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Spotify bezahlt bis zu 0,84 US-Cent pro Stream an die Künstler

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spotify 2013Im Juli dieses Jahres beendeten einige Künstler ihre Zusammenarbeit mit dem Musik-Streaming-Dienst Spotify. Künstler wie der Radiohead-Frontmann Thom Yorke nahmen ihre Solo-Projekte und Studio-Alben aus dem Angebot der schwedischen Plattform. Der Grund: Das Bezahlmodell von Spotify soll es nicht zulassen, dass auch Newcomer Geld verdienen können – zu gering seien die Einnahmen. Damals kursierten Zahlen, Spotify würde für eine Million Streams rund 4.500 US-Dollar ausschütten. Nun klinkte sich der Streaming-Anbieter in die Debatte mit ein und versuchte sich zu wehren.

Demnach sieht sich Spotify als der dominierende Anbieter auf dem Streaming-Markt, der seine Umsätze und Nutzerzahlen in den vergangenen Jahren weiter kräftig gesteigert haben will. Allein 2012 soll sich der Umsatz des Unternehmens auf 590 Millionen US-Dollar verdoppelt haben. Über 24 Millionen Nutzer zählt der Dienst – davon etwa sechs Millionen zahlende Kunden, die für werbefreien Musik-Genuss sowie für die Nutzung des Dienstes auf ihrem Smartphone oder Tablet einen monatlichen Betrag von 4,99 bis 9,99 US-Dollar bezahlen. Die Mehrzahl nutzt Spotify aber noch immer kostenlos und damit werbefinanziert. Sowohl im Musik-Player wie auch zwischen den gestreamten Songs gibt es Werbung. Zudem ist die Zahl der Streams bei den Free-Accounts limitiert.

Damit würde ein Nutzer von Spotify Premium pro Jahr fast 120 US-Dollar für Musik bezahlen, ein durchschnittlicher US-Bürger aber nur 55 US-Dollar. Somit soll ein durchschnittlicher US-Bürger der Musik-Industrie Einnahmen von 25- US-Dollar bescheren, wohingegen es bei einem Spotify-Nutzer im Schnitt 41 US-Dollar wären. Zudem will Spotify viele seiner Nutzer von illegalen Filesharing-Diensten für sich gewonnen haben, mit denen die Musik-Industrie bislang keine Einnahmen gewonnen hätte.

Über 425.000 US-Dollar für ein Album

Seit der Gründung im Jahr 2009 will Spotify mehr als eine Milliarde US-Dollar an die Musik-Industrie überwiesen haben. Mehr als die Hälfte des Betrags soll allein in diesem Jahr geflossen sein. Insgesamt wollen die Schweden etwa 70 Prozent ihrer Einnahmen an die Urheber weitergeben. Pro Stream soll der Rechteinhaber zwischen 0,6 und 0,84 US-Cent erhalten. Das mag auf den ersten Blick wenig erscheinen, doch die Summe macht es laut Spotify, denn wird ein Song eine Million Mal angehört, werden etwa 6.000 bis 8.400 US-Dollar fällig. Ein nicht näher genanntes, weltweites Hitalbum soll so im Juli einen Umsatz von 425.000 US-Dollar generiert haben, während es bei einem Top-10-Album 145.000 US-Dollar waren. Insgesamt sollen die beiden Alben der Industrie 2,1 Millionen bzw. 734.000 US-Dollar eingebracht haben.

Ein Classic-Rock-Album brachte es innerhalb eines Monats hingegen auf 17.000 US-Dollar, ein Indie-Album lediglich auf 3.300 US-Dollar. Damit können vor allem Künstler, die im Rampenlicht der Charts stehen, durchaus eine hohe Summe über Spotify verdienen. Alle anderen müssen weiter zusehen, wie sie die Zahl ihrer Streams innerhalb der Plattform maximieren können. Zudem ist unklar, welcher Betrag tatsächlich bei den Künstlern ankommt, schließlich teilen sich die Summen zwischen den Künstlern und Musikkonzernen auf.

