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Google: Löschanfrage betrifft erstmals Wikipedia-Artikel

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google 2013Wie berichtet ist Google nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Mai dazu verpflichtet, Löschanfragen von Nutzern zu prüfen, die sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt sehen. Nun soll erstmals der Link zu einem Wikipedia-Artikel gelöscht werden. Wer hinter diesem Löschantrag steht, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Laut Guardian soll der Link innerhalb der nächsten Tage entfernt werden.

Dazu äußerte sich Jimmy Wales, Mitbegründer der Online-Enzyklopädie Wikipedia und einer der zehn Mitglieder im Expertenrat bei Google, der über die gestellten Löschanträge entscheidet. Er sagte dem Observer, es sei verrückt und müsse korrigiert werden. Wenn es sich bei dem Artikel um wahrheitsgemäße und legal ermittelte Informationen handele, so gäbe es seiner Meinung nach kein Recht, diese zu löschen.

Das Expertengremium wird durch Europa reisen, die erste Anhörung ist für den 9. September in Madrid geplant. Danach will es an einem Leitfaden über die Implementierung des neuen Gesetzes arbeiten, von dem neben Google auch Microsofts Suchmaschine Bing betroffen ist.

Bis zum 18. Juli hat Google bereits 91.000 Anfragen aufgrund des Urteils „Recht auf Vergessen" erhalten, die 300.000 Webseiten betreffen. Von diesen wurden 53 Prozent ausgeführt, 32 Prozent abgelehnt und bei weiteren 15 Prozent weitere Informationen angefordert. Der eigentliche Knackpunkt bleibt weiterhin, dass der Löschantrag sich nur auf die Hyperlinks der Suchmaschinenanbieter erstreckt. Die eigentliche Quelle bleibt weiterhin erhalten und somit auch aufrufbar.

 

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Kommentare (5)

#1
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Registriert seit: 11.04.2012

Flottillenadmiral
Beiträge: 4566
Kann ich mir gut vorstellen, bei dem Müll, der teilweise auf Wikipedia steht.
#2
Registriert seit: 05.03.2007

Kapitän zur See
Beiträge: 3311
Das ganze Uhrzeit ich ein sehr sehr schlechter Scherz.
Bei so einem Urteil muss man der Merkel recht geben - das Internet ist noch Neuland für uns beziehungsweise für die Richter und Merkel.
#3
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Registriert seit: 11.11.2004
Moers
Oberbootsmann
Beiträge: 776
Zitat Snake7;22493332
Das ganze Uhrzeit ich ein sehr sehr schlechter Scherz.
Bei so einem Urteil muss man der Merkel recht geben - das Internet ist noch Neuland für uns beziehungsweise für die Richter und Merkel.



sorry, aber ich muss bei deinem autocorrect-"unglück" laut lachen^^

Spaß beiseite. Ich denke, da stehen wir noch vor einigen, wirklich sehr wenig durchdachten Fragen in Zukunft! Zum Beispiel: Wo ziehen wir die Grenze? Wie weit ist google zu Recherchen zu zwingen? Ich meine, das kann bei wikipedia-Artikeln mal ganz schnell ganz schön zeitaufwändig werden... Schließlich ist nicht jeder der dort angesiedelten "Fakten" einfach in anderen Wissenssammlungen nachzuvollziehen. Was, wenn's um was Banales, Lokales geht?

:wall:
#4
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Registriert seit: 11.08.2012

Flottillenadmiral
Beiträge: 4592
Ich bin ja nach wie vor für ein "freies" Internet, bei dem Suchmaschinen einfach alles anzeigen, was zum jeweiligen Stichwort existiert, und zwar ungefiltert.

Denn wo ist denn bitte der Unterschied zur Zensur von Zeitungen, Radio und Fernsehen in einer Diktatur (was doch so oft kritisiert wird)?
#5
Registriert seit: 25.09.2009

Hauptgefreiter
Beiträge: 200
Gerade bei Wikipedia finde ich es doppelt dumm. Erstens kommen viele Menschen auf die Idee direkt bei Wikipedia zu suchen und zweitens hat Wikipedia selbst gut funktionierende Kontrollinstrumente wenn es um Persönlichkeitsrechte geht.
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