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Die EU will Internet-Konzerne an den Breitband-Kosten beteiligen

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eu kommissionNoch vor der Sommerpause soll die EU-Kommission über einen ersten Entwurf beraten, dessen Inhalt großen Einfluss auf Dienste wie Skype, WhatsApp und andere Netz-basierte Angebote haben könnte. Denn geplant ist, dass die dahinter stehenden Unternehmen sich an den Kosten für Ausbau und Betrieb des europäischen Breitbandnetzes beteiligen müssen.

Laut Andres Ansip, Kommissar für den digitalen Binnenmarkt, müsse das Ungleichgewicht zwischen den traditionellen Netzbetreibern und den sogenannten OTT-Anbietern (Over-the-top content) beseitigt werden. Damit sollen neue Investitionen in die Netze möglich gemacht und die Machtverhältnisse verändert werden.

In wesentlichen Punkten würde die EU-Kommission damit den Forderungen der großen europäischen Netzbetreiber folgen, auch die Deutsche Telekom hatte eine solche Forderung mehrfach aufgestellt. So sprach Tim Höttges, Chef des Bonner Konzerns, im November von einer notwendigen Kurskorrektur: „Europas Telekommunikationsbranche investiert in den nächsten Jahren rund 150 Milliarden Euro in die Netze. Gleichzeitig nutzen aber Google, Facebook und andere US-Konzerne unsere Infrastruktur, um Milliardengewinne zu machen - ohne sich an den Kosten zu beteiligen.

Wie genau eine finanzielle Beteiligung der OTT-Anbieter wie Google oder Facebook aussehen soll, ist noch nicht bekannt. Diese dürfte aber unabhängig von der jeweiligen Gestaltung nicht kommentarlos akzeptiert werden. Denn auch europäische Unternehmen müssen für ihre Dienste, die in den USA oder in anderen Regionen genutzt werden, vor Ort keine zusätzlichen Nutzungsgebühren zahlen. Deshalb sehen Kritiker in den Forderungen lediglich den Versuch, von den eigenen Fehlern abzulenken.

Tatsächlich erinnert die Diskussion an den Konkurrenzkampf zwischen SMS und diversen Messenger-Diensten, den letztere am Ende klar für sich entscheiden konnten. Während die Provider bis zum Ende an überzogenen Kosten für Kurznachrichten verdienen wollten, wechselten immer mehr Nutzer zu WhatsApp und Co., um Geld zu sparen.

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Kommentare (14)

#5
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Hauptgefreiter
Beiträge: 209
Zitat Little Boozer;23319975

Jeder der die Infrastruktur nutzt sollte sich auch an dessen Instandsetzung und dem Ausbau beteiligen, das ist nur fair.
Bei unseren Straßen ist es auch nicht anders.


Für die Instandhaltung und Ausbau bezahle ich jeden Monat Betrag X an eine Firma.
Den Straßenbauämtern ist doch auch egal ob ich auf der Straße zu Penny oder Edeka fahre, die gehen dann da nicht hin und wollen von den Läden nochmal Geld weil die Straße zu ihnen führt.

Hier haben wieder ein paar Manager die $$ in den Augen.
#6
Registriert seit: 09.06.2011
Muc
Kapitän zur See
Beiträge: 3652
Zitat Little Boozer;23319975
Das wäre zu schön um wahr zu sein!

Ich finde das Konzept gut. Jeder der die Infrastruktur nutzt sollte sich auch an dessen Instandsetzung und dem Ausbau beteiligen, das ist nur fair.
Bei unseren Straßen ist es auch nicht anders.


um in deiner analogie zu bleiben: zahlen die autohersteller für die straßennutzung? ich glaube nicht...
#7
Registriert seit: 09.06.2011
Muc
Kapitän zur See
Beiträge: 3652
Zitat Little Boozer;23320564

@: grobinger
Aber die Autokonzerne benutzen doch nicht diese Struktur, sie liefern nur die Möglichkeit sie zu benutzen und das tun letztlich wir Autofahrer. Wenn ich dich also richtig verstehe möchtest du, dass wir noch mehr bezahlen sollen für den digitalen Ausbau?


das ist genau die selbe analogie, google stellt youtube auch nur bereit.

was ich möchte: ein staatliches glasfasernetz zu dem alle anbieter gleichberechtigten zugang haben. man hätte das ganze nie in die hände der telekom geben dürfen. den ausbau auch gerne steuerfinanziert.
#8
Registriert seit: 09.06.2011
Muc
Kapitän zur See
Beiträge: 3652
Zitat Little Boozer;23320602
Also du möchtest wirklich dass wir (mit Steuern) das noch mehr finanzieren sollen und du findest es richtig, dass sich diese Konzerne, die binnen weniger Jahren mehr Vermögen angehäuft haben als mancher Staat, sich weiterhin kostenlos bedienen dürfen?


ja. so gut wie alle unternehmen nutzen öffentlich infrastruktur die vom steuerzahler finanziert wurde. dafür ist sie ja auch schließlich da. das ende der netzneutralität (und nix anderes wäre das) bedeutet das ende des internets wie wir es kennen. und: ein staatliches netz kommt ja für den endkunden auch nicht teurer als ein telekom-netz.
#9
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Emsland / Bochum
Admiral
Beiträge: 10403
Um die Analogie aufzubrechen: Die Autohersteller zahlen aber Steuern. Autos werden gekauft und mit einer saftigen Mehrwertsteuer beaufschlagt.