Der Jahresrückblick auf Spotify

spotify jahresrueckblick 2013 k
Spotify Jahresrückblick 2013.

Gleichzeitig veröffentlichte Spotify in diesen Tagen seinen Jahresrückblick und warf einen Blick zurück auf die vergangenen zwölf Monate. Demnach sollen die Nutzer in diesem Jahr über 4,5 Milliarden Stunden Musik gehört und dabei über eine Milliarde neue Playlisten erstellt haben. Die größte Spotify-Musiksammlung soll ein Nutzer in den USA besitzen. Er bringt es laut Spotify auf über 90.000 verschiedene Playlists. Inzwischen will Spotify über 20 Millionen Songs in seiner Datenbank zählen. Täglich sollen in diesem Jahr etwa 20.000 neue hinzugekommen sein.

Zu den beliebtesten Künstlern des Jahres zählen Rihanna und Macklemore. Letzterer stellte mit seinem Partner Ryan Lewis im Übrigen auch den Rekord des meist getreamten Songs auf Spotify auf. Über 150 Millionen Mal wurde der Song „Thrift Shop“ gestreamt. Auf immerhin 1,5 Millionen Streams brachte es „Get Lucky“ von Duft Punk innerhalb eines einzigen Tages. Die fünf beliebtesten Songs 2013 in Deutschland waren „Can’t hold us“ und „Thrift Shop“ von Macklemore, „Radioactive“ von Imagine Dragons, „Wake me up“ von AVICII und „Scream and Shout“ von Will I Am. 

Wer sich mit seinem eigenen Spotify-Account anmeldet, kann seinen ganz persönlichen Jahresrückblick erstellen. Dieser zeigt unter anderem die zehn Lieblings-Titel sowie die Anzahl der insgesamt gestreamten Songs.

Mehr Konkurrenz, vier Milliarden US-Dollar wert

Spotify wurde im Übrigen vor wenigen Wochen auf einen Wert von über vier Milliarden US-Dollar geschätzt und konnte sich in einer weiteren Finanzierungsrunde neues Kapital im Wert von rund 250.000 US-Dollar beschaffen. Erst gestern wurde bekannt, dass sich der Dienst demnächst auch auf dem Smartphone kostenlos nutzen lassen könnte. Ebenfalls seit dieser Woche mischt Konkurrent Google auf dem deutschen Streaming-Markt mit.

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Kommentare (16)

#7
Registriert seit: 05.03.2007

Kapitän zur See
Beiträge: 3313
Habe die News jetzt nicht gelesen, aber die Überschift hat schonmal Bild-Niveau. und ich meine zu erinnern, dass es diese News immer wieder hier gibt - LEIDER immer das selbe.
Genau wie beim S5. Niveauloses spammen von schlecht recharierten "Neuigkeiten".
#8
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Registriert seit: 16.12.2005
Augsburg
[online]-Redakteur
Beiträge: 14498
Dann zeig mir mal einen vergleichbaren Beitrag! :-)
#9
Registriert seit: 02.07.2013

Banned
Beiträge: 888
Zitat powergamer;21530878
Der Grund: Das Bezahlmodell von Spotify soll es nicht zulassen, dass auch Newcomer Geld verdienen können – zu gering seien die Einnahmen.

Spotify ist kein DSDS im XXL-Format, d.h. die können niemanden "groß rausbringen". Sie zahlen eben nur aus, wenn die Musik des jeweiligen Künstlers auch gehört wird. Fair wie ich finde. Und wenn die Plattenfirmen das Geld nicht an die Künstler ausschütten, sollten alle Künstler noch einmal ihre Verträge durchgucken. Da kann Spotify nichts dafür. Darum gehts, nicht mehr, nicht weniger.


