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Breitbandausbau: Bundesregierung will Ausbau beschleunigen

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glasfaser

Im Dezember 2015 veröffentlichte Akamai den aktuellen Quartalsbericht „State of the Internet“ (Q3 2015). Dieser zieht einen globalen Vergleich der Internetverbindungen/-geschwindigkeiten und bescheinigte Deutschland lediglich den 22. Platz. Anlehnend an diesen technologischen Rückstand will die Bundesregierung nun den Ausbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen beschleunigen. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf von Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) hat das Kabinett am heutigen Mittwoch verabschiedet.

Aus diesem Entwurf geht hervor, dass bei Neubau oder Sanierung von Autobahnen, Straßen sowie Geh- und Fahrradwegen Glasfaserkabel oder zumindest Leerrohre verlegt werden müssen. Ziel sei es, im Zuge dessen auch Kosten zu sparen, indem ein erneutes Aufreißen des Straßenraums vermieden werde. Das  Gesetz zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze (DigiNetzG) setzt laut Bundesregierung zugleich die EU-Kostensenkungsrichtlinie von Mai 2014 um, deren Maßnahmen ab dem 1. Juli 2016 anzuwenden sind.

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Schematische Darstellung des DigiNetzG (Grafik: bmvi.de).

Wie die Süddeutsche Zeitung mittteilt, soll diese Regelung auch bei Neubaugebieten zutreffen; hier müssen Glasfaserkabel in Zukunft direkt mitverlegt werden. Weiterhin sollen öffentliche Versorgungsnetzbetreiber ihre bestehende und geplante Infrastruktur für den Breitbandausbau öffnen. „Jede Baustelle bringt Bandbreite. Wer Verkehrswege oder Neubaugebiete erschließt, muss Glasfaserkabel direkt mitverlegen“, so Dobrindt. Liegen geeignete Rohrkapazitäten unter der Straße, sei die Verlegung von entsprechenden Kabeln durch die Telekommunikationsunternehmen vereinfacht.

Um die Kosten zumindest teilweise zu decken, soll dem Ausbau auch ein Teil der fast 5,1 Milliarden Euro zugutekommen, welche durch die im Juni 2015 beendete Auktion für Mobilfunkfrequenzen eingenommen wurden.

Bis zum Jahr 2018 soll es in Deutschland eine flächendeckende Grundversorgung mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde geben“, so das erklärte Ziel der Bundesregierung. Zum jetzigen Zeitpunkt liege die durchschnittliche Geschwindigkeit laut Akamai lediglich bei 11,5 Megabit pro Sekunde.

Ein Gesetzesentwurf mit Lücken

Aussagen wie „Jede Baustelle bringt Bandbreite“ von Bundesverkehrsminister Dobrindt, der auch für die Breitbandinfrastruktur verantwortlich ist, oder Titel wie „Verlegung von Glasfaser wird zur Pflicht“ täuschen jedoch darüber hinweg, dass das Gesetz zahlreiche Lücken vorsieht. Beim Bau oder der Sanierung von Straßen muss die Netzinfrastruktur beispielsweise nur dann mitgebaut werden, wenn die gesamten Bauarbeiten länger als acht Wochen dauern, von öffentlicher Seite finanziert werden und die Anwohner nicht auf anderem Wege mit „Hochgeschwindigkeitsnetzen“ versorgt werden können. Letzteres bedeutet in der Praxis: Stehen 50 Mbit/s oder mehr per LTE, Vectoring oder eine andere Technik zur Verfügung, muss keine Glasfaser verlegt werden.

Zudem sieht der Text vor, dass im besten Falle lediglich Glasfaserleitungen, jedoch keine weitere Technik verbaut werden müssen. Dies kann darin enden, dass die Leitungen zwar vorhanden, aber von den Anwohnern nicht nutzbar sind. Denn eine Verpflichtung, dass Netzbetreiber die neuen Leitungen nutzen muss, gibt es nicht. Diese dürften jedoch vom Gesetz profitieren. Denn die Kosten übernimmt die öffentliche Hand, der Betreiber muss für die Nutzung lediglich eine noch nicht festgelegte Gebühr entrichten.

