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Neues Gesicht bei Yahoo!: Marissa Mayer wird neuer CEO

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yahoo-neuDas Stühlerücken beim Internetpionier Yahoo! geht weiter. In den letzten fünf Jahren sah das Unternehmen aus Sunnyvale, CA fünf verschiedene CEOs kommen und gehen. Zuletzt stolperte Scott Thompson über einige falsche Angaben in seinem Lebenslauf [wir berichteten] und seitdem lenkte der ehemalige Executive Vice President Ross Levinsohn als Interims-CEO die Geschicke der Firma. Jetzt wurde bekannt, dass nicht Levinsohn, wie von vielen angenommen, neuer CEO bei Yahoo! wird, sondern Marissa Mayer auf dem heißem Stuhl sitzen wird. Sie steht vor der Aufgabe, das angeschlagene Internetportal grundsätzlich zu renovieren und eine neue Identität für Yahoo! zu finden.

Der Suchmaschinenpionier verpasste nach dem Jahrtausendwechsel gleich beide fundamentalen Änderungen im Internetgeschäft. Zuerst hatte man mit dem Kauf von Flickr die besten Voraussetzungen, um am Siegeszug der sozialen Netzwerke teilzuhaben. Jedoch entschied man bei Yahoo!, den Fotodienst in Yahoo! einzugliedern, anstatt die große Community der Fotoseite weiter auszubauen.

Als Zweites verschlief Yahoo! den Trend hin zum mobilem Internet. Während andere Anbieter Apps für mobile Geräte entwarfen, mit denen Benutzer auch unterwegs auf die Dienste zugreifen können, trugen die zaghaften Versuche Yahoos! keine Früchte, wie das Beispiel der Flickr-App für iOS-Geräte zeigte.

“Ich bin fühle mich geehrt und ich bin erfreut, dass ich Yahoo! leiten werde – eine der führenden Internetadressen für über 700 Million Benutzer. Ich freue mich darauf, mit den engagierten Mitarbeitern zusammenzuarbeiten, um innovative Produkte und personalisierte Inhalte für Nutzer und Werbekunden zu entwickeln”, sagte Marrissa Mayer, CEO von Yahoo!

Yahoo! steckt nun in einer Identitätskrise, die zu lösen, die Aufgabe von Marissa Mayer sein wird. Einst dominierte Yahoo! den Werbemarkt im Internet, musste aber immer mehr Marktanteile an Konkurrenten wie Google und Facebook abgeben. Zum Vergleich: 2008 belief sich der Marktanteil an Werbeanzeigen im Internet bei 18,4 Prozent, seither halbierte sich Yahoos! Anteil auf 9,1 Prozent, während die beiden großen Konkurrenten mit jeweils 16,8 (Google) und 16,5 (Facebook) Prozent besser dastehen.

Die Personalentscheidung ist auch ein Zeichen für eine Kehrtwende bei Yahoo!: Statt des Investors Ross Levinsohn sitzt nun eine Softwareentwicklerin im Chefsessel von Yahoo!. Als erste weibliche Softwareentwicklerin bei Google verantwortete Mayer unter anderem die Entwicklung der Suchmaschine und in der jüngsten Vergangenheit ortsgebundene Dienste wie Google Maps und Google Offers. Im Gegensatz zu Levinsohn verfügt sie über Erfahrung in der Produktentwicklung und dem Teammanagement bei einem Internetunternehmen. Einen Tag nach dem Bekanntwerden der Personalie, twitterte Mayer, dass sie und ihr Ehemann im Oktober diesen Jahres einen Jungen erwarten.