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Massenentlassung: RapidShare in der Krise

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Eigenen Angaben zufolge war RapidShare im Jahr 2008 der weltweit größte Filehoster. Fünf Jahre später steckt der Internet-Konzern tief in der Krise. Wie die Schweizer Zeitung „20 Minuten“ am Freitag berichtete, soll sich RapidShare vom Großteil seiner Belegschaft trennen. Rund drei Viertel aller 60 Mitarbeiter müssen gehen und das obwohl man ihnen vor wenigen Monaten noch Jobsicherheit bis ins Jahr 2013 versprochen haben soll. Die Mitarbeiter fühlen sich „verarscht“, zitiert die Zeitung ihren Informanten, der aus unternehmensnahen Kreisen stammen soll. Jedoch sollen die Gekündigten ihren Arbeitsplatz nicht sofort räumen müssen. Jeder soll eine individuelle Frist dafür vorgelegt bekommen haben.

Der Grund für die Massenentlassung sei wirtschaftlicher Natur und eigentlich keine große Überraschung. Die Nutzerzahlen befinden sich schon seit einigen Monaten im Tiefflug. Zwar konnte RapidShare noch von der Schließung seines damaligen Konkurrenten „MegaUpload“ im Januar 2012 profitieren, doch der Sinkflug trat kurze Zeit später ein. Allein in den letzten drei Monaten musste die Plattform einen Besucher-Rückgang um fast 50 Prozent verkraften. Inzwischen belegt RapidShare laut dem Webseiten-Analysedienst „Alexa“ nur noch Rang 603 aller weltweit gemessenen Webseiten.

Alexa Rapidshare.com
In den letzten Monaten ging es bei den Nutzerzahlen bei RapidShare.com ordentlich bergab

RapidShare war einer der ersten Filehoster, welcher seinen Dienst Anfang 2004 zunächst unter einer deutschen Domain startete. Gründer war damals der Deutsche Christian Schmidt. Der heute 32-Jährige unterhält inzwischen eine Multimillionen-Villa am Vierwaldstättersee, hat sich aber schon länger aus dem Unternehmen zurückgezogen. Die Geschäfte führte zuletzt Alexandra Zwingli, die Anfang des Monats die Arbeiten an Kurt Sidler übertrug. In der Vergangenheit geriet RapidShare immer wieder in die Schlagzeilen, sein Geld hauptsächlich mit illegal gehosteten Dateien zu verdienen. Die Links sollen hauptsächlich in zwielichtigen Foren verteilt worden sein. Wer die Daten mit hoher Geschwindigkeit herunterladen oder größere Files hochladen wollte, der musste bezahlen und sich nicht nur mit dem Betrachten von Werbeanzeigen begnügen – und das taten nicht wenige.

Rechtlich sah sich der Filehoster immer auf der sicheren Seite, da Serviceprovider nicht für die von Nutzern gespeicherten Inhalte und deren Verbreitung belangt werden konnten. Bei Bekanntwerden mussten die Links aber entfernt werden, was RapidShare immer tat. Trotzdem leistete RapidShare Jahr für Jahr beste Lobbyarbeit und musste viele Streitereien vor Gericht führen und teure Anwälte bezahlen. Allein im Jahr 2011 soll der Konzern, der 2006 zur AG wurde, über eine halbe Million US-Dollar in den USA ausgegeben haben. Zum Vergleich: Die Großbank UBS soll zur gleichen Zeit gerade einmal 600.000 US-Dollar für Lobbying bezahlt haben.

Immer neue Geschäftsmodelle

Ebenfalls passte RapidShare sein Geschäftsmodell, um auf den wachsenden Druck durch die Unterhaltungsindustrie zu reagieren, immer wieder an. Mit Einführung eines Trafficlimits im November 2012 wurde die Plattform scheinbar aber für ihre Nutzer völlig uninteressant. Mit einem kostenlosen Account durfte man nur noch bis zu 1024 MB an Daten übertragen. Die kostenpflichtigen RapidShare-Pro-Accounts wurden ebenfalls beschnitten. Sie durften nur noch einen Traffic von 30 GB pro Tag generieren. Seit wenigen Wochen können nicht-zahlende RapidShare-Nutzer zudem nur noch über maximal 5 GB Speicherkapazität verfügen. Zahlenden Kunden stehen hingegen 250 GB zur Verfügung – nicht mehr wie zu Anfangszeiten: Unbegrenzte Kapazität.