Ebenfalls im Entwurf enthalten sind Regelungen, die die Nutzung von weiterer Infrastruktur wie Regenwasserkanäle oder auch Stromleitungen für den Ausbau des Glasfasernetzes ermöglicht. Für Bauherren dürfte das Gesetz unter Umständen einen kostspieligen Nachteil bedeuten. Denn vorgesehen ist, dass ab Anfang 2017 alle Neubauten mit einer hochgeschwindigkeitsfähigen internen Infrastruktur ausgestattet werden müssen. Wie dies im Detail aussehen soll, bleibt vorerst jedoch offen.

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Kommentare (20)

#11
Registriert seit: 21.02.2009

Oberbootsmann
Beiträge: 903
Wie oft im Jahr kommt die blanke Lüge von 50MBit bis 2018? Selbst wenn wir bis 2018 alle die 50 haben, haben die anderen dann schon 300 und Deutschland rutscht immer weiter nach hinten - eigentlich auf allen Ebenen.
#12
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Registriert seit: 30.07.2008
Bayern
Leutnant zur See
Beiträge: 1106
LOL wenn LTE augebaut ist dan nicht super was bringt einem die begrenze Sch..e, kann ich dann die nächsten Jahrzente damit abfinden super Regierung zu allem unfähig.
#13
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Registriert seit: 17.03.2007

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1382
Bitte nent mahl gründe wiso ihr denckt das ihr mehr als 100k leitungen brauchen werdet ?

4k stream 25k-32k

anders ausgedrückt 50k pro aktive person sollte eigentlich fürs nächste jarzent reichen was mediale inhalte betrifft da keiner echte bluray qualität streamen wird

Lediglich die Cloud und große datenmengen sind ein argument so wie ordentliche anschlüsse für unternehmen und die staubsauger die alles aufräumen
#14
Registriert seit: 22.09.2010

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1479
Anfrage bei der Telekom:
"Können Sie mir irgendetwas schnelleres als bis zu 16mbit anbieten?
Telekom: "Jaaaa, wir können ihnen VDSL anbieten"
Ich: Als Flat? Über Kupfer?
Telekom: Via LTE, nicht als Flat
Ich: Thema erledigt, Informatiker von Beruf

Dieses gequassel von wegen LTE als Alternative zu einem echten Breitbandanschluss zu sehen ist einfach nur lachhaft. Was nützen 30GB Volumen wenn das nach 10 Tagen durch Streams weg ist. Ganz zu schweigen von jemandem der Mal kurz ein paar ISOs von berufs wegen runterladen muss. Oder Backup in die Cloud...
Also bin Ich zu einem kleinen örtlichen Provider der Internet via Richtfunkantennen bereitstellt. 300Mbit für 65 Euro/Monat, läuft.
Das Gesicht von dem Telekom Menschen letzten Monat der mir mit breitem Grinsen eröffnet hat dass Ich nun VDSL 50 haben könnte für 45 Euro/Monat war göttlich.
Ping via der Richtfunk ist besser als via der bis zu 16mbit Leitung im Keller, stabil ist das auch und es kommen echte 300 an (auch Abends).
Breitbandausbau via Gesetz ^^ Ich lache mich noch tot. Hier wird nur wieder ein Weg gesucht um den Wähler zu beruhigen ala "schau wir machen doch".
#15
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Registriert seit: 11.12.2011
NRW
Korvettenkapitän
Beiträge: 2170
Meine Mutter wohnt jetzt seit 5 Jahren im selben Dorf. 4 Jahre lang rannte sie davon auf DSL 384 rum, heißt 45 KB/s. Spotify Premium hat sie nicht, aber nicht weil sie die Werbung nicht stört, sondern weil sie die bessere Qualität nicht am Stück streamen kann. Videostreaming fällt auch weg, natürlich. Wenn wer sonst noch im Internet ist (normale HTML/JS-Applikationen abrufen) merkt man das sofort, weil selbst die Facebook-Nachrichten nicht mehr durchkommen. Seit einem Jahr darf sie sich nun an 10 GB LTE im Monat erfreuen, die auch sehr gut ankommen. Der Download eines aktuellen Spieles, nehmen wir mal GTA V, würde sich also, wenn man nur das LTE benutzt, über ein halbes Jahr (!) ziehen. Reizt man die DSL-Leitung voll aus ist man noch immer zwei Wochen mit dem Download beschäftigt, im besten Fall. Die 10 GB LTE sind in der Regel innerhalb der ersten 7 Tage weg. Wer der Meinung ist, dass das Kaff absolut abseits jeglicher Zivilisation ist: Die nächste Stadt erreiche ich mit dem Auto in gut 5 Minuten, dort liegt DSL 50.000 an. In die andere Himmelsrichtung erreicht man nach 10 Minuten eine weitere Stadt, wo laut Bekannten mindestens DSL 25.000 anliegt, vielleicht sogar mehr. Die Telekom plant keinen Ausbau der Geschwindigkeit im Dorf meiner Mutter für die nächsten 24 Monate. Eine Begründung wieso wir umzingelt von High-Speed sind, aber dennoch solch eine erbärmliche Geschwindigkeit haben, liefert die Telekom nicht. Ich glaube kein Wort von den tollen Vorhaben. Besonders weil bei uns durchaus 50 Mbit/s per LTE anliefen, wir also in die Ausnahme fallen. Heißt es bleibt bei DSL 384.
#16
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Registriert seit: 22.05.2010
Potsdam
Bootsmann
Beiträge: 512
Also bei meinen Eltern gibt es immer noch kein DSL, habe jetzt Vodafone lte hier. Immerhin 40 MBit. Aber die traffic Begrenzung ist eine einzige Farce... Streame mal mehrere HD Serien... 30 GB Traffic am Arsch...