Der Internetkontent ist größtenteils kostenlos und generiert keine Steuereinnahmen.

Das was Facebook, Google, Amazon usw einnehmen fließt über Steuertricks direkt auf ausländische Konten.

DA muss die EU den Hebel ansetzen. Wenn die Konzerne hier endlich ihre Steuern korrekt bezahlen kann man das Geld auch wunderbar in den Netzausbau investieren.
#10
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Registriert seit: 24.05.2010

Kapitänleutnant
Beiträge: 1602
Zitat grobinger;23320584

was ich möchte: ein staatliches glasfasernetz zu dem alle anbieter gleichberechtigten zugang haben. man hätte das ganze nie in die hände der telekom geben dürfen. den ausbau auch gerne steuerfinanziert.

+1
Selbst wenn es 100 mrd oder mehr kostet ganz Deutschland zu verglasen lohnt sich das für die Allgemeinheit nach wie vor
#11
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
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Beiträge: 9449
Zitat TheBigG;23322440
+1
Selbst wenn es 100 mrd oder mehr kostet ganz Deutschland zu verglasen lohnt sich das für die Allgemeinheit nach wie vor

Naaaaja... kommt drauf an woher das Geld stammt!
Oder bist du bereit 25% Mwst zu akzeptieren? ;)

Außerdem hat der Staat in letzter Zeit gezeigt dass Geldefizient arbeiten leider nicht ihre Stärke ist :/
Finde das soll Sache der Unternehmen bleiben.
#12
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Registriert seit: 10.06.2008
Emsland / Bochum
Admiral
Beiträge: 10403
in letzter Zeit? Wann hat der Staat schonmal Effizent mit seinen Geldern gearbeitet?

Das Geld ist da - die Steuern sprudeln und im Zweifelsfall kriegt man es für wenig Zinsen bei der Zentralbank. Politiker sind immer nur auf Zeit gewählt - sparen können da andere. Man schenkt lieber aus..

Man könnte der Telekom auch wieder Privilegien bei der Nutzung einräumen. Dann invstieren die auch in en Ausbau
#13
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Registriert seit: 24.05.2010

Kapitänleutnant
Beiträge: 1602
Zitat DragonTear;23322471
Naaaaja... kommt drauf an woher das Geld stammt!
Oder bist du bereit 25% Mwst zu akzeptieren? ;)

hätte ich jetzt kein Problem mit
Zitat DragonTear;23322471

Außerdem hat der Staat in letzter Zeit gezeigt dass Geldefizient arbeiten leider nicht ihre Stärke ist :/
Finde das soll Sache der Unternehmen bleiben.

Und wer hat bei den Projekten die Leitung gehabt? Genau Personen die nur wissen wie man Geld verbrennt und in die eigenne Tasche wirtschaftet, setzt man da dann mal ein Ministerium das auch wirklich dafür zuständig ist ein, ist dies deutlich effizienter. Einfach mal angucken wieviel Verlust bei staatlicher und wieviel bei privater Altersvorsorge entsteht.

Zitat Hardwarekäufer;23323977

Man könnte der Telekom auch wieder Privilegien bei der Nutzung einräumen. Dann invstieren die auch in en Ausbau

Die Telekom kann nichts bis auf Infrastruktur tot verwalten.
#14
Registriert seit: 09.06.2011
Muc
Kapitän zur See
Beiträge: 3652
Zitat DragonTear;23322471
Naaaaja... kommt drauf an woher das Geld stammt!
Oder bist du bereit 25% Mwst zu akzeptieren? ;)


meine idee wäre da eine börsenumsatzsteuer.

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Zitat Hardwarekäufer;23323977
in letzter Zeit? Wann hat der Staat schonmal Effizent mit seinen Geldern gearbeitet?


grundsätzlich sollte man in keinen markt eingreifen, außer wenn er offenkundig (wie hier der fall) einfach nicht funktioniert. kritische infrastruktur gehört nicht in unternehmenshände (zumindest nicht wenn der staat da nicht mindestens 50% anteile hält).

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Zitat Hardwarekäufer;23323977
in letzter Zeit? Wann hat der Staat schonmal Effizent mit seinen Geldern gearbeitet?


das ist ja der witz, staatsunternehmen sollen nicht in erster linie effizient arbeiten, sondern eine grundversorgung an lebensnotwendigen dingen zuverlässig (!!!) für jeden erschwingbar bereitstellen. wenn man effizient arbeiten muss, dann gibt es in der pampa kein vernünftiges interwebz. siehe bahn oder post, wo unattraktive kundenkreise einfach abgehängt wurden.
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