Auf Anfrage der Zeitung bestätigte CEO Kurt Sidler die Massenentlassung, gab aber zugleich bekannt, den Betrieb der Plattform weiter aufrecht zu erhalten und konkrete Pläne für die Zukunft zu haben. Doch die scheint kräftig zu wackeln.

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Kommentare (10)

#1
Registriert seit: 02.09.2010
Bergisch Gladbach
Vizeadmiral
Beiträge: 6365
Kein wunder, mal sehen wie lange die noch über Wasser bleiben. Ich war Jahrelang Kunde wegen Server Sicherungen (Homepage, Community) aber als die alles geändert haben hab ich gewechselt sa SO :)
#2
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Registriert seit: 06.03.2010
Stuttgart
Leutnant zur See
Beiträge: 1148
Die illegalen Downloads treiben solche Plattformen zu Rekordgewinnen, wird dagegen vorgegangen rennt die Kundschaft weg.
#3
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Registriert seit: 26.04.2006
In der Nähe von
Banned
Beiträge: 2650
Zitat rossi94;20625006
Die illegalen Downloads treiben solche Plattformen zu Rekordgewinnen, wird dagegen vorgegangen rennt die Kundschaft weg.


das trifft es genau :)
#4
Registriert seit: 27.11.2010

Bootsmann
Beiträge: 541
mich wundert es, dass es den Laden überhaupt noch gibt. Das sind wohl die letzten Premiumaccs die auf so lange Zeit abgeschlossen wurden, das sie trotz der Änderung immer noch laufen ^^

4 Tage bevor ich verlängern musste ham se damals ihr neues System bekannt gemacht. Ich bin direkt zu Uploaded gewechselt ;)
#5
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Registriert seit: 01.01.2007
Exil
Der Saft ist mit euch!
Beiträge: 8144
Naja es ist doch immer ein offenes Geheimnis gewesen, dass 90% aller dort gelargerten Daten illegal waren. Wie bei allen OCHs eben. Ohne diese sog. "Kundschaft" (:kotz:) hat man da als Anbieter wohl keine Überlebenschance.
#6
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Registriert seit: 19.01.2010
NRW
Kapitänleutnant
Beiträge: 1834
Warum fühlen sich die Mitarbeiter verarscht? Ihnen wurde der Job bis ins Jahr 2013 zugesichert, und jetzt ist schon fast das halbe Jahr rum.
War halt eine schwammige Aussage, die aber auch bei Entlassungen im Februar noch zutreffend gewesen wäre.
#7
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Registriert seit: 30.10.2006
Darmstadt
Leutnant zur See
Beiträge: 1079
Der Gipfel der Unverschämtheit seitens RapidShare ist meiner Meinung nach, dass sie seit November mittlerweile mehrmals ihr Model geändert haben. Erst die Beschränkung für "öffentlichen Traffic", dann kein unbegrenzter Speicherplatz mehr, wieso wundern die sich, wenn die Leute wegziehen? Als Kunde hat man nicht mehr den Eindruck, dass es eine langfristige Strategie gibt, die einem Planungssicherheit gibt. Tatsächlich sind die Preise für Speicherplatz bei RapidShare nicht schlecht, aber wer weiß, wann die nächste Änderung zu meinen Lasten kommt. Dann doch lieber wechseln...
#8
Registriert seit: 11.03.2007

Moderator/Redakteur
Beiträge: 13888
Zitat rossi94;20625006
Die illegalen Downloads treiben solche Plattformen zu Rekordgewinnen, wird dagegen vorgegangen rennt die Kundschaft weg.


Hätten das die neuen CEOs auch erkannt, würden sie jetzt auch in einer Multimillionen-Villa am Vierwaldstättersee leben :vrizz:
#9
Registriert seit: 05.03.2007

Kapitän zur See
Beiträge: 3311
Bye Bye
#10
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Registriert seit: 28.11.2004

Admiral
Beiträge: 13000
rapdishare hat wie viele viele andere filehoster keine zukunft.
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