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Free Basics: Netzneutralität stoppt Facebooks kostenlosen Internet-Zugang

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facebook 2015Nichts weniger als die Versorgung von Millionen mit kostenlosem Internet wollte Facebook mit seinem als Internet.org gestarteten Angebot erreichen. Doch in Indien muss das Unternehmen sein Engagement nun zumindest vorerst einstellen. Denn obwohl die Regierung dem Vorhaben wohlgesonnen war und es mehrere Treffen zwischen Facebook-Chef Mark Zuckerberg und Premierminister Narendra Modi gab, bei denen es auch um den inzwischen Free Basics genannten Dienst ging, hat die Telekommunikationsaufsicht des südasiatischen Ladens - TRAI - im Sinne der Kritiker entschieden.

In der Stellungnahme heißt es, dass Free Basics nichts anderes als ein diskriminierender Tarif sei. Schließlich würde Facebook entscheiden, welche Inhalte Nutzer kostenlos aufrufen können und welche nicht. So seien unter anderem das soziale Netzwerk und Wikipedia erreichbar, Google-Dienste aber hingegen nicht. Gegner des Projektes hatten deswegen argumentiert, dass der US-Konzern mit dem Vorhaben lediglich seine eigene Nutzerzahl und damit die Einnahmen auf Kosten von Konkurrenten steigern wolle - letztlich eine klare Verletzung der Netzneutralität.

Bestritten hatte Facebook dies bis zuletzt nicht, nannte dies indirekt jedoch als Preis für den kostenlosen Zugang zum Internet. Mit einer umfangreichen Werbekampagne sollten Kritiker umgestimmt werden, was die TRAI in ihrer Auffassung noch bestärkt haben dürfte.

Ob dies zum Anlass genommen wird, um das Angebot umzubauen, was bereits aus anderen Gründen angedeutet wurde, ist noch nicht bekannt. Sollte Facebook auf die Entscheidung nicht reagieren, drohen Bußgelder. In den anderen rund ein Dutzend Staaten, in denen Free Basics bereits angelaufen ist, wurde die Verletzung der Netzneutralität teilweise diskutiert, zu einem Stopp wie nun in Indien ist es aber noch nicht gekommen.

Facebook ist nicht das einzige Unternehmen, das den Zugang zum Internet in ärmeren Regionen der Welt erleichtern möchte. Auch Google arbeitet an verschiedenen Ansätzen, im Kern dreht es sich dabei aber um technische Lösungen, beispielsweise um den Aufbau eines Mobilfunknetzes mit Hilfe von Ballons.

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Kommentare (8)

#1
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 9486
Schwierige Sache...
Würde grob mal sagen, begrenztes Internet, nur auf solch bekannten Seiten, ist immernoch besser als garkein Internet.
Zudem steht es der Konkurenz (Google, etc.) ja offen, ebenfalls solch einen gratis Dienst anzubieten und dann halt FB zu sperren.
#2
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Registriert seit: 22.05.2010
Potsdam
Bootsmann
Beiträge: 513
Finde ich auch schwierig. Wenn es gratis ist, steht es ja jedem frei zu nutzen.
#3
Registriert seit: 29.12.2007
Rhein-Sieg-Kreis
Oberbootsmann
Beiträge: 960
Ballons, nicht Ballonen.
#4
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Registriert seit: 26.01.2010

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1366
Wenns gratis ist, ist das doch kompllett egal was man damit kann und nicht kann!? Das betrifft wohl hauptsächlich leute, die sich sonst kein Internet leisten können. Für die ist es sicherlich sinnvoll, auch wenn sie nicht alles mit dem Anschluss machen können.
#5
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Registriert seit: 21.01.2006

Kapitänleutnant
Beiträge: 2025
Ich finde das nicht schwierig. Diese Entscheidung ist völlig richtig.

Denn wenn man erst einmal ein solches Angebot erlaubt, dann werden die Mitbewerber zwecks Preisdurck und Konkurrenzfähigkeit gewzungen sein, mit ähnlichen Tarifen nachzuziehen, bis es gar keine diskriminierungsfreien Angebote mehr gibt.
Der Kapitalismus führt zwangsläufig zur Monokultur. Wer das immer noch nicht kapiert hat, der soll mir mal ein Notebook mit 4:3 Display zeigen, oder ein FullFeatured-Handy samt WLAN und ohne Touchscreen. Produkte nach denen durchaus noch immer Nachfrage besteht, die aber den Gewinn und Zuwachsansprüchen der Konzerne nicht ausreichen und deshalb totgeschwiegen werden.

