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Negative Bewertung: Amazon-Marketplace-Kunde muss keinen Schadenersatz bezahlen

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amazonWeil Thomas A. aus Großaitingen (Kreis Augsburg) einen Amazon-Händler im Juli 2013 negativ bewertet hatte, zerrte ihn der Marketplace-Händler vor das Augsburger Landgericht und verklagte den 33-Jährigen auf Schadensersatz in Höhe von 70.000 Euro. Über den Fall hatten wir bereits im April ausführlich berichtet. In dieser Woche fällte das Gericht sein Urteil und wies die Klage ab – allerdings nur aufgrund eines Formfehlers, wie die Augsburger Allgemeine Zeitung berichtet. 

Demnach soll der Händler keine ausreichenden Beweise vorgelegt und zu spät seinen Beweisantrag gestellt haben. Folglich beschäftigte sich die zweite Zivilkammer des Augsburger Landgerichts nicht mit der Frage, ob der Verkäufer des 22,51 Euro teuren Fliegengitters einen Anspruch auf Schadensersatz habe. Zuvor habe Richter Rudolf Weigell versucht, das Verfahren mit einem Vergleich zu beenden. Thomas A. und sein Anwalt sollen zwar bereit gewesen sein, eine Unterlassungserklärung abzugeben, jedoch soll die Klägerseite auf eine Schadensersatz-Zahlung in Höhe von mindestens 25.000 bis 30.000 Euro beharrt haben. Thomas A. und sein Anwalt lehnten dies jedoch ab.

Der Händler hat jetzt allerdings noch die Möglichkeit, gegen die Entscheidung des Gerichts in Berufung zu gehen. Dann müsste das Oberlandesgericht neu über den Fall entscheiden.

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Kommentare (10)

#1
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Registriert seit: 30.01.2005
Österreich
Leutnant zur See
Beiträge: 1181
Der Richter wollte eine Vergleich? Lächerlich ...
#2
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Österreich
Leutnant zur See
Beiträge: 1181
+n
#3
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Registriert seit: 10.05.2007


Beiträge: 12893
Schade, dass hier nicht in der Sache entschieden wurde, denn es scheint ja doch komplexer zu sein, al es den ersten Anschein hat. Demnächst Haftpflicht Versicherung für Produktbewertungen...
#4
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Schwandorf
Kapitänleutnant
Beiträge: 1732
Richter wollen oftmals einen Vergleich, dann sind sie nämlich immer fein raus. Im Endeffekt braucht es hier aber eh eine höchstrichterliche Entscheidung, von daher glaube ich nicht, dass das schon das Ende sein wird.
#5
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Von draußen, vom Walde komm ich her :)
SuMoFreak
Beiträge: 1027
Zitat Bob.Dig;22476921
Schade, dass hier nicht in der Sache entschieden wurde, denn es scheint ja doch komplexer zu sein, al es den ersten Anschein hat.


Ja, das Urteil hätte uns wohl alle interessiert. Aber wo kommen wir denn hin, wenn wir nicht mal mehr "objektiv" bewerten können.
#6
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Registriert seit: 21.02.2013

Leutnant zur See
Beiträge: 1044
Naja, zum Teil kann ich den Händler verstehen... Wenn ein Kunde in seiner ARTIKELbewertung schreibt "Schnalle Lieferung, Verkäufer nie wieder", ist das doch auch kacke... Klar kann das mal sein, dass ein Artikel kacke ist, aber in eine Artikelbewertung gehört keinerlei Feedback über den Verkäufer!
Ich sehe das nämlich immer wieder, dass Artikel scheiße bewertet werden, obwohl das negative Feedback dem Verkäufer gewidmet ist. Daher sollte der Verbraucher zumindest diesen Teil objektiv anpassen. Dass man ihm aber dafür 30k ausleiern will, sehe ich auch wieder völlig übertrieben.
#7
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Registriert seit: 05.09.2005

Bootsmann
Beiträge: 696
Generell sollte man auch verlangen, das auch in einer negativen Bewertung ein gewisses Niveau im Sprachgebrauch gehalten wird. Man kann auch Fehler und Mängel eines Produkts anführen, ohne Wörter wie "kacke" und "scheiße" zu verwenden, indem man sie einfach sachlich erläutert.
#8
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Registriert seit: 23.10.2007

Oberbootsmann
Beiträge: 870
Das beste wäre eigentlich, wenn Amazon diesen Verkäufer für immer Sperren würde.
#9
Registriert seit: 05.07.2010

Admiral
Beiträge: 12116
Das zeigt mal wieder, dass jeder Leser auch den Wert jeder Bewertung selbst bewerten muss. Die meisten Bewertungen sind nämlich schlicht wertlos.
#10
Registriert seit: 24.01.2010
Bielefeld
Stabsgefreiter
Beiträge: 296
Ganz ehrlich...wenn wir amerikanische Verhältnisse haben wollen dann muss dieser Händler gewinnen. Wie kann man annehmen das der Händler aufgrund einer Bewertung einen Gewinnverlust(nichts anderes wäre es nämlich) von 70000€ hatte. Einfach nur lächerlich.

Ich denke das diese Entscheidung nicht vor einer höchstrichterlichen Instanz verhandelt werden sollte. So einem Blödsinn darf man nicht so einem öffentlichen Raum geben.

@ holt

Komm mal wieder runter von deinem hohen Roß. Jeder sollte seine Einschätzung bzw. seine Bewertung wiedergeben. Wieviel Inhalt diese dann hat, steht auf einem anderem Blatt. Solange wie strafrechtlich nix relevantes drinsteht ist alles gut.

Man darf auch nicht vergessen das die Firmen selber diese Option der Bewertung eingeführt haben. Und auch darf nicht von Tisch gekehrt werden das es die meisten dieser "Firmen" ohne die Plattform Amazon garnicht gäbe. Wahrscheinlich würde es diese Meldung nicht einmal geben wenn dieser Händler seinen Onlineshop nicht bei Amazon eingerichtet hätte.
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