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Viele Rücksendungen: Amazon soll immer häufiger mit Sperrung drohen

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amazonBereits im Jahr 2013 und auch im Mai des aktuellen Jahres hatten wir darüber berichtet, dass der Versandhändler Amazon aufgrund einer hohen Anzahl von Rücksendungen einige Kundenkonten gesperrt hat. Laut mehreren Berichten soll Amazon nun einem Kunden nach bereits vier Rücksendungen mit einer Sperrung des Kundenkontos gedroht haben. Dieser habe im Jahr 2014 insgesamt 15 Bestellungen aufgegeben und dabei alle Artikel behalten. Im Jahr 2015 wurden dann 19 Einkäufe erledigt, wovon vier Artikel wieder an Amazon retourniert wurden. Laut Angaben des Kunden soll Amazon nach dem Rückversand des vierten Artikels bereits mit der Sperrung des Kundenkontos gedroht haben, wenn sich die Anzahl der Rücksendungen nicht verringert.

Amazon hat sich zum konkreten Fall nicht geäußert und auch keine genauen Details bekannt gegeben. Das Unternehmen gibt lediglich an, dass man vor der Kontensperrung eine ausführliche Überprüfung vornehmen und es nur selten zu einer Sperrung des Kundenkontos kommen würde. Genaue Zahlen nannte man allerdings nicht.

Aufgrund der schnellen Androhung einer Sperrung des Kontos fühlen sich viele Kunden beim Einkauf auf Amazon nun verunsichert. Mehrere Nutzer berichten ebenfalls von einer angedrohten Sperrung nach nur wenigen Rücksendungen, deshalb hätten einige bereits keine Artikel mehr bei Amazon bestellt und seien stattdessen auf andere Händler ausgewichen.

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Unbekannt bleibt dabei weiterhin, nach welchen Kriterien der Onlinehändler die Androhung zur Sperrung ausspricht. Ob dabei lediglich die Anzahl der Rücksendungen miteinbezogen oder auch der Umsatz jedes einzelnen Kunden analysiert wird, bleibt das Geheimnis von Amazon. Solange der Händler seine Kriterien nicht öffentlich herausgibt, können Kunden nur spekulieren. Als sicher gilt jedoch, dass bei jedem bestellten Artikel von Amazon ein Rückgaberecht von mindestens 14 Tage eingeräumt werden muss. Wobei Amazon meist sogar ein erweitertes Rückgaberecht von 30 Tagen gewährt. Diesem Recht kann sich Amazon nicht entziehen, jedoch kann der Händler einem Kunden trotzdem ein virtuelles Ladenverbot aussprechen und sein Konto sperren.

Ob noch mehr Kunden von einer Sperrung des Kundenkontos betroffen sind als bisher vermutet, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Es scheint so, als würde Amazon zumindest die Androhung der Sperrung des Kontos immer häufiger verschicken. Ob die Konten dann letztendlich wirklich gesperrt werden, bleibt abzuwarten. 

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Kommentare (48)

#39
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Zitat ElPiet;24722734
Eher weniger. Bei digitalen Inhalten, wird meistens nicht der Inhalt gekauft, sondern eine Nutzungsberechtigung solange ein entsprechender Account exisitert.
Analog dazu wäre zum Beispiel ein Bann in einem Onlinespiel.


Da haben sich die Gerichte schon mit beschäftigt und die sehen das ein wenig Anders. Auch wenn der Kundenaccount gesperrt wird und damit sämtliche zukünftige Geschäfte unterbunden werden, muss der Zugriff auf alte Inhalte über die ein gültiger Vertrag besteht weiter gegeben sein. Dein Vergleich passt auch nicht ganz da im Vergleich zum Anbieter des Onlinespiels (z.B. Blizzard) nicht Amazon der Rechteinhaber der einzelnen Produkte wie z.B. Ebooks ist sondern der herausgebende Verlag.
Amazon: Kunden darf Zugriff auf erworbene digitale Inhalte nicht verwehrt werden

Ich konnte allerdings keine Aussage finden ob das urteil nun rechtskräftig ist oder ob Amazon das ganze eine Instanz weiter getragen hat
#40
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Ich gehe davon aus , dass dies nur für separate Käufe von Ebooks gilt. Ich ging hier eher von PrimeMusic und PrimeVideo aus. Die Dinge werden weg sein.

Was deinen Link angeht, so steht dort explizit, dass das Urteil nicht rechtskräftig ist. Stand: 27.02.
Das würde natürlich bestätigen, dass man seine gekauften Inhalte behält( was auch sehr sinnvoll ist).
Ob man auf der Grundlage einen Rechtsstreit führen will, sollte man stark davon abhängig machen, wie sehr man auf die entsprechenden Kosten verzichten kann.
#41
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PrimeMusic/Video kommt es wohl darauf an ob man hier wirklich Inhalte "gekauft" hat oder eben nur für gewisse Stunden geliehen. Du hast aber Recht, dass das nicht behandelt wird wobei auch hier bei einem "Kauf" der Rechteinhaber nicht Amazon sein wird. Wäre mal interessant wie das Konstrukt da aussieht.

