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Formula E mit Qualcomm - neue Spielwiese für IT-Konzerne

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Seite 1: Formula E mit Qualcomm - neue Spielwiese für IT-Konzerne

formulaeGrafikkarten-Spezialist NVIDIA baut Chips für Infotainment-Systeme, steckt wie Intel viel Energie in die Entwicklung autonom gesteuerter Fahrzeuge und Qualcomm kümmert sich als Chipdesigner mit "halo" um das kabellose Laden der Autobatterie. Das sind nur wenige Beispiele, die die Ambitionen zahlreicher IT-Konzerne im Automotive-Bereich zeigen. Eine wahre Spielwiese und künftig womöglich auch Technologieträger könnte die neue FIA-Rennserie Formula E werden, die derzeit in zehn großen Städten rund um den Globus in ihre erste Saison startet. Wir waren beim ersten Rennen in Deutschland mit dabei.

Rennsport-Fans mit Benzin im Blut haben die neue FIA-Rennserie immer wieder belächelt und selbst führende Formel-1-Anhänger konnten sich in der Vergangenheit den einen oder anderen Seitenhieb nicht verkneifen: Formel-1-Pilot Sebastian Vettel bezeichnete die Formula E vor knapp zwei Jahren als „Käse“ und auch F1-Chef Bernie Ecclestone glaubte nicht daran, dass die neue Serie überhaupt stattfinden würde. In der Tat ist einiges in der Formula E anders.

Ohrenbetäubenden Motor-Sound gibt es in der E-Serie nicht mehr, statt des bekannten Boxenstopps aus der Formel 1 wird zur Halbzeit das komplette Fahrzeug gewechselt und strengen Gummigeruch von Reifenabrieb gibt es auf der Rennstrecke der Formula E weniger, da neue Reifensätze aufgrund der strengen Regularien nicht montiert werden dürfen. Zudem fahren alle Piloten zumindest während der ersten Saison mit dem gleichen Fahrzeug – Modifikationen am Rennwagen sind noch völlig untersagt.

In der Formula E fahren insgesamt zehn Teams auf elf verschiedenen Stadtstrecken in Elektrofahrzeugen um den Weltmeistertitel. Die Rennserie soll eine saubere Alternative zur Königsklasse des Motorsports werden und komplett emissionsfrei sein. Auch wenn die Rennwagen optisch an die der Formel 1 erinnern, steckt unter dem Carbon-Kleid ganz andere Technik. Während der ersten Saison gibt es für alle Teams ein Einheitsfahrzeug.

Der Spark Renault SRT_01E ist wie ein Formel-1-Wagen ein Einsitzer mit freistehenden Rädern. Er beschleunigt in knapp drei Sekunden von 0 auf 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 225 Kilometern pro Stunde. Damit sind die Elektrofahrzeuge gut 130 km/h in der Spitze langsamer als ihre Schwestermodelle der Königsklasse, die Geschwindigkeiten von über 350 km/h erreichen können – zumindest auf der Geraden, denn auf kurvigen Streckenabschnitten sind sich beide Fahrzeugklassen ebenbürtig. Der Elektromotor verfügt über ein 5-Gang-Getriebe und bringt es auf eine Leistung von 200 kw bzw. 270 PS.

Auf die gesamte Motorleistung dürfen die Fahrer allerdings nur im freien Training und im Qualifying zurückgreifen, denn während des Rennens werden die Motoren auf 150 PS gedrosselt, um Energie zu sparen. Der Elektro-Rennwagen stemmt so mindestens 896 kg inklusive Fahrer auf die Waage. Ein Großteil des Gewichts ist dem Akku geschuldet, der alleine schon rund 200 kg wiegt. Damit sind die Rennwagen der Formula E etwas schwerer als die der Formel 1.

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Trotz gleicher Optik ist die Technik der Formula-E-Wagen eine ganz andere

Insgesamt erinnert der Rennsound der Formula E an eine Carrera-Bahn oder ferngesteuerte Fahrzeuge aus dem Kinderzimmer. Dafür lassen sich beim genauen Hinhören Unterschiede beim Schalten der Fahrer erkennen oder aber kleinere Kollisionen mit der Bande und anderen Rennteilnehmern heraushören. Die deutlich geringere Geräuschkulisse schont nicht nur die Ohren der Fans, sondern ermöglicht auch ein völlig neues Rennkonzept. Denn alle Renntage der Formula E sollen direkt in der Stadt stattfinden und so auch attraktiv für Familien mit Kindern werden.

Das sonst übliche Headset entfällt, die Anreise zur Rennstrecke wird deutlich kürzer, die womöglich umliegenden Wohn- und Gewerbe-Gebiete werden nicht gestört. Außerdem finden die Rennen der Formula E an nur einem Tag statt – inklusive den freien Trainings, dem Qualifying und dem eigentlichen Rennen. Damit sollen die Kosten für die Gastgeber-Stadt gesenkt werden.

