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Roaming-Gebühren: EU-Kommission stellt neuen Vorschlag vor

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eu kommissionAuf die Kritik folgt eine Korrektur: Zwei Wochen nach dem eilig zurückgezogenen Vorschlag zur Fair-Use-Regelung beim Mobilfunk-Roaming innerhalb der Europäischen Union hat die zuständige EU-Kommission gestern einen überarbeiteten Entwurf vorgestellt. Der orientiert sich deutlich stärker am Verbraucher, kommt aber noch immer nicht ohne Fallstrick aus.

Grundsätzlich sollen Urlauber und Geschäftsreisende keinen Nachteil erleiden, wenn sie ihren Mobilfunkvertrag längere Zeit im Jahr in einem andere EU-Staat nutzen. Die im ersten Entwurf vorgesehenen Limits von 30 und 90 Tagen sind nicht mehr enthalten. An deren Stelle soll jedoch eine andere Maßnahme rücken, um Missbrauch zu verhindern.

Wird im EU-Ausland mehr Datenvolumen als in der Heimat verbraucht, kann der Provider dies als missbräuchliche Nutzung einstufen. Gleiches gilt, wenn die zum Vertrag gehörende SIM-Karte überwiegend im EU-Ausland zum Einsatz kommt oder ein und derselbe Nutzer mehrere SIM-Karten eines Providers im EU-Ausland verwendet. In solchen Fällen sollen die Anbieter Roaming-Gebühren erheben dürfen. Mit maximal 0,04 Euro pro Telefonminute, 0,01 Euro pro SMS und 0,0085 Euro pro übertragenem Megabyte fallen die Preis aber moderat aus.

Allerdings soll eine Hürde dafür sorgen, dass die Anbieter nicht eigenmächtig ihre Vorstellung von Missbrauch und Gefährdung des Geschäftsmodells durchsetzen können. Denn ob und wann der Zuschlag erhoben werden darf, sollen die jeweiligen nationalen Regulierungsbehörden festlegen, in Deutschland wäre dies die Bundesnetzagentur. Erst wenn die Unternehmen Nachweise erbringen können, soll der Aufschlag erlaubt werden.

Der Zeitplan der EU-Kommission sieht vor, dass die Kommissare Mitte Dezember ihre Zustimmung erteilen, zuvor sollen Regulierungsbehörden und Interessenvertreter ihre Meinung äußern können. In Kraft würde die Regelung im Juni 2017 treten - dann sollen Roaming-Gebühren für die meisten EU-Bürger innerhalb der Europäischen Union Geschichte sein.

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Kommentare (5)

#1
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Registriert seit: 14.06.2009
Hamburg
Korvettenkapitän
Beiträge: 2151
Sein Handy längere im Ausland nutzen ist Missbrauch? Ich bin leider kein Jurist, aber in meinem Sprachgebrauch ist Missbrauch ein sehr starkes Wort.
Naja warten wir ab, was nun daraus wird. Zumindest klingt es so, als wäre "normale Urlaubsnutzung" dann auf jeden Fall kostenlos - endlich!
Nun müssen nur noch die Inlandpreise angepasst werden, wenn man in die EU telefoniert. Für mich ist es günstiger, aus dem EU-Ausland in ein anderes EU Land zu telefonieren (ca 6 ct) als aus Deutschland in ein anderes EU-Land zu telefonieren (29 ct). So ein Quatsch...
#2
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 9461
Normale Urkaubsnutzung wäre schon mit dem ersten Vorschlag problemlos drin gewesen, denn die Bedingung war ja nur sich ein mal im Monat, im Heimnetz melden zu müssen.

Im Urlaub nutzen wäre kein Missbrauch, aber den Vertrag im Ausland abschliessen bei einem günstigeren Anbieter (der nur günstig ist weil auch sein Netz dort billig aufgebaut ist) aber hier verwenden, wäre Missbrauch oder zumindest nicht wirklich fair.
#3
Registriert seit: 29.02.2012

Kapitänleutnant
Beiträge: 1797
Was ist schon fair? Das Gewinnstreben der Unternehmen zu Lasten der Verbraucher?

Gesendet von meinem SM-G920F mit Tapatalk
#4
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 9461
Zitat Andregee;24936394
Was ist schon fair? Das Gewinnstreben der Unternehmen zu Lasten der Verbraucher?

In gewisser Weise ja, denn das Unternehmen in dem du arbeitest tut das ja auch, was dir wiederum zugute kommt ;)
#5
Registriert seit: 11.01.2015
Siegen
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 411
Zitat DragonTear;24936409
was dir wiederum zugute kommt ;)


Wenn dann dein Unternehmen in seinem Gewinnstreben ins Ausland geht hast du herzlich wenig davon. Egal, back to topic.

Die ganze Roaming-Angelegenheit finde ich kaum noch spannend, die Preise sind inzwischen schon in einem erträglichen Rahmen.

Die Eu könnte sich viel eher mal um diese lächerlichen Volumentarife kümmern, die sich flatrate nennen dürfen.
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