Und diese breitbandausbau Geschichten gibt es ja schon seit Jahren. Passieren tut auf dem Land wenig..
#17
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Registriert seit: 24.05.2010

Kapitänleutnant
Beiträge: 1602
Zitat ASCI3;24268048
Tja ich brquche nicht mehr. Aber freut mich dass ihr alle das bekommt was ihr braucht.

Wem hier würden 800mbit nicht reichen?


Da liegt ein Verständnis Problem vor. Woher soll man wissen was für Services es geben würde wenn jeder 10 GBit/s hätte, oder meinst du das man 1980 bereits abschätzen konnte das es Dienste wie Steam oder YouTube geben würde und was für Bitraten man dafür braucht?
#18
Registriert seit: 13.02.2006
Koblenz
Flottillenadmiral
Beiträge: 5760
Zitat Fallwrrk;24268392
Eine Begründung wieso wir umzingelt von High-Speed sind, aber dennoch solch eine erbärmliche Geschwindigkeit haben, liefert die Telekom nicht.


Die Leitungslängen zu eurem "Dorf" werden wohl zu groß sein und die Telekomiker haben kein Bock die Straße aufzureissen... LTE ist da deutlich günstiger fürs Unternehmen.

---

Bei uns werden im Moment im ganzen Dorf die Straßen aufgerissen, da Kabel und DSL neu gezogen werden, auch dank dreier Neubaugebiete.
Gut das ich 2016 nach ~15Jahren hier wegziehen werde... :fresse:
Vorher waren maximal 4mbit über ADSL bzw. ~7mbit über ADSL2+ möglich... ADSL2+ aber nur nach stundenlangem quengeln an der Hotline...
#19
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Registriert seit: 11.10.2013

Obergefreiter
Beiträge: 74
Ich hab mehr oder weniger Glück mit den Leitungen hier Wohne auch im Dorf. mit um die 30 000 Einwohner.
Mit Telefonnetz Momentan Maximal VDSL 50 k
Mit Unitymedia könnte ich auf 400 000 umsteigen kostet aber quasi über das doppelte im Monat.


Inne Schweiz ist es cool .
Bei swisscom kriegt man schon 1 GB/S leitungen als privat nutzer =/.
#20
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Registriert seit: 30.07.2008
tief im westen (nicht bochum!)
Kapitänleutnant
Beiträge: 1773
sorgen macht mir eher der begriff "flächendeckend". der regierung ist ja bekanntlich kein vokabular zu verlogen.
flächendeckend mit * wirds wohl eher werden.
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