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Deutsche Telekom fordert das Ende des staatlich diktierten Einheitsnetzs

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telekom2Nicht zuletzt die Diskussionen rund um um den Breitbandausbau haben das Thema Netzneutralität hierzulande ein Stück weit in den Hintergrund gedrängt. Ein Artikel im wohl wenig bekannten Kundenmagazin der Weberbank könnte dies nun wieder ändern. Denn in diesem fordert Philipp Blank, Sprecher der Deutschen Telekom, ganz unverhohlen das Ende der Netzneutralität.

Sicher hat das Internet als Informationsmedium eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Es muss frei, offen und ohne Diskriminierung bleiben. Die Debatte muss sich also um grundsätzliche Spielregeln drehen. Ein staatlich diktiertes Einheitsnetz darf aber nicht dabei herauskommen.“, so eine Passage, die Netzpolitik.org zitiert. Entscheidend ist dabei vor allem der letzte Satz, der sich gegen die derzeit geltenden Rahmenbedingungen richtet.

Ähnlich wie zuletzt beispielsweise Telekom-Deutschlandchef Jan van Damme fordert Blank in erster Linie jedoch keine weitere Belastung des Endverbrauchers. Denn auch er spricht davon, dass Unternehmen für eine bevorzugte Behandlung von Daten im Internet zusätzlich zahlen sollen: „Ein beliebtes Argument dagegen lautet: Gesicherte Qualität können sich nur große Internetunternehmen leisten. Die kleinen bleiben auf der Strecke. Dabei könnte sich eine Umsatzbeteiligung von ein paar Prozent jedes Unternehmen leisten. Und das wäre ein fairer Beitrag für die Nutzung der Netzinfrastruktur, auf der Internetdienste beruhen. Denn die Netzbetreiber stehen vor einem Dilemma, dass sie Milliarden in die Infrastruktur investieren sollen, ihre Umsätze aber schrumpfen – vor allem weil die Regulierung bisher ihren Schwerpunkt auf günstige Preise gesetzt hat.

Zentrale der Deutschen Telekom: Die Bonner fordern Umsatzbeteiligungen von Unternehmen, die mehr Qualität bei der Datenübertragung nutzen wollen
Zentrale der Deutschen Telekom: Die Bonner fordern Umsatzbeteiligungen von Unternehmen, die mehr Qualität bei der Datenübertragung nutzen wollen (Quelle: Deutsche Telekom)

Was auf den ersten Blick plausibel klingt, da mehr Leistung in der Regel auch mehr kostet, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen jedoch als das übliche Scheinargument. Denn schon heute müssen Unternehmen, die eine bestimmte Bandbreite oder Leitungsqualität benötigen, mehr Zahlen als die, die mit einem handelsüblichen Anschluss auskommen. Zudem verschweigt Blank, wie die bevorzugte Auslieferung von Informationen garantiert werden soll. Denn hierfür müssten nicht nur alle Netze der verschiedenen Betreiber die entsprechende Möglichkeit bieten, sondern auch die Anschlüsse der jeweiligen Nutzer - was angesichts des hiesigen Breitbandzustands eher utopisch erscheint.

Aber selbst in einem theoretisch machbaren Modell dürfte Blanks Vorschlag scheitern. Denn während die Abrechnung für ein deutsches Unternehmen, das lediglich das Netz der Deutschen Telekom nutzt, einfach zu erstellen sein dürfte, lauern die ersten Probleme schon bei der Berücksichtigung verschiedener Netze. Denn hier dürften auch Vodafone und Co. die Hände aufhalten und ihren Anteil vom Unternehmensumsatz verlangen. Weitaus komplizierter wird es spätestens dann, wenn es um ausländische Unternehmen geht: Müssen Google und Facebook künftig Teile ihre Einnahmen im Milliarden-Bereich gen Bonn überweisen, um ihren Kunden eine vernünftige Qualität bieten zu können?

Denn tatsächlich geht es der Deutschen Telekom lediglich um eine Möglichkeit, mit der die großen Internet-Konzerne zu Zahlungen herangezogen werden können. Ähnlich hatte sich Telekom-Chef Tim Höttges bereits im vergangenen November geäußert und dies mit dem vorhandenen Ungleichgewicht begründet. Denn seiner Meinung nach könnten die großen US-Konzerne hierzulande Geschäfte machen, ohne auch nur einen Cent in die lokalen Netze zu investieren geschweige denn für deren Nutzung zu zahlen.

Wie sich die deutsche und europäische Politik positionieren wird, ist noch nicht abzusehen. Denn vor allem EU-Digitalkommissar Günter Oettinger hatte sich zuletzt immer wieder dafür ausgesprochen, sogenannten Premiumdienste zu ermöglichen.

