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Die Vorratsdatenspeicherung, Google und Sony legen den Rückwärtsgang ein

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hardwareluxx news newMit der 22. Kalenderwoche endet auch der Wonnemonat Mai. Für Technikaffine ist dies gleichbedeutend mit zwei Dingen. Erstens: Die Computex steht unmittelbar vor der Tür und dürfte neue CPUs und GPUs ans Licht befördern. Zweitens: Die Zeit der Feiertage ist erst einmal vorbei. Grund genug also für etwas Heiterkeit, beispielsweise mit einer kleinen Scherzfrage: Was ist der Unterschied zwischen Microsoft und Google?

Microsoft ist das neue Google

Die Lösung dürfte anders als erwartet ausfallen: Denn das in der Vergangenheit ach so hippe und innovative Google scheint spätestens mit der I/O in den Winterschlaf gefallen zu sein. Überraschungen blieben aus, alles Kundgetane war Tage vorher bereits bekannt. Warum das angekündigte Android-Update einen eigenen Namen erhält, dürfte sich selbst so mancher Angestellte in Mountain View fragen. Vielleicht stellt man sich dort aber auch die Frage, ob man nicht vielleicht von Apple infiltriert wurde. Denn nachdem man dem Konkurrenten im nahen Cupertino nicht nur einmal den dreisten Feature-Diebstahl vorwerfen konnte und musste, hat sich das Blatt gewendet. Nicht nur eine der gezeigten Neuerungen kennt man von iOS.

Die native Unterstützung von Fingerabdruck-Sensoren erinnert an Apples Touch-ID
Die native Unterstützung von Fingerabdruck-Sensoren erinnert an Apples Touch ID

In Redmond hat man hingegen erst vor wenigen Wochen gezeigt, wie Innovationen im Jahr 2015 auszusehen haben. Ob HoloLens oder Continuum, der Konkurrenz scheint man einige Jahre voraus zu sein. Wichtiger jedoch: Man hat bei Microsoft erkannt, dass alle Produkte für alle Plattformen erscheinen müssen, um erfolgreich zu sein – wie im Falle von Cortana. Google hingegen schafft es nicht einmal, Android Wear zur Zusammenarbeit mit iOS zu überreden.

EA kopiert Microsofts Fehler

In puncto Innovationsarmut übertroffen wird Google jedoch von Electronic Arts. Nach zuletzt mehr schlechten als auch nur ansatzweise guten Titeln wird nun die Mumie Need for Speed wiederbelebt. Zwar waren schon die letzten Versuche, die einst strahlende Marke wieder zu alter Stärke zu führen, nicht von Erfolg gekrönt, nun soll aber alles besser werden. Warum man dann aber auf direkten Konfrontationskurs zur Käuferschaft geht, dürfte als unbeantwortete Frage in die Geschichte eingehen.

Denn anstatt das Spiel schmackhaft zu machen, vergrault man potentielle Kunden mit einer permanent erforderlichen Online-Verbindung. Damit droht dem Unternehmen das gleiche PR-Desaster wie Microsoft – in Redmond musste man schmerzhaft erfahren, dass Online-Zwang und Spiele oder Konsolen nicht zueinander passen. Man hätte es sich aber auch denken können. Denn im vergangenen Jahr hatte der zuständige Entwickler Ghost Games noch angekündigt, dass man genau das Spiel erschaffe, dass die Spieler wollen. Am Ende kommt immer das Gegenteil dabei heraus.

Das Gerät mit den zwei Namen

Dass die Orientierung am Kunden am Ende aber nicht immer automatisch Erfolg verspricht, zeigt Sony. Mit der Xperia Z-Serie liefern die Japaner seit Jahren an sich gute Smartphones, nur die Verkaufszahlen wollten bislang nie die Höhen von Samsung, Apple und Co. erreichen. Ähnliches dürfte auch dem Xperia Z3+ blühen, das den Titel „Kurioseste Neuvorstellung der Woche“ verdient hat.

Unverständliche Namens- und Preispolitik: Das Sony Xperia Z3+
Unverständliche Namens- und Preispolitik: Das Sony Xperia Z3+

Als Kritik am Gerät darf das nicht verstanden werden. Denn das Datenblatt klingt durchaus vielversprechend. Auch, weil die Stärken der Vorgänger wieder mit dabei sind. Warum Sony aber für ein und das selbe Modell weltweit zwei verschiedene Namen nutzt und angesichts der mächtigen Konkurrenz erneut auf einen aberwitzigen Preis setzt, bleibt wie so vieles in dieser Woche ein Rätsel.

Beim Lügen ertappt

Wie man sich fühlt, wenn man A will und B machen muss, dürften viele wissen. In der vergangenen Woche dürfte es jedoch niemanden so arg getroffen haben wie Heiko Maas. Denn vor der versammelten Presse musste der Bundesjustizminister den gerade vom Kabinett verabschiedeten Gesetzesentwurf für die neue Vorratsdatenspeicherung verteidigen. Es sei alles gar nicht so schlimm, wie behauptet werde, so der Tenor des SPD-Politikers. Hier und da konnte er einem beinahe leid tun – wenn da bloß nicht der eine oder andere Moment gewesen wäre, der Zweifel an seiner grundsätzlichen Kompetenz als Politiker aufkommen ließ. Denn wenn man auf der politischen Bühne eines beherrschen muss, dann das Verpacken von Unwahrheiten. Der Wähler darf niemals erfahren, wenn man ihm frech und direkt ins Gesicht lügt.

Bundesjustizminister Maas kann die Notwendigkeit nicht beweisen - dabei ist sie zwingende Voraussetzung
Bundesjustizminister Maas kann die Notwendigkeit nicht beweisen – dabei ist sie zwingende Voraussetzung

Beispiele gefällig? Laut Maas kann der Zugriff auf die Daten künftig nur dann erfolgen, wenn schwere Straftaten vorliegen und ein Richter die Erlaubnis erteilt. Dumm nur, dass das Gesetz so schwammig formuliert ist, dass es selbst bei „Raubkopierern“ zur Anwendung kommen kann – und die Polizei in vielen Fällen den Richter gar nicht kontaktieren muss. Und so geht es munter weiter: Daten von Berufsgeheimnisträgern dürfen nicht verwendet werden, zur Vorsicht sammelt man sie aber doch fleissig – man kann ja nie wissen.

Für den Schokostreusel auf dem Sahnehäubchen auf dem i-Tüpfelchen sorgte jedoch ein kurzer Satz aus dem Munde Maas’: „Die Notwendigkeit kann ich nicht beweisen.“ Dumm nur, dass die für die Einschränkung von Grundrechten zwingend erforderlich belegt werden muss. Wer sich so tollpatschig vor der Presse anstellt, dem sollte Bundeskanzlerin Merkel vielleicht demnächst ihr vollstes Vertrauen aussprechen. Besser wärs!

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Kommentare (8)

#1
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Registriert seit: 27.02.2010
Schläfrig-Holzbein
0815-was-so-läuft-Radio-Pop-Rock
Beiträge: 13534
Ich komme aus dem Staunen nicht raus, wie immens sich Microsofts Image aktuell wandelt. Seit einem Jahr ist es vom langweiligen Bürokratie-Amtsstuben-Konzern zum hippen Vorreiter einer neuen mobilen Kultur geworden (und das ja nicht zu Unrecht).

Ebenso erstaunt bin ich, wie einhellig die Techszene die Google IO 2015 als Symptom für Stillstand wertet. Bei all den "wir jetzt auch"-Ankündigungen ist das natürlich nicht verwunderlich (Fingerprint, Rechte-Management, Android Pay)...
#2
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Registriert seit: 27.07.2008

Fregattenkapitän
Beiträge: 2580
Wir rufen hiermit wieder Artikel 48 der Weimerer Verfassung auf und setzten somit den Ausnahmeszustand in Kraft wo jeder Bürger sich nunmehr als enteignet betrachten darf und einer Ausgangssperre unterzuordnen hat und sich der totalitären Staatsmacht ergeben muss.

Wiederhandlung wird sofort und ohne Recht auf ein Verfahren militärisch bestraft wobei Verhöre, Freiheitsberaubung und Körperverletzung mit Todesfolge nur als notwendiges Gut angesehen werden.

Eine Begründung müssen wir dafür nicht liefern aber notwendig ist es trotzdem...

Ja, so weit ist es also schon mit der "Demokratie", das man Grundrechte ohne Begründung und nur auf Vermutungen basierend, einfach so aushebeln kann.

Aufregen tut sich darüber aber wohl niemand mehr.
Nach den jüngsten Skandalen des BNDs und der NSA ist der Kapitalismus nun schon bis zu den Grundrechten vorgedrungen. Die Grundrechte, die das gesamte Fundament unserer Individualität, Freiheit und Gleichberechtigung darstellen.

Heute ist es die Vorratsdatenspeicherung und Morgen ist es das Ausfiltern von nicht kapitalgewinnbegünstigten Bürgern.

Ja Leute, das werden schwere Zeiten für uns so demokratisierten und verwöhnten Bürgern und in Zukunft Sklaven...
#3
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Registriert seit: 10.05.2007


Beiträge: 12889
Dafür sind MS Updates so verbugt wie lange nicht mehr, schrecklich. Und wenn der Minister eine Vorlage für das Einkassieren gleich mitliefert, dann sollte man ihm dankbar sein.
#4
Registriert seit: 30.11.2012

Banned
Beiträge: 529
Hat ja super funktioniert.

Die "Regierung" beschließt die bürgerrechte zu beschneiden, ubd anstatt dass die leute etwas unternehmen , projezieren sie ihre wut auf einen minister der selber nur anweisungen bekommt.

Der maas fungiert als dreckssieb, dass den zorn von der merkel weghält. Super praktish eigentlich....


....und die bevölkerung beschwert sich wenn ein politiker sich vor die kamera stellt und 1 mal ehrlich ist und nicht mit irgenwelchem schrödern daherkommt....
#5
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Registriert seit: 16.01.2005
HH\Wandsbek\Hinschenfelde
Korvettenkapitän
Beiträge: 2432
Recht hast du ASCI.. Warum die VDS kommt ist der CDU/CSU und dem Herrn Gabriel zu danken. Heiko Maas ist Gegner der VDS und schade eigentlich, dass Herr Maas nicht einfach zurückgetreten ist um ein Zeichen zu setzen. Frau Merkel gehört abgewählt so einfach ist das.
#6
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Registriert seit: 13.08.2008
Bielefeld
Stabsgefreiter
Beiträge: 387
Ich würde mich gerne zu dem Thema äussern, aber nacher wird einem das noch negativ ausgelegt.
#7
Registriert seit: 30.11.2012

Banned
Beiträge: 529
Zitat Tallum;23536636
Ich würde mich gerne zu dem Thema äussern, aber nacher wird einem das noch negativ ausgelegt.


.... ich bin mir nicht sicher ob schweigen und seine freie meinung nicht zu äussern der richtige weg ist.

Ich bin ein selbstkritischer mensch. Und ich weiß nicht was schlimmer ist. Die die es machen, oder die die einfach zusehen und sich "nicht äussern"
#8
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Registriert seit: 14.02.2006
Witten
Obergefreiter
Beiträge: 77
Naja, was will man von einer Illigalen "Regierung" anderes erwarten?
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