Zum Urteil:
Das war zum Zeitpunkt des Artikels noch nicht rechtskräftig, da der Gegner noch Zeit für eine Revision beim nächst höheren Gericht hatte. Genau dazu fidne ich aber nichts, sondern nur weitere Artikel vom Mai/Juni die sich auf das Urteil beziehen. Ich würde also jetzt selber erstmal davon ausgehen, dass das urteil rechtskräftig ist und das Formular nutzen um Amazon zu kontaktieren. Alles weitere kann wohl nur ein Anwalt ordentlich prozessieren.
#42
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Ich vermute, dass bei Prime Inhalten (nicht separate käufe, sondern was man also Prime Kunde dabei kriegt), dass Amazon dort der Rechteinhaber ist. Ebenso wie es bei Netflix der Fall ist. Amazon kriegt da als Streamingdienstleister sämtliche Rechte zur gewerblichen Verwertung. Vermutlich stecken da aber überall noch 3-7 Töchter zwischen, die sich die Rechte gegenseitig hin und her schieben. Ebenso wird es auch bei Käufen über den Prime-Dienst sein. Diese dürfen dann allerdings per Urteil nicht verwehrt werden. Bzw. Die Wahrscheinlichkeit einen entsprechenden Streit zu gewinnen steigt immens ( war haben ja kein Präzedenzrecht).

Ich würde es auch mit dem Formular versuchen, an die entsprechenden Inhalte zu kommen.
Sollte das nicht helfen, gilt es abzuwägen, ob der Gang zum Anwalt lohnt oder ob es nicht günstiger wäre die entsprechende Bibliothek neu aufzubauen.
#43
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Vizeadmiral
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Die Frage ist dabei: Was hat das Kundenkonto im Versandsegment überhaupt rechtlich mit den anderen Unternehmungen von Amazon zu tun? Das Problem hat Amazon selbst geschaffen, indem sie alles miteinander verbunden haben. Korrekt wäre es, wenn sie das Kundenkonto insofern schließen, dass keine Ware mehr neu bestellt werden kann, aber bereits bezahlte Dienste bist zum Ende der Laufzeit genutzt werden können, ohne Aussicht auf Verlängerung. Nur haben sie sich das auch wieder teilweise verbaut, indem die Versandflat (ich nenne es mal so) nur noch ein Baustein von Prime ist, der dann nicht mehr genutzt werden könnte, aber auch nicht herausgerechnet werden kann.

Die gewünschte Politik von Amazon scheint also zu sein: Bezahle und spiel nach unseren Regeln, oder wir wollen Dich ab morgen nirgendwo mehr sehen! Ob das mit deutschem und EU-Recht vereinbar ist, mag ich in Teilen bezweifeln.
#44
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Beiträge: 268
Was mich interessiert: War irgendeiner, der verwarnt wurde, auch Prime Mitglied?
#45
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Ja ich^^'
Hatte jetzt btw nochmal mit dem Verbraucheramt geschrieben wegen der digitalen Sachen und die haben mir nen Vordruck geschickt den ich ausfüllen und an Amazon schicken soll. Mal gucken was bei rum kommt.
#46
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Leutnant zur See
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Zitat sayer;24723216
Das war zum Zeitpunkt des Artikels noch nicht rechtskräftig, da der Gegner noch Zeit für eine Revision beim nächst höheren Gericht hatte. Genau dazu fidne ich aber nichts, sondern nur weitere Artikel vom Mai/Juni die sich auf das Urteil beziehen.

Im Urteil steht ganz deutlich: "Die Revision wird nicht zugelassen."
#47
Registriert seit: 11.08.2010

Oberstabsgefreiter
Beiträge: 428
Was eine Nichtzulassungsbeschwerde nicht ausschließt ;).

Zum Thema: bin zwar bisher von derlei Mails durch Amazon unbeheligt geblieben (und habe meinem Empfinden nach auch ein normales Einkaufverhalten). Ich selber merke aber, dass ich durch das Vorhandensein solcher Maßnahmen in meinem Verhalten gesteuert werde. Ich überlege durchaus genau, was ich nun bestelle und mir ist eine Rücksendung (sei sie noch so berechtigt) "unangenehm". Nicht weil ich die Rücksendung für falsch halte, sondern weil eine (teil-) automatisierte Sperrung doch unangenehm wäre. Letztendlich führt es bei mir aber eher dazu, dass ich die Stellung von Amazon in meinem Einkaufsverhalten überdenke. Damit schneidet sich Amazon ggf. selbst ins Fleisch.
Letztendlich habe ich mir Amazon immer gute Erfahrungen gemacht - auch wenn manches etwas holprig und zeitaufwendig war. Aber "rechtmäßig" verhält man sich dort trotz der Kulanz (die Erfüllung eines Anspruchs aus Kulanz ist ansich nicht in Ordnung, wenn auch Gang und Gebe) auch nicht immer - dem Irrtum sollte man nicht aufsitzen.
#48
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Bonfire
Vizeadmiral
Beiträge: 7953
+1

Ich hab jetzt auch so eine Email bekommen. Habe auf die Email geantwortet, werde aber auch Konsequenzen draus ziehen und einfach woanders bestellen.
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