Und wem das noch nicht reicht:
Haben sich solche Tarife erst mal als Standard etabliert, dann ist es auch nur noch ein ganz kurzes Stück, bis man sich neue Pauschalgebühren ausdenkt und es wieder vorbei ist mit kostenlos. Ab dann heisst es nämlich zahlen für einen Krüppelzugang wie diesem Facebook-Tarif und noch viel mehr zahlen für einen vollständigen Zugang.

Genau so funktioniert Kapitalismus und nicht anders.

Schade dass wir in Deutschland keine Schutz vor solchen Machenschaften haben, was ja ursprünglich Aufgabe der BNetzA hätte sein sollen...
#6
Registriert seit: 27.09.2010
Magdeburg
Oberbootsmann
Beiträge: 891
Naja das Problem dabei ist glaube ich, dass die garnicht wissen, dass alles begrenzt ist. Netzneutralität soll ja frei von Zensur sein. Ich denke da gibt es für FB aber sicherlich ein Schlupfloch. So dass sie es als Dienst vermarkten und nicht den Namen Internet nutzen. Sonder "Facebooks World" oder so :D
Und Kritiker sind halt da um zu kritisieren. Ob es richtig ist oder nicht sei dahingestellt. Es gibt für alle Kritiker, die auch gute Argumente gegen etwas haben, recht jedoch damit nicht automatisch.
#7
Registriert seit: 15.05.2013
Ruhrpott
Korvettenkapitän
Beiträge: 2276
Zitat Elmario;24307850
Ich finde das nicht schwierig. Diese Entscheidung ist völlig richtig.

Denn wenn man erst einmal ein solches Angebot erlaubt, dann werden die Mitbewerber zwecks Preisdurck und Konkurrenzfähigkeit gewzungen sein, mit ähnlichen Tarifen nachzuziehen, bis es gar keine diskriminierungsfreien Angebote mehr gibt.
Der Kapitalismus führt zwangsläufig zur Monokultur. Wer das immer noch nicht kapiert hat, der soll mir mal ein Notebook mit 4:3 Display zeigen, oder ein FullFeatured-Handy samt WLAN und ohne Touchscreen. Produkte nach denen durchaus noch immer Nachfrage besteht, die aber den Gewinn und Zuwachsansprüchen der Konzerne nicht ausreichen und deshalb totgeschwiegen werden.

Und wem das noch nicht reicht:
Haben sich solche Tarife erst mal als Standard etabliert, dann ist es auch nur noch ein ganz kurzes Stück, bis man sich neue Pauschalgebühren ausdenkt und es wieder vorbei ist mit kostenlos. Ab dann heisst es nämlich zahlen für einen Krüppelzugang wie diesem Facebook-Tarif und noch viel mehr zahlen für einen vollständigen Zugang.

Genau so funktioniert Kapitalismus und nicht anders.

Schade dass wir in Deutschland keine Schutz vor solchen Machenschaften haben, was ja ursprünglich Aufgabe der BNetzA hätte sein sollen...


Das Problem, besteht hier dabei, dass der beschränkte Tarif umsonst angeboten wird. Eine wirkliche Konkurenz zu den schon bestehenden Tarifen sehe ich hier nicht. Eher, dass man öfters beschnittene Angebote dann umsonst kriegt. Ob das der Tariflandschaft schlecht tun würde, kann ich schwer sagen. Wäre vielleicht interessant. 2GB Fullspeed Volumen, danach wie üblich die Drossel, allerdings sind apps x+y+z weiterhin schnell dabei.
Die Netzneutralität ist dann endgültig hin. Da es sich allerdings um ein Angebot handelt, dass eher in Ländern angeboten wird, in denen das Internet nicht so verfügbar ist, sollte man dort eventuell erstmal die Menschen irgendwie ins Netz holen und sich dann lokal um die Neutralität kümmern

Was dein 4:3 Notebook und Handy ohne Touchscreen angeht(ich bin ja eher für high end- android mit physisischer Tastatur, aber jedem seins) hast du da Zahlen, wie die Nachfrage da aussieht? Oder ist das so eine Pauschalbehauptung nach dem Prinzip, ich und 3 Kumpel wollen sowas, deswegen ist das bestimmt stark gefragt.

Den meisten ist es absolut egal welches Format ihr Notebook hat.
#8
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Registriert seit: 08.06.2015

Leutnant zur See
Beiträge: 1129
Werbefinanziertes Internet darf gerne angeboten werden, aber sobald der Zugang auf Facebook & Freunde beschnitten wird, ist das problematisch. Facebook tritt dann praktisch als ISP auf und entscheidet, was Leute sehen dürfen und was nicht.
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