Damit macht es Spotify ja sogar besser als die GEMA, die verteilt ja von unten nach oben - Bei der GEMA kann es einem Künstler sogar noch passieren, das er selber für seine eigene Musik zahlen muss!! Man muss auch immer betonen, das abseits von den paar Stars, Künstler zu sein nach wie vor Brotlos ist - und das ist an und für sich auch richtig so, da man nicht jedes Katzengejaule finanzieren muss!
Auch darf man nicht vergessen, das dank Globalisierung sogar weniger Stars "benötigt werden" (wie viele US Musik haben wir zB im Radio?) - Auch verkennen viele, was es bedeutet Musiker zu sein, den die die am meisten heulen wegen Geld, sind oft auch die, die einfach nur Mainstream des Geldes wegen machen und nie echte Künstler waren / sind.
Auch gibt es mehr als genug Beispiele von Künstlern, die es aus eigener Kraft geschaft haben (zB über Youtube). Das ist wie in jedem anderen Berufszweig: Egal wie gut das eigene Produkt ist, wenn es keiner Kennt, bringt es kein Geld, wenn es scheiße ist, bringt auch viel Werbung nicht viel.
#10
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Registriert seit: 31.10.2005
yes-city
Kapitänleutnant
Beiträge: 1625
Zitat Snake7;21531358
Habe die News jetzt nicht gelesen, aber die Überschift hat schonmal Bild-Niveau. und ich meine zu erinnern, dass es diese News immer wieder hier gibt - LEIDER immer das selbe.
Genau wie beim S5. Niveauloses spammen von schlecht recharierten "Neuigkeiten".


Alder, du bist genau die Klientel die Bild bedient. Überschrift lesen und sich (künstlich) aufregen. Bleib mal auf dem Teppich.
#11
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Registriert seit: 27.09.2004
Mainz
Flottillenadmiral
Beiträge: 4584
Zitat Nekronata;21531907
Damit macht es Spotify ja sogar besser als die GEMA, die verteilt ja von unten nach oben - Bei der GEMA kann es einem Künstler sogar noch passieren, das er selber für seine eigene Musik zahlen muss!! Man muss auch immer betonen, das abseits von den paar Stars, Künstler zu sein nach wie vor Brotlos ist - und das ist an und für sich auch richtig so, da man nicht jedes Katzengejaule finanzieren muss!
Auch darf man nicht vergessen, das dank Globalisierung sogar weniger Stars "benötigt werden" (wie viele US Musik haben wir zB im Radio?) - Auch verkennen viele, was es bedeutet Musiker zu sein, den die die am meisten heulen wegen Geld, sind oft auch die, die einfach nur Mainstream des Geldes wegen machen und nie echte Künstler waren / sind.
Auch gibt es mehr als genug Beispiele von Künstlern, die es aus eigener Kraft geschaft haben (zB über Youtube). Das ist wie in jedem anderen Berufszweig: Egal wie gut das eigene Produkt ist, wenn es keiner Kennt, bringt es kein Geld, wenn es scheiße ist, bringt auch viel Werbung nicht viel.


genau deswegen verstehe ich die Kritik an Spotify nicht. Wenn man sich Lady Gaga oder Rihanna mal in Spotify anschaut, die müssten wenn die Angaben aus dieser news stimmen jeweils ne halbe Millionen Dollar bekommen haben. Und das ist NUR Spotify, da gibts es noch viel mehr Möglichkeiten an Geld zu kommen (klassischer Verkauf, Konzerte etc.).

Wie gesagt die einzigen, die ständig meckern, sind "Künstler" die vom großen Geld träumen.

edit:
habe gerade gesehen, Rihanna muss nach der Rechnung da oben viel viel mehr bekommen haben... nur mal so am Rande
#12
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Registriert seit: 19.11.2006

Flottillenadmiral
Beiträge: 5207
Naja, das Geld bekommt Rihanna ja nicht direkt auf das Bankkonto überwiesen. Das Management bekommt auch etwas vom Kuchen ab. Ändert nichts dran, dass selbst nach allen Abzügen, genug Geld für die armen Künstler übrig bleibt.
#13
Registriert seit: 02.07.2013

Banned
Beiträge: 888
Tja und die Sache mit dem Management ist halt die, das sich viele noch so kleine unbedeutende Künstler von einem (oder mehren) Managern vertreten lassen (wollen). Kann ich im Webdesign als Einzelperson ja auch nicht machen, mir da ein paar Manager zulegen die die ungeliebten Arbeiten machen ;).
Da sind die Künstler einfach selber schuld, wenn die solche Müllverträge unterschreiben - Gerade heutzutage wo es doch sehr einfach ist, sich selber ein bischen zu verwalten (im schlimmsten Fall bezahlt man einmal eine gescheite Webseite + schönes backend, das macht dann eh schon die meisten Arbeiten von selber).
#14
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Registriert seit: 06.07.2006
Bayern
Flottillenadmiral
Beiträge: 5665
Zitat powergamer;21530878
Der Grund: Das Bezahlmodell von Spotify soll es nicht zulassen, dass auch Newcomer Geld verdienen können – zu gering seien die Einnahmen.

Spotify ist kein DSDS im XXL-Format, d.h. die können niemanden "groß rausbringen". Sie zahlen eben nur aus, wenn die Musik des jeweiligen Künstlers auch gehört wird. Fair wie ich finde. Und wenn die Plattenfirmen das Geld nicht an die Künstler ausschütten, sollten alle Künstler noch einmal ihre Verträge durchgucken. Da kann Spotify nichts dafür. Darum gehts, nicht mehr, nicht weniger.


Da sind wir ja einer Meinung. Ich frage mich aber warum das von Spotify erwartet wird.

Sowieso hat sich die Musikwelt in den letzten Jahrzehnten gewandelt. Früher waren Videoclips und Liveauftritte Werbung für die Platten. Heutzutage wird beides zum Geschäft erhoben. Mir kommt es bei den Ticketpreisen eher so vor, als wären Singles und Alben die "Werbung" für Livekonzerte.
#15
Registriert seit: 24.03.2011

Hauptgefreiter
Beiträge: 219
"neues Kapital im Wert von rund 250.000 US-Dollar"
Ohne jetzt den anderen Artikel gelesen zu haben aber das ist etwas wenig für ein 4 Mrd. Dollar Unternehmen oder? ;-)
#16
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Registriert seit: 13.03.2008

Kapitänleutnant
Beiträge: 1679
Zitat Nekronata;21534760
Tja und die Sache mit dem Management ist halt die, das sich viele noch so kleine unbedeutende Künstler von einem (oder mehren) Managern vertreten lassen (wollen). [...] Da sind die Künstler einfach selber schuld, wenn die solche Müllverträge unterschreiben - Gerade heutzutage wo es doch sehr einfach ist, sich selber ein bischen zu verwalten (im schlimmsten Fall bezahlt man einmal eine gescheite Webseite + schönes backend, das macht dann eh schon die meisten Arbeiten von selber).


Da machst es dir dann doch etwas zu einfach bzw. scheinst die Szene nicht so gut zu kennen. Es gibt schon gute Gründe, warum es Manager gibt die alles regeln in diesem Metier. Man möchte manchmal meinen, dass z.B. das Musikerdasein ja recht gechillt sein muss, gerade wenn man Musik hauptberuflich macht - "man hat ja sonst nix zu tun" - singt/spielt man doch nur den ganzen Tag und macht was man will. Abgesehen davon, dass man ständig proben muss und vermutlich noch Nebenjobs hat, muss auch irgendjemand den ganzen Kram komponieren. Und da setzt man sich in der Regel auch nicht mal eben mit nem Kasten Bier hin und schreibt ne Nacht lang irgendwas nieder. Und falls doch, bleibt es selten dabei. Wie ein Musikstück entsteht, von der Idee bis zum Resultat, da vergeht viel Zeit.

Insofern ist der Bedarf an Managern schon vorhanden, da man irgendwann auch einfach kaum noch Zeit hat, sich um alles zu kümmern. Locations suchen, Konzerte buchen, Werbung machen, einigermaßen logistisch sinnvoll planen (erst recht wenns ne Tour ist). Dann natürlich noch CDs aufnehmen (Studio/Label-Wahl), irgendjmd muss noch was designen (Albumcover, CD-Aufdruck, Shirts, sonstiger Merch), Webseite/Social Media. Auf den Konzerten muss sich jmd um Merchandise kümmern, brauchst Leute die das organisieren und verkaufen, usw.
Abgesehen davon, dass bereits sehr bekannte Künstler sowas sehr selten selbst planen (weil sie einfach zu geil für solche Arbeit sind) oder unbekannte Künstler sich für geil halten um solch "niedere Arbeit" selbst zu machen, ist es auch für Musiker/Bands mit Herzblut und ohne Profitgier ebenfalls nicht ohne das alles selbst in die Hand zu nehmen. Glaubst gar nicht, was das schon allein für ein Akt ist sich mit den Veranstaltern rumzuplagen wenn es um Live-Konzerte geht. Oftmals kannst gar nicht überall spielen, weil die dich nicht kennen, dh du brauchst ne Eintrittskarte.

Und da kommen Manager und Label ins Spiel. Das ist das nötige Vitamin B um sich in der jeweiligen Szene durchsetzen zu können. Darüber ist es schon mal einfacher als Vorband bei nem größeren Act spielen zu dürfen. Veranstalter kennen bestimmte Menschen und wenn die ankommen und sagen "Ich hab hier ne Band" dann darf man zu 90% auch auftreten und muss sich nicht erst noch beweisen. Die Label sorgen dafür, dass man einigermaßen gut seine Musik verkaufen kann. Ne Bekannte arbeitet zB bei nem Label und kümmert sich um selektierte Künstler. Abgesehen davon, dass die dort viel Asche lassen, seh ich teilweise schon ein, dass das auch gerechtfertigt ist. Man kann sicherlich drüber streiten, inwiefern (zumindest größere und damit teure) Labels eine Daseinsberechtigung haben, gibt es doch auch genug Indie-Labels, die das u.U. für weniger Geld realisieren. Aber es gibt nun mal auch einen Kosten-Nutzen-Faktor. Und die gesamte Musikindustrie (sagt ja schon das Wort an sich) ist eben so aufgebaut. Dieses System zu umgehen ist schwieriger als man denkt.

Klar, ist man "selbst Schuld" wenn man diese Strukturen "braucht", weil die Musik die man macht nicht so krass ist, dass sie Massen direkt begeistern kann. Und ich sag auch nicht, dass das Business einfach sein sollte und man ohne Aufwand durchstarten können sollte. Nur so funktioniert es eben in diesem Metier. Kennst nicht die richtigen Leute, kannste schauen wo du bleibst. Und da ist das "soll man doch mal selber was tun und die unbeliebte Arbeit einfach machen" fast schon etwas naiv.


Ich war in den letzten Jahren hier und da mal als Pseudo-Roadie mit einer handvoll Metal-Bands unterwegs, hab davon einige über Jahre hinweg von Anfang an begleitet und die ganzen Enstehungsprozesse miterlebt. Klar, die meisten davon haben das eher neben dem Studium/Beruf noch gemeistert, insofern war da der (Zeit)druck eventuell ein anderer. Dennoch ist es einfach viel Arbeit und neben CD-Aufnahmen/Verkäufen sind die Live-Auftritte einfach mega wichtig. Veranstalter zu buchen kann aber dabei einfach mega zum Stress werden. Nicht jeder will, dass du bei denen auftrittst auch wenn schon mal ähnliche Bands dort aufgetreten sind. Bei manchen brauchst du Connections um überhaupt ne Chance zu haben. Bei anderen fehlt das Equipment, da musste dich dann nicht nur um deine Instrumente sondern die komplette Beschallung kümmern etc pp.
Das macht natürlich auch irgendwo Spaß und als Band dann selbst am Merch-Stand zu stehen, mit den Leuten zu reden usw. ist auch toll. Aber es kann auch ultra nervig sein, wenn schlecht organisiert wurde oder Sachen nicht klappen, obwohl sie abgesprochen wurden. Da standen manche schon auch mal vor verschlossenen Türen und solche Geschichten. Mit dem richtigen Managment fallen nahezu alle Dinge weg, die schief gehen können. Da zahlt man eben nicht nur für Komfort, sondern auch für Planungssicherheit und kann bei Problemen auch entsprechend schneller reagieren, weil es da nun mal jmd gibt, der allein für Termine zuständig ist oder für Locations oder für Equipment etc. der dann (in der Regel) dank langähriger Erfahrung auch weiß was zu tun ist, während du als Selbstvermarktungspionier erstmal nicht weißt, was jetzt zu tun ist um das Problem zu lösen ohne dass zu hohe Kosten für dich entstehen. Und ich möchte behaupten, dass die Metal-Szene grade wenn es um Underground geht noch nicht mal so elitär ist und vieles ganz locker abläuft bzw die Leute einfach eine weniger profitorientierte Einstellung haben. Trotzdem gibts auch da ziemlich viel zu tun (wie eben beschrieben).

Jetzt kann man trotzdem sagen "Alles schön und gut, aber wer dem System zum Opfer fällt, hat es doch nicht anders verdient" - und da kann ich nur wiederholen: diesem System zu entkommen und sich alternative Wege zu suchen ist nicht so einfach wie es sich anhört. Wie viele Leute wurden denn über Youtube oder andere Plattformen bekannt? Wie viele Leute schaffen es, mehr oder weniger erfolgreich, ganz individuell und ohne große Unterstützung ihre Musik an den Mann zu bringen? Wie viele Künstler sind nicht auf große Labels und Managment angewiesen und planen/organisieren alles (größtenteils) selbstständig? Prozentual gesehen sind das nicht wirklich viele, wenn man bedenkt wie groß der Markt insgesamt ist (auch aufgrund der Globalisierung). Wenn man nicht gerade als Hörer aktiv nach neuen Bands sucht, wird man nur auf Newcomer aufmerksam, wenn diese bei einem bekannten Label ne Scheibe rausbringen oder als Vorband bei bekannten Acts auftreten. So weit muss es aber erstmal kommen. Alles beginnt in der lokalen Szene und wenn man da als Hörer/Konzertbesucher nicht wirklich interessiert ist, kriegt man eben wenig mit.


Ist insgesamt auch wieder so ne Problematik, wo man nicht einfach mit dem Finger auf jmd zeigen kann. Das Problem sind mitunter auch die Konsumenten, die zum einen einfach Musik konsumieren ohne das Konzept dahinter zu hinterfragen - dazu gehören auch Spotify-Hörer. Ist zwar ein schönes Konzept, aber durch die Nutzung fördert man genau die Gründe, warum Musiker sich überhaupt Labels/Manager suchen müssen. Da kann man sich auch nicht rausreden und die Künstler als blöde darstellen, weil sie sich ja darauf einlassen. Zum anderen sitzt die Mehrheit lieber vorm Rechner und gibt sich digital, anstatt Live-Musik zu unterstützen (vor allem lokal). Führt dazu, dass die aufstrebenden Musiker erst recht dazu genötigt werden, sich an das gern kritisierte System anzupassen.

Sprich: wäre der Konsument mehr Musikliebhaber anstatt Musikindustrieunterstützer, wären alternative Konzepte und damit ein selbstständigeres Vermarkten inklusive mehr Einnahmen für den Künstler (anstatt für die großen Konzerne) eher drin. So aber muss man sich beugen, es sei denn man ist Idealist oder Masochist.
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