben sehr gut mit ! :hmm:
#3
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Zitat TheBigG;24249318
Wie lächerlich ist es bitte das man sowas tatsächlich verkaufen kann, an dem Produkt sieht man das klare versagen des Gesetzgeber.

Huh? Ich finde dieses Produkt ist äußerst sinnvoll und auch im Sinne des Staates - schließlich treibt das den Ausbau und die Verfügbarkeit von Internet vorran.

Vor dem Gesetz zählt doch nur dass irgendwer verantwortlich ist. Ob es der Anbieter ist, oder der unwissende Ladenbesitzer, ist doch egal.
Diese Variante ist zudem auch fairer denn die Telekom hat viel eher das KnowHow und die Möglichkeiten dafür zu sorgen dass das "Stören", wie es ja hier bezeichnet wird, unterbunden wird.
Viele Lücken in solchen Systemen gibt es grade weil die Betreiber kaum Ahnung haben...


Sicher, das gibt der Telekom erstmal eine machtvolle Position, aber ich denke andere Anbieter werden folgen.

Google ist vieleicht der Nächste - die träumen ja bereits davon überall Wlan frei verfügbar zu machen: http://metro.co.uk/2015/06/25/google-wants-to-bring-free-wifi-to-the-world-and-its-starting-now-5265352/
#4
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Kapitänleutnant
Beiträge: 1599
Zitat DragonTear;24249402
Huh? Ich finde dieses Produkt ist äußerst sinnvoll und auch im Sinne des Staates - schließlich treibt das den Ausbau und die Verfügbarkeit von Internet vorran.


Huh? da steht nirgends das es den Ausbau und die Verfügbarkeit von Internet vorran treibt.

Zitat DragonTear;24249402

Vor dem Gesetz zählt doch nur dass irgendwer verantwortlich ist. Ob es der Anbieter ist, oder der unwissende Ladenbesitzer, ist doch egal.
Diese Variante ist zudem auch fairer denn die Telekom hat viel eher das KnowHow und die Möglichkeiten dafür zu sorgen dass das "Stören", wie es ja hier bezeichnet wird, unterbunden wird.

Das einzige was die machen ist eine dedizierte IP dem Anschluss zuteilen womit sie in der Lage sind zu beweisen das die Telekom es zu 100% nicht war sondern irgendein Nutzer der nicht ermittelt werden kann.

Zitat DragonTear;24249402

Sicher, das gibt der Telekom erstmal eine machtvolle Position, aber ich denke andere Anbieter werden folgen.

Sollen wir jetzt Jubbeln weil aufgrund der inkompetenz der Gesetzgebung sich ein Markt für sowas ergeben hat? Soll ich auch Jubeln wenn Unternehmen anfangen Geld für das Atmen in ihren Shops zu nehmen? oder wenn ich Fahrrad fahre jemanden vor mir fahren lassen muss um immer einen Zeugen bei einem Umfall zu haben? :wall: Wenn man Unternehmen so unter die Arme greift kann man auch gleich wieder Kommunismus einführen und es dann gleich richtig machen.
#5
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Im sonnigen Süden
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Zitat TheBigG;24249676
Huh? da steht nirgends das es den Ausbau und die Verfügbarkeit von Internet vorran treibt.

Das steht nirgends, aber das wird eine Konsequenz sein, denn viele kleine Ladenbesitzer, etc. fürchten sich grade wegen diesen möglichen Konsequenzen davor, auch freies Wifi anzubieten. Bei den Kosten kann sich das so gut wie jeder Laden leisten (wobei das Inet da wohl oft nicht berauschend schnell sein dürfte).


Also ich verstehe nicht wirklich wie der Staat hier irgendwem unter die Arme greift o.O
Wieso ist es besser wenn die Shops die Verantwortung tragen? Wie würdest du das überhaupt per Gesetz erzwingen wollen?
Verantwortung gegen Geld zu tauschen ist doch in der Industrie Gang und Gebe. Im grunde ist es auch das selbe Prinzip nach der jede Versicherung funktioniert -> Man zahlt regelmäßig Geld dafür dass im Falle eines Falles, jemand anderes die Zeche zahlt.
Ob die Zeche nur aus Geld besteht oder aus einer Gesetzeswiederigkeit spielt erstmal keine Rolle solang es bei zivilrechtlichen Sachen bleibt.

Zitat TheBigG;24249676
Das einzige was die machen ist eine dedizierte IP dem Anschluss zuteilen womit sie in der Lage sind zu beweisen das die Telekom es zu 100% nicht war sondern irgendein Nutzer der nicht ermittelt werden kann.

Na wenn das so ist/wäre, dann kann sich die Telekom ja auf Millionenklagen der Contentindustrie gefasst machen.
Ich bin mir aber darum sicher dass sie mehr machen werden. Zum Beispiel Browser- und Cookie-Fingerabdrücke anfertigen.
Auch das Sperren bestimmter Seiten wäre denkbar.. auch wenn das Richtung Zensur geht (wobei das meiner Meinung nach nur der Fall ist, wenn es um News Seiten ginge. Im Endefekt ist es allerdings eine Gratwanderung.).
Doof wäre es wenn sie VPNs sperren, denn das dürfte manche geschäftliche Nutzer ärgern, aber die haben normalerweise 3G/LTE.


Das Stichwort vor dem Gesetz ist ja immer "vertretbarer Aufwand". Dies ist auch imemr das Argument das Filehoster vor der Veantwortung für die verbreiteten Daten schützt.
Der Betreiber eines einzelnen Cafees stößt da sehr schnell an seine Grenzen. Ein dedizierter Anbieter nicht.


Dass man mit Tricks trotzdem um eine Identifikation herum kommen können wird, ist zwar wahrscheinlich, aber das ändert sich nicht, egal wer die Verantwortung trägt.
#6
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Registriert seit: 02.12.2005

Vizeadmiral
Beiträge: 7741
Die Hotspot-Kisten von Cisco werden wohl eher ein VPN zu Telekomservern aufbauen. Ich finde die Preisgestaltung für gewerbliche Abnehmer fair. Solange der Gesetzgeber es so umständlich will...
#7
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Registriert seit: 16.01.2010

Bootsmann
Beiträge: 745
Leute die freies Wifi haben heute doch auch schon eine sehr günstige Möglichkeit das zu tun.

FreiFunk.net :)
#8
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Registriert seit: 10.06.2008
Emsland / Bochum
Admiral
Beiträge: 10399
Wenn die Störerhaftung nicht wäre, gäbe es sicherlich deutlich mehr freie Hotspots.

Solange sich die Medienindustrie darauf beruft, dass jeder freie Hotspot ein Quell für Software- und Medienpiraterie ist, und man als Anbieter des Hotspots immer mit einem Bein im Knast steht, sehe ich da kein Problem.

Letzten Endes ist es ein simples Geschäftsmodell. Kein Ladeninhaber und kein Kunde wird gezwungen, dies zu nutzen.
#9
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Registriert seit: 24.05.2010

Kapitänleutnant
Beiträge: 1599
Zitat DragonTear;24249681

Na wenn das so ist/wäre, dann kann sich die Telekom ja auf Millionenklagen der Contentindustrie gefasst machen.


Nein werden sie nicht siehe § 8 TMG oder willst du Tor exit Betreibern jetzt für jeden einzelnen Nutzer haftbar machen? Lese bitte die Gesetze bevor du dich hier noch mehr lächerlich machst.
Der einzige Grund für dieses Geschäftsmodell ist das viele Gerichte Privatpersonen nicht als ISPs anerkennen weswegen sie nicht in den Genuss der selben Freiheiten wie die Großen wie die Telekom kommen, obwohl klar ersichtlich ist das sie einen Hotspot für ihre Kunden anbieten.
#10
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Registriert seit: 21.01.2006

Kapitänleutnant
Beiträge: 2025
Und im Falle einer Haftstrafe im Rahmen der Störerhaftung wird dann ein Vorstandsmitglied der Telekom ausgelost, diese ersatzweise anzutreten? :haha:
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