 

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Kommentare (11)

#2
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Registriert seit: 24.02.2005

Moderator
Luft statt Wasser
Beiträge: 22537
Zitat Cool Hand;23518613
Formula E ist nichtmal ansatzweise etabliert. Deswegen kann man darüber auch noch lachen.
Im Moment bekommen die nur passable Besucherzahlen weil sie ein massives Programm drumherum aufbauen, was nicht nur Motorsportfans interessiert. Wenn die Gelder dazu verpulvert sind, dann sieht man weiter. Ich jedenfalls kann gar nichts damit anfangen.

Nur mal zum Vergleich: Die DTM, welche oft am Fliegenfänger hängt, hat 80.000 bis 155.000 Besucher pro Rennen. Da sind die 23.000 der Formula E, besonders in erwähntem Kontext, ein Witz.


Das stimmt schon. Es ist auch erst die erste Saison und man greift noch auf Einheitfahrzeuge zurück. Die Strecke am Tempelhof hätte gar nicht viel mehr Besucher fassen können, da zu klein. Man darf dies nicht mit den Grand-Prix-Strecken wie Hockenheim oder Silverstone vergleichen.
Ich gehe davon aus, dass sich die Rennserie noch gut entwickeln wird. Ich persönlich finde die diesjährige Saison interessanter als die F1 in diesem und im letzten Jahr. ;)
#3
Registriert seit: 11.01.2010

Oberbootsmann
Beiträge: 985
Zitat
Sie konnten nicht nur das freie Training und Qualifying begutachten, sondern auch zahlreiche Elektrofahrzeuge in den Hangers des alten Flughafens bestaunen.

Hanger = Kleiderbügel, Hangar ist das gesuchte Wort :p
#4
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Registriert seit: 03.04.2010

Oberleutnant zur See
Beiträge: 1411
Zitat patrock84;23518689
Das stimmt schon. Es ist auch erst die erste Saison und man greift noch auf Einheitfahrzeuge zurück. Die Strecke am Tempelhof hätte gar nicht viel mehr Besucher fassen können, da zu klein. Man darf dies nicht mit den Grand-Prix-Strecken wie Hockenheim oder Silverstone vergleichen.
Ich gehe davon aus, dass sich die Rennserie noch gut entwickeln wird. Ich persönlich finde die diesjährige Saison interessanter als die F1 in diesem und im letzten Jahr.


Das Problem ist nur, dass es bei anderen Rennen, auch an sehr großen Rennstrecken, nicht viel mehr Zuschauer waren. In Long Beach warens z.B. gerade mal 23.000, in Miami 25.000, in Monaco auch nur 23.000, und das obwohl die Tickets spotbillig sind, dass sogar ich mal hingehen würde, wenns in der Nähe wäre. Die Pressemitteilungen reden da von "vollgepackten Zuschauertribünen", die inoffiziellen Fotos sprechen allerdings eine ganz andere Sprache. Selbst VLN Rennen am Nürburgring sind da besser besucht.
#5
Registriert seit: 01.12.2012

Obergefreiter
Beiträge: 128
Man muss für die Erfolgsschätzungen natürlich neben den geringeren Zuschauerzahlen auch die viel geringeren Kosten sehen. Gerade für die Hersteller kann sich hier eine recht presiwerte Test- und Entwicklungsmöglichkeit bieten.
Aus technoligischer und ökologischer Sicht kann man der Serie natürlich nur viel erfolg bieten. Mal sehen, vielleicht schau ich mir das nächstes Jahr mal an, wenn es ein paar technische Unterschiede gibt und die Serie wieder in Berlin fährt.

LG
RMG
#6
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Registriert seit: 22.11.2005
Randpolen
Korvettenkapitän
Beiträge: 2493
Öhm, die Saison startet doch nicht erst, sondern ist doch mittem im Gange, oder? Zumindest habe ich schon vor einem halben Jahr das Eröffnungsrennen auf Youtube geschaut, das, wo Nick Heidfeld den üblen Crash in der letzten Kurve hatte.

Interessant ist die Serie allemal, vor allem die Möglichkeit direkt mitten in der Stadt zu fahren hat durchaus seinen Reiz. Ich finde das auch gar nicht so schlimm, dass zumindest im Moment keinerlei Weiterentwicklung erlaubt ist. So entscheidet der Fahrer oder derjenige das Rennen, der den besseren Akku erwischt hat. :D

Wer sich ein bisschen interessiert und sich nicht nur mit der Nase rümpfend abwendet, hier mal ne kleine Doku auf Youtube.


https://www.youtube.com/watch?v=1QGF2VZ1gEI

Hoffentlich vergeht Ecclestone irgendwann mal das Lachen, wenn die Leute lieber zur Formel E gehen als zu seiner längst überzähligen, überteuerten Königsklasse wo einfach mal ein Rennen aus Geldgier ausfällt...
#7
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Registriert seit: 12.02.2011
Baden Württemberg
Kapitänleutnant
Beiträge: 1542
Ich schätze das interessiert bisher nur wenige Leute, da sie sich zumeist in wirklich absurden Schneckentempo über die ENGEN Strecken schlängeln.
Wie gesagt, die Strecken sind bereits sehr eng und somit soll es optisch sehr viel schneller aussehen. Deshalb auch in Städten in denen der Hintergrund mit großen Objekten näher dran ist. (auch das täuscht höher gefahrenes Tempo vor)

Wenn sie das mit den Tempo nicht hinbekommen, die normalen F1 Strecken nicht fahren (sie würden dort wirklich aussehen wie Schnecken... der alt eingesessene F1 Fan sieht sofort den gravierenden Unterschied und das wollen die Betreiber von Formula E vermeiden) und nicht an der lästigen Geräuschkulissie der Getriebe oder was auch immer da so säuselt arbeiten....(gerade verzahnte Zahnräder im Getriebe weglassen).....UND wenn sie das mit dem Fahrzeugwechsel mitten im Rennen nicht weglassen können...wird das bei den fans nie etwas.
#8
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Registriert seit: 07.07.2010
On the Moon
Oberstabsgefreiter
Beiträge: 501
Zitat patrock84;23518689
Das stimmt schon. Es ist auch erst die erste Saison und man greift noch auf Einheitfahrzeuge zurück. Die Strecke am Tempelhof hätte gar nicht viel mehr Besucher fassen können, da zu klein. Man darf dies nicht mit den Grand-Prix-Strecken wie Hockenheim oder Silverstone vergleichen.
Ich gehe davon aus, dass sich die Rennserie noch gut entwickeln wird. Ich persönlich finde die diesjährige Saison interessanter als die F1 in diesem und im letzten Jahr. ;)



Ich hab noch gar nicht viel von der Formel E gesehen, da sie, soweit ich informiert bin, nur auf Sky zu sehen ist. Aber das was ich gesehen habe, hat mir auf Anhieb wesentlich besser gefallen als die Formel 1 aktuell. In Sachen lautstärke ist sie der Formel 1 ja schon jetzt ebenbürtig

Aber mal im Ernst: Nachdem sich die Formel 1 mit ihrem britischen Finanzgnom selbst gerichtet hat ist die Formel E eine sehr interessante Alternative. Zudem ist es aus technischer Sicht beachtlich, was dort mit aktueller Technik auf die Beine gestellt wird. Die gebotene Fahrleistung mit diesen Akkus ist schon jetzt beachtlich. Sobald man es schafft den Wagenwechsel während des Rennens abzuschaffen (was eine beachtliche Kapazitätssteigerung der Akkus benötigt) ist diese Serie auch für ein größeres Publikum bereit.
Die Formel E würde ich deutlich lieber in den öffentlich-rechtlichen Programmen stehen als so manch anderes zweifelhaftes Format. Und dabei meine ich noch nicht einmal das Festival der Volksmusik.
#9
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Registriert seit: 21.03.2005
Berlin
Rīgarider
Beiträge: 28633
Ich finde die ganzen Verweise auf die Formel 1 falsch. Einerseits will die Formula E nicht mit der Formel 1 konkurrieren, anderseits zeigt die Formel 1 doch gerade, dass ihr Konzept nicht funktioniert. Es wird immer mehr auf Strecken gefahren, die nur durch massive Zuschüsse betrieben werden können. Klassische Renndtrecken fallen weg. Und das soll ein Vorbild sein? Auch als Technologieträger taugt eine Rennserie wohl weniger, bei der ein Brausehersteller 4 Jahre in Folge mit einem dem meisten wohl unbekannten Motorenhersteller gewonnen hat.
#10
Registriert seit: 27.05.2015

Matrose
Beiträge: 1
Interessant :)
#11
Registriert seit: 13.06.2013

Gefreiter
Beiträge: 56
Ich finde Formel 1 mit im Kreis fahrenden Fahrzeugen mit jaulendem Motor eher nicht so spannend.
Ich finde vor allem gut, dass später high-end-entwicklungen aus dem Rennsport auch Impulse für die normale Elektomobilität setzen könnte wie es die Formel 1 für die normalen Automobile getan hat.

Wieso macht man den Akku nicht austauschbar? Man wird für so schwere Akkus sich schon was in z.b. Richtung mini-Gabelstapler einfallen lassen müssen.
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