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Kommentare (11)

#2
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Hauptgefreiter
Beiträge: 220
Oh man ohhhhhhhhhh man , gute Nacht dunkel Deutschland , ein ISP hat die Aufgabe das Netz und die Geschwindigkeit zu Verfügung zu stellen für die alle Zahlen , wenn er Kontent anbieten will kann er das machen es sich extra zahlen lassen aber Finger weg von der Netzneutralität und der zwei Geschwindigkeiten gesellschaft , entweder alles gleich schnell oder man sollte Ihnen alle Netzteile wegnehmen die sie nicht selber gebaut haben und dann nochmal nachfragen ob sie dafür nun auch extra Löhnen wollen wenn sie hier rein wollen

Und wenn ich lesen Günter öttinger " will sogenannte Premium Dienste ermöglichen " hackt es oder was der soll da die intressen des Folks vertreten und keine Lobbyarbeit betreiben , das kommt davon wenn man solche Leute in die eu abschiebt man denkt die sind wir los aber nein Schaden können die auch da anrichten
#3
Registriert seit: 10.03.2006

Matrose
Beiträge: 9
Zitat
Ähnlich wie zuletzt beispielsweise Telekom-Deutschlandchef Jan van Damme fordert Blank in erster Linie jedoch keine weitere Belastung des Endverbrauchers.

Das ist doch eine billige Ausrede und sonst nichts. Wenn Netzbetreiber Verträge zur Bevorzugung des entstehenden Traffic eines Unternehmens abschließen, wie es zum Beispiel mit Netflix in den USA geschieht, dann wird sich das früher oder später auch auf den Endverbraucher auswirken. Die einfachste Art und Weise, wie man als profitorientiertes Unternehmen den eigenen Gewinn erhalten kann, ist das Weitergeben von steigenden oder zusätzlichen Kosten an den Kunden. Das wird von allen Unternehmen in beliebigen Branchen so gemacht und oft addiert man noch ein wenig dazu, damit es sich auch wirklich lohnt. Im bereits angesprochenen Fall von Netflix endete dies (wenn auch nicht explizit so gesagt) in einer Erhöhung des Abo-Preises um 12,5%.
#4
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Registriert seit: 06.10.2006
Ba-Wü & WÜ
Kapitän zur See
Beiträge: 3600
Fängt das schon wieder an. Nachdem sie vorerst nicht durch bringen konnten, dem Privatkunden Volumentarife unter der Bezeichnung "Flatrate" unterzujubeln nun das...

V.a. ganz richtig. Wie stellen die sich das vor? Ich als Unternehmen buche in meinem Straßenzug der ohnehin schon nur sehr dürftig mit Internet versorgt ist die Prio-Leitung und bei den anderen geht das sprichwörtliche (Internet-)Licht aus, wenn ich Daten durchs Netz jage? Super Lösung. Und Öttinger könnte in der Debatte mal bitte die Füße still halten. Zumal der Kollege eh nur ablesen kann, was ihm sein "Beraterteam" auf den Zettel schreibt. Selbst hat er nicht den Hauch einer Ahnung von dem, was er da quackt.

Grüße
Thomas
#5
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Registriert seit: 27.01.2011

Korvettenkapitän
Beiträge: 2410
Zitat
Deutsche Telekom [U]fordert[/U] das Ende des staatlich diktierten Einheitsnetzs


Zitat
[...]Ein staatlich diktiertes Einheitsnetz darf aber nicht dabei herauskommen.


Ein winziger Artikel in einem unbedeutenden kleinen Magazin und aus o.g. Satz wird eine Forderung - ganz großer Journalismus.
#6
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Registriert seit: 06.02.2014
Im sonnigen Süden
Admiral
Beiträge: 9452
Zitat black-avenger;23312253
V.a. ganz richtig. Wie stellen die sich das vor? Ich als Unternehmen buche in meinem Straßenzug der ohnehin schon nur sehr dürftig mit Internet versorgt ist die Prio-Leitung und bei den anderen geht das sprichwörtliche (Internet-)Licht aus, wenn ich Daten durchs Netz jage?

Quatsch.
Wieso schlussfolgern die Leute immer sowas?

Nur weil es priorisierte Angebote gäbe, heisst das doch nicht dass die Anbieter plötzlich nicht mehr die Verträge mit den anderen Abnehmern einhalten müssen. Jeder wird weiterhin sein Internet bekommen, entsprechend dem was er zahlt.
Priorisierte Dienste gibt es dann nur dort wo es die Infrastruktur hergibt (und die hoffentlich mit dem eventuell eingenommenen Geld ausgebaut wird). Das ist in Deutschland aber jetzt schon in großen Städten mglich und meistens sogar "zufällig" dort wo die größeren Firmen (z.B. Videostreamingdienste) sitzen die überhaupt von dieser Priorisierung nennenswert proftieren würden!

Denke langfristig werden wir uns von der vollständigen Netztneutralität verabschieden müssen - der Staat wird aber reglementieren. Eventuell ein Mindestmaß festsetzen.
In vielen anderen Bereichen gibt es doch solch eine Neutralisierung auch kaum.. also wieso ausgerechnet im Internet?
#7
Registriert seit: 22.10.2011

Hauptgefreiter
Beiträge: 220
wer so denkt hat schon aufgegeben , damals oder sogenannte andere Bereiche da wurde es einfach verpennt , noch haben wir die Möglichkeit das zu verhindern

soll es soweit kommen das ich beim isp für 100 MBit zahle er aber meint weil kontent Anbieter wie youtube Google und Co im nicht auch was zahlen bei mir dann nur 1 MBit ankommt ??? wo mit rechtfertigt er das , bezahl ich dem Isp nicht schon die Leitung und Hardware wo die Daten drüberlaufen hat er nicht schon ein Gewinn dadurch , du glaube ja , das ist einfach diese verschissene Autobahn Methode für eine Sache doppelt und dreifach zu zahlen ......

zumal sich das alles sowas von beißt Isp und gleichzeitig selber kontent Anbieter natürlich will er zwei Klassen internet damit alle zu ihm wechseln weil es bei im schneller läuft
#8
Registriert seit: 04.04.2007

Hauptgefreiter
Beiträge: 189
Zitat TheBigG;23312033
Die treten dann ihr Netz in Deutschland an den Steuerzahler ab, dann können die machen was sie wollen. Solange das nicht passiert sollen die gefälligst die Füße stillhalten.


Die Bundesrepublik Deutschland hält direkt 14,5 Prozent und indirekt über die KfW weitere 17,4 Prozent der Aktien. Die Mehrheit der Wertpapiere (rund 68 Prozent) befinden sich im Streubesitz.... ( Auszug aus Wiki : Deutsche Telekom )

Wenn aber unser Staat, unter Führung von Mama Merkel, die ja von allen Deutschen so schön vergöttert wird, seinen Aufgaben eigentlich schon lange nicht mehr nachkommt, wem soll man dann eigentlich dafür verantwortlich machen? Über Jahre hinweg wurden lediglich die Aktionäre der Telekom befriedigt, das bestehende Netz bis auf das letzte ausgequetscht und nun da man um einen Ausbau nicht mehr herumkommt hält man wunderschön die Hände auf und fordert Geld vom Staat, anders wäre das ja nicht zu stemmen während man gleichzeitig doch über die Ungerechtigikeit ( Einheitsnetz ) jammert. Feine Sache....
#9
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Süd Schwarzwald
Matrose
Beiträge: 9
Ich kann’s bald nicht mehr hören. Nur weil die zu dämlich sind das Netz vernünftig aus zu bauen fangen die jetzt schon wieder mit QOS an. Jahre lang vergessen die Modernisierung des eigenen Netzes vor ran zu treiben und jetzt rumheulen, weil man den Anschluss verloren hat. Man könnte glauben Pink macht dumm.
#10
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Registriert seit: 11.06.2011

Obergefreiter
Beiträge: 87
Die sollten mal sicher stellen, dass sämtlicher Kontent an allen Anschlüssen in vollem Umgang nutzbar ist, bevor sie auch nur irgendwelche Forderungen stellen.
#11
Registriert seit: 01.12.2012

Obergefreiter
Beiträge: 128
Ey bei Mutti hakts doch langsam. Im Koalitionsvertrag ist die Netzneutralität festgeschrieben und trotzdem kommt jetzt der Pinke Panther und jammert wieder.
Der Netzbetreiber baut das Netz und bekommt für jeden geschalteten Anschluss Geld - abhängig von der gewünschten Geschwindigkeit. Darüber muss er sich finanzieren. Punkt. Einnahmequelle der Netzbetreiber sind Netznutzungsgebühren, das ist beim Gas so, beim Strom und beim Wasser (bei letzterem ist es allerdings monopolistisch). Nur im Neuland funktioniert das nicht, weil Mutti nicht versteht wies geht.
Wie mit den Volumentarifen: 100 Nutzer bezahlen 100mbit/s, sparen aber und buchen nur 100 MByte Volumen. Wie viel muss die Leitung verkraften: 10Gbit/s. Alle 100 Nutzer haben mehr Geld und Buchen das 1000 fache Volumen, 100 GByte. Wie viel muss die Leitung verkraften? 10Gbit/s. Aber bei der Telekom geht das anders. Weil bei der die Nutzer ja nur abwechselnd ins Netz gehen.

Alles nur Scheinargumente um mehr Kohle zu machen.
LG
RMG
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