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Belgisches Gericht verbietet Facebook das Datensammeln von Nicht-Mitgliedern

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facebook 2015 2Ein belgisches Gericht hat es Facebook untersagt, die Daten von Nicht-Mitgliedern zu sammeln. Kritisiert wird dabei das Identitätscoockie „Datr“, welches Informationen über das Nutzerverhalten auf Webseiten mit eingebettetem Like-Button oder Sozial-Box sammelt. Die Datei wird beim Besuch der Facebook-Webseite im Web-Browser gespeichert. Laut der Kommission sollen hierbei nicht nur die Daten von Mitgliedern des sozialen Netzwerkes analysiert werden, sondern vor allem auch die von Internet-Nutzern, die nicht dem sozialen Netzwerk angehören. Zudem sei die lange Speicherung des Cookies bei Ex-Mitgliedern von zwei Jahren viel zu lange.

Das Brüsseler Gericht hat Facebook am Montag dazu aufgefordert, die Sammelei zu beenden und alle Daten zu löschen. Reagiert die Plattform nicht innerhalb von 48 Stunden, werde eine Geldstrafe in Höhe von 250.000 Euro pro Tag fällig. Geklagt hatte die oberste Datenschutzbehörde CPVP (Commission de Protection de la Vie Privée) in Belgien.

Das Urteil gilt derzeit allerdings nur für Belgien, wo personenbezogene Daten im Internet nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Nutzer gesammelt werden dürfen. Allerdings könnte der Fall auch andere EU-Staaten mit strengen Datenschutz-Bedienungen dazu veranlassen gegen Facebook vorzugehen.

Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos hatte die Vorwürfe schon im Vorfeld der Verhandlungen zurückgewiesen. Im Oktober gab man bekannt, dass das „Datr“-Coockie nur dazu diene, falsche Profile zu erkennen und Cyber-Attacken zu verhindern. Würde ein Browser binnen weniger Minuten mehrere Hundert Webseiten besuchen, sei dies ein Anzeichen dafür, dass der Rechner von Kriminellen gekapert worden sei. Zudem sollen die gesammelten Daten keinen einzelnen Personen zugeschrieben werden können. Das Cookie würde automatisch nach zehn Tagen gelöscht und könne jederzeit vom Nutzer selbst entfernt werden. Zudem könne man die Erstellung des Cockies auch selbst unterbinden.

Facebook hat bereits angekündigt Berufung einlegen zu wollen und gegen das Urteil vorzugehen. Ende August feierte das Netzwerk einen neuen Nutzerrekord: Am 24. August griffen binnen 24 Stunden mehr als eine Milliarde Nutzer auf die Plattform zu und damit jeder siebte Erdenbewohner.

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Kommentare (4)

#1
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 9490
Zitat
Das Cookie würde automatisch nach zehn Tagen gelöscht

Hmm das datr cookie, zumindest das auf meinem Rechner hat auf jeden Fall eine offizielle Lebenszeit von 2 Jahren. Gelöscht werden könnte es allerdings schon durch FB selbst, beim Aufruf weietrer Seiten.
Ansonsten.. naja, solche Gerichtsurteile werden niemals das Datensammeln signifkant vrrinegrn. Das ist utopisch und wäre sowieso eine Fortschrittsbremse, würde man es im großen Stil machen.
#2
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Registriert seit: 06.02.2012
München/Schwabing
Kapitänleutnant
Beiträge: 1606
Fotschrittsbremse vielleicht, die Frage ist ob Fortschritte in dem Bereich überhaupt wünschenswert sind. Dient im Endeffekt nur zum Marketing bzw. zur Überwachung...
#3
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Registriert seit: 07.03.2012

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1471
Richtig so! Hoffentlich gilt das auch für das Ausspähen von Telefonbüchern via WA.

Wer den Scheiss nutzt, und zu meinen Bekannten zählt, bitte meinen Kontakt nicht digital speichern. Danke!

...da sind mir Scientologen oder Freisinnige noch lieber, als Bekannte mit solch einem digitalen Brechmüll auf ihrem Handy.

Wo wir wieder mal beim Thema Fortschritt und UHD Whatsapp auf dem Handy wären. Ich stehe jederzeit für Dich zu einer Diskussion zur Verfügung.

Ach ja, kommt wahrscheinlich nicht in Frage, da ich gerade meinen Aluhut auf habe.

Soviel zum Thema Fortschrittsbremse. Du bist die Fortschrittsbremse mit Deinem Verhalten, so siehts aus! Aber ist Dir ja egal...
#4
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Registriert seit: 08.09.2006

Oberbootsmann
Beiträge: 817
Naja Fortschitt ist glaub ich nicht so das richtige Wort, sondern Profit würde es bißchen besser treffen.
Ich denke die wenigsten Firmen forschen wirklich ohne eigennützige Ziele und sogar dort wo man es gar nicht vermutet, sind vermeintlich unabhängige Einrichtungen bekanntlich desöfteren auch schon mit wissenschaftliche Studien / Forschungen für den Kapitalismus instrumentalisiert worden.

Für die Menschheit absolut sinnvolle sowie sinnfreie Produkte hat die Maschinerie hervorgebracht, was aber sicher ist: Dazu wurden immer Daten gesammelt. Ob digital oder manuell, Forschung ohne Daten geht nicht. Je nachdem welches Ziel verfolgt wird, sind natürlich andere Arten von Daten erforderlich.

Das Problem ist hier:
1.Überhaupt Gesetze zu erlassen, da Banken- und Firmenkonglomerate ein viel zu großes Interesse haben dies zu verhindern. Sowie übrigens dort ebenfalls Fortschrittsbremsen zu finden sind sofern es den Profit steigern könnte.

2.Es könnte den doch ehrlich gemeinten Forschungen zum Nachteil werden und das ist was DragonTear wahrscheinlich meint.

Wie immer geht man ein Freiheit-Sicherheit-TradeOff ein.
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