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Apple-Chef verteidigt Investitionen in Nachhaltigkeit gegenüber Aktionären

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apple logoUngewohnt deutlich und wenig charmant hat Tim Cook auf eine Forderung von einigen Aktionären reagiert.

Die vom National Center for Public Policy Research (NCPPR) vertretenen Anteilseigner forderten den Apple-Chef im Rahmen eines Aktionärstreffen am vergangenen Freitag dazu auf, die Kosten und Einzelheiten für die Nachhaltigkeitsprogramme des Unternehmens zu veröffentlichen. Nach Ansicht des NCPPR, bei dem es sich um eine sehr konservative Denkfabrik handelt, die unter anderem den von Menschen verursachten oder maßgeblich beeinflussten Klimawandel leugnet, gebe Apple zu viel Geld für Dinge aus, deren Wirksamkeit entweder nicht erwiesen wären oder die nicht profitabel seien. Cook solle sich über seine Aufgabe im Klaren sein, die im Verdienen von Geld für die Anteilseigner bestehe.

Sichtlich aufgebracht habe der sonst als zurückhaltend und freundlich geltende Apple-CEO Medienberichten zufolge auf die Forderung reagiert: „Wenn Sie von mir verlangen, Dinge nur in Hinblick auf ROI [Return of Investment, Kapitalrendite; Anm.d.Red.], zu tun, sollten Sie aus dem Investment aussteigen.“ Konkret geht des der NCPPR um verschiedene Projekte wie die Erzeugung regenerativer Energien. Apple selbst nutzt derartige Möglichkeiten in großen Teilen für seine Rechenzentren und Einrichtungen, die in Zukunft komplett durch Wind- und Sonnenkraft betrieben werden sollen, investiert aber auch an anderen Stellen in Nachhaltigkeit.

Cook zufolge habe es im Unternehmen schon immer Dinge gegeben, bei denen der Profit nicht an erster Stelle stand und steht. Konkret nannte er in diesem Zusammenhang die Verbesserung von Arbeitsbedingungen bei Auftragsfertigern und Umweltschutzbedingungen, aber auch die Anpassung von Geräten für eingeschränkte Personengruppen. Bei solchen Dingen würde er nicht auf das „verdammte ROI“ achten, so Cook wörtlich.

Die Mehrheit der anwesenden Aktionäre honorierte seine Aussagen. Denn der Antrag der NCPPR erhellt eine Zustimmung von lediglich drei Prozent der Stimmen.

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Kommentare (7)

#1
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Cook hat vollkommen Recht, Breakthrough-Innovationen entstehen nur selten durch Kostendruck. Die Maximierung des ROI ist langfristig gesehen nicht immer von Vorteil für ein Unternehmen. Siehe López-Area bei Opel.
#2
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Soweit ich es kennengelernt habe steht bei den meisten Unternehmen der ROI aber uneingeschränkt an erster Stelle.

In einem meiner letzten Projekte habe ich für ein Unternehmen gearbeite wo ein ROI von einem Jahr als Maßstab angeetzt wurde. Alles was darüber lag wurde nicht berücksichtigt.

Da ich im Bereich "Nachhaltigkeit" beschäftigt war konnten man eigentlich alle Ideen sofort beerdigen.
#3
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Langfristig gesehen muss der ROI natürlich stimmen, Maßnahmen zur kurzfristigen Max. des ROI können jedoch langfristig einen umgekehrten Effekt haben.
#4
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In meinem Fall war es der Einsatz erneuerbarer Energien und Energierückgewinnung in Produktionsbereichen.

Langfristig optimal.. ein ROI von 5 Jahren für den Einsatz erneuerbarer Energien ist schon nicht schlecht. Wurde allerdings abgelehnt :fresse:
#5
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Kommt eben auch drauf an ob sich ein Unternehmen diesen Luxus leisten kann.
#6
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Flottillenadmiral
Beiträge: 4837
gerade DAS ist das faszinierende.
das einzige unternehmen, bei dem rendite nicht an erster stelle steht und (außer der zeit unter sculley) auch nie stand, ist das wertvollste der welt, ist das reichste der welt und ist die wertvollste marke der welt.
#7
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Vizeadmiral
Beiträge: 7741
Zitat estros;21922729
Kommt eben auch drauf an ob sich ein Unternehmen diesen Luxus leisten kann.


Apple kann es locker, aber Aktionäre sind eben oft nur daran interessiert, dass sie im Hier und Jetzt Kohle machen, der Rest ist egal. Nach mir die Sintflut.
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