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Das war 2013 - Teil 1

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Seite 2: E bis I

E wie Enterprise

Mit Into Darkness feierte die Enterprise nicht nur auf der Leinwand einen großen Erfolg, auch auf dem Notebook-Markt sorgte sie für Aufsehen. Denn wovon sich Acers Designer beim Aspire R7 haben inspirieren lassen, steht außer Frage. Kein anderer Mobilrechner dürfte 2013 mit einer derart ungewöhnlichen Optik in den Handel gekommen sein. Dass das Aspire R7 aber kein Blender war und ist, zeigte unser Test. Zwar konnte es hier nicht mit Warp-Geschwindigkeit und Beamen punkten, wohl aber mit seiner Vielseitigkeit und der guten Verarbeitung.

F wie Porno-Abmahnung

Sex sells! Das dürfte spätestens seit Anfang Dezember auch für Abmahnanwälte gelten. Denn in einer bisher in Deutschland noch nie dagewesenen Form verschickte eine Regensburger Kanzlei zehntausende Abmahnungen an Internet-Nutzer, die das Sexvideo-Portal Redtube genutzt haben (sollen). Während Sittenwächter sich hier in ihren Forderungen nach Porno-Sperren im Internet bestätigt sahen, rieben und reiben sich Juristen verwundert die Augen. Denn mittlerweile drehen sich die Fragen darum, warum Richter des Landgerichts Köln die Herausgabe der zu den IP-Adressen zugehörigen Daten bewilligt haben und wie die Abmahnanwälte überhaupt an die IPs gelangt sind. Fest steht: Das Thema wird auch 2014 eine große Rolle spielen, behandelt es doch eine Grauzone des Urheberrechts. Vorsichtig sein sollte man aber dennoch bis auf weiteres. Denn die Anwälte haben angekündigt, auch auf weiteren Portalen nach Verletzungen zu suchen. Deshalb lieber zum Magazin greifen, das funktioniert auch ohne Internet.

G wie GEZ

Durch die Umstellung der GEZ-Gebühr auf den Rundfunkbeitrag zum Jahreswechsel erhofften sich die Sendeanstalten einfach nur eine Erleichterung für die Beitragszahler, denn seit dem 1. Januar 2013 wird nicht mehr pro Empfangsgerät eine Gebühr fällig, sondern der Rundfunkbeitrag wird einfach pauschal pro Haushalt abgerechnet. 17,98 Euro werden monatlich fällig. Viel Zuspruch hat die Umstellung in den letzten zwölf Monaten nicht erhalten. Vor allem Unternehmen mit vielen Filialen, einem großen Fuhrpark und einer Vielzahl von Teilzeitkräften sollen seit diesem Jahr deutlich mehr an ARD, ZDF und Deutschlandradio abtreten müssen - ein Grund, weshalb der Autovermieter Sixt im Oktober offiziell Klage vor dem Münchner Landgericht einreichte. Doch auch Privatpersonen war die Umstellung des Rundfunkbeitrages ein Dorn im Auge, kam es im März dieses Jahres bundesweit doch zu zahlreichen Protestaktionen. Gegen Ende des Jahres wurde klar, dass die Umstellung ein deutliches Plus in die Kassen der Sender spülen würde. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Sendeanstalten (KEF) legte im Dezember ihre ersten Zahlen vor: Satte 1,15 Milliarden Euro an Mehreinnahmen sollen es in dieser Gebührenperiode bis 2016 werden. Der Vorschlag: Eine Entlastung der Gebührenzahler in Höhe von 73 Cent monatlich.

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Die Umstellung hätte eigentlich nur ganz einfach für alle sein können - nun bedeutet sie aber doch Mehreinnahmen für die Sender.

H wie Haswell

Alle Jahre wieder frischt auch Intel seine Produktfamilien auf. In diesem Sommer war es auch bei Desktop- und Mobile-CPUs soweit, auf Ivy Bridge folgte Haswell. Nun sind Generationswechsel meist nicht weiter spektakulär, hier ein paar Prozent mehr Leistung, dort ein paar Watt weniger Energiebedarf. Doch spätestens im Herbst war klar, welch großen Sprung die Chipschmiede tatsächlich hingelegt hat. Denn nicht nur, dass Notebooks sich in wahre Dauerläufer verwandeln, auch die Preise für Ultrabooks purzeln auf einmal nach unten. Möglich wird letzteres durch die geänderten Anforderungen an derartige Geräte. Intel hat hier auf Kritiker gehört und an wichtigen Stellen die Schrauben etwas gelockert. Aber auch an anderer Stelle überrascht Haswell. Denn überraschend mussten Nutzer und Tester feststellen, dass man mit der integrierten GPU tatsächlich spielen kann. Zwar bleiben Grafikkracher wie Crysis 3 oder Battlefield 4 auch weiterhin ein Traum und nur wenige Prozessoren verfügen überhaupt über Iris Pro, doch im Vergleich zu früheren Generationen hat man einen gigantischen Sprung nach vorne gemacht.

I wie Insolvenz

Das Jahr 2013 bedeutete für viele IT-Firmen das Aus. Schon im Dezember 2012 meldete mit K&M Elektronik einer der bis dato größten Hardware-Versandhändler Insolvenz an, der Verkauf einiger Filialen an Bora Computer wurde aber erst in diesem Jahr beschlossen. Mit THQ verschwand ebenfalls nur wenige Tage vor dem Jahreswechsel auf 2013 einer der bekanntesten Spielepublisher von der Bildfläche. Die erste große Insolvenz in diesem Jahr war die von Atari am 21. Januar, dem einstigen Pionier der Computerspieleindustrie. Im März wurde bekannt, dass die TGT GmbH, der Partner des Grafikkartenherstellers Point of View, der zuständig für die übertakteten Modelle wie die PoV GeForce GTX 560 Ti TGT Beast Edition war, zahlungsunfähig wurde. Bereits im Januar soll die öffentliche Bekanntmachung vor dem Münchner Landgericht stattgefunden haben.

Auch zwei IT-Verlage schlossen in diesem Jahr ihre Pforten oder gaben zumindest den Termin der offiziellen Schließung bekannt: Gemeint sind Data Becker und Österreichs größter und ältester Verlag für Videospiele Consol-Media. Ansonsten standen in diesem Jahr Loewe und die Elektromarktkette Niedermeyer vor dem Aus. Gegen Ende des Jahres folgte der nächste Knall: Speicherhersteller OCZ erklärte sich nach etlichen Quartalsberichten tief in den roten Zahlen für zahlungsunfähig. Auch die GetGoods AG machte im November dieses Jahres offiziell dicht. Es folgten Hausdurchsuchungen und der Verdacht auf Insiderhandel und Steuerschulden.

Media Markt wurde im Jahr 2013 zwar nicht insolvent, kündigte aber ebenfalls die Schließung seiner über 250 Filialen an. Im Rahmen einer Werbeaktion schloss der rote Riese für einen Tag all seine Filialen und den dazugehörigen Onlineshop, um am nächsten Tag mit zahlreichen Eröffnungsangeboten auf Kundenfang zu gehen. Begleitet wurde die Aktion von einer aggressiven, aber nicht ganz eindeutigen Fernseh-Kampagne.