> > > ProtonMail bietet per PGP verschlüsselte Mails – auch für iOS und Android

ProtonMail bietet per PGP verschlüsselte Mails – auch für iOS und Android

DruckenE-Mail
Erstellt am: von

protonmailSpätestens mit der Veröffentlichung tausender Dokumente über die weltweiten Abhörpraktiken durch Edward Snowden machen sich mehr und mehr Nutzer Gedanken darüber, wie sie ihre Kommunikation absichern können. Während zahlreiche Messenger inzwischen auf eine vollstände Ende-zu-Ende-Verschlüsselung setzen, ist dies bei den Mails nicht ganz so einfach. Die PGP-Verschlüsselung gilt hier als der Standard, wenn es darum geht, die Mails vor Einblick Dritter zu schützen. Edward Snowden hat seine Kommunikation für die ersten Leaks ausschließlich per PGP-verschlüsselten E-Mails getätigt.

Allerdings ist der Umgang mit PGP nicht ganz einfach. Selbst wenn das System mit einem Private- und Public-Key versehen ist, heißt das noch nicht, dass es eine einfache Möglichkeit gibt, sich eine Software zu installieren, die alle notwendigen Schritte für eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte Mail übernimmt. Am komplexen Einrichtungs-Prozess und auch der generellen Handhabung scheitern selbst Nutzer, die sich als erfahren bezeichnen. Dabei ist ein einfacher Einstieg essentiell dafür, dass sich solche Dienste durchsetzen können. Von der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bekommt der Nutzer bei den Messengern wenig mit – ebenso sollte es bei den Mails sein.

ProtonMail in der Webansicht
ProtonMail in der Webansicht

Ein Anbieter in der Schweiz hat sich auf die Fahnen geschrieben, eben das zu ändern. ProtonMail bietet zunächst einmal einen Webservice zum Versand und Empfang von verschlüsselten E-Mails. Nach einer Android-App (Google Play Store) bietet man aber nun auch eine solche für iOS (Apple App Store) an und damit dürfte der Dienst eine weitaus größere Verbreitung finden. Um ProtonMail nutzen zu können, muss der Nutzer erst einmal wenig tun, außer sich anzumelden und einen Key zu generieren. Mails lassen sich wie erwähnt, direkt aus der Weboberfläche heraus versenden und empfangen. Für die mobile Nutzung stehen die besagten Apps zur Verfügung.

ProtonMail ist im Basis-Paket kostenlos. Die Speicherkapazität beläuft sich auf 500 MB und man kann sich eine Adresse mit der Endung @protonmail.com oder @protonmail.ch registrieren. Ansonsten belaufen sich die Einschränkungen auf 150 Mails pro Tag und es können bis zu 20 Labels vergeben werden. Wer sich einiger dieser Einschränkungen entledigen bzw. die Einschränkungen herunterschrauben möchte, kann 5 Euro pro Monat oder 48 Euro im Jahr zahlen. Ein Premium-Angebot ist ebenfalls buchbar.

ProtonMail auf iOSProtonMail auf iOS

ProtonMail auf iOS

Per PGP-verschlüsselte E-Mails können nur mit E-Mail-Clients gelesen werden, die eine entsprechende PGP-Installation beinhalten. Für die meisten Nutzer ist es damit notwendig, dass beide einen entsprechenden Client verwenden. Noch einfacher ist dies natürlich, wenn Dienste wie ProtonMail sich weiter verbreiten. ProtonMail hat den Source-Code für seine Software per Open-Source frei zugänglich gemacht, so dass auch ein Review aller Komponenten erfolgen kann. Für weitere Informationen lohnt ein Blick auf die Webseite des Anbieters https://protonmail.com.

Sicherlich gibt es noch einige andere Anbieter, die einen ähnlichen Service anbieten. Einige dieser mussten inzwischen aber auch schon wieder schließen, da sie von den USA aus betrieben wurden und die dortigen Behörden schnell eine Schließung vorantrieben, die häufig auch glückte. ProtonMail ist in der Schweiz ansässig und betreibt seine Server auch dort. Zumindest teilweise kann dies für einen Vertrauenszugewinn sorgen. Letztendlich gehört dazu aber auch etwas Vertrauen, wenn man nicht selbst alle notwendigen Komponenten auf eigenen Servern